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Veröffentlicht am 2017-02-26 10:56:21 in /co/

/co/ 12763: Der Werdegang der Belegschaft

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darcystonge:#12763

Ich habe Micky Maus und Lustige Taschenbücher vorgelesen gekriegt bevor Ich selbst Lesen konnte. Meine Mutter beherschte sogar die Grundlagen der Comic-vorlese-Kunst, sie zeigte z.B. immer den aktuellen Panel und die gerade gelesene Sprechblase an. Trotzdem schwand der Bock der Eltern weiterhin vorzulesen, das war dann auch eine starke motivation selbst Lesen zu lernen, denn Ich war süchtig und musste mich von jetzt an selbst um meinen Nachschub kümmern.
Der kam zu einem bedeutsamen Teil über meine Großeltern, die waren in der Gemeinde aktiv. Von dort bekam Ich oft Kleidung zum auftragen, aber einmal auch was viel tolleres, zwei Holzkisten voller alter Comics.
Da waren hauptsächliche Micky Mäuse drin, aber auch ein paar Zack Hefte, Marvel Taschenbücher und anderer Schrott.
Beim Graben fand Ich auch noch ein fantastisches Spielzeugauto, den Aston Martin von 007, mit Schleudersitz, Maschinengewehren in den Scheinwerfern und ausfahrbarer, Kugelsicherer Heckscheibe.
Die Kisten standen lange Zeit in der Gartenlaube im Schrebergarten, wo Opa immer schön am Saufen war und Ich viel rumhing und las. Irgendwann durfte Ich die Kisten aber endlich mit nach Hause nehmen, der Grundstein der Sammlung war damit gelegt.
Des weiteren war mein Vater im Entrümpelungs und Flohmarkt Geschäft tätig, von dort kam auch öfter mal was, einmal eine große Menge alter Fix&Foxi Hefte, die Dinger hatten wahrscheinlich schon damals Sammlerwert, als Kind wusste Ich das aber noch nicht wirklich zu schätzen. Rolf Kauka hatte damals noch einige schundige, europäische Abenteueromics unter Vertrag, dadurch eröffnete sich eine ganz neue Welt.
Über einen Freund der Familie kamen dann die großen klassiker dazu, der sammelte Carl Barks' Donald Geschichten und Lucky Luke und Asterix.
Wie auch viele andere Comicleser kannte Ich Barks schon lange, als den guten Zeichner aus den Lustigen Taschenbüchern. In der Kinder und Jugend Abteilung der Leiha(Leihbücherei) fand Ich zu den großen Franco-Belgiern, allen vorran Herge und Franquin. In der Comicecke des größten Buchhändlers der Stadt verliebte ich mich in Yoko Tsuno.
Später übernahm meine Mutter einen Tabakwaren und Zeitschriften Laden, mit 15 entdeckte Ich dort Schwermetall und U-Comix, damit war mein Schicksal endgültig besiegelt.
Ich hing in allen Comicläden der stadt rum, durchstöberte die Jugenabteilungen der Buchhändler, klapperte Bahnhofsbuchandlungen ab, immer auf der Suche nach dem nächsten großen Ding.
Das war dann anfang der 90er die Akira Ausgabe von Carlsen, damit eröffnete sich noch mal eine völlig neue Welt.
Und wie war das bei dir so, Bernd?

Auch:
Jaaa, das bin ich auf'm Foto.

cbracco Avatar
cbracco:#12765

>>12763

Wirklich sehr guter Faden. Dafür wollte ich erst einmal danke sagen. Ich habe leider nicht so die spannende Geschichte zu erzählen, werde mich aber mal hinsetzen und etwas schreiben. Wirklich toll, dass deine Familie da so geholfen hat und DANKE an dich, Scanner Bernd. Leute wie du sind klasse.

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