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Veröffentlicht am 2014-02-23 16:49:21 in /co/

/co/ 9495: Meta

vj_demien Avatar
vj_demien:#9495

lasst uns über comics reden.

ich mag grundsätzlich keine superhelden, zu amerikanisch, zu pathetisch, zu klischeehaft, visuell zu inkonsequent und oft zu schlecht, und vor allem zu unflexibel.
es können keine geschichten erzählt werden die den verlauf der serie gefährden könnten, villains können zb. nicht endgültig ausgeschaltet werden, so konnte "die rückkehr des dunklen ritters"(ein immerhin uneingeschränkt grossartiges werk) nur in einem quasi paralleluniversum existieren, das ebenso grossartige watchmen konnte nur mit figuren erzählt werden die für diese eine geschichte kreiert wurden.
supes tod konnte natürlich nicht endgültig sein, alle veränderungen an spiderman mussten unweigerlich rückgängig gemacht werden, und neu erschaffene universen (image) gingen früher oder später den selben weg.

Bernd Avatar
Bernd:#9496

Es scheint mir dass das hier die allgemein vorherrschende Meinung ist.
Deswegen würde mich wirklich interessieren ob hier Leute lauern die sich als Fan von Superheldencomics bezeichnen würden?

kazukichi_0914 Avatar
kazukichi_0914:#9498

>>9496
>Deswegen würde mich wirklich interessieren ob hier Leute lauern die sich als Fan von Superheldencomics bezeichnen würden?

Ich glaube nicht.

KC's /co/ nimmt da ein wenig eine Sonderstellung ein, die meisten anderen Comicbretter sind ja fest in der Hand von Capeshit-Jüngern.


>, zu amerikanisch, zu pathetisch, zu klischeehaft, visuell zu inkonsequent und oft zu schlecht, und vor allem zu unflexibel.

Fickend dies.
Das ganze Grundkonzept von "$Person bekommt komische Kräfte und zieht sich als erste Amsthandlung lächerliche Latexklamotten an und gibt sich nen dummen Namen"
Ist einfach vollkommen ausgelutscht.
Bekomm ja schon nen Brechanfall wenn ich die typischen Marvel oder DC-Cover nur sehen muss...

Aus OPs Bild dürfte allenfalls der Barks und "Howard the Duck" grenzwertig interessant sein.

Franko-Belgischer Lüfterjunge reportiert aus.

RussellBishop Avatar
RussellBishop:#9499

ich lese comics auch zu "bildungszwecken", der spirit z.b. ist oft sehr trashig und ob des alters unansehnlich.
will eisner legt aber ein derartiges können im umgang mit dem medium an den tag und hat derartig innoviert das die mängel aufgewogen werden, auch tezukas astro boy habe ich aus dieser motivation heraus gelesen.
ähnliches gilt für die ollen amerikanischen sci-fi und horror heftchen wie wierd science oder tales from the crypt.
ich kann mich einfach auch an technischer versiertheit im umgang mit dem medium erfreuen, bei den ganz grossen geht das einher mit einer entsprechend geschriebenen geschichte.
max cabanes ist so jemand, ich habe mal ein paar zufällige seiten angefügt die einfach exorbitant gut sind, panel anordnug, bildausschnitt, zeichenstil und farbgebung sind nahezu perfekt und gehen hand in hand mit der surrealen geschichte.

horaciobella Avatar
horaciobella:#9504

>>9496
>Deswegen würde mich wirklich interessieren ob hier Leute lauern die sich als Fan von Superheldencomics bezeichnen würden?
Ja. Bild relatiert.

robinlayfield Avatar
robinlayfield:#9505

>>9496
>Lüfter von Superheldencomics
Das kommt auf die Superhelden an Bernd.

dutchnadia Avatar
dutchnadia:#9506

Bernd hat eine sehr gemischte Comicsammlung, in der sich frankobelgische Ligne-claire-Sachen, Mangas, viel Vertigo-Zeug, Klassiker, aber auch das ein oder andere Superhelden-Comic finden.
Bernd würde OPs Meinung so unterschreiben, er ist kein großer Freund von Superhelden, allerdings gibt es schon einige kleine und feine Ausnahmen.
Zu erwähnen wären, neben den schon genannten Watchmen, Dark Knight Returns und Arkham Asylum, vielleicht noch die frühen Daredevil-Sachen von Frank Miller und John Romita jr.

franciscoamk Avatar
franciscoamk:#9509

>>9505
Ich fand Kick-Ass 2 irgendwie deutlich schwächer, als den ersten Teil. Blasphemischerweise fand ich schon bei Teil 1 den Kinofilm sogar unterhaltsamer, als den Comic, da dieser mir an machen Stellen etwas bemüht edgy erschien (was im Film zu Gunsten der Massenkompatibiltät natürlich herausgekürzt wurde, mich in diesem Fall aber eben auch nicht gerade störte.)

gmourier Avatar
gmourier:#9511

superhelden sind halt nur partiell interessant. spidey war damals eine grosse innovation, auch heute ist es noch ganz lustig die alten geschichten zu lesen, an deren ende peter immer in postpubertärer depression versinkt.
die interessanteren figuren des genres sind oft die bösewichter, sie müssen immer neu und anders sein, der held hingegen kann sich kaum verändern.
wirklich gut wird es dann wenn die grenzen des genres gesprengt werden, frank miller hat dies getan, auch der frühe mcfarlane.
gestalten wie allan moore oder grant morrison stehen über den genres und sind einfach gute autoren.

nelshd Avatar
nelshd:#9514

Dito. Interessiere mich eigentlich nicht für Batman, Spiderman und die X-Men und Avengers und sonstwas. Retcons sind der Krebs, weil die Fans dumme Mannskinder sind und weinen wenn jemand stirbt und die Verlage keine Eier haben. Ich mag Serien mit Kontinuität, weshalb ich sehr gerne die Geschichten aus Megacity One lese - und das ganze Hellboy-Universum, meiner Meinung nach derzeit das Beste was an Comics da ist und mit das Beste, was an Literatur allgemein da ist.
Andererseits habe ich/lese ich aktuell kleinere Serien und One-Shots der großen Zwei, weil sie Spaß machen und ich mich nicht um das größere Bild kümmern muss. Ich mochte die 2004er Punisher-Reihe von Ennis und derzeit die neue Serie, sowie die aktuelle Hawkeye-Serie.
Mit franco-belgischen Comics habe ich allerdings Schwierigkeiten. Jetzt nicht mit Asterix oder so, aber vieles erscheint mir einfach zu "künstlerisch", für den Mangel eines besseren Wortes. So von wegen "du musst mit einem Anspruch da rangehen und dann ein Feuilleton lesen". Wenn mir jemand "einsteigerfreundliche" Sachen empfehlen kann, wäre ich sehr dankbar.

stephcoue Avatar
stephcoue:#9520

>>9514
Bei Empfehlungen kommt es darauf an, was so dein Ding ist, Bernd.
>"du musst mit einem Anspruch da rangehen und dann ein Feuilleton lesen"
Das ist eine ziemlich platte Kritik. Anspruchsvolle Comics gibt es doch auch aus den Staaten oder Japan und ist nicht unbedingt ein franko-belgisches Phänomen.
Ganz so dümmliche Sachen wie generischen US-Capeshit kann ich dir leider nicht empfehlen, aber ich kann dir ein paar Sachen aus meiner Sammlung nennen, die mir gefallen und jetzt nicht zuviel Anspruch haben sollten.

Herrman:
"Jeremiah" - Endzeit-Western
"Die Türme von Bos-Maury" - Mittelalter-Burgen&Ritter-Kram

Bourgeon:
"Reisende im Wind" - klassischer Abenteuercomic
"Die Gefährten der Dämmerung" - Mittelalter mit etwas Fantasy-Einschlag

Jacamon & Matz:
"Der Killer" - Geschichte eines Profikillers

Moebius: "Incal-Reihe" - SciFi im weitesten Sinne, tolles Universum, wahrscheinlich zuviel Anspruch und zu abgedreht für dich
Moebius/Jodorowsky: "John Difool vor dem Incal" - Das selbe coole Universum, allerdings weniger abgedreht und anspruchsvoll

Oder ganz einfach Klassiker wie "Tim und Struppi", "Gaston" oder "Spirou und Fantasio".
Da solltest du auf gar keinen Fall dieses Feuillton-Gefühl" haben.

anjhero Avatar
anjhero:#9521

>>9520
Vielen Dank Bernd, ich werd mir das Zeug mal ankucken.

yassiryahya Avatar
yassiryahya:#9522

>anspruch...feuilleton

klingt als wärst du irgendwelchen graphic-novel-mythen aufgesessen.
(nun ein kurzer exkurs zum begriff graphic novel, dann ein paar frankobelgische comicempfehlungen)
der begriff graphic novel wurde von will eisner geprägt, er wollte seine comics von dem abgrenzen was damals als comic galt.
das war action und humor heftchenzeugs das an ein junges publikum gerichtet war, eisner wollte eher kurzgeschichten erzählen wie sie die traditionelle literatur produzierte.
daraus entwickelte sich eine definition, eine gewisse länge, abgschlossenheit der geschichte, vorhandener, klassischer spannungsbogen, etc.
mittlerweile ist der begriff aber überholt, der comic hat sich zu einem medium entwickelt das so vielfältig ist wie literatur oder film, es kann jedes thema in jeder form behandeln.
im comic bildet die graphic novel weder eine unterform noch ein genre,
der begriff ist eine schalgwort der werbung geworden um angeblichen intelektuellen comics verkaufen zu können ohne dass sie sich wie debile, comiclesende idioten fühlen müssen.
somit ist der begriff, der der literarischen qualität des comics ausdruck verleihen sollte, tatsächlich kontraproduktiv, ins gegenteil verkehrt und gefährlich für die etablierung des comics als anerkanntes medium geworden.
ich lehne den begriff graphic novel daher grundsätzlich ab.

jaques tardi
hat ein paar sehr schöne krimis und historische comics gemacht, zb. die krimis mit nestor burma oder
"die macht des volkes"
die geschichte der pariser kommune.
am liebsten mag ich aber
"adeles ungewöhnliche abenteur"
mystery abenteur die um 1900 spielen.

"valerian und veronique"
ist eine sehr einflussreiche sci-fi comicserie.
am besten finde ich die geschichten aus der mitte der serie, späte 70er bis späte 80er.
besondere empfehlung:
doppelnummer 7-8

"die chroniken des schwarzen mondes"
ist over the top epische fantasy action, am besten nur bis band fünf lesen, danach zeichnet ein anderer.

eine meiner lieblingsserien ist
"yoko tsuno"
quasi tim und struppi mit mehr technik, mehr sci-fi und einer weiblichen hauptperson.
die geschichten spielen abwechselnd auf der erde und im weltall, erstere sind klassische abenteurgeschichte, letztere eben sci-fi.
besondere empfehlung:
band 4,6,7 und 16

murrayswift Avatar
murrayswift:#9775

>>9522
hast du einen Elfenjungen zu den Chroniken des schwarzen Mondes? Ich suche schon seit Jahren, Band 1 und Band 4 habe ich noch im Original

cat_audi Avatar
cat_audi:#9814

>>9775
nöö, aber bei der sammleercke
http://www.sammlerecke.de/sammlerecke/antiquariat/frameset.html
gibts die zu vertretbaren preisen zu erstehen.

haydn_woods Avatar
haydn_woods:#9872

Also ich mag Amicomics

murrayswift Avatar
murrayswift:#9873

Ich weiß nicht was ihr alle habt. Diese ganzen fortlaufenden Serien sind doch toll.
Und Retcons? Das ist wie mit Perry Rhodan etc. Wenn alles zu verwurschtelt und kompliziert geworden ist, drückt man einfach den Resetknopf. Ich hab da kein Problem mit. Man kann jederzeit einsteigen und am Ball bleiben. Ich sauge mir wöchentlich die neuesten Comics von tpb (http://thepiratebay.org/user/shipjolly) und bin bestens unterhalten. Gut, einige Serien überspringe ich meist, wenn mir der Stil oder die Storyline nicht zusagt, dafür sehe ich aber später immer mal wieder rein. Euer pseudoelitäres Gehabe ist doch für die Müllabfuhr.
Marvelserien, die ich euch aus dem FF empfehlen kann (alle schon beendet): Defenders Vol 3, Uncanny X-Force Vol 1, Captain Britain & MI 13, die World War Hulk-Geschichte, Punisher MAX, Fury Max, und die Serie mit Herkules und Amadeus Cho.

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#9874

>>9873
>Wenn alles zu verwurschtelt und kompliziert geworden ist, drückt man einfach den Resetknopf

Und ich möchte dass sich die Autoren Gedanken machen, bevor sie ihre Ideen zu Papier bringen, anstatt die rule-of-cool zur maxime zu erheben und dabei Logiklöcher zu ignorieren.

lolwhocares führt nur zur drölfzigsten Iteration der immer gleichen Schnarchspandexgeschichten über $lächerlicher_Name und seinen coolen Kumpels.

Der Vergleich mit Perry Rhodan ist aber gut.
Amisuperheldencomics sind einfach das westliche Äquivalent zum Endlos-Shonen.

rahmeen Avatar
rahmeen:#9875

>>9874
>Und ich möchte dass sich die Autoren Gedanken machen, bevor sie ihre Ideen zu Papier bringen, anstatt die rule-of-cool zur maxime zu erheben und dabei Logiklöcher zu ignorieren
Und ich möchte ein Gf. Das geht nun einmal nicht, wenn man eine ewig fortlaufende Serie macht, mit immer wechselnden Schreibern. Wie oft gab es Retcons in Marienhof, GZSZ, Dallas, Denver Clan, Star Trek, Doctor Who? Was Du willst sind limitierte Serien, die irgendwann aufhören. Ich für meinen Teil bin mit Retcons okay. Man kann nicht alles Leben haben, Schatzi. Sich darüber aufzuregen ist nicht gut fürs Herz.

leelkennedy Avatar
leelkennedy:#9876

>>er folgt einem hobby so ohne hingabe, dass er sich nicht mal über nebensächliches aufregen kann.

>>Marienhof, GZSZ
ja, dieser vergleich trifft die qualität des durchschnittlichen superhelden quatsches sehr gut.

suprb Avatar
suprb:#9877

>>9876
>Mimimimi ICH KANN NUR GLÜCKLICH SEIN WENN ICH INTELLENT GEFORDERT WERDE WEIL ICH SO DAUERKLUK BIN
Ja finde ich auch Mann. Jede Graphic Novel die ich lese sollte iwie Anspruch haben. So wenn es ab und an zuuuuuu witzig ist, dann bekomme ich immer Weinkrämpfis weil mein Autistenkackhirn das nicht verarbeiten kann. Irgendwas mit Nietzsche und hochliterarisch muss es zumindest sein. >_>

mauriolg Avatar
mauriolg:#9878

Ach, ich les einfach beides. Mal billig plumpen Superheldenquatsch und wenn mir das reicht, dann hau ich mir halt auch intellektülle, frankobelgische Untergrundschwarzweißcomics rein. Ich seh das nicht so verkrampft. Auch Superheldenquatsch ist für einen Nachmittag unterhaltsam.

m_kalibry Avatar
m_kalibry:#9879

DC spricht ja eigentlich seit jeher nur Nackenbärte oder Pubertierende an. Marvel hat ab und zu ganz erträgliche Sachen (auch wenn mir spontan nichts einfällt), aber unterm Strich finde ich 95% aller Superheldencomics lächerlich.

umurgdk Avatar
umurgdk:#9883

>>9879
>DC spricht ja eigentlich seit jeher nur Nackenbärte oder Pubertierende an.
Was ist Vertigo?

mbilalsiddique1 Avatar
mbilalsiddique1:#9884

>>9883
Das Feigenblatt :3

Und obwohl deren Sachen teilweise schon ganz ordentlich sind, ist gerade Gaiman nicht ohne Grund der Lieblingsautor von grusligen Goten, morbiden Psychomullen und Teenies in der Lebensfindungsphase.

Trotzdem lesbar und handwerklich nicht schlecht.

>>9875
>Das geht nicht wenn...

Dann lässt man es halt bleiben.

Aber gut, ich mag auch keine Serien, die letzte Staffelproduktion ohne vorgeschriebene Geschichte die ich mir längerfristig angesehen hatte war Star Trek Voyager.
Und das ist nun doch schon ein paar Jahre her.

itsracine Avatar
itsracine:#9890

>>9879
ich fand die Marvel Zombies ganz nett, hatte was

Neuste Fäden in diesem Brett: