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Veröffentlicht am 2017-02-15 09:23:58 in /d/

/d/ 90054: Entgiftung / stationär Entenzucht

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stayuber:#90054

Frag einen Bernd welcher seit zwei Wochen stationär entgiftet (von Methadon bzw. Opioiden allgemein) alles!



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danro:#90055

Unterschicht

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jffgrdnr:#90061

>>90054
Hast du vor, clean zu bleiben?

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iamsteffen:#90063

Warum wurdest du eingewiesen / hast du den Entzug angetreten?

Hast du da Bock drauf?

Erzähl mal von deinen Fühls!

Wie waren die Tage vor dem Entzug, also praktisch der Höhepunkt des Junky-Daseins? Was hast du da getan, wie hast du dich gefühlt und was ist dir in Erinnerung geblieben?

Wie lange machst du schon und wie lange hast du noch (voraussichtlich)?

kuldarkalvik Avatar
kuldarkalvik:#90068

>>90054
Wat gesnackt du hast?

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grrr_nl:#90098

>>90063
>Warum hast du den Entzug angetreten?
Habe eingesehen, dass ich mich in Therapie begeben sollte (primär wegen Depressionen). Und egal ob stationär oder ambulant, es behandelt dich idR keiner bevor du nicht clean bist.

Wollte mich eigentlich ambulant/draussen sanft bis null runterdosieren lassen, habe mich aber aus primär finanziellen Gründen (und weil eine stationäre Behandlung wahrscheinlich effektiver/schneller geht) für's stationäre entschieden.

>Hast du da Bock drauf?
Nicht wirklich, aber ich hab's mir übler vorgestellt vom Ganzen her. Da wo ich bin ist es eher sowas wie ein Hotel mit früh aufstehen, Arztvisite und eingeschränkter Bewegungsfreiheit (gehen nur jeden zweiten Tag spazieren).
Ist recht langweilig, eigentlich erträglich, aber auch trotz netter Mitpatienten kann man nicht von Highlights sprechen. lohl

>Erzähl mal von deinen Fühls!
Gestern letzte Methadondosis bekommen (bin innerhalb von zwei Wochen von ca. 80mg auf 0mg runter, kein Beikonsum). Bekomme noch ein Antidepressivum und Doxepin zum schlafen. Es ist okay, vieeel milder als kalter Entzug. Schlafen geht zB klar.
Das was mir mehr zu schaffen macht sind die Zukunftsängste und dass die gesamte Therapie noch bestimmt 5-8 Monate dauert (schlechtes Abi, MINT Studium abgebrochen, yo).

>Wie waren die Tage vor dem Entzug, also praktisch der Höhepunkt des Junky-Daseins? Was hast du da getan, wie hast du dich gefühlt und was ist dir in Erinnerung geblieben?
Nein, nein. War ja substituiert und somit biochemisch abgesichert hehe.
Der Höhepunkt war eher so vor 6-12 Monaten mit ZwiebelHeroin und das ständige up&down (Stoff, Entzug, Stoff, Entzug).

>Wie lange machst du schon und wie lange hast du noch (voraussichtlich)?
Entgiftung seit 2 Wochen, geht noch eine Woche. Danach 1-2 Monate Übergangseinrichtung, danach 3-6 Monate echte Therapie (z.B. Villa Lilly in Bad Schwalbach oder so).

samscouto Avatar
samscouto:#90117

>>90098
Hey Bernd, schön das du das machst. Viel Glück!

davidsasda Avatar
davidsasda:#90118

>es behandelt dich idR keiner bevor du nicht clean bist.

Und genau das ist zum Kotzen. Bernd wurde von seiner Therapeutin rausgeworfen, weil er ein paar Opioide genascht hat und die letzte Dosis nicht herausgeben wollte. Die Therapie hätte dann keinen Sinn, blabla.
Dank der Drogen hatte Bernd aber diverse einschneidende, positive Erlebnisse, die in wenigen Monaten mehr gebracht haben als die jahrelange Therapie. Bernd hat Freunde gefunden, sogar eine Bettgespielin. Ich halte von der Psychotherapie nicht viel. Letztlich muss man selbst bereit sein, seine Makel zu ficken und Dinge so lange zu versuchen, bis man nicht mehr versagt.

Dem OP wünsche ich viel Erfolg. Vielleicht lernst du ja noch eine süße Psychomulle kennen!

ademilter Avatar
ademilter:#90120

>>90118
>die letzte Dosis nicht herausgeben wollte.
Das ist doch der Punkt - wenn du selbst zu so einer Kleinigkeit partout nicht bereit bist, wie soll man dich da bitte therapieren? Das du was genommen hast, okay, aber wenn du selbst deine Stabilität weiterhin zu torpedieren gedenkst, kann man dir nicht helfen bis du davon absiehst. Dabei muss man natürlich ehrlich sagen, jeder reagiert anders, Opioide sind jetzt nicht wie Pep was das "instabil machen" angeht. Aber das ne Therapeutin die evtl. auch nich so den Plan von Drogen hat, diese kategorisch ablehnt finde ich schon nachvollziehbar.

Mich hat mein Therapeut sogar dazu gebracht, dem gelegentlichen Wochenendsuff abzuschwören (und ich habe mich nie ins Koma gesoffen, eher maßvoll mit so ca 2-3l Bier den Abend versüßt). Bin jetzt seit dem 1.1. komplett nüchtern und habe nicht vor das alsbald zu ändern. Wozu auch? Mir gehts gut damit und man kann tatsächlich auch nüchtern gut feiern gehen, der anstrengende Part ist dann halt nicht der Kater sondern das "auf die Party klarkommen", aber nach ner Stunde hat man genausoviel Spass wie die Trunkenbolde, wenn nicht mehr.

deviljho_ Avatar
deviljho_:#90127

>>90120

Die gesamte Therapie war behindert. Eigentlich habe ich das nur provoziert, weil ich rausfliegen wollte. Dennoch habe ich das in einer Sitzung erzählt und wurde in der nächsten gebeten, mich nicht wieder blicken zu lassen. Monatelange Alkoholeskapaden waren aber immer in Ordnung. Da frage ich mich, warum die bösen bösen Opioide so viel schlimmer als Alk sind. Alk bekomme ich jeden Tag überall, Opis nur extrem selten und ich habe auch nie aktiv danach gesucht. Meine Opis sind mittlerweile auch weg aber ich bin extrem dankbar für die Erfahrungen, die ich auf ihnen machen könnte. Besser als vier Jahre das Gelabere von wegen "Ihre Eltern sind Schuld". Insofern weine ich der Therapie nicht hinterher. Aufregen kann ich mich dennoch über den Rauswurf. Der aber eigentlich gut war, denn seitdem bekomme ich mein Leben auf die Reihe statt mir regelmäßig sagen zu lassen, ich könnte nicht mit Menschen.

haydn_woods Avatar
haydn_woods:#90128

>>90120

>auch nüchtern gut feiern gehen, der anstrengende Part ist dann halt nicht der Kater sondern das "auf die Party klarkommen", aber nach ner Stunde hat man genausoviel Spass wie die Trunkenbolde, wenn nicht mehr.

Nein. Das ist genauso gelogen, als würde ich mich mit einer Mulle unterhalten, die auf Opiaten ist und ich behaupten würde, sie und ich hätten die gleichen intensiven Gefühle. Das ist nicht das Gleiche. Nie und nimmer.

vigobronx Avatar
vigobronx:#90137

>Bin jetzt seit dem 1.1. komplett nüchtern und habe nicht vor das alsbald zu ändern. Wozu auch? Mir gehts gut damit und man kann tatsächlich auch nüchtern gut feiern gehen, der anstrengende Part ist dann halt nicht der Kater sondern das "auf die Party klarkommen", aber nach ner Stunde hat man genausoviel Spass wie die Trunkenbolde, wenn nicht mehr.

Das tut ja schon beim lesen weh Bernd.

zackeeler Avatar
zackeeler:#90145

>>90127
Dir deshalb die Therapie aufzukündigen ist schon ungewöhnlich. Normalerweise lassen sie dich pinkeln gehen zur Bestätigung für die Krankenkasse. Deshalb ist es ziemlich merkwürdig, dass sie die Therapie beendet hat. Aber Inkompetenz gibt's eben auch bei Therapeuten.
>>90128
Sehe ich auch so. Nüchtern feiern gehen ist mitnichten dasselbe oder gleichwertig, aber man kann es sich natürlich einreden.
Bei dem Beispiel mit der Opiat Mulle gehe ich nicht konform, die wird dich auch unter opis lieben. Wer kann schon sagen was gut und falsch, richtig oder falsch fühlen ist.

marshallchen_ Avatar
marshallchen_:#90151

>>90145

Ich habe diesen Pfosten am Montag im Vollsuff verfasst. So ganz verstehe ich ihn auch nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass er von mir kam.

Was ich eigentlich sagen wollte aus Eigenerfahrung: auf Opis konnte ich positive Erlebnisse viel mehr wertschätzen als ohne. Die Gefühle bei diesen Erlebnissen waren schon wesentlich intensiver als ohne, da ich nüchtern Erfolgserlebnisse kaum mitnehmen kann. Da musste ich vor Freude lachend durch die Wohnung tanzen, was ich ohne nie getan hätte. Und bei Alk ist es ähnlich. Klar, eine Partei mag auch trocken witzig sein aber wirklich euphorisch genießen kann ich sowas nur mindestens angetrunken.

Die Mulle, auf die ich hinauswollte, hat sich an dem Abend in mich verguckt (und umgekehrt), an dem wir beide unseren ersten Opirausch hatten. Und wir haben uns an dem Tag nicht einmal berührt. Aber an dem Abend ist mit uns beides etwas zauberhaftes geschehen, was mir in fast 30 Lebensjahren nicht passiert ist. Sie war jetzt ein paar Wochen weg aber wir sehen uns sehr bald wieder. Dann ggf. auch mit Kratom. Wir wollen einfach nur rumkuscheln, weil wir beide einfach ein unfassbares Verlangen danach haben. Kondome sollte ich auch besorgen. Kann also nur toll werden. Wirkliche Liebe ist es noch nicht aber wir haben ein wahnsinniges Verlangen nacheinander. Abwarten.

rangafangs Avatar
rangafangs:#90154

>>90098
> schlechtes Abi, MINT Studium abgebrochen, yo
Chemielaborant wird gut bezahlt, ist interessant und wird relativ viel nachgefragt. Viel Glück, Bernd! Es muss nicht immer ein Studium sein.

silv3rgvn Avatar
silv3rgvn:#90155

>>90127
> weil ich rausfliegen wollte
Wieso konntest du nicht einfach selber aufhören?

HenryHoffman Avatar
HenryHoffman:#90156

>>90155

Ein Zusammenspiel aus "keine Eier in der Hose" und "Welt in Flammen sehen". Die Therapie ging mir schon lang auf den Senkel und wurde nach hinten raus immer esoterischer, etwaige Erfolge stagnierten. Insofern dachte ich, teste ich mal ob sie das "Therapieende wenn Drogen" ernst meinte. Tat sie. Und hielt mir dann Vorträge, dass ein paar Opipillen im Jahr schlimmer sind als 4 Flaschen Schnaos die Woche. Hab dann gelacht und wurde herausgebeten. Das war es dann.

Ich weiß, ich bin ein schlechter Mensch. Aber deshalb wohl auch auf KC.

Und tada, seitdem bekomme ich mein Leben auf die Reihe ohne mit Nadel im Arm unter der Brücke zu liegen.

leandrovaranda Avatar
leandrovaranda:#90158

>>90156
Verstehe. Bernd löst seine Probleme lieber selber und sieht für sich keinen Sinn in Therapie. Bernd hat aber auch Leute, mit denen er über ALLES.jpg reden kann.

karsh Avatar
karsh:#90161

>>90054
Warum haben mich meine Eltern nicht geliebt? ;_;

judzhin_miles Avatar
judzhin_miles:#90163

>>90158

Diese Leute kenne ich erst seit wenigen Monaten. Der eine kifft täglich, die Frau hat ein äußerst ungesundes Trinkverhalten. Über Drogen (inkl. Alkohol) haben wir uns überhaupt auf einem Uniausflug kennengelernt. Ich habe ihnen gesagt, dass ich Anschluss suche und puff, waren sie auch ziemlich kaputt und integrierten mich direkt in ihr Leben.

Neuste Fäden in diesem Brett: