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Veröffentlicht am 2017-04-07 16:40:44 in /d/

/d/ 90462: Lorazepam

freddetastic Avatar
freddetastic:#90462

Berndi hat sich jetzt als Versuch der Bekämpfung seiner sozialen Phobie ne Packung Lorazepam bestellt. Welche Erfahrungen haben andere SP-Bernds mit dem Zeug? :3

mattsapii Avatar
mattsapii:#90463

Es hilft in akuten Situationen, zB im Flugzeug. Ansonsten wird es dich eher früher als später abhängig machen und dich zerficken. Wenn du versuchst es wieder abzusetzen, weißt du wirklich was Angst haben bedeutet. Nicht dass ich dir jetzt Angst machen will, aber Benzos behandeln nur Symptome, nicht die Ursache. Das hier ist der Wahrheit.

Mach statt dessen Verhaltenstherapie und man the fuck up!

keyuri85 Avatar
keyuri85:#90464

>>90463
Therapie kann ich aber halt auch nur machen wenn ich entwender besoffen bin, was aber nicht sonderlich gut ankommt. Oder aber ich versuchs mit Benzos. Komplett nüchtern bring ich vor Menschen die nicht meine Eltern sind kein einziges freies Wort raus

csteib Avatar
csteib:#90465

>>90464
Wenn du's nur ein oder zwei mal pro Woche nimmst, dauert es ewig, bis du süchtig wirst. Aber je mehr es dir hilft, desto schwerer wirst du drauf verzichten können und dann nimmst du's irgendwann doch jeden Tag...

bagawarman Avatar
bagawarman:#90469

Besorg dir Paroxetin und nimm 20-40mg. Du wirst nicht abhängig und hast auch keine Probleme

sindresorhus Avatar
sindresorhus:#90471

Ich würde Dir erstmal zu Phenibut raten.

hota_v Avatar
hota_v:#90478

>>90464
Lass die Finger vom selbstmedikieren mir potentiell gefährlichen Stoffen. Wenn du es wirklich brauchst, wirst du es auch vom Arzt verschrieben bekommen. Was du machst, ist Konfrontation zu vermeiden.

Ängste wird man nur durch Konfrontation los. Da gibt es keine Abkürzungen, leider. Ich kenn mich da aus. Nur du selbst kannst das tun, aber du kannst die Hilfe holen, von jemanden, der dich an der Hand nimmt, dich begleitet, dich stabilisiert bis du alleine auf dem Drahtseil deines wackeligen Systems balancieren kannst.

Ansonsten:
-ausreichend Bewegunng in der Natur, mind 10.000 Schritte/Tag, davon 5.000 vormittags
-iss gesund: nichts was in den Massenmedien beworben wird und viel Obst+Gemüse, Reis, Hirse, Kartoffeln, High Carb Low Fat, kein Weissmehl, kein Industriezucker
-auf keinen Fall hungern (um abzunehmen zB) !!! Ist das Gehirn unterversorgt, sind Depression und Angst nicht weit. Das Gehirn will gute Kohlenhydrate. Also immer ausreichend oft essen (fällt mir pers. schwer).
-Tai Chi: kann man als Körperspracheubungssystem sehen, mit dem man lernt "soziale" Angriffe abzuwehren, wenn du was damit anfangen kannst: es stärkt deine Aura, schützt dich, genau das was du brauchst. Du wirst an der VHS eher gelangweilte Hausfrauen ü50 treffen als Vorstadtrambos beim Boxen, also genau dein Sparingspartnerniveau

Wenn du von Pülverchen nicht lassen kannst:
-Vitamin B12 Mangel kann zu Psychosen, Depression uä führen, 1-2x Woche 1000µg subkutan ins Bauchfett ("Lophakomp", 2ml Spritzen, 0,40x20mm Nadeln), fast unmöglich das etwas falsch zu machen. Ja, auch nichtvegatarien könne B12 Mangel haben.
-Lies das Mitochndrienbuch von Bodo Kuklinksi im Anhang (kein Reader? -> SumatraPDF) und experimentiere mit hohen Dosen Nahrungsergänzungsmittel rum. Er hat Zillionen an Vorschlägen.

Lass dich organisch abchecken. Ein Freund von mir wurde schulmedizinisch als fauler Psycho abgestempelt, dann Verdacht auf MS, Ergebnis: verschrumpelte Hypophyse)

Wir kennen deine Lebensumstände nicht, wie du so deinen Tag verbringst. Daher musst du selbst herausfinden was funzt und was nicht. Ich garantiere dir: Wenn du für 3 Monate die ersten 4 Punkte anwendest wird es dir besser gehen. Dann brauchst du wahrscheinlich auch keine (Pharma)drogen mehr. Wir haben die Verantwortung für uns selbst abgegeben (aber die Werbung/Arzt/Politik/Fernsehen/Internetexperten hat gesagt...). Die moderne menschlich Existenz ist abgefuckt, persönlich wie global. Nimm das Ruder selbst in die Hand. Man the fuck up!

motionthinks Avatar
motionthinks:#90479

>>90462
>Oder aber ich versuchs mit Benzos.

Nutz das Lorazepam, aber auch wirklich dazu!

Ansonsten ist es ein relativ langweiliges Benzo. Mir gefällt zur sozialen Enthemmung Xanax etwas besser. Mit Benzos musst du natürlich immer aufpassen, Überdosierungen sind extrem peinlich (und passieren sehr leicht, weil man die Wirkung nicht richtig "merkt") und der Entzug ist extrem heftig. Weißt du aber sicher alles. Vielleicht solltest du die Tabletten eher als Notfallplan benutzen, als als Dauermedikamentierung.

Und wenn du eine soziale Situation mithilfe von Tavor meisterst, denk immer daran, dass dich auch nichts davon abhalten würde, es ohne genauso zu machen!

aluisio_azevedo Avatar
aluisio_azevedo:#90480

Zu Op:

Sozialphobie ist ein konkretes Problem, dass nach einen konkreten und individuellen Lösungsansatz verlangt, deshalb Therapie und wenns sein muss erstmal auf Tavor. Erstmal bedeutet in diesem Zusammenhang EINMAL, bei dem du hingehst, dem Meisendoktor sagst: "Ich habs nur mit Medikamentenmißbrauch hierher geschafft, bitte helfen sie mir" und dann wird der wahrscheinlich erstmal versuchen dich, ohne Medis, Therapiefähig zu bekommen.
Es sei noch gesagt, dass Tavor dich nicht auf magische Weise in eine gesellschaftlich brauchbare Entität verwandelt. Tatsächlich löst es nichtmal die Angst (wie man beim Namen "Angstlöser" vermuten könnte) sondern unterdrückt eigentlich nur die auf den Angstreiz folgende Reaktion deines Körpers und zwingt jegliche emotionale Resonanz in eine Art monotes, weißes Rauschen.
Habe von mehreren "Kollegen" bez. Mitleidenden schon gehört, dass die Wirkung als ziemlich brachial und fast schon übergriffig empfunden wurde. War bei mir persönlich auch so. Ich war nicht angstfrei sondern einfach nur emotional gelähmt und aufgrund der Krampflösenden Wirkung schlicht nicht in der Lage anzeichen von Anspannung zu zeigen. Dazu kam noch eine sehr unangenehme und aufdringliche Müdigkeit bez. Schlafsucht in Kombination mit (bei den ersten malen) kurzzetiger, völliger Desorientierung und teilweise sogar (sehr kurzen) dissoziativen Episoden. Wer sensibel und/oder sehr reflektiert ist, kann die Angst unter dem Rauschen auch definitiv noch "rausfühlen". Das ist dann aber kein Angsterleben sondern nur so eine Ahnung was da im Hintergrund noch tobt. Wie sehr du auf Tavor dann überhaupt sinnvoll, sozial einsetzbar bist, musst du wohl selber rausfinden (habe das eher selten erlebt, dass irgendwer dadurch umgänglicher geworden wäre. War eher Goldfischmodus angesagt).
Für mich auf jedenfall als Medikament hochgradig unbefriedigend und als Mißbrauchssubstanz unnötig bis unangenehm. Da haben mir im dunklen hinlegen und Hörbuch hören bei meinen Attacken wesentlich besser geholfen (macht bei dir natürlich keinen Sinn).

t. Seit zehn Jahren Angstpatient mit teilweise mehrmals täglichen Panikattacken und dementsprechender Tablettenexpertise.

keyuri85 Avatar
keyuri85:#90481

>>90478

>Kein Weißmehl
>Kein Industriezucker
>Tai Chi
>Rumlaufen
>Ich kenn mich da aus
Maximal hirngewaschener Kultist detektiert.

Du solltest außerdem Essen das mit Barcodes infiziert war energitsch aufladen. Ein Kristallmonolith zum Blockieren bez. Umwandeln von Elektrosmog ist auch nie verkehrt.

Ernsthaft:

Kein Mensch mit schwerer Sozialphobie, KEINER, wird gesund weil er aufhört Industriezucker zu essen und durch die Gegend latscht. Depressionen sind auch keine Sozialphobie und Ernährungswahnsinn oder irgendwelche, auf westlichen Modekonsum zugeschnittene, Meditationstechniken sind keine Konfrontation mit der Angst (außer man hat Angst vor Volkornmehl und asiatischer Kultur), sondern typische Verlagerung auf bestimmte, vom Patienten leicht durchführbare Rituale oder Verhaltensweisen, die ein Vermeiden der augenscheinlich schlechten Situation (besser) ermöglichen als die Vermeidung des tatsächlichen Problems.
Also nicht nur ein Davonlaufen, sondern auch noch ein Davonlaufen vor einen Strohmann.

Das wiegt Betroffene in einer völlig falschen und oberflächlichen Sicherheit, nämlich dem Glauben "das Leben selbst in die Hand zu nehmen", wäre einfach durch einen allgemeingültigen Vier-Punkte-Heilungsplan mit klar definierten Regeln (die natürlich jemand anderes aufgestellt hat) zu erreichen, die bequeme einzuhalten sind und keine Selbstrelexion oder Arbeit an der eigenen Person, sondern nur Änderung des Konsumverhaltens/Lifestyles erfordern. Is da, kommt auch immer wieder rein, hats im Lager noch zehn Paletten von.
Das ist ironischer Weise genau die Art von Verantowrtungsabgabe, die damit kritisiert wird. Paradox. Mal abgesehen davon, dass "das Leben selbst in die Hand zu nehmen" in etwa so aussagekräftig und hilfreich ist wie "sei einfach du selbst". Kann alles bedeuten aber auch nichts.

So ein Gerüst kann jederzeit innerhalb von Sekunden zusammenbrechen und Gläubige mitunter in einer noch viel schlimmeren Verfassung zurücklassen.

Bei Depressionen macht das Sinn, allerdings nur deshalb, weil die Leute, deren Leben sich völlig ihrer Kontrolle entzieht, dann etwas in die Hände bekommen, mit dem sie, wie in einem Lebenspraxis-Simulator, Schritt für Schritt die Fähigkeit überhaupt allgemein selbstsändig zu existieren zurückgewinnen. Denen wird aber währendessen auch immer klargemacht, dass es sich nur um das Training und nicht um den tatsächlichen Ausweg handelt.
Die Fähigkeit zur sicheren, sozialen Interaktion erlernt niemand durch Waldspaziergänge mit sich selbst. Das ist wie als würde ich Fußballspielen mit dem Ziel besser Zeichnen zu lernen.
Organisch machen 300 verbrannte kcal mehr und Dinkel statt Weizen genau keinen Unterschied. B12 Mangel ist ein Problem, wenn er *wirklich* eklatant und über langen Zeitraum vorhanden ist, mündet aber meistens in Antriebslosigkeit, nicht in Soialbehinderung und ist momentan auch wieder so eines dieser hippen Gesundheitsmems wie es halt in den 90ern ADHS oder vor drei, vier Jahren das böse Gluten war und so schwer bei weitem nicht in dem Ausmaß verbreitet.

Bernd Avatar
Bernd:#90482

Weißmehl und Zucker könnte man auch als die Drogen der Industrialisierung klassifizieren,frei von Eso.

commoncentssss Avatar
commoncentssss:#90526

Sind angekommen.
Hab auch schon die erste halbe gefressen, merk leider nicht viel. Vielleicht auch weil ich gestern gesoffen hab.

p_kosov Avatar
p_kosov:#90527

Gegen sozialer Phobie hat mir Arbeit und das durchleben vieler kleiner Katastrophen geholfen. Je mehr du "überlebst" - weil "wääähäää Todesangst vor Bloßstellung" - desto besser lernst du damit umzugehen. Benzos sind gut, Opis auch aber naja, am besten ist es die Beschissenheit deines Lebens, nicht nur zu akzeptieren, sondern zu lieben. Komfortzone ist eh scheiße langweilig. Amor fati, oder so.
Drogentechnisch empfehle ich evtl ne geringe Dosis Kratom. Löst auch gut Ängste ohne dich direkt einzuschläfern, zerstört nicht dein Gedächtnis und macht viel weniger abhängig. Versuche nur nicht dem High hinterher zu jagen, lohnt meiner Meinung bei Kratom nicht, was ich aber auch ganz gut finde, weil ich persönlich dadurch etwas mehr Selbstkontrolle auch bezüglich anderer Drogen erlangt habe.
Medis vom Doc kann ich nicht empfehlen, SSRIs sind für mich der größte Rotz, den die Pharmaindustrie jemals auf den Markt gekotzt hat.
Verhaltenstherapie kommt wohl auf dich an und auf deinen Doc. Wenn du Bock drauf hast und einen guten gefunden hast, versuchs.
Bin allerdings kein Fan davon Persönlichkeitszüge zu pathologisieren, nur um ein bisschen besser in diese Welt zu passen.
Und nebenbei, Tavor ist Müll, hol dir lieber Bromazepam, Alprazolam oder am besten Diazepam - ist aber bestimmt auch Geschmacksache.

kimcool Avatar
kimcool:#90533

>>90527
Für mich hat sich Kratom nicht gegen soziale Phobie geeignet. Nach anfänglicher Euphorie spreche ich dann immer sehr leise und zurückhaltend. Kann ich nicht empfehlen.

Habe mich eine zeitlang mit Lorazepam und Alprazolam durchgeboxt, aber die immerwährende Müdigkeit macht den ganzen Tag kaputt.
Dann gings weiter mit Amphe, sehr geil um Dinge zu erledigen, die man sich sonst nicht traut (in den Waschkeller gehen, Einkaufen, mit Freunden treffen, in die Mensa gehen) - Comedown und Depressionen nach längerem Konsum fickt aber zu stark ab.



Meine Hilfe war ein Auslandsaufenthalt in den USA. War mit einem Kollegen dort und wurde ins kalte Wasser geworfen. Die wirst an jeder Ecke gezwungen Smalltalk zu führen und sei es auch nur ein Gang zur Toilette.
War für einen Monat dort und seitdem ist meine soziale Phobie fast vollständig überwunden. War natürlich erstmal der reinste Albtraum - aber im Nachhinein bin ich sehr sehr froh über die Erfahrung.

juaumlol Avatar
juaumlol:#90538

>>90527
Mir persönlich haben SSRIs gut geholfen, nach der medikamentösen Anbehandlung mit Escitalopram war ich überhaupt erst in der Lage, eine Gesprächstherapie durchzuziehen. Allerdings geht es mir mit den Pillen so gut, dass ich mich nicht mehr traue, sie auszuschleichen/abzusetzen. Aber da ich keine Nebenwirkungen habe, nehme ich sie eben weiter.

layerssss Avatar
layerssss:#90849

Stoß.

Bernd hat eine hypochondrische Störung bzw. eine generalisierte Angststörung. Termin beim Psychiater ist bald angesetzt, da wird es vermutlich SSRIs geben. Dauert aber auch ein paar Wochen bis zum Wirkungseintritt. Psychotherapie ist ebenfalls geplant.

Welche angstlösenden Stoffe kann Bernd kurz- bis mittelfristig empfehlen? Kratom habe ich mal probiert. Traue mich aber nicht mehr, das zu nehmen, da ich wie gesagt eine hypochondrische Störung habe und Kratom in seltenen Fällen Herzrhythmusstörungen auslösen kann (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4275233/). Von Phenibut habe ich schon oft gelesen, aber es noch nicht probiert.

mattsapii Avatar
mattsapii:#90852

Lyrica/Pregabalin

christauziet Avatar
christauziet:#90857

>>90849
>in seltenen Fällen Herzrhythmusstörungen

Also ich bitte dich, wenn du danach gehst kannst du rein gar nichts nehmen. Potenzielle Nebenwirkungen gibt es bei jeder Substanz.

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