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Veröffentlicht am 2017-07-06 22:28:06 in /d/

/d/ 91381: Erfahrungsberichte

alexradsby Avatar
alexradsby:#91381

Bernd hat vor einiger Zeit mal LSD zu sich genommen. Es war ein unglaubliches Erlebnis, dass ich hier gerne schildern würde.

Die Bestellung
Bernd hatte vor diesem Erlebnis nur wenig Kontakt mit "harten" Drogen. Grundsätzlich kann man sagen, dass ich Drogen nur konsumiere, um zu einer gewissen Selbsterkenntnis und Weisheit zu gelangen, um eine neue Sicht auf die Dinge zu bekommen. Aus dem Grund hab ich auch immer die Finger von suchterzeugenden Drogen gelassen. Ich hatte schon Erfahrungen mit Cannabis und Alkohol selbstverständlich. Doch beides hat mich nur wenig beeindruckt. Von Weisheit und Selbsterkenntnis kann bei denen ja kaum die Rede sein. Auch der Aufbau des ZNS und die mathematische Äquivalente der neuronalen Netze hat mich immer schon fasziniert. Deswegen sehe ich Drogenkonsum nur als Selbstexperiment.
Warum gerade LSD?Es erschien mir als relativ harmlos und ich wollte damit Erkenntnisse gewinnen. Also entschied ich mich nach langem nachforschen über die Auswirkungen, Gefahren hab ich dann den Stoff, gleich wie zuvor das Gras auch, im dunklen Netz zu kaufen. Erstmal 5 Plättchen zu je 120.

Das erste Mal
Ich habe Vorbereitungen getroffen und meinen besten Freund geben wenn auch nur über Gruppensprech mein Tripsitter zu sein. Da ich sehr ungeduldig war, hab ich das Zeug mitten in einer Arbeitswoche, am Abend, eingeworfen.
Die erste Stunde verstrich ohne irgendwelcher Wirkungen. Ich war sehr gut drauf, da ich mich schon auf das Erlebnis freute.
In der zweiten Stunde fing es an. Ich fühlte mich plötzlich sehr euphorisch und merkte auch gleichzeitig, dass ich immer unbequemer saß. Ich musste ständig meine Sitzposition wechseln.
Nach der zweiten Stunde fing es erst richtig an. Zuerst bemerkte ich die wellenförmigen Bewegungen der GUIs auf meinem Monitor. Ja, ich saß die ganze Zeit vor meinem PCMein Sitter und ich haben beschlossen als Unterhaltung irgendeine Doku anzuschauen. Die Gesichter und Bilder in der Doku fingen dann an, wie Fraktale auszusehen. Ich erkannte Muster in Dingen, in denen man eigentlich keine Muster sehen sollte. Die Gesichter der Menschen nahmen auch merkwürdige Formen an. Vollendete Formen, aber nicht natürliche. Ich sah auch immer mehr rote Pünktchen in meinem Blickfeld. Sie waren überall und sie formten sich auch zu Mustern. Die Fraktale kann man sich ein bisschen wie bei Google Deep Dream vorstellen
Meine Gedanken kreisten umher. Es war, als würde man von ihnen überflutet werden, von all den Ideen und Gedanken. Ich konnte nur sehr schwer mithalten mit diesem Fluss an Informationen. Es war fast unmöglich zu sprechen. Die Sätze, die ich sagte mussten sehr kurz sein, damit ich nicht wieder abdrifte in meine Gedankenwelt. Ich dachte über einfach alles nach. Gleichzeitig hatte ich aber auch andauernd Angst, an einer Überdosis zu sterben. Alle paar Sekunden schaute ich nach, ob LSD ungefährlich ist. Da die Konzepte, die mir durch den Kopf gingen jedoch nur von kurzer Weile waren, fing in an mir manche von ihnen aufzuschreiben. Vor allem die Ziele meines Lebens wollte ich klar definieren. Und das funktionierte auch ziemlich gut. Schlafen war in diesem Zustand unmöglich, denn sobald ich die Augen schloss, waren dort wieder diese Fraktale zu sehen. Sie waren überall.

[Pfosten 1/2]

mizhgan Avatar
mizhgan:#91382

[Pfosten 2/2]

Das Abklingen
Nach etwa 6-7 Stunden nach der Einnahme nahm die Wirkung wieder ab. Der Überfluss an Informationen war kaum noch zu spüren und die visuellen Effekte erloschen auch bald wieder. Es war also Zeit über das Erlebte nachzudenken und sein Leben danach auszurichten. Ich legte mich also schlafen. Die paar Stunden, die mir noch blieben, bis mich Morgens mein Wecker weckte.

Die Woche danach
Ich merkte noch die Woche darauf, dass sich meine Kreativität minimal gesteigert hat. Witze fielen mir schneller ein und Veränderungen waren leichter zu bewältigen.

Fazit
LSD und andere Halluzinogene vermutlich auch ist keine typische "lass mal nehmen, Digga! Lets Party" Droge. Es ist viel mehr eine Droge zur Selbsterkenntnis. Es fühlte sich für mich so an, als würde ich vollen Zugriff auf mein Unterbewusstsein haben. Das allein macht diese Droge sowohl fantastisch als auch gefährlich für den Konsumenten. Ich persönlich würde den Konsum jeden weiterempfehlen, der
1. Keine Angst davor hat. (Angst vor der Droge oder den Dingen, die man dort sieht kann einen Horrortrip auslösen)
2. Sich selbst besser kennenlernen will
3. Sich und seinen Körper zu beherrschen weiß. (Damit man keine Dummheiten während des Trips macht)

Nun genug von mir. Habt ihr auch Erfahrungen mit halluzinogenen Substanzen gemacht? Wenn ja, waren diese ähnlich zu meinen Schilderungen?

Falls ihr bereits andere Drogen konsumiert habt, würde Bernd bestimmt auch an diesen Erfahrungsberichten Interesse haben. Also auch: Allgemeiner Erfahrungsberichtefaden.

hammedk Avatar
hammedk:#91383

Oh Junge, hier wir gehend
>Bernd hatte vor diesem Erlebnis nur wenig Kontakt mit "harten" Drogen. Grundsätzlich kann man sagen, dass ich Drogen nur konsumiere, um zu einer gewissen Selbsterkenntnis und Weisheit zu gelangen, um eine neue Sicht auf die Dinge zu bekommen. Aus dem Grund hab ich auch immer die Finger von suchterzeugenden Drogen gelassen.

>LSD ist keine typische "lass mal nehmen, Digga! Lets Party" Droge.

Du hast das erste Mal Pappen geschmissen und schreibst ganz schön selbstherrlich (oben war nur ein Beispiel). Pass mal auf, dass dir das nicht zu Kopf steigt. Ich finde es ja schön, dass du so eine positive Erfahrung gemacht hast, aber schalt einen Gang runter. Ich meine es nur im Guten, wenn du rausgehst und Menschen von deiner Erfahrung erzählst.

juaumlol Avatar
juaumlol:#91384

>>91383
>Du hast das erste Mal Pappen geschmissen
Ich hab es später noch ein paar mal probiert.
>Du schreibst ganz schön selbstherrlich
Aber so hab ich es nun mal wahrgenommen. Wenn meine Schlussfolgerung nicht stimmt, dann korrigier mich bitte.
Hast du LSD etwa anders empfunden?
Hört sich ein bisschen so an, als hättest du auch negative Erfahrungen damit gemacht.
Würde mich echt interessieren.

alessandroribe Avatar
alessandroribe:#91386

Mitten in einer Arbeitswoche aus UNGEDULD das erste mal was genommen... O Hund .
Das du als Bernd keinen tripsitter neben dir sitzen haben wolltest ist gerade noch so ok .
Aber dann wenige Stunden danach arbeiten gehen ist je nach Arbeit verantwortungslos und dumm du hättest entdeckt werden können.

deviljho_ Avatar
deviljho_:#91387

>>91384
Wenn du nach einem Trip denkst, LSD ist eine spirituelle Medizin und andere Drogen (die du noch nicht mal ausprobiert hast!) nur für die Betäubung des niederen Volkes, dann bist du im besten Fall noch nicht erwachsen und im schlechtesten Fall ein Idiot.

>Hört sich ein bisschen so an, als hättest du auch negative Erfahrungen damit gemacht.
Ich hatte nur gute Erfahrungen mit LSD. Das einmal Trippen keinen Christian Rätsch für Arme aus mir gemacht hat zähle ich auch zu den guten Erfahrungen.

adriancogliano Avatar
adriancogliano:#91389

>>91387
>Christian Rätsch für Arme

im_jsmith Avatar
im_jsmith:#91390

Ach Bernd. Hast noch viel vor dir.
Nach dem Ego-Tod wird sich das aber richten.

jonkspr Avatar
jonkspr:#91406

>>91381
Anderer Bernd hier hatte sich direkt (mehrmals!) 50 Pappen von 1-plsd.de bestellt und auch reichlich davon verschenkt.

Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum.
Du wirst sein wie Gott, du wirst das Gute und das Böse kennen.

Bernds 1. Tripp verlief auch so ähnlich wie bei OP. Stift und Papier zum Ideen aufschreiben sit auf jeden Fall eine gute Idee.
Bernd hat nach seinem 1. Trip auch mehrere Monate lange alle 7-14 Tage getrippt und zu der Zeit fand Bernd, dass es keine lehrreichere und weisere Droge gab, aber auch absplashen auf LSD war jenseits von gut und böse.

Jedenfalls hatte Bernd dann 17 mal oder so ohne Probleme getrippt und dachte auch irgendwann, dass er LSD handhaben könnte. Nach 17x sollte man ja eigentlich schon das meiste gesehen haben, aber Bernd lag absolut falsch!
Der nächste Trip war wieder normal/geil und auch schon zu 3/4 vorbei, aber dann kam auf einmal das LSd mit dem Hammer vorbei und gab Bernd eine richtig däftige Psychose bzw. eine Art Derealisation und Panikattacke. Er fühlte sich auf einmal, wie als hätte ein Dementor alle Freude aus ihm herausgesaugt und er hatte akkut depressiv wirkende nihilistische Gedanken. Bernd vermutet, dass sein Serotonin oder Dopaminsystem irgendwie gestört wurde. Jedenfalls war er erstmal mehrere Wochen wie geflashed und auch als Bernd dann weitere Trips probierte um zu sehen ob alles wieder gut ist, wurde es jedes mal sehr schlecht. Einmal ging er sogar für zwei Tage in die geschlossene Psychatrie, weil ihm Samstagnachts kein anderer Ort einfiel um den schlechten Trip auszusitzen.

Das war letztes Jahr Anfang November gewesen.
Seitdem hat er nur noch 1x 40mcg genommen, was aber wieder schlecht lief (er wurde nur dadurch "gerettet", dass es eine eher lächerliche Menge war, sonst hat Bernd auch mal 3 oder 4 Pappen geschluckt). Mittlerweile versucht er nur 1x im Monat eine microdosis von 10mcg, bisher verlief es aber immer eher so, dass es sich leicht schlechter fühlte und bis das nicht besser wird nimmt er keine echten Dosen mehr.

Wenn es gut läuft ist LSD aber das genialste überhaupt, wie als wenn man exponentiel auf sdein Gehirn zugreifen könnte, da die vernetzung der Hirnareale stark ansteigt und selbst Bereiche miteinanderer Reden und Informationen austauschen die, dass seit Bernd ein Kind war nicht mehr durften.

franciscoamk Avatar
franciscoamk:#91407

>>91406
>mehrere Monate lange alle 7-14 Tage getrippt
Das ist natürlich eine tolle Idee, Bernd.

cyril_gaillard Avatar
cyril_gaillard:#91408

>>91407
Alles war normal.
Bis zum 18 Trip war das Negativste gewesen, dass Bernd beim abklingen sich mal halb einbildete seine Socke wäre ne Ratte. War jetzt nicht so schockierend.

i_ganin Avatar
i_ganin:#91409

>>91406
>nimmt LSD und fühlt sich schlecht dabei
>probiert es erneut und fühlt sich wieder schlecht
>probiert es trotzdem immer wieder und fühlt sich immer wieder schlecht
>will es trotzdem wieder probieren

Bleib klassisch, Bernd.

davidbaldie Avatar
davidbaldie:#91410

>>91406
>>91381
Ist LdT zu oder warum geht es hier auf einmal so ab?
Ich vermisse Methbernd mit seinen Textwänden, der war noch unterhaltsam zu lesen.

mandalareopens Avatar
mandalareopens:#91411

>>91406
Mir ist etwas ähnliches passiert. Habe auch sehr oft getrippt bis ich dann mal 300ug auf einer Party geschluckt habe.
Aufeinmal fingen alle Leute an zu verbluten und Pentagramme ritzten sich in meine Handflächen. "Nur auf Droge" war da schon weit entfernt und Bernd glaubte in die Hölle abzuwandern. Seitdem kommt so ne Dscheiße immer wieder beim Trippen. Irgendwas wurde in Bernd seinem Kopf aufgeschlossen. Inzwischen lebt Bernd damit und findets eigentlich ganz intressant. Ist nicht so das ich nicht öfters mal Todesangst hatte aber irgendwie fühlt sich das besonders real an im Vergleich zu Bernds restlichem grauen Leben.

Bernds Problem ist das er Trippen mit Aberglaube vermischt hat so wie du auch. Eigentlich kann ein Trip ja garnichts ausser deine eigene Vorstellung zu potenzieren.

Guter Rat wäre Meditation zu üben. Wenn du das während dem Trip kannst behältst du die Kontrolle über deine Gedanken und kannst Negatives vorbeiziehen lassen.
Hat bei mir öfters mal funktioniert. Man sollte sich einfach nicht reinsteigern.

Wenn das nicht klappt hört sich Bernd meistens stundenlang (friedliche) Musik an und hängt seinen Kopf da rein. Meistens dauert es auch garnicht solange da man nur den Höhepunkt überwinden muss bis es wieder normaler wird.

vigobronx Avatar
vigobronx:#91416

Nicht so ganz relatiert zum Thema, aber ich wollte mal reinhören ob jemand schon mal diese Erfahrung hatte:

Ich habe neulich gedacht ich könnte auf die psychedelische Toleranz scheißen und habe einen Tag nach einem 200µg Trip nachgelesen, dass man dann knapp 300% braucht um eine Wirkung zu spüren. Also hab ich mir dann 400µg gegeben in Hoffnung, dass daraus das Äquivalent eines ~100µg Trips entspringt.

Oh Hunt, lag ich falsch. Beim Aufkommen war ich nervöser als sonst und fühlte mich irgendwie gestresst-frustriert. Ich bekam ganz ganz leichte Visuals nur und der "Höhepunkt" bestand daraus dass mir einfach unglaublich schlecht war. Ich glaube das war rein psychosomatisch, weil mir Stress generell immer direkt auf den Magen schlägt. Aber dann musste ich mit Bauchschmerzen (ich verkrampfte dabei in der Bauchgegend) auch mehrfach kotzi machen. Das kenne ich sonst nur von meinen Panikattacken.

Sonst hatte ich keinerlei schlechte Gedanken oder sonstiges außer das Bereuen meiner Verschwendung von 400µg. Generell habe ich mental nicht wirklich was bemerkt, das Fühl war rein körperlich. Konnte ich auch kaum unter Kontrolle bekommen, und habe dann immer wieder versucht zu meditieren. Aber ich kam einfach nicht richtig drauf und hatte dieses Aufkomm-Bauchschmerz-Nervösitätsfühl mit extrem leichten, kaum vorhandenen Visuals für ein paar Stunden bis ich dann endlich schlafen konnte und das war's.

Also Jungs, scheißt nicht auf die Toleranzen auch wenn trippen so viel Spaß macht.

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