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Veröffentlicht am 2017-07-22 23:48:06 in /f/

/f/ 40312: Erlebnis

chanpory Avatar
chanpory:#40312

Lieber Bernd,

ich muss dir von meinem Erlebnis erzählen. Es wird dich vielleicht nicht übermäßig interessieren, aber ich habe sonst niemanden, dem ich es erzählen könnte.

Als ich mir vor zwei Jahren mein Motorrad gebraucht gekauft habe warnte mich der Vorbesitzer schon vor, dass die Blinker manchmal nach 2-3 Mal Blinken von selbst ausgingen, insbesondere, so seine Aussage, wenn es feucht sei. Außerdem sei der Warnblinker defekt. Da wäre wohl mal ein neues Blinkrelais zu installieren. Ich habe die Mühle trotzdem gekauft, stellte fest dass seine Aussagen zutrafen und nahm mir vor, das Blinkrelais eines Tages auszutauschen.

Als dann der nächste Tüv anstand ließ ich diesen in der Werkstatt meines örtlichen Freundlichen machen und wies diesen vorher auf den Umstand hin. Als ich mein Motorrad zurück bekam wurde mir gesagt, man habe den Schalter für den Warnblinker getauscht, dieser funktioniere nun wieder. Nach der ersten Fahrt stellte ich fest dass dies zwar zutraf, das bisherige Problem mit den normalen Blinkern (selbstständiges abschalten nach 2-3 Blinksignalen) weiterhin bestehen blieb. Die TÜV-Plakette hatte ich dennoch erhalten. Ich führte das Fahrzeug dem Meister der Werkstatt also wieder vor und klagte erneut mein Leid. Dieser probierte es in meiner Anwesenheit aus und sagte "klappt doch alles". "Ja," antwortete ich, "es ist schlimmer wenn der Motor läuft." Meister versucht den Motor anzumachen. "Wieso klappt des jetzt nicht?" Ich: "Der muss erst im Leerlauf sein." Meister brummt nur, geht in den Leerlauf, schaltet den Motor ein, macht den Blinker an. "Geht doch all- ne, moment. Ah, jetzt seh ich's auch." Ich: "Könnte das am Blinkerrelais liegen?" Meister: "Nein, ausgeschlossen. Die beiden Blinkerschalter rasten einfach nicht mehr richtig ein. Muss ausgetauscht werden." Ich: "Aha, wie teuer wär das?" Meister: "Naja, die Blinkerschalter kriegt man nicht einzeln. Da muss das ganze Modul mit Kabelbaum etc. ausgetauscht werden. Je Schalter ca. 200 EUR." Ich: "Nein danke, vielleicht ein andermal."

Das war mir zu teuer, zumal die Blinker funktionierten, wenn man den Schalter gedrückt hielt. Ich war im Straßenverkehr also noch sicher und unauffällig unterwegs, Tüv hatte ich ja auch, es war nur etwas ärgerlich.

2 Jahre lang änderte sich nichts an diesem Zustand, aber er ärgerte mich immer noch ein wenig. Durch Zufall geriet ich auf einen Forumpost, in dem jemand anderer das gleiche Problem schilderte. Ein anderer Poster erklärte ihm, dass das Problem von elektromagnetischen Interferenzen seiner Zündkerzen herrühren könnte. Ob er denn noch die Original Zündkabel und -stecker verbaut habe. Dies verneinte der erste Poster. Der zweite erklärte ihm, dies könnte die Ursache sein. Er solle sich entweder entstörte Zündkerzen zulegen oder wieder die Original Zündkabel verbauen, diese hätten eine bessere Abschirmung.

Auch bei mir war ein nicht originales Zündkabel verbaut. Sollte es wirklich so einfach sein? Das klang schon schwer zu glauben, Zündkerzen und Blinker, was haben die schon miteinander zu tun?

Aber einen Versuch war es wert. Da meine Zündkerzen eh langsam fällig waren und mich das optisch abweichende Zündkabel auch bereits gestört hatte beschloss ich, direkt beides zu tauschen. Und tatsächlich: die Probleme waren wie weggeblasen.

Kurz darauf stellte ich fest, dass man Blinkerschalter auch einzeln kaufen kann.

Soviel zu der Fachkompetenz des Meisters und Leiters einer BMW-Motorrad-Vertragswerkstatt.

arashmanteghi Avatar
arashmanteghi:#40313

>>40312
10/10 would read again.
Schöne Geschichte, Bernd.

remiallegre Avatar
remiallegre:#40315

Kompetenz und BMW-Vertragswerkstätten sind immer so eine Sache.
Egal ob Zwei- oder Vierrad, was Bernd nicht selber macht wird nichts.

betraydan Avatar
betraydan:#40317

Bernd wollte letztens an seinem 20 Jahre alten Polo die Druckleitung zur Servolenkung tauschen lassen da diese an der Verschraubung undicht und durchgerostet war. Der gute Herr in der Werkstatt erklärt mir dann das man die Leitungen nicht einzeln kaufen kann und daher das ganze Lenkgetriebe kaufen muss mit samt den Leitungen. Er erklärte mir das man dann die ganze Achse ablassen müsste, der ganze Akt würde mehr als 5 Stunden dauern und 1000 bis 1200€ zuzüglich Mehrwertsteuer kosten. Ich lachte innerlich und bestellte mir für 60 ng die Druckleitung und baute sie selber ein. War schon mehrmals in dieser Werkstatt und musste jetzt schon zum 3. mal feststellen das der Typ ein rückständiger Idiot ist.

anaami Avatar
anaami:#40318

>>40317
>War schon mehrmals in dieser Werkstatt und musste jetzt schon zum 3. mal feststellen das der Typ ein rückständiger Idiot ist.

Du bist nur nicht schlau genug, um dahinter zu kommen, dass er einfach nur Kohle machen will.

Lieber schickt er 5 potentielle Kunden mit irgendwelchen Kleinigkeiten wieder weg, um in der Zeit einen Kunden richtig zu melken.

madebyvadim Avatar
madebyvadim:#40319

War wegen spontan blinkender Warnblinker beim Freundlichen. Ich sagte, es sei wohl ein Kabelbruch. Meister sagt, das Verhalten sei untypisch für ein Kabelbruch. Am nächsten Tag die Diagnose: Man wisse nicht, was es ist. Sie empfehlen, das Steuergerät zu tauschen. Kosten inklusive Ein- Ausbau um die 1000 plus Mwst. und die Wahrscheinlichkeit, dass es dann ginge sei sehr hoch.
Sehr hoch reichte mir nicht aus.
Kumpel guckte sich alle Kabel in den Türen und der Heckklappe an und siehe da - Kabelbruch. Er hats für ´ne Kiste Bier abisoliert und fertig.

mhwelander Avatar
mhwelander:#40320

>>40318
>Du bist nur nicht schlau genug, um dahinter zu kommen, dass er einfach nur Kohle machen will.

Schlauer ist der Kunde, indem er alles dokumentiert und dann eine schlechte Bewertung auf sämtlichen Portalen im Internet schreibt. So etwas ist geschäftsschädigend wie Fick und kann bei einer sauberen Dokumentation schlecht weggeklagt werden. Wenn sie erstmal herumgesprochen hat, was das für ein Schrauber ist, wird der Kundenkreis meistens von alleine sehr klein.

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