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Veröffentlicht am 2016-11-01 07:37:07 in /fb/

/fb/ 98704: Rauchen aufhören

350d Avatar
350d:#98704

Bernd war mal mehrere Jahre lang richtiger Raucher. (1 Schachtel/Tag)

Irgendwann habe ich dann nur noch in Gesellschaft geraucht, wobei mein Alkoholkonsum (der vorher schon kritisch war) extrem hochgegangen ist.
Jetzt hat Bernd wieder mit dem Alkohol aufgehört und fast gleichzeitig angefangen wieder seine Schachtel am Tag zu quarzen. Ist jetzt auch nicht das Erste mal, immer wenn Bernd mit dem Rauchen aufhört, fängt er wieder mit dem Saufen an und andersrum. Ist wohl so eine Art Suchtverlagerung.

Allerdings ist Bernd mit der Raucherei überhaupt nicht zufrieden. Zum Einen merkt er richtig wie er sich damit selber schädigt (merkt man ganz schnell am Geschmacks-/Geruchsinn) und zum Anderen hat Bernd eigentlich auch nicht genug Geld dafür zur Verfügung.

Bernd hat sich mal selber beobachtet und vor allem 2 Gründe gefunden, warum er raucht:

-Belohnung & Ablenkung --> Bernd hat nicht viel meer als Lauern im Leben und nutzt die Kippen immer als etwas auf das er sich freuen kann und als Ablenkung, wenn ihm mal wieder besonders langweilig ist
-Hilft in sozialen Situationen --> Bernd ist zumindest Halb-Bernd. Fängt irgendwie damit an, dass man beim Rauchen (v.a. wenn man vor die Tür muss) leichter sozialisiert und außerdem hat man während einem Gespräch "etwas zu tun" und es fällt einfacher locker zu bleiben.


Dampfen fällt weg, Bernd hält davon nicht wirklich viel.
Am meisten würde mich interessieren, ob es hier Ex-Raucher-Bernds gibt, die mal berichten können wie sie aufgehört haben und ob sie bewusst einen Ersatz für die zwei oberen Punkte gesucht/gefunden haben? Oder habt ihr einfach keinen Fick gegeben?

exevil Avatar
exevil:#98708

Rauchen befriedigt.
Wer aufhören will muss verstehen was es bei ihm befriedigt und das dann entweder a) radikal abstellen (möglich, nicht unbedingt leicht) oder b) das Verhalten modifizieren/transformieten (leichter, braucht Experimentierfreude & Toleranz für Fehlschläge).

Hände/Mund haben was zu tun:
Süßholz kauen, Dörrfleisch snacken oder Kaugummi können den Mund befriedigen; der Klassiker hier ist wohl der Dauerlutscher. Für die Hände gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Manche spielen mit einem Ring, drehen eine Münze in der Hand entlang etc.
Probier mal wie sehr du das brauchst.

Die Büropause:
Zum Raucherraum/-platz gehen, 5 Minuten Schwätzchen, Rückweg. Warum das einem gut tun kann sollte selbsterklärend sein. Andere Rituale, die ähnlich anerkannt sind, sind z.B. Tee kochen, öfter mal zur Postabteilung latschen.

Protipp fürs Direktaufhören:
Hör nur für 3 Monate auf. Das schafft einen Zeithorizont, der absehbar ist. Bernd(t1) kann ja entscheiden wieder anzufangen, wenn er das will, so kann Bernd(t0) gelassener an diese läppischen 90 Tage rangehen. Nach den 90 Tagen ist es leicht dann einfach weiter zu machen.

Der Langeweilefaktor ist so eine Sache. Ein Bekannter hat sich mal in einer Buchhandlung (gibts wohl auch im Spielwarenladen) für ein paar Taler ein Set mit so Metall-Rätseln geholt, Metallstäbe, die gebogen und ineinander verdreht sind und Bernd muss dann rausknobeln wie das auseinander geht. Ist bei Langeweile 2-3 Minuten Ablenkung und kann auch im modernen Büro gerne mal auf dem Schreibtisch liegen.

arnel_lenteria Avatar
arnel_lenteria:#98709

>>98704
Raucherbernd hier, mich stört der Geruch. Zigaretten daher nur auf dem Balkon oder in Wirtschaften wo es erlaubt ist.

Gelegentlich höre ich für ein 2 Wochen - 3 Monate auf, bzw. ich mache Pause.

Wenn sich eine Schachtel dem Ende nähert, rauche ich die fertig und dann wird pausiert. Richtig aufhören kann ich noch nicht, weil ich nicht will. Ist wohl tatsächlich 'ne Kopfsache, mein Konsum ist auch sehr unterschiedlich.

Es hilft dir wahrscheinlich nicht aber ich wünsche dir trotzdem viel Glück.

marrimo Avatar
marrimo:#98723

Hab auch eine Schachtel gequalmt dann einfach aufgehört, von jetzt auf gleich. Ging 2 Jahre dann hatte ich wieder Lust zu rauchen, natürlich nur wenn Alkohol im Spiel ist. Es ist halt ein geselliges Laster. Wenns was zu trinken gibt rauche ich ab und an wieder. Am nächsten Tag ärgere ich mich darüber, vorallem der Pelz auf der Zunge ist dscheiße widerlich.
Ich kann dann auch sofort wieder aufhören weil man einfach nur einsehen muss, dass es widerlich ist. Nach Wochen ohne Kippe fängt man nicht einfach wieder an. Die erste Schachtel danach ist einfach absolut ekelhaft. Reine Kopfsache, das Problem ist der vernebelte Verstand wenn Alkohol dazukommt.

Ich würde sogar dampfen anfangen aber der Mist ist mir einfach zu kompliziert. Man braucht das Gerät, so einen Kopf fürs Liquid, muss sich Gedanken um Widerstände und Mischungsverhältnisse machen. WTF, Hipsterscheiße. Im passenden Moment ist eh der Akku alle, scheißdreck.

Wenn du aufhörst musst du erstmal 10 Wochen durchstehen. Danach brauchst und willst du keine Belohnung mehr. Wofür auch?
Es hilft in sozialen Situation, ja, aber nur wenn andere auch Rauchen. Das werden aber immer weniger. Wenn du in einer Runde stehst und nur eine Minderheit raucht, juckt das auch nicht mehr.

Erzähl im Büro jedem das du jetzt aufhörst. Nur ein militanter Nichtrauch der dich zusammenscheißt wenn du es nicht tust reicht, du wirst es dann nicht mehr tun weil sozialer Druck (oder dich vor ihm verstecken, Berndstil).

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