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Veröffentlicht am 2016-11-20 20:14:39 in /fb/

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vladarbatov Avatar
vladarbatov:#99108

Bernd denkst du, dass es möglich ist noch spät im Leben (mitte 20) seine Persönlichkeit groß zu ändern?

Ich habe einen Traumberuf für den man so ziemlich das Gegenteil von mir sein muss.

>sehr gute soziale Kompetenz
>Kontaktfreudigkeit
>gepflegtes, sympatisches Aussehen
>Kreativität
>Selbstständigkeit
>Risikobereitschaft
>Flexibilität
>Belastbarkeit

Ich bin aber ein Arschbürger der menschlichen Kontakt meidet, weil es ihm anstrengend ist. Deshalb habe ich keine soziale Erfahrungen und somit Fähigkeiten. Weiß nicht worüber ich reden soll, weiß nicht was ich sagen soll, kann implizite Kommunikation nicht ganz deuten, kann subtile Körpersprache nicht deuten...

Man sieht das Arschbürgertum und Unsicherheit mir auch an an meiner Körperhaltung, Mimik und Rede. Gebückt und in sich gekehrt, trauriger Gesichtsausdruck, monotone Stimme...

Bisher im Leben habe ich auch Stabilität und Berechenbarkeit bevorzugt und nach dem Minimalprinzig gelebt. Durchschnittliches Abitur und habe deshalb nach der Schule auch Minze studiert. Dabei interessiert es mich fast 0.

Was denkst du Bernd? Ist es realistisch? Gibt es Menschen die es geschafft haben? Von harten sozialversagern hört man ja nicht oft.

guischmitt Avatar
guischmitt:#99110

Ja, aber es wird dir nie gelingen, dich von einem introvertierten in einen voll extrovertierten Menschen zu verwandeln. Charakter ist eben ein Teil von dir.

Aber, mit Übung und Willenskraft kannst du zumindest soziale Kontakte knüpfen, diese auch genießen und halten. Aber das geht nicht von heute auf morgen.

Als ich angefangen habe, zu studieren, war ich ebenfalls ein introvertierter, stiller Bursche...im Laufe des Studiums musste ich aber öfter referieren, und eines Morgens, als ich nicht geschlafen und wegen des Projektes durchgemacht hatte, musste ich in diesen dunklen Raum voller Studenten und das Projekt vorstellen. Zu dem Zeitpunkt war ich so übermüdet, dass ich unvorbereitet einfach darauf losgeredet habe, was mir zum Projekt in den Sinn kam. Es war sehr flüssig und eine gute Präse. Seitdem war ich der Typ, der in Teams präsentieren musste und es wurde immer besser.

Mittlerweile bin ich Dozent und halte Vorlesungen oder gehe auf Tagungen und spreche vor 30-100 Leuten ohne Probleme.

hammedk Avatar
hammedk:#99111

>>99110
Bernd las mal einen Artikel in der Lügenpresse in der es genau darum ging. Fazit war: Man kann definitiv kurzzeitig aus auch heraus kommen. Also zB extrovertiert sein, Vorträge halten etc. Nur dauerhaft geht das nicht. Also sich von Grund auf verändern geht nicht, aber so lange man das nur phasenweise macht und dann wieder zurück kann (zB nach der Konferenz), dann geht's.

Diesem Bernd fällt sowas auch immer deutlich leichter wenn er dabei ein Ziel hat wie es im Job ja der Fall ist. Auch extrovertierte Menschen müssen ja korrektes Verhalten im Job erst lernen und "verstellen" sich dort.

Bernd Avatar
Bernd:#99112

>>99111
Ja, ich muss nach Vorlesungen auch immer daheim entspannen. So ist das nun einmal. Aber man kann sich immerhin an den Berufszeiten anstrengen und Normie-Leistung erbringen, das ist möglich. Vor allem, wenn man nach einer Weile die Kollegen kennenlernt und einige davon mag.

im_jsmith Avatar
im_jsmith:#99118

was hast du denn für ein Traumberuf? Vielleicht kannst du in subgebieten deines Berufsfeldes dein introvertierten gequälten Geist unterbringen? Hab ich auch so gemacht.

iamfelipesouza Avatar
iamfelipesouza:#99189

>>99108

Ähnliche Lage hier. Bin als Egoist im sozialpädagogischen Bereich tätig. Kann mich aber gut verkaufen. Ja, es ist möglich sich zu ändern. Reflektiere nun mehr, kann mir die Schuld geben und dazu stehen und stundenlang die Kresse halten.

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