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Veröffentlicht am 2017-01-15 00:21:4 in /fb/

/fb/ 99880: Bernd, der Artikel https://www.transform-magazin.de/gen...

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dpg:#99880

Bernd, der Artikel https://www.transform-magazin.de/generation-burnout/ behauptet, dass

> Das Portal statista führt an, dass im vergangenen Jahr 26 Prozent der Menschen in Deutschland depressive Symptome gezeigt hätten und ein Viertel der Bevölkerung unter einer Angststörung leidet.

Kann das sein? Wie kann das denn der Wirtschaft nicht auffallen, dass so viel Humankapitalsqualität den Bach runter geht?

alexradsby Avatar
alexradsby:#99882

> Wie kann das denn der Wirtschaft nicht auffallen
Mehrere Dinge:
1. Die Kosten fallen ja nicht bei den Unternehmen an, sondern bei den Krankenkassen (Therapie, Medikamente) oder den anderen Sozialversicherungen (Arbeitslosigkeit).
2. Depressive Menschen sind nicht unbedingt unproduktiver. Gibt sogar das Gegenteil wie depressiver Realismus (Depressive schätzen Dinge realistischer ein als normale Menschen) und manche Menschen mit geringem Selbstwertgefühl versuchen dass durch überdurchschnittliche Leistung im Dschob zu kompensieren. Solche Leute sind gut für Unternehmen.
3. Wenn die Wirtschaft anerkennen würde, dass sie Schuld ist, dann würden jede Menge Gesetze und Regeln geändert, die zum Nachteil der Unternehmen wären.
4. Bei Managern und Hochperformanten achten die Unternehmen teilweise auch schon drauf, weil die ja schwerer zu ersetzen sind.
5. Die Zahl scheint tatsächlich recht hoch. Ist damit eventuell gemeint, dass 1/4 der Leute irgendwann in ihrem Leben diese Symptome haben? Oder wirklich, dass sie im letzten Jahr diese Symptome haben? Aufs Leben gerechnet ist das ja nicht so viel
6. Ein Psychiater meinte mal, dass der Anstieg auch daher kommt, weil die Simulanten, die einfach nur kein Bock auf Arbeiten haben jetzt eine psychischen Krankheit simulieren statt wie früher Rückenschmerzen oder ähnliches.
7. "depressive Symptome" ist relativ abstrakt. Das muss nicht heißen, dass die Leute schwer krank sind und Medikamente brauchen. Je nach Definition ist auch längerer Liebeskummer schon bedenklich.

sindresorhus Avatar
sindresorhus:#99883

>>99882
Gerade mal gegoogelt und es sind 26% für depressive Symptome und "nur" 12% für depressive "Syndrome". Keine Ahnung wo der Unterschied genau ist, aber dass darauf im Artikel nicht eingegangen wird zeigt schonmal wie seriös der so ist.

mbilalsiddique1 Avatar
mbilalsiddique1:#99884

Wie wollen die an solche Zahlen kommen? 26 Prozent von allen?!

syntetyc Avatar
syntetyc:#99888

Warum das nicht auffällt:
- Vielleicht weil nicht jeder direkt mit an der Produktion beteiligt ist. Z.B. Leute in der Verwaltung. Wenn die Probleme haben oder fehlen merkt man das fast nicht.
- Aus eigener Erfahrung: Ich fühle mich zwar zeitweise echt mies, aber mir hilft der Job, dass ich das überlebe. Nur dort erhalte ich Anerkennung, und sehe, dass ich gebraucht werde.
- Die Aufgaben verteilen sich.

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