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Veröffentlicht am 2017-01-16 00:01:45 in /fb/

/fb/ 99886: Bernd hat sich entschlossen, in Therapie zu gehen; h...

romanbulah Avatar
romanbulah:#99886

Bernd hat sich entschlossen, in Therapie zu gehen;

hast du irgendwelche allgemeinen Tipps für Bernd?
Zum Beispiel wie man einen guten Therapeuten findet, wie das erste Gespräch läuft, was man vielleicht sagen, und was vielleicht nicht sagen sollte (wenn es sowas denn gibt), etc...

tjisousa Avatar
tjisousa:#99887

Kommt darauf an was du dir von der Therapie wünscht/erwartest.

Verhaltens/Gesprächstherapie ist an und für sich das am weistesten verbreitete. Du erzählst dem Therapeuten konkrete Probleme, Dinge die dich belasten. Das können Gedanken, Wahrnehmungen, tatsächliches Verhalten sein. Er hört sich das an und bespricht dann mit dir, was du tun kannst um das Problem zu lösen bzw. die Umstände so zu verändern, dass du damit handeln kannst. Positiv dabei: holt dich aus etwaigen Selbstinterpretationsschleifen und Selöbsthass raus. Negativ: oft einfach nur Binsenweisheiten auf Sei-einfach-du-selbst Niveau.

Wenn du gerne wissen willst, warum du so ein geisteskrankes Arschloch geworden bist, v.a. um dich durch dieses Wissen dann vom Arschlochtum befreien zu können, solltest du zu einem Analysten gehen. In eine ähnliche Kategorie fallen - so denke ich - auch Leutchen wie Traumatherapeuten. Habe selber allerdings keine Erfahrung mit Analyse, wenn man nicht eh schon viel Selbstreflexion gemacht hat, ist es wahrscheinlich ganz gut um sich besser kennenzulernen. Positiv: Mutti ist schuld und man weiß, was einen so umtreibt, vielleicht kann man dem dann gelassener gegenüberstehen. Negativ: kdauert wohl sehr lange, stelle mir auch vor dass man in Egozentrierung kippen kann.

Dritte Kategorie sind dann Psychiater, häufig auch gleichzeitig Neurologen. Die haben Medizin studiert, können dir dementsprechend auch Medikamente verschreiben. Kann natürlich nicht sagen ob das bei dir nötig oder hilfreich ist. Wenn du zb so schwer depressiv bist, dass du innen drin total ohne Fühls bist, einfach nur noch stumpf, dann wird es wohl ohne Tabletten schwierig da wieder rauszukommen. Auch bei Dingen wie Stimmen hören u.ä. solltest du zum Psychiater gehen. Positiv: wenn es dir richtig schlecht geht, sind die Medikamente eine große Hilfe. Negativ: Man fühlt sich trotzdem noch lange ziemlich dscheisse.

Noch ein Tipp: Wenn du ein Mann bist, geh zu einem Mann. (Wenn Frau dann Frau). Sicher, Frauen sind auch gute therapeutinnen usw., aber letzten Endes nehmen Frauen die Welt anders wahr als Männer. Sie wissen also nicht zur Gänze, mit welcher Scheisse du konfrontiert wirst und sie haben auch kein wahres Verständnis dafür. Darüber hinaus wirst du dich bei einer Frau eher zurückhalten, dich vielleicht sogar in sie verlieben o.ä.

Hoffe das hilft, alles Gute.

freddetastic Avatar
freddetastic:#99889

>>99887
Wie sieht es denn mit der Schweigepflicht von solchen Leuten aus? Z.B. wenn da einer ankommt und meint "Ich fühle mich total scheiße seitdem ich XYZ getötet habe" (nur so als Beispiel). Und kann man da auch peinliche Dinge ansprechen? Bleibt das vertraulich? Bezahlt die Krankenkasse sowas?

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freddetastic:#99890

>>99889
Schweigepflicht ist MW wie bei Ärzten auch. Wenn ich mich Recht erinnere darf grob gesagt nichts weitergegeben werden außer man hat es erlaubt oder es dient der Gefahrenabwehr.

Also "Ich hab vor einem Jahr jemand umgebracht" ist geschützt. Bei "Ich bringe morgen früh meinen Chef um" wird die Polizei angerufen, weil das Leben des Chefs wichtiger ist als das Geheimnis.

Peinlichkeiten darf man natürlich sagen und so ganz ohne wird es vermutlich auch nicht gehen. Ob man sich wohl fühlt und bereit ist das zu machen hängt natürlich auch von Verhältnis zum Therapeuten ab.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen immer die ersten 5h und danach muss der Therapeut einen Antrag stellen auf weitere Kostenübernahme. Wobei die Chancen dass es durchgeht relativ hoch sind. Man kann aber auch wechseln und hat dann wieder die 5h. Das ganze kann man in Grunde beliebig oft machen. Was nicht geht ist einen Antrag"mitnehmen". Also jeder Therapeut muss den Antrag neu stellen.

tereshenkov Avatar
tereshenkov:#99893

Ich klinke mich mal dreist ein:

Bernd hat schon lange Zeit keine fühls mehr gefühlt, sicherlich schon einige Jahre mit einer kurzen Ausnahme während eines 2 monatigen Aufenthalts in der Klapse. Bernd nimmt auch, mehr oder weniger durchgehend Pillen gegen seine Depression.

Nun zur Frage; kann ein Therapeut Bernd helfen die Fühls wieder zu erlangen oder nimmt Bernd einfach nur nicht die richtigen Pillen? Bernd hat schon einiges durch an Pillen, hat allerdings auch keinen festen Psychiater sondern bekommt die Psycho Pillen vom Hausarzt.

Sonstige Tipps ala "geh raus, alleine in der lauerhöhle kommen die fühls nicht zurück" wurden schon beherzigt, ebenso GF akquiriert, keine Drogis mehr, Ernährung verbessert sowie 5-htp, omega 3 fettsäuren und Ginseng täglich konsumiert.

zL;nG: Bernd mag wieder Fühls haben, wie inzu?

amboy00 Avatar
amboy00:#99894

>>99893
Ob deine Probleme besser durch Medis oder durch eine Gesprächstherapie oder gar nicht behandelt werden lässt sich so von der Ferne nicht sagen. Das hängt stark vom Einzelfall ab.

ZL;NG: Ja, kann sein, dass eine Gesprächstherapie was hilft.

cheezonbread Avatar
cheezonbread:#99904

>>99893
Würde sagen Psychiater und andere Medikamente PLUS Gesprächstherapie und wenn es geht Lebensumstände ändern, anderen Dschob und so.

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