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Veröffentlicht am 2015-09-14 09:50:55 in /fit/

/fit/ 52715: Hallo /fit/Bernds, Fettbernd hier mit 28%KFA, 184cm, 9...

thinkleft Avatar
thinkleft:#52715

Hallo /fit/Bernds,
Fettbernd hier mit 28%KFA, 184cm, 95kg.
Kenne den Klebrich und bin auch sonst halbwegs gut bewandert, da ich vor 3-4 Jahren noch relativ /fit/ war.
Meine Frage nun allerdings, gibt es hier Bernds die Anti-Depressiva nehmen und Erfahrung mit den Nebenwirkungen haben.
Fettbernd nimmt seit über 2 Jahren Citalopram (das angeblich selten Einfluss auf das Gewicht nimmt). Anfangs als ich an Fett zugenommen habe, konnte ich noch mit 4-5 HIIT im Schwimmbecken dagegenhalten und sogar nochmal 10cm Bauchumfang verlieren.
Seit dem die Dosis jedoch verdreifacht wurde, hab ich gefühlt keine Chance mehr. Es kommt mir wie ein Verstoß gegen die Naturgesetze vor.
Mein Sport ist derzeit auf einem Minimum, könnte also noch stark ausgebaut werden (derzeit 2-3 mal joggen/schwimmen HIIT).
Aber was mich am meisten wundert; die Ernährung sollte schon den Großteil übernehmen. Esse seit Wochen nur /fit/ Diät. Morgens Haferflocken mit Joghurt, Mittags Salat mit Hühnchen ohne Dressing, Abends oft gar nichts oder ein paar unbehandelte Nüsse.
Was tun Bernd?! Wie ein Psycho trainieren?

degandhi024 Avatar
degandhi024:#52717

>>52715
>Über 2 Jahre Citalopram

Bernd, was tust du dir nur an? Rede mal mit deinem Arzt und sage, dass du von den Tabletten weg möchtest, da sie dich so sehr abgestumpft haben und du so nicht weitermachen möchtest. Anti-Depressiva sind das schlimmste Teufelszeug, welches es gibt. Dieser Bernd hat selbst Erfahrungen mit dem Medikament gesammelt und ich muss ehrlich sagen, dass ich nie wieder solche Mittel nehmen möchte. Ich fühle mich lieber sehr, sehr schlecht, als dass ich gar nichts mehr fühlen kann.

cmzhang Avatar
cmzhang:#52718

>>52717
Hattest du ähnliche Nebenwirkungen? Und wenn ja, sind sie nach dem Absetzen wieder genauso magisch verschwunden wie sie gekommen sind?
Habe es vor 2 Monaten versucht zu reduzieren, ging mir allerdings so dreckig dass ich es ziemlich schnell wieder erhöht habe.
Kann mich nicht entscheiden zwischen Schwabbel/mysteriösem Stoffwechsel oder permanenter Traurigkeit...

jitachi Avatar
jitachi:#52722

>>52718

Ich neige zum Lauchberndtum und während des Zeit der Einnahme habe ich extrem an Gewicht verloren, nachdem ich mich in 1,5 Jahren von 58 auf 73 kg hochtrainiert hatte. Ich neige dazu, zu wenig zu essen, und durch die Depression hatte ich enorme Appetitlosigkeit, die durch das Medikament verschlimmert wurde. Auch bin ich nicht mehr so regelmäßig ins Fitnessstudio gegangen. Es ist halt der Teufelskreis, den man allgemein so kennt und schon hunderte male gehört hat. Ich habe jetzt auch lange Zeit keinen Sport mehr getrieben, aber wenigstens bin ich von den Tabletten weg. Trotzdem wiege ich gerade 60kg bei 1,78m, weil immer noch kein anständiges Hungergefühl vorhanden ist, bzw ich einfach nicht darauf höre, denn, wenn ich anfange zu essen, bin ich nach 3 Bissen wieder voll und es ist nurmehr eine einzige Quälerei zu essen. Aktuell bin ich gerade wieder in einer depressiven Phase, durch die ich aber viel besser komme als bei der letzten wahrhaften Depression. Man kennt halt die Symptome und versucht das beste dagegen zu machen. Viel mit der Familie unternehmen, ab und zu mit dem einzigen Kumpel trefen, der selbst auch eine Depression hat, sich deswegen auch gerne verkriecht und selten was unternehmen will, etc. pp. Seit der Einnahme des Medikaments habe ich ein Hautproblem entwickelt, sprich Neurodermitis, welches auch weiterhin besteht und mit dem ich auch immer noch Kämpfe.

>Habe es vor 2 Monaten versucht zu reduzieren, ging mir allerdings so dreckig dass ich es ziemlich schnell wieder erhöht habe.

Ja, du hast es jetzt schon 2 Jahre genommen und dein Körper ist extrem sensibel auf die Rezeptoren, die ja im Moment blockiert werden. Dein Zustand ist ungefähr: Du hast Hochwasser und die Schutzmauer ist durch die Tabletten genau bis dahin gebaut, wo die Wassergrenze ist. Die reduzierst jetzt die Tabletten, die Wasserhöhe bleibt aber gleich, es kommt zur Überflutung, also dazu, dass es dir mega scheiße geht. Das Medikament greift auch extrem in deinen natürlichen Stoffwechsel ein, was der Grund für deine Gewichtszunahme ist. Ich bin jetzt kein Mediziner, jedoch bin ich der Meinung, dass, wenn du das Medikament absetzt, sich nach und nach der Stoffwechsel wieder normalisieren sollte. Du musst das Medikament aber wirklich unter ärztlicher Betreuung ausschleichen lassen, denn sonst entsteht wieder das Problem, welches du schon hattest.


Eine Depression ist ein sehr, sehr gutes Anzeichen dafür, dass du ein Leben lebst, welches du nicht leben willst. Nein, du kannst es sogar nicht leben, deswegen hast du ja die Depression entwickelt. Die Frage ist nun also: Was löst bei dir die Depression aus? Wenn du das herausgefunden hast, kannst du dahin übergehen dies zu ändern. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass die Erkentniss, was bei einem die Depression auslöst mindestens genauso schwer ist, wie diese Sachen dann anzugehen. Den Job einfach kündigen geht oft nicht, das Verhältnis zu gewissen Personen auflösen geht auch oft nur sehr schwierig...

Persönlich würde mich interessieren, ob du neben den Medikamenten auch in Therapie bist, denn nur Medikamente schlucken ist keine wirklkiche Lösung. Das ist eine reine Behandlung der Symptome, welche niemals längerfristig betrieben werden sollte.

Mit dem Punkt Sport zu treiben um Abzunehmen, hast du in Wirklichkeit schon wieder nur eine Behandlung eines Symptoms. Dein ganz, ganz großes Problem und der Auslöser für alle Schwierigkeiten ist die Depression. Diese gilt es zu besiegen. Sport kann dazu ein Mittel sein, durch die Endorphine die dabei ausgeschüttet werden, aber alleine wird dir das nicht helfen. Besonders unter der Einnahme von AD ist es schwer trotz Sport Gewicht zu verlieren, siehe veränderter Stoffwechsel. Dies führt dann oft zu Frustration und dazu, dass es einem persönlich noch schlechter geht.


Depression ist ein ganz, ganz fieses Thema in unserer Gesellschaft, welches, obwohl das Bewusstsein dafür in den letzten Jahren sehr gestiegen ist, das Verständnis noch zu missen lässt.

sunshinedgirl Avatar
sunshinedgirl:#52727

>>52722
War über ein Jahr beim Therapeuten und das hat wenig bis gar nichts gebracht.
Ich bin seit dem weniger aggressiv und verstehe meine Fühls etwas besser und kann sie einordnen.
Dem Problem an sich bin ich auch so auf die Schliche gekommen, bzw. habe in der Therapie nochmal die Bestätigung bekommen.
Ich habe gemerkt, das mir so gut wie nichts mehr Spaß macht, ich mich auf nichts mehr freue und auch sonst kein Ziel im Leben habe. Dazu kommt noch das Luxusproblem dass ich seit sehr sehr langer Zeit gf habe - die die erste ist und alles passt, nur verfolgt mich seit dem Anfang der Depression das ständige Gefühl etwas zu verpassen wenn ich mit ihr zusammenbleibe - kann aber auch unmöglich loslassen, weil eben alles passt + zusätzliche Verlustängste durch meinen Vater der mich in der Kindheit verlassen hat.

Mein Arzt hatte mir abgeraten die Tabletten zu reduzieren, weil er meinte ich soll sie doch lieber über die dunkleren Monate so lassen. Meinte aber, wenn ich es unbedingt will kann ich es probieren. Naja nächsten Montag habe ich wieder einen Termin, dann ich nochmal drüber sprechen.

Nächsten Monat melde ich mich wieder im Fitness Studio an gehe noch etwas extremer dagegen an.

yassiryahya Avatar
yassiryahya:#52745

Was hast du denn für Probleme Bernd? Ich nehme Escitalopram und kann keine Nebenwirkungen dahingehend feststellen, dass ich deswegen weniger gut trainieren könnte.

Was das Essen angeht muss ich mich auch zwingen. Aber das gelingt mir recht gut, es ist mehr ne Gewöhnungssache. Du musst diszipliniert FRESSEN.
Ich kann morgens beispielsweise nichts essen bzw. würde ich mir morgens nie Frühstück machen. Deshalb hab ich mir einen Mixer angeschafft und hau dort ein paar Bananen, Erdnussbutter und Haferflocken rein- und fertig, schon hab ich meine 400-500kcal.
Ansonsten könntest du auch probieren auf Escitalopram umzusteigen, hat bei vielen weniger Nebenwirkungen.

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