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Veröffentlicht am 2016-12-10 22:24:18 in /fit/

/fit/ 57051: Fitnessrad

emilioiantorno Avatar
emilioiantorno:#57051

Hallo,

meine fast 60 Jahre alte Mutter hat sich ein Fitnessrad gekauft. Wie könnte ein Programm zur Leistungssteigerung für Mutter aussehen. Mutter ist fett und untrainiert.
Was sollte beachtet werden bezüglich Trainingspuls und Trainingsdauer? Wie kann die Motivation unterstützt werden?

amboy00 Avatar
amboy00:#57057

Fahrrad wieder verkaufen und sich im Studio anmelden. Bernds Mutter(62) hat dieses Jahr ebenfalls mit dem Heben angefangen und ist nach 35 Jahre Fettleibigkeit und unzählige gescheiterte Diäten begeistert.

Zeig ihr erstmal eine Übung und lass sie diese Bewegung trocken machen. Kreuzheben ist da ein wirklich guter Einstieg. Die anderen Grundübungen lässt du erstmal weg.

Vermutlich wird sie Probleme haben diese Position einzunehmen. Also sowas wie gerader Rücken, Brust raus und die Beine leicht gebeugt. Deshalb soll sie die Bewegung mit einem Besenstiel erstmal lernen, bis das sitzt. Das kriegt sie vielleicht nach einer Stunde hin aber vielleicht auch nur nach einem Monat. Die Mobilität kann und soll auch durch Theraband und Faszienrolle unterstützt werden.

Wenn Sie soweit ist soll sie mit der leeren Stange anfangen. Im besten Fall hat sie noch 15 Jahre Zeit die Hanteln zu bewegen also nicht überstürzen mit hohen Gewichten.
Nimm ein vergleichsweise leichtes Gewicht und lass sie grundsätzlich im höheren Wiederholungsbereich trainieren. Keine 5x5 3x8 und so ein Quatsch. Soll nicht heißen, dass es grundsätzlich falsch ist, aber in dem Alter ist die Kollagenproduktion ja eh im Keller und hohe Gewichte unnötig.
Achja, selbst wenn du sie nur die Stange heben lässt, dann bau für sie das ganze so auf, dass sie diese aus einer vernünftigen Höhe hebt. Also keine Defizit-Kreuzheben, nur weil die Scheiben zu klein sind.

Wenn eine Übung sitzt, kannst du sie langsam an einer 2. Übung einführen. Idealerweise Kniebeugen.
Erst Kniebeugen am Stuhl. Lass sie ruhig immer 1-2 Sekunden in der Beuge verhaaren, dass sie die Dehnung mitnimmt und die Technik erlernt. Später soll es darauf hinauslaufen, dass sie irgendwann die Kniebeuge mit der Langhantel ausführt. Es ist überhaupt nicht verkehrt, wenn Sie zum erlernen der Technik eine Weile braucht.
Wenn alles sitzt, hat sie ja wie gesagt noch 15 Jahre Zeit die Gewichte zu steigern.

Bankdrücken und Militärpresse erstmal nicht. Eventuell auf Kurzhanteln zurückgreifen, aber immer nur eine neue Übung.
Arbeite mit ihr ein solides Konzept auf, womit sie ein Fühl für Progression bekombt, ein Fühl für saubere Technik und Augenmerk auf Technik bekombt, ein Fühl für ihre eigene Tagesform bekombt, sie sich anstrengt, aber genug Pausen hat zum schnacken, über die Technik nachdenken usw. hat, sich davor und danach dehnt und mobilisiert und am wichtigsten Spaß dabei hat und lernt, sich dabei wohl zu fühlen. Es hilft, wenn du ihr nebenbei Mullen zeigst, die dort auch heben und viel heben und trotzdem keine Berge von Muskeln haben.

bassamology Avatar
bassamology:#57064

Kommt aufs Fitnessrad an.

Motivationen kann man über die KM machen und Belohnungen (keine bzgl Essen und Trinken). Manche Räder haben Programme, die die Intensität ändern um eine Streck zu simulieren. Musik oder Fernsehen ist auf so einem Rad ganz gut um die öde Zeit zu überbrücken. Crosstrainer findet dieser Bernd besser. So ein Rad kann echt dem Arsch und sehr langweilig sein.

Trainingsdauer richtet sich nach Intensität. 30 Minuten minimum, die können schon sehr lang auf so einem Teil werden, weil es so öde ist. Würde über die Distanz gehen und dann die Zeit verbessern. Das mit dem Puls ist eine komplexe Sache. Ohne Ruhepuls ist der Bereich schwer bestimmbar, aber deine Mutter wird es eh erst mal langsam angehen, was okay ist um nicht frustriert zu sein.

Würde vorerst 3mal pro Woche 10-15km in 30-45m als Beginn nehmen. Dann die Zeit reduzieren und die KM hochschrauben. Schafft man diese nicht, gibt es eine Bestrafung. So motiviert sich zumindest Bernd. Er schreibt eine kleine Belohnung für eine Ziel auf und fürs Versagen eine Bestrafung, die ihn leiden ließe. So gibt Bernd immer alles.

strikewan Avatar
strikewan:#57065

>>57057
>60 Jahre
>LASS SIE KREUZHEBEN

_kkga Avatar
_kkga:#57101

>>57065
Kreuzheben ist sogar mit 100 Jahren nicht verkehrt, wenn man das vernünftig macht.
Dazu gehört zwingend auch die Wahl der richtigen Intensität und das Erlernen der Bewegung, sowie die Fähigkeit eine Position überhaupt einzunehmen. Stichwort: Mobilität.

Natürlich verletzt man sich, wenn man trainiert als wäre man 18 und dazu noch eine unsaubere Technik an den Tag legt. Für "Rückenschule" und allgemeine Fitness reicht es völlig, wenn man im niedrigen Kompensationsbereich trainiert. Also unter 50% vom 1RM und auch nicht ganz bis zum Wiederholungsmaximum.

Für ADHS-Bernd nochmal zusammengefasst:
Bevor man überhaupt die Gewichte anguckt:
- Trocken mit Besenstiel üben bis alles sitzt.
- Ausreichende Beweglichkeit mit Dehnübungen, Faszientraining und Gummibänder schaffen.
Wenn die Bewegung drin ist:
- Unter 50% vom 1RM
- Nicht bis zum Wiederholungsmaximum trainieren
- Weiter an seine Beweglichkeit arbeiten.

adhiardana Avatar
adhiardana:#57103

>>57101
>Kreuzheben ist sogar mit 100 Jahren nicht verkehrt, wenn man das vernünftig macht.

romanbulah Avatar
romanbulah:#57104

>>57103
Ach Bernd. Leg doch mal diese Vorurteile ab. Nur weil du ein Fersager bist und dir dein Rücken zerfickt hast, um Ali aus deinem mcFit etwas zu beweisen, heißt das nicht, dass die ganze restliche Welt nicht in der Lage ist vernünftig, sauber und nachhaltig zu trainieren. Ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, dass meine Mutter technisch richtiger hebt als 95% aller /fit/-Bernds hier.

joshjoshmatson Avatar
joshjoshmatson:#57108

>>57104
Anderer Bernd hier. Kreuzheben ist meine Lieblingsübung und ich versuche permanent Leute, auch alte, vom Heben zu überzeugen. Die Sache ist nur die, dass ein alter Mensch nicht auf Teufel komm raus Krafttraining machen muss. Ganz im Gegenteil, ein Körpergefühl aufbauen und behalten ist wahrscheinlich viel wichtiger als reine Kraft, und das geht viel besser mit anderen Sportarten. Ergänzend würde ich natürlich immer Krafttraining empfehlen, weil warum nicht, aber
>Fahrrad wieder verkaufen und sich im Studio anmelden
ist halt zu viel des Guten.

guischmitt Avatar
guischmitt:#57109

>>57108
Erstmal schön, dass du dich im Gegensatz zu >>57103 und >>57065 auch artikulieren kannst.
Von Kreuzheben um jeden Preis war nie die Rede und wird es auch nie sein.
Ich habe daher 3 Punkte aufgezählt, die jeder Trainierende unabhängig vom Alter erfüllen muss, bevor man mit der Langhantel arbeitet.

Um mein Problem mit Heimtrainer zu konkretisieren, damit du meine Sichtweise verstehst, gehe ich nochmal auf Kreuzheben oder generell Grundübungen ein. Wenn du diese vernünftig mit wenig Gewicht und sauber machst hast du immer eine Dehnung des kontrahierenden Muskels mir und richtiger weise solltest du in der Dehnung auch eine kurze Pause machen, was die meisten sich tatsächlich machen, die eine Langhantel aus dem toten Punkt heben (Deadlift). Sich wenn die Dehnung nicht ausreichend ist, hat sie eine positive Wirkung auf die Verkürzung der Muskulatur.
Bei Heimtrainer wird die Muskulatur hingegen überhaupt nicht wirkungsvoll gedehnt.
Viele Trainierende, wie OPs Mutter denken, denken, sie würden sich etwas gutes antun und Jahre später können sie Aufgaben des Alltags nicht bewältigen, weil ihre Beinmuskulatur auf das Maximum verkürzt ist.

bighanddesign Avatar
bighanddesign:#57110

Bei einem fetten und untrainiertem Menschen, wird es sehr schwierig diesen für Sport zu begeistern. Wenn dies in den letzten 40 Jahren nicht passiert ist, dann hat das schon seine Gründe.

Ich bezweifel nicht, dass richtiges Kreuzheben im Alter mit geringer Belastung etwas schlechtes ist und die Haltung auch verbessert. Ich denke aber, dass dies nicht gerade die attraktiviste Übung ist um einen Menschen, der in den letzten 40 Jahren kein Interesse an Sport hatte, Sport möglichst schmackhaft zu machen. Besonders nicht, wenn man erst eine gewissen Grundtechnik erlernen muss und dann noch Übungen mir Therabändern und Faszienrollen anbietet. Deine Bemühung in allen Ehren, aber hier geht es beim Nutzen darum jemanden zu motivieren, der lieber aufm Popo saß und fern sah. Da ist ein Fitnessrad vor dem Fernseher der kleinere, einfachere, komfortabler Schritt, der einen einfacher bei der Stange hält, als irgendwelche Haltungstechniken bei einer Kraftübung. Man sollte nie die Faktoren vergessen, die einen bei der Stange halten. Eine Radtour mit ein paar Frauen klingt für einer Frau mit 60 sicherlich besser als temporäres Ziel und hat mehr Unterhaltungswert, als Kreuzheben zwischen ein paar leggingstragenden Lesben, unzufriedenen Hausfrauen auf dem Crosstrainer und Kanakenfreunden , die mit Handtüchern das halbe Studio in Beschlag nehmen, wie eine Poolliege um 6:00 morgens.

katiemdaly Avatar
katiemdaly:#57111

>>57110
Als Ex-Fettbernd ist Bernd die Rolle der Motivation nur zu gut und alle.jpg Ratschläge, die OPs Mutter gehört hat, kennt Bernd leider auswendig.
Im folgenden eine kurze Rechnung die Bernds Mutter vor einer aufgegessenen Tafel Schokolade durchführen wird:
>1kg Körperfett hat 7000kcal
>ich habe 30kg Übergewicht
>Insgesamt muss ich 210.000kcal auf dem Heimrad verbrennen
>Ich habe nach einer Stunde 300kcal verbrannt
>Ich habe mir gerade fast 550kcal in 2 Minuten reingeballert
>Ich muss noch 210.250kcal verbrennen.
>Selbst wenn ich konsequent bleibe, wird es 4 Jahre dauern.

Es ist auch nicht so, dass man auf dem Heimrad wirklich motiviert ist. Je länger man da macht, um so weiter sinkt die Motivation, weil Puls konstant hochhalten, nur um es hochzuhalten einfach öde ist. Für viele Trainierenden, unter anderem Bernds Mutter, ist das erstmal ein Schock, wenn sie Beim Kreuzheben verstehen, dass sie da nicht konstant Leistung erbringen müssen sondern sich auch eine Pause gönnen müssen. Sie bringen den Puls kurz hoch und Pause, wieder hoch und Pause,... usw.
Hat bei jedem Satz also quasi Motivation getankt.

Zweites Problem ist der Kaloriengedanke, den Bernd oben angeschnitten hat. Jeder Kraftsportler weiß: Nach dem Sport braucht man Insulin, also Zucker. Während der Kraftsportler erstmal eine Tafel Schokolade frisst und sich denkt:
>Wat ein geiler Pump. Meine Beine platzen gleich.
Denkt sich OPs Mutter:
>Oh Gott, oh Gott, oh gütiger Gott. Ich bin so willensschwach.
Bernds Mutter war da nicht anders und hat die Welt nicht verstanden als er sie gezwungen hat nach dem Training Süßigkeiten zu fressen und dann zuhause erstmal einen "Berg" an Hausmannskost, die sie mag. Sie war auf Salat mit Olivenöl und Essig programmiert und ihr kam gar nicht in den Sinn, dass ihr Körper einfach mal die Baustoffe braucht. Ich sag nicht, dass Süßigkeiten und Hausmannskost das beste sind, was man so essen kann, aber wir sind halt bei Motivation.

Gewiss ist da eine Hemmschwelle, die man durchbrechen muss, aber wenn sie erstmal durchbrochen ist und der Körper Kreuzheben mit Endophine, Süßigkeiten und Wohlempfinden assoziert, hat man kaum noch mit Motivation zu kämpfen.

Das einzige, was Bernds Mutter von OPs Mutter unterscheidet, was Bernd auch erst jetzt einfällt, ist Bernd selbst.
Er hat Jahre gebraucht, um das zu erreichen, was er erreicht hat. Entsprechend hat er praktisch und theoretisch sehr viel Zeit darin investiert. Er hat viel gelesen und viel getestet und sehr sehr viele Fehler gemacht und kann bei seiner Mutter tatsächlich beurteilen, ob sie sich nicht damit schadet oder nicht, was OP dem Faden nach zu urteilen nicht kann.

Um den Faden mal zu relativieren:
Ich würde auf jeden Fall Theraband und Rolle kaufen und da täglich 10 Minuten mit arbeiten unabhängig vom Fahrrad. Alles, Was die Beweglichkeit steigert, steigert auch das Wohlempfinden. Auch: Wie ich geschrieben habe, kann es Monate dauern, bis eine Ausreichende Beweglichkeit geschaffen wurde und bis dahin kann sie mal die Übungen mit DuRöhre und Besenstiel lernen. Nur für Rückenstabilisation kann das möglicherweise schon ausreichend sein und falls nicht, kann man sich noch immer im Studio anmelden.

mat_stevens Avatar
mat_stevens:#57113

>>57111

Ich sehe das Fitnessrad nicht als Gefährte auf Jahre, sondern als Einstieg in den Wintertagen um das Radfahren an der frischen Luft zu integrieren. Die Sache mit dem Puls usw. ist eine nett gemeinte Sache, aber wir sind hier beim Einstieg. Ist denke, dass man direkt jede Motivation killt, wenn man es übertreibt. 2 mal die Woche für 30 Minuten auf dem Rad ist besser als nichts und für den Körper und die Gelenke ist es nicht schlecht sich zu bewegen. Einfach auch ohne Pulsmesser, Trainingsplan, Ernährungsumstellung usw. Man sollte es nicht von jetzt auf gleich erzwingen.

300kcal auf dem Rad pro Stunde halte ich für eine sehr ungenaue Angabe, die die Intensität völlig ausser acht lässt. Jeder Fit Bernd würde auch an die Decke gehen, wenn ich ihm den Kalorienverbrauch fürs Heben ausrechne und das Gewicht/Intensität absolut außer acht lasse.
Jeder Mensch ist verschieden, Bernd. Was du scheiße findest und was bei dir nicht funktioniert, musst du nicht immer Leuten aufdrücken, genauso wie alles was du super und perfekt findest nicht automatisch für jemand anderen funktioniert und auch nicht das Patentrezept ist.

Wir können uns über Übungen usw. hier noch so auslassen, aber wenn Mutti nicht den Popo hochbekommt, dann ist es eh egal. Wenn sie weiterhing 4000kcal mit schlechter Makroverteilung isst, dann ist es auch egal. Es ist wichtig erst mal den ersten Schritt zu machen, auch wenn er falsch sein mag und nicht direkt zum Ziel führt. Es ist erst mal wichtig, dass der Popo hoch geht und dies ist im Fitty eher beklemmend, als Zuhause langsam einzusteigen. Ich sehe das Rad als Einstieg und nicht als Patentrezept. Beine verbrennen die meisten Kalorien. Theoretisch wären für OP's Mutter auch 5km Spaziergang ganz okay, wenn es ihr Spaß macht. Bernd, schließe nicht immer von dir auf andere. OPs Mutter hat das Rad gekauft, somit scheint sie es ganz okay und für sich geeignet zu finden, statt einer Langhantel und Scheiben...

smenov Avatar
smenov:#57115

>>57113
>wenn es ihr Spaß macht.
Das ist Bernds Hauptsorge. Bernd war auch mal fett und unsportlich. Wer unsportlich ist, weiß auch nichts über Sport. Ihre Intention war nicht: "Darauf habe ich jetzt immer Bock". Ihre Intention war: "Da kann ich nichts falsch machen". Bei Langhantel und Scheiben wäre dann am Ende die Frage: "Und jetzt?". Da muss man nämlich etwas lernen und das geht nicht im Wohnzimmer. Bernd hat auch mit lange Sitzungen auf dem Crosstrainer angefangen, weil er irgendwas machen wolle, aber nicht wusste was er jetzt genau machen soll. Es war öde, machte keinen Spaß und war demotivierend, weil man den Fortschritt nicht gesehen hat. Wenn man hebt, sieht man immer Fortschritt.

Bernds Mutter hatte Panik und wollte flüchten als er ihr die Langhantel präsentiert hat. Er hat die Langhantel mit 10kg an jeder Seite beladen, um entsprechende Höhe zu erreichen. Machte ihr die Technik ein paar mal vor und habe ihr dann erstmal erklärt wie sie die Hantel zu greifen hat und wie sie die Anfangsposition beim Kreuzheben richtig einnimmt. Dann sollte sie diese Position so für 1-2 Minuten einnehmen ohne die Stange zu heben und davon ein paar Sätze. Sie hatte natürlich eine starke Dehnung. Wo sie Pause gemacht hat, habe ich selber trainiert, damit sie sieht wie sehr ich mir den arsch aufreiße und sie ein Fühl dafür kriegt und ihr erzählt wie fertig und gleichzeitig super ich mich nach dem Satz fühle. Das haben wir entsprchend so lange gemacht, bis sie keine Dehnung hatte.
Dazu haben wir noch x Sätze Kniebeugen an der Maschine gemacht, weil Bernd sie nicht mit zwei komplizierte Techniken überfordern wollte und zwischendurch immer kurze Dehnübungen, weil 15 Minuten am Ende dehnen ist Öde.
Später kam noch ein Kurs Faszientraining, wo alle inklusive Trainer vor Schmerz geschrien haben. (geteilter Leid und so).
Als sie die nötige Mobilität hatte, ging es mit dem heben los. Nur die Stange, aber aus entsprechender Höhe, damit die Technik nicht leidet.
Als sie die gewisse Routine in Kreuzheben hatte, fing er erst sie mit Vorübungen in die Kniebeuge einzuführen, angefangen bei Kniebeugen mit Rack festhalten und unten kurz die Dehnung genießen und gleichzeitig die Maschine vom Trainingsplan gestrichen.

Sie sah von mal zu mal die verbesserte Dehnbarkeit, verbessererte Technik, meer Wiederholungen bis hin zu meer Gewicht. Bei Heimtrainer reicht ein Schokoriegel vor dem Training und das Insulin zerstört jedes Fühl von Progrssion.

Sie achtet bei jeder Übung auf die Technik. Sie ist also ständig auf das Training und den Bezug zum eigenen Körper fokusiert. Beim Heimtrainer versucht man sich hingegen abzulenken und ist froh, wenn es vorbei ist.

Sie lernte von mal zu mal meer über die Etikette und das, worauf es ankombt, wenn man schlau trainiert. Anfangs schaute sie unerzogene Diskopumper ehrfürchtig an, als hätten sie im Studio das sagen und fühlte sich als Frau in der Nähe der Stange fehl am Platz. Wenn man keine Ahnung hat, ist alles komisch und fremd, aber wenn man da langsam eingeführt wird, ist es von mal zu mal nicht meer komisch und fremd.
Es hat auch gut 3 Monate gedauert, bis er sie erstmals alleine trainieren ließ. Natürlich mit, weniger Gewicht. Sechs Monate später läuft sie, wie ein Silberrücken durch das Studio, tauscht sich mit Hebermödchen über das Training aus und rollt die Augen, wenn Ali eine Viertelkniebeuge mit 150kg macht.

Bernd war aber wie gesagt die erste Monate permanent da und hatte das entsprechende Wissen, um ihr alles sicher beizubringen. Auch war es ein nicht unerheblicher Aufwand für Bernd. Zusätzlich zwei mal ins Studio zu gehen.

Allein hätte sie das nicht lernen können und ein persönlicher Trainer bei dem Umfang hätte nicht unter 5000NG gekostet. Wissen kostet halt, wenn man es durch das Verstehen eigener Fehler erlangt.

Er weiß nicht, ob OP das machen könnte oder sie das Geld hätte und auch das Verständnis, dass es echt gut angelegtes Geld ist.
Bernd hofft, dass OPs Mutter es jetzt im Winter durchzieht im Kopf behält, dass es damit nicht gegessen ist. Die geistige Auseinandersetzung mit dem Sport. Sei es Heben oder Fahrrad fahren muss erfolgen.

anaami Avatar
anaami:#57116

>>57115

Du vergisst etwas. Du sagst, dass du ihr viel gezeigt und vermittelt hast und sozusagen ihr Motivator warst.

>Sohn verliert fett -> Vorbild
>verbringt Zeit mit seiner Mutter -> Sozialer Faktor
>schleift sie mit ->Motivation

Theoretisch ist es egal, ob du mit ihr Heben, Guitare spielen oder Aquarellbilder gemalt hättest, weil die Tätigkeit und deine Aufopferung es ihr leicht gemacht hat. Finde ich gut, aber schreibe bitte nichts dem Heben zu, sondern vielmehr deiner guten Erklärung, deiner Motivation als Vorbild und Arschtreter und deiner guten Beziehung zu deiner Mutter. Respekt.

Aber meinste nicht, ob Radfahren und ein paar Burgen besichtigen, Joggen gehen oder Noric Walking, Krav Maga oder Fussball ihr nicht mindestens genauso viel Spaß gemacht hätte, wenn du es ihr so schmackhaft gemacht hättest? Glaube nicht, dass es allein am Heben lag. Zumal Muskelaufbau bei Frauen schwieriger ist, Heben mit geringem Gewicht für die Technik jetzt nicht wer weiß was an Impulsen setzt oder Kalorien verbrennt. Und solange man keine richtige Sportart ausübt, ist es egal ob man 10 mal langsam rauf-runter vor dem Spiegel macht oder 1000 mal strampelt. Ist beides öde, wenn die Faktoren fehlen im obigen Grünkrebs.

keyuri85 Avatar
keyuri85:#57126

>>57116
Du hast recht. Es führen tatsächlich viele Wege nach Rom. Bei Bernd war es Vereinssport, was Bernd endgültig auf Sport getrimmt hat. Er hatte feste Zeiten und einen Trainer. Musste sich als Anfänger keine Gedanken um die Trainingsgestaltung machen.
Die erste 20kg allerdings im Studio abgenommen, weil zu fett zum Treppen steigen. Und dort die dämlichsten Sachen angestellt.

Eine kleine Anekdote dazu:
Er betrat das Studio. Ging Stunden auf dem Laufband und danach machte er die unsinnigsten Übungen bis hin zu Unterarmcurls. 2 Monate später las er den Klebrig.Du hast damit mein Leben verändert. Ich liebe dich, /fit/ und hat bei der ersten Beuge.(Gleich mit 30kg ohne zu schauen, ob er sie überhaupt als BWE beherrscht, oder sich davor zu dehnen und fast das Gleichgewicht verloren und nach hinten gekippt.
Am selben Tag erstellte er seinen ersten Faden "Bernd, warum verliere ich das Gleichgewicht beim beugen?" oder so und als Dank eine nackte Mulle. Ich wusste nicht was Bernd so an Bildmaterial so mag. Das mag jetzt zweideutig klingeln, vonwegen /tu/, die Vorurteile kannte Bernd nicht. Bernd war davor nur auf /we/ daheim, wollte kein Sportbild recherchieren und hatte Angst fragende 2D-Figuren zu pfostieren, weil es vielleicht nicht zur Etikette gehöre.


Dieser Faden löst bei Bernd einen Redeschwall aus und er kombt nie zum Punkt.
Jedenfalls, das falsche Training(Vereinssport) hat mich anfangs davor bewahrt blödsinn zu machen und machte es mir leichter reinzukomben. Aber nach eine Gewisse Zeit wurde klar, dass dieser Sport mich nicht dahin führt, wo ich hin möchte. Dahin muss man allerdings erstmal komben.

Noch ein Gedanke, den Bernd als Vereinsportanfänger hatte:
> Es braucht nicht unbedingt Gewichte zum Muskulatur aufbauen. Bernd will ja nicht wie ein Körperbauer aussehen. Arme, wie die vom Trainer reichen völlig aus.

Auf die Idee dass der Trainer noch Widerstandstraining macht, kam er nicht.

Also kurz gesagt: Falsche Sport richtig und schmackhaft gemacht, ist bis zu einem gewissen Punkt besser als der richtige Sport falsch ausgeführt oder voller Barrieren, wie die oben beschriebenen.

Allerdings wüsste ich nicht, wie ich Heimtrainer schmackhaft machen könnte. Hoffen wir, dass OPs Mutter höhere sportliche Ziele anstrebt und das Heimrad als eine temporäre Lösung sieht. Heimtrainer als Fitness-Leifsteil kriege ich bestimmt nicht auf die Kette.

Warum wechselt Bernd gerade so häufig zwischen erster und dritter Person? Dieser Faden löst bei mir nicht nur Redeschwall aus.

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