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Veröffentlicht am 2014-06-24 23:13:25 in /l/

/l/ 21387: So, Bernd öffnet jetzt eine Flasche Weißwein...

sementiy Avatar
sementiy:#21387

So, Bernd öffnet jetzt eine Flasche Weißwein und schreibt ein Buch um sich vom Lernen abzulenken!

Wünscht mir einen kometenhaften Aufstieg an die Spitze der deutschen Autorenelite. (Ich schreibe aber Trash.)

greenbes Avatar
greenbes:#21388

Viel Glück, Berndi.

trickyolddog Avatar
trickyolddog:#21389

Falls ihr meinen Trash hier nicht völlig zerreißt werde ich auch weitere Kapitel veröffentlichen. Ich hoffe hier auf Ideen und Meinungen, dargelegt als konstruktive Kritik und nicht /b/ style - du bist scheiße. Wenn's doch passiert naja, mir egal ich schreib trotzdem weiter ^^

Kapitel 1
Ich bin Johnny, ich finde Kriminelle und klaue ihr Geld. Ziemlich einfach. Ich mache das jetzt seit ungefähr drei Jahren und fahre damit ganz gut. Meistens läuft es folgendermaßen ab: Ich fahre in eine fremde Stadt, suche einen Dealer und mime den Süchtigen. Dann halte ich ihm eine Pistole an den Kopf und verlange sein Geld. Ziemlich einfach. Leicht verdientes Geld. Ich saß im Hotelzimmer auf meinem Bett und zählte die Beute des gestrigen Abends. Viertausendfünfhundert - nicht schlecht. Es ärgerte mich zwar, dass der Typ sich nicht unter Kontrolle hatte und ich ihn erschießen musste, aber daraus muss man auch kein Drama machen. Als Krimineller muss man damit rechnen dass Leute sich bei dir was holen wollen. Ich teilte das Geld in zwei Stapel mit je zweitausend Dollar, packte es in meine Ledertasche und legte Klamotten und meinen Kulturbeutel darüber. Fünfhundert steckte ich in meine Brieftasche. Dann schraubte ich den Schalldämpfer von meiner Waffe und steckte beides in den umgebauten Laptop. Auf den war ich stolz, hab ich selbst gebaut. Er sieht aus wie ein normaler Laptop, hat aber zwei Fächer: für meine Walther P90 und den passenden Schalldämpfer. Das Beste: der Laptop funktioniert immer noch! Ich mag solche Dinge. Es war halb sieben am Morgen und der Himmel war noch rötlich, als ich nach dem Frühstück aus meiner Pension trat. Eine gute Zeit. Ich betrachtete mich in der Scheibe meines Wagens und war zu frieden. Der Anzug saß ordentlich und ich hatte mich nachdem aufstehen geduscht und rasiert – sehr unauffällig. Ich fuhr einen schwarzen Chevrolet – ebenfalls unauffällig. Ich stellte meine beiden Taschen in den Koffer, schloss den Deckel und atmete durch. Ein guter Tag. Ich zückte mein Handy, rief meine Mutter an und sagte dass ich gegen 13:00 Uhr zum Mittagessen vorbei kommen würde. Sie freute sich. Meine Mutter hielt mich für einen Vertreter eines großen Getränkeherstellers und war stolz auf mich. So ein Quatsch. Wer war schon stolz auf einen beschissenen Vertreter?

jodytaggart Avatar
jodytaggart:#21390

>>21389
>^^

_kkga Avatar
_kkga:#21392

>>21389
Eigentlich recht brauchbar, mach ruhig weiter. Die Sprache könnte noch etwas hartgekochter sein, wenn du verstehst, was ich meine. "Kulturbeutel" und "mimte" haben mich gestört. Die Einleitung bis einschließlich "Leicht verdientes Geld" würde ich weglassen.

areus Avatar
areus:#21393

Sinnlose Perspektichwechsel, kein zusammenhängender Soziolekt und kaum Handlung.
Kantiges Gebrabbel eines Anfang 20jährigen - darauf hat die Welt gewartet!

cbracco Avatar
cbracco:#21394

>>21393
Welcher Perspektivwechsel?

yassiryahya Avatar
yassiryahya:#21396

>>21392
Danke für deine Antwort. Ich überlege auch schon, ob ich nicht erst später erkläre was Johnny da überhaupt macht. Ich werde mal schauen

>>21393
Natürlich hast du nicht ganz unrecht mit dem von dir kritisierten Mangel an Handlung, deshalb überlege ich das ganze mit einem Prolog zu eröffnen.Würde auch dazu passen, Johnnys Erwerbstätigkeit erst später zu erleutern.

>>21394

Ich schätze er meint die Veränderung der Zeit (des Tempus?)

ajaxy_ru Avatar
ajaxy_ru:#21397

>>21392

Ich lasse dir mal Kapitel 2 da! ;)

Kapitel 2
Ich fuhr aus der Stadt heraus in Richtung Highway. Ich war froh als ich den Highway erreichte, mir hatte die Fahrt keinen Spaß gemacht. Ich mochte diese Industrie-Vororte nicht, ich fand sie beklemmend, mir ihren grauen Gebäuden, den hohen Schornsteinen und den riesigen Parkplätzen. Und niemals sah man Menschen. Das einzige positive was solche Orte vermitteln können, ist das Gefühl von Dankbarkeit dafür, nicht dort bleiben zu müssen. Ich fuhr auf den Highway und nach fünfzehn Minuten hatte ich die Stadt komplett hinter mir gelassen, jetzt zogen Wälder an mir vorüber und der Himmel wirkte blauer. Die Fahrt würde jetzt noch fünf Stunden dauern, doch ab jetzt machte sie Spaß. Ich brauchte mich kaum auf die Straße zu konzentrieren, denn sie führte fast nur gerade aus. Ich hörte Radio. „Ich komm aus `ner armen Gegend, wo wir durch Kasse machen Sachen wieder gerade biegen.“, tönte es. Irgendwie gefiel mir das, obwohl es mit meinem Leben nichts zu tun hatte. Ich war bei meiner Mutter in einem ordentlichen Vorort, mit ordentlichen Nachbarn und ordentlichen Vorgärten aufgewachsen. War eigentlich ganz in Ordnung. Nach dem ich gut die Hälfte der Strecke geschafft hatte, hielt ich an einer Raststätte. Ich parkte den Wagen, schloss ab und ging auf die Toilette. Außer mir war keiner drin. Ich stellte mich an ein Pissoir und pinkelte. Ich ließ den Blick umherschweifen und entdeckte auf dem Fußboden neben dem Klo, ein blutiges Taschentuch und eine benutze Spritze. Ich musste grinsen – ich hatte einen sicheren Job. Ich entschloss mich noch einen Kaffee zu trinken und betrat die Raststätte. Ich setzte mich an einen Fenstertisch und bestellte mir einen Kaffee mit Milch und Zucker. Ich schnappte mir eine Zeitung und überflog die Seiten. Nichts Interessantes, ich las trotzdem einige Artikel. Als ich meinen Kaffee zur Hälfte getrunken hatte, blickte ich aus dem Fenster und sah ein Polizeiauto auf den Parkplatz fahren. Ich spürte leichte Nervosität in mir aufsteigen, trank meinen Kaffee aus und legte das Geld für den Kaffee auf den Tresen. Als ich nach draußen trat kamen mir die zwei Polizisten entgegen, ich nickte ihnen höflich zu und ging zu meinem Wagen. Als ich saß, ärgerte ich mich. Nervös, obwohl ich nichts zu befürchten hatte? Lächerlich. Und ich hatte zu viel Trinkgeld gegeben. Ich fuhr weiter.

subtik Avatar
subtik:#21398

>Buch
>Kapitel von je einem Absatz

Was mir beim bloßen Überfliegen aufgefallen ist:
Die Einleitung nimmt die ganze Spannung aus der Geschichte. Wieso spielt die Handlung in den USA?
Gefühlt jeder Satz beginnt mit "Ich".
Du fasst zu sehr zusammen, statt zu zeigen, was passiert.
Der ständige Kommentar des Erzählers nervt und trägt nichts zur Geschichte bei ("Lächerlich", "machte Spaß", "irgendwie gefiel mir das"...)
Es fehlt der Konflikt. Er liest Zeitung und fährt eine Straße entlang. Warum sollte ich mich dafür interessieren?
Der Protagonist ist langweilig, er hat ein einigermaßen spannendes Hobby, aber ihm fehlt es an Charakter oder einem Grund für sein Verhalten.
Du willst zeigen, dass der Protagonist selbst dann kühl bleibt, wenn er den Polizisten über den Weg läuft, aber auch hier hätte man wenigstens etwas Spannung aufbauen können, statt das in einem Satz abzuhandeln.

adhiardana Avatar
adhiardana:#21400

>>21398
Geht mir ähnlich. Die Sätze wirken etwas monoton. "Ich [Verb] [Objekt]. Ich [Verb] [Objekt]"
Versuch doch mal, ein wenig Variation hereinzubringen. Spiegelstriche hast du ja schon genutzt, mach das ruhig öfter. Auch Semikolons kann ich empfehlen; behandel sie einfach wie eine Mischung aus Punkt und Komma in der Satzmelodie - eine etwas längere Atempause als beim Komma, aber kein Abbruch des Redeflusses wie beim Punkt; außerdem kein Kontrast wie Spiegelstriche das darstellen sollen.

abdots Avatar
abdots:#21406

>>21389

>Meine Mutter hielt mich für einen Vertreter eines großen Getränkeherstellers und war stolz auf mich. So ein Quatsch. Wer war schon stolz auf einen beschissenen Vertreter?

Oh, Anspielung auf Kafkas Gregor Samsa?

>>21398

>Es fehlt der Konflikt. Er liest Zeitung und fährt eine Straße entlang. Warum sollte ich mich dafür interessieren?
>Der Protagonist ist langweilig, er hat ein einigermaßen spannendes Hobby, aber ihm fehlt es an Charakter oder einem Grund für sein Verhalten.

Dies! Du nimmst mir die Wörter von der Tastatur.

Solange es keine Idee hinter der Handlung gibt, ist doch jede Empfehlung sprachlicher Natur ganz unnütz. OP sollte sich erst einmal überlegen, wo er mit der Geschichte überhaupt hinwill.

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