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Veröffentlicht am 2014-08-13 19:19:12 in /l/

/l/ 21683: EBook-Veröffentlichung über amazon

suribbles Avatar
suribbles:#21683

Hallo, hat jemand von Euch schonmal etwas über diese amazon-Funktion veröffentlicht?
Es gibt dort die Möglichkeit, eigene Werke anzubieten.

Erfahrungen? Pro/Cons?

armcivor Avatar
armcivor:#21684

Kontra:
Der ehrenwerte deutsche Buchhandel wirft Amazon unlauteren Wettbewerb vor und sieht die heilige Kuh der Buchpreisbindung in Gefahr. Bernd möchte doch nicht etwa durch sein Schaffen die deutsche Kultur an sich zerstören, oder? Denn genau das würde Bernd machen, wenn er bei Amazon veröffentlicht.

Alles.jpg liegt in der Hand von Bernd. Heißt: Bernd muss sich auch um so Mist wie Werbung, Pflege der Community, Autorenlesungen etc. kümmern. Nur ein Buch beim Amazon einzustellen und auf das schnelle NG zu hoffen arreine wird nichts bringen. Sehr mühsam.

Das Lektorat liegt auch bei Bernd!

Pro:
Wenn du gut seichte Unterhaltung für die unterfickte Hausfrau verfassen kannst, dann ist Amazon genau dein Verlag.

Wenn Bernd "Erfolg" hat, verdient er mehr NG als bei den Verlagen, weil er nicht die ganzen Verlagsjuden bezahlen muss. Selbst bei Niedrigpreisen für die eigenen Werke. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.
Heißt aber auch, dass Bernd am besten kontinuierlich, in regelmäßigen Abständen seichte Scheiße liefern muss und am besten auch noch die Wünsche seiner Leser miteinbaut.

romanbulah Avatar
romanbulah:#21685

Hm, als Community kann man eine Fratzenbuch-Seite erstellen. Dort ist auch eine Diskussion möglich. Oder auch andere Foren besuchen.

Lektorat ist eventuell schwierig. Da könnte man bedingt im Freundeskreis fragen, falls man Lehrerinnen, Journalistinnen oder sonstige Studenten oder Interessierte kennt.


>seichte scheisse
>kontinuierlich

Also eine Art Roman, der in Teilen herauskommt, jeweils mit Cliffhanger. Bei 30 Kapiteln jeweils 3-5 zu 2 NG. Würde vielleicht funktionieren.

>Werbung

Da kann man es speziell machen. Den Titel des Buches überall erwähnen, Links einbauen, Flyer aufhängen, "Habt ihr von X gehört".. etc.

Nieder mit den Verlagsaffen.

adhiardana Avatar
adhiardana:#21686

Dieser Typ hier hatte damit offenbar Erfolg: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Martian_(Andy_Weir)#Publishing_history

Ich denke, wenn etwas Neuartig und Speziell ist, hat man mit dieser Art von Selbstverlag durchaus Chancen, während sich die Verlage eher auf Bewährtes könzentrieren bzw. auf das, was gerade in Mode ist (Stichwort Lokalkrimi).

In diesem Fall (The Martian) kommt sicher hinzu, dass die Leserschaft ohnehin technikaffin ist, also einen Reader hat und über Internetmarketing erreichbar ist.

samscouto Avatar
samscouto:#21687

Danke schonmal für eure Meinungen.
Aber immer weiter. Ich schwanke noch.

Tatsächlich liebäugel ich mit einer Veröffentlichung eines Sci-Fi-Buches. Und die Kapitel-Veröffentlichung gefällt mir sehr gut, solange es den Preis rechtfertigt. Für .99 NG muss schon gut was geboten werden, ich möchte niemanden abzocken.

Es ist wirklich eine ganz einfache Variante, dachte ich mir.
Keiner Erfahrung damit?

thinkleft Avatar
thinkleft:#21688

So scheu er sich mal bei http://zeilenwert.de um,
wenn es schon eine Ebuchveröffentlichung sein soll.
1. was machst du wenn dein Buch bei Amazon abgemahnt wird oder ähnliche Rechtsverdreher was von Dir wollen?
2. Bücher die nur bei Amazon liegen können auch nur von Amazonkunden gekauft werden und nur auf dem Kindle gelesen werden. jedenfalls für Ottonormalebuchleser - damit entfallen alle Tolino, Kobo, Sony etc Nutzer.
3. Amazon lässt keine "Autoren- & Rezensionsexemplare" zu. Also du kannst z.B. niemanden einen Gutscheincode in die Hand drücken um z.B. eine Kritik und damit Werbung zu bekommen.
4. Die eBücher sind DRM-verseucht
5. es ist möglich es zu sobooks.de zu integrieren
6. OnLeihe ist eine gute und kostenlose Promo, lässt Amazon nicht zu.

vladyn Avatar
vladyn:#21691

>>21688

Das hört sich natürlich alles sehr gut an. Jedoch hat man dann ja doch wieder einen Nutznießer.

Wäre ja nicht so schlimm, er tut ja auch seine Arbeit. JEDOCH steht keinerlei Preisberechnung auf der Homepage. Das gibt zu denken...

vladarbatov Avatar
vladarbatov:#21700

>seichte Unterhaltung für die unterfickte Hausfrau

Als ob "die Hausfrau" wüsste was ein Ebuch ist.

justinrhee Avatar
justinrhee:#21710

>>21700
Wenn du wüsstest. In vielen deutschen EBuch-Foren sind fast 80% der Nutzer weiblich und was die Nutzung Ihrer Geräte und DRM Problematiken angeht sehr versiert.

>>21691
eine Preiskalkulation gibt es nicht, da sich Zeilenwert einen Prozentsatz (je nach Dienstleistungumfang) vom Verkaufspreis einbehält. Das einfachste ist Zeilenwert zu kontaktieren (FB,EMail oder Telefon), mit deinen konkreten Vorstellungen vor allem mit der konkreten Vorstellung wie viel du pro Buch verdienen willst. Das Konzept von Zw stellt ist gerade für kleine Verlage und freie Autoren sehr innovativ, da diese nicht für komplizierte Konvertierungen oder technische Arbeit in Vorleistungen gehen müssen. Ich habe Dir mal die aktuelle Broschüre angehängt. Bevor der Verdacht aufkommt ich sei ein Mitarbeiter von denen.....der Verlag für den ich arbeitet (Aufbau Verlag - Berlin) nimmt sei knapp 1 Jahr die Leistungen von Zw in Anspruch, u.a. ist das enhanced media E-Book "Depeche Mode: Monument" von Sascha Lange & Dennis Burmeister von Zw komplett erstellt worden.

mizhgan Avatar
mizhgan:#21712

>>21710

Danke dir.

Aber... wie soll denn ein Neuling wissen, wieviel er pro Buch verdienen kann?

_zm Avatar
_zm:#21714

>>21712
das kannst du mit denen auch diskutieren wenn du überhaupt keine Ahnung hast.
Aber überdenke alles gründlich und bedenke du bist vielleicht nicht der erste welcher einem solchen Roman selbst-veröffentlicht. Preislich kann Du Dich nur verschätzen, was jetzt nicht böse gemeint ist. Wenn du sagst Du machst eine Kapitalveröffentlichung für 0.99Eur kann es Dir passieren dass der Leser denkt "naja so billig das kann nicht gut sein." wenn du aber z.B. 4,50Eur nimmst ist das für viele schon zu viel.

Ich hätte mal noch ein bisschen was womit du Dich beschäftigen kannst, da ich vermute das Du bei der "Electric Book Fair" (infos unter http://electricbookfair.de) nicht warst oder jemals etwas davon gesehen hast.
Ein Vortrag über die Covergestaltung:
http://charlotte-reimann.de/netzbilder-die-covergestaltung-von-e-books/
Alfred Bekker - einer der Massenautoren in Deutschland. Hat u.a. für Jerry Cotton & Perry Rhodan mit geschrieben. Seine Eigenveröffentlichungen gehen bei 1,50€ pro Buch los. http://www.alfredbekker.de
Sasha Lobos linke Hälfte Katarina Passing hat einen sehr umfangreich Notizblock zur EBF erstellt. https://docs.google.com/document/d/1oyNOr-JHVc_pZNS2Z5lgTKm62T4izL5shCasopqaIUg/edit
Beschäftige dich auch mal mit Leserportalen wie lovelybooks und wasliestdu. Fratzenbuch ist zwar schön und gut aber wie willst du dort genau die Zielgruppe erreichen ohne im sonstigen FB-Gerausche (exemplarisch) von Katzenvideos und 9gag und totalwischten nachrichten über Beziehungsdramen usw mithalten. Ja evtl. kann man eine Fb Seite anlegen und darauf vereisen etc. aber für Marketing und Promo ist es vollkommen ungeeignet.
Und zum Ende mal noch ein Wissenswertes zum Selfpublishing, Ebook-Revolution!? usw.
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/ceci-n2019est-pas-un-livre
http://www.deutschlandradiokultur.de/technologie-die-vermessung-des-lesers.974.de.html?dram%3Aarticle_id=279045

Ach ja, nimm Abstand von den Artikel aller "So einfach verdienen sie 70% Autorenhonorar" oder "eigener Autor und eigener Verlag dank Amazon." zu 98% funktioniert es nicht.
1. sind die Kalkulationen bei Amazon sehr intransparent (u.a. gilt der Luxemburgische Steuersatz), es erfolgt eine nachzügliche Abrechnung, Rezi & Promoexemplare oder Leseproben sind nicht vorgesehen, es ist and DRM und Kindle geknüpft.
2. als Beispiel wird unisono immer nur Amanda Hocking aufgezählt (alle anderen 'Highroller in der Indiewelt' sind auch nur Amerikaner egal ob
Stephen Leather, Victorine Lieske, H.P.Mallory, Michael Sullivan,L.J. Sellers, J.A.Konrath, Bella Andre, oder Tina Folsom)

Solltest du weitere Fragen haben probiere ich Dir diese so gut ich kann zu beantworten.(Bild teilweise relatiert)

starburst1977 Avatar
starburst1977:#21716

Ist das Elektrobuchgeschäft nicht ohnehin am verrecken? Wo ich herkomme legen die Authoren ihre Bücher regelrecht zeitgleich mit dem Papierexemplaren auf ihren Weltnetzseiten aus. Geld bekommen die von Kurzgeschichten in den Journalen (u.a. die Lokalfassungen vom Playboy, Rolling Stone, GQ...) und wenn die Fans mal ein Stück Altpapier mal als Andenk erwerben wollen. Daneben gibt es noch durchhypte Schundliteratur die aber niemand aus meinem Bekanntenkreis mag.

darcystonge Avatar
darcystonge:#21717

>>21716

>Wo ich herkomme

Wo kommst du denn her?

nicoleglynn Avatar
nicoleglynn:#21793

Darf man nachfragen wie sich OP entschieden hat oder wie der aktuelle Stand ist?
oder ist das Thema erledigt?

itsracine Avatar
itsracine:#21797

Im Wissenschaftsbereich publizierender Bernd hat auch schon einmal über Amazon nachgedacht. Muss man da die Rechte am Werk komplett abgeben oder ist's nur ein einfaches Nutzungsrecht, das man da einräumt?

funwatercat Avatar
funwatercat:#21827

>>21797
ab Frage 7:
http://www.ebookboss.de/ein-buch-als-ebook-veroeffentlichen-die-zehn-haeufigsten-fragen/
Grundsätzlich behält der Autor die Rechte an seinem Werk....ABER gerade im Wissenschaftsbereich wird ja mehr oder minder immer mit Zitaten/Textauszügen usw. gearbeitet, daher unbedingt die Rechteinhaber bzw. deren Nutzungsrecht beachten. Auch hat man bei einer Amazon-KDP immer das Problem das man das Buch nicht noch gleichzeitig bei einem anderen Portal listen darf. Daher war auch oben schon meine Empfehlung zu Zeilenwert oder Neobooks o.Ä. - das mehr oder minder kuriose ist das wenn ein "Verlag" das Ebook bei Amazon veröffentlicht es auch in anderen Portalen gelistet und verkauft werden darf - als Privatperson über KDP darf das nicht erfolgen, man räumt Amazon Exklusivrechte ein

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