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Veröffentlicht am 2014-10-12 18:43:29 in /l/

/l/ 21963: Bernd, sollten wir hier nicht mal wieder einen "Sc...

matt3224 Avatar
matt3224:#21963

Bernd, sollten wir hier nicht mal wieder einen "Schreib deine eigene Geschichte"-Faden haben? Vielleicht einen Faden, der sich ausschließlich mit Geschichten Gedichte sind übrigens auch willkommen über Dr. Axel Stoll beschäftigt? Als Hauptfigur oder nur als Bemerkung in einer Fußnote. Ist völlig egal. Ja? Wollen wir das machen?

abotap Avatar
abotap:#21964

>>21963
Abgabetermin ist spätestens der 30. Oktober (66. Geburtstag des Doktors).

yassiryahya Avatar
yassiryahya:#21965

Ja, warum nicht.

a_khadeko Avatar
a_khadeko:#21980

"Siiiilennnntium"! Mit krachender Präzision knallt die knochige Hand auf den kahlen Wirtshaustisch, einige Gläser möchten am liebsten zerspringen. Nur wegen der zu erwartenden Sanktionen bleiben sie klirrend und klappernd am Tisch, schliesslich ist es ein gefürchteter Nazi-esoteriker der hier Stille erheischt!
Dr. Axell Stoll 1Meter 98, Naturwissenschaftler und Privatdozent hat geladen und alle sind gekommen, Mario, Peter, die beiden dicklichen antifa Beobachter, deren identität kurz darauf auf einem bekannten deutschsprachlichen Imageboard entwirbelt werden wird, das Nazischnurzl mit seiner kahlköpfigen Korona. Familientreffen, alt bekannte Gesichter.
Wer von denen könnte ein Kollege sein? Das Schnurzl? die beiden Dicken? nee das sind Überzeugungstäter, die können sich bei den Haunenbüchenen Geschichten das Lachen kaum verkneifen, machen Aufnahmen, aber wenn es kritisch wird, wenn die Bestimmungen des § 130, 131 ff. pp. verletzt werden, dass die Schwarte kracht, träumen sie gerade oder bestellen Bier. Profis würden hier mitschreiben, nur hier.

Nachzügler treffen ein, drängeln sich mit überheblicher Rücksichtslosigkeit auf die letzten freien Plätze. Bartoschek und seine Assistentin. Sie lassen spüren wie sehr sie die Versammlung verachten, sich selbst aber als tapfere Beobachter des Guten im Feindesland sehen. Bezüglich dieses Hilfspsychotikers hatte ich bereits in einem früheren Memorandum darauf hingewiesen, das seine Anwesenheit meine Arbeit erheblich beeinträchtigt. Durch dessen wichtigtuerisches Auftreten trage der Pole dazu bei, dass die von uns avisierten Personen den Treffen fernblieben.

Dr. Stoll macht seine Sache gut, ein alter Desinformatik-pro, er vermischt Fakten und Spekulationen mit spannender Unterhaltung, verschafft dem Häuflein der 150prozentigen Traumreisen auf Aldebaran. Manchmal kommt mir der Gedanke, dass er selber daran glaubt.
So muss Moses in seinem Volk die Hoffnung geweckt und 40 Jahre lang aufrecht erhalten haben, 40 jahre lang im Kreis laufen, in einer Wüste von deren höchsten Punkt man die Wasser der umgebenen Meere erkennen kann.
Und als Motivation? Märchen. Versprechungen vom Messias.
Reife Leistung. Kein Wunder; das Bergsteigeverbot. Es sollen eben nicht alle wissen wo es langgeht, Taxifahrerlogik.
Da sollte man von lernen.

Aber ich träume schon wieder, wow, wo sind wir grade? Ufos und Chemtrails sind durch, scheinen dem thermodynamischen Kältetod der Sonne gefolgt. Stoll erklärt uns gerade den Widerstand, Ohmsche Gesetze (hört, hört), Temperaturabhängig. Was Geschwister Schmoll und das Kirchhoffsches Gesetz miteinander zu tun haben?

weiss wieder mal keiner.
Stoll schaut mich fragend an: Hat der Muhandas gemerkt das ich abwesend war? Wie ein Oberlehrer... Herrje, ich soll berichten was ich von der weissen Dose weiss? Was weiss ich? Schulwissen Widerstand. Flugblätter, Treppenhaus von ganz oben, Fluchtweg? Wirklich nicht sehr clever. Vom Hausmeister der Uni, einem alten Nazi verraten, ... Streng, kalten Blickes mustert mich Stoll. "Verraten soso .."
DSCHEISE! hab ich wirklich alter Nazi gesagt?. Die meisten stieren vor sich hin, drehen ihr Bierglas. Der weisshaarige, ebenso dezent wie sophisticated gekleidetete schweigsame Herr neben dem Fenster fixiert mich, ein feines Lächeln spielt um seine Mundwinkel, NPD oder BuAvVfs. Egal, ist jetzt auch 88, einfach weitergehen, weitergehen als sei nichts geschehen. Ich setze meinen Vortrag fort, aber Stoll unterbricht mich mit der Frage, ob ich mich einmal in den Hausmeister einer zeitgenössischen Universität versetzten möge, der just vor St. Holograus einen einschlägig bekannten Studenten dabei ertappt, wie dieser, die eben schön für die Gedenkfeier hergerichtete Deko des Audimax mit antisemitistischen Sprühparolen verunziert.

yesmeck Avatar
yesmeck:#21981

>>21980
Ich stammele etwas von Polizei, Hausrecht.
Stoll nickt nur bedeutungschwer und setzt sich. Ohne auf weiteren Vortrag meinerseits zu bestehen hebt er an und zitiert wörtlich eine länger Passage aus dem Vernehmungsprotokoll. Dialog zwischen Scholl und Vernehmungsbeamten. dem Namen nach einem Rheinländer.
Bin selber Rheinländer, Köln, den närrischen Auftrag hier, unter Berliner Vollidioten, Hinweise auf gewaltbereite Strukturen zu ermitteln verdanke ich meiner rheinischen Frohnatur. "Herr 008, sie wollten doch nie nach Berlin, dat trifft sich jetzjanzjut, dort kennt sie nämlich immer noch niemand, die glauben uns gar nicht das es sie gibt. Sie sind unser Mann im Roseneck, is ene janz heisse Sache da."
Rosenheck, Das erstemal das ich diesen Namen hörte, Rosenholz im Roseneck, Herrengedeck. Und noch dafür bezahlt werden, zu kaltes Bier, lauwarmer Schnaps, fettige Schnitzel. Das Übliche halt. Am Ende der monatelangen Ermittlungen steht obligatorisch ein Magengeschwür. Man gönnt sich ja sonst nichts. Hätte man doch etwas anständiges gelernt.
Wirtschaftsermittler in Frankfurt müsste man sein.
"..vergessen, dass wir uns 1944 in einem Krieg befinden, auch wenn es nicht die feine englische Art ist, jugendlichen Leichtsinn mit dem Tode zu bestrafen und die Rechnung für den Strick den Eltern zu übersenden; - Bedenken die Festredner denn, dass die feine englische Art Frieden herbeizubomben inzwischen im ganzen Reichsgebiet zehntausende nette junge Leute das Leben gekostet hat? Und nur eine Sache noch: Was stellen wir fest, dass - wenn wir einmal den Duktus des Vernehmungsbeamten analysieren,- was tut der da"? Stolls Stimme ist wieder schärfer geworden, so spricht er nur, wenn er seine Botschaften rüberbringen will! Spitz pass auf!
"Lesen sie selber, Originalprotokolle, der versucht da der Schmollenden eine goldene Brücke zu bauen, ...sag das es nicht so gemeint war, verrate uns den Drucker und du kannst gehen, usw... aber die dumme Kuh merkt es nicht!"
gesetzte Wirkungspause Stoll schaut in die Runde, bei dumme Kuh sind alle erwacht, der Graue schreibt mit, auch das Schnurzl kritzelt wie gelangweilt auf seinem Block herum.
"....sie merkt es nicht? nein ... "
Stoll gibt nun den Krimifinisher:" Sie will nicht!"
triumphierend blickt der Dr. in die Runde seine Augen funkeln kampflustig:
"Der joviale Herr aus dem Rheinland kann es sich nicht vorstellen, aber er hat es hier mit einem deutschen Mädel zu tun... Das verrät niemanden!... Das steht zu seiner Überzeugung!" ..."Und sei es die Überzeugung, dass der Michel und sine Fru, von der königlichen Luftwaffe mit Eisen und Feuer zur Räson gebracht werden müssen, weil sie den Hitler gewählt haben! Die weisse Dose hat nämlich" -so doziert Stoll nun mit schneidend klarer Stimme:" Diese " Stoll schnippt Anführungszeichen in die Luft: "Diese "Weise" Dose hat in ihren Flugblättern aus dem vergleichsweise sicheren München Verständniss für die Terrorbombardements der RAF bekundet. "
Wer von uns das wisse?
"Mal wieder keiner. " konstatiert Dr. Axel Stoll mit einem Anfliug von Resignation in der Stimme, während er sich wieder hinsetzt und zum erstbesten Bierglas greift. Ein verstohlener Blick in mein Richtung, dann zum Grauen. Stoll weiss Bescheid, ich weiss Bescheid. Das schwarzhaarige Schnurzl klappt seinen Block zu.

madebyvadim Avatar
madebyvadim:#21982

>>21981
Eine Stunde und viele Chemtrails später ist es geschafft. Stoll löst gerade die Versammlung auf, als ein Uniformierter in der Tracht der Bereitschaftspolizei und in Begleitung einer Wildlederjacke mit Ulbrichtbart und Aktenkoffer den Raum betritt, alle zum Hinsetzen auffordert und eine allgemein Personenkontrolle ankündigt. Hocherfreutes Raunen bei der Mehrheit der Anwesenden, man wird ernst genommen!. Der Graue und ich sind uns einig, uns das nicht länger zuzumuten, wir protestieren, drängeln uns zum Ausgang um dem Zivilen unsere Ausweise zu zeigen, Termine verstehen sie. Auch Stoll ist schon dort, kann gehen, "Der Herr Stoll ist bei uns bekannt" so die Wildlederjacke, wie zur Rechtfertigung. Na ja. Die Rente der ehemaligen Stasi Mitarbeiter. Wahrscheinlich verdient Stoll sich etwas nebenbei. Als ich meine Wagen erreiche, verlässt gerade das Schnurzl mit ihrem Glatzenfreund auf dem Beifahrersitz den Parkplatz. Ladies First.

Am Wochende zufällig rbb eingeschaltet, Razzia im Rosenheck, ganz Groß als Aufmacher.
Ein Pressesprecher des Lka Brandenburg berichtet von einem brauen Sumpf in den offenbar auch Berliner Polizisten verwickelt seien. In der Gaststätte Rosenheim im Bezirk Spandau sollen sich gewaltbereite Neonazis konspirativ zu Schulungen getroffen haben, darunter auch Auszubildende von der Landespolizeischule. Ein Foto wird eingeblendet, unverwechselbar die beiden grinsenden Dickies in schwarzweissroten Partnerlook, Augenpartien schlampig verpixelt.. Es sei zu Verhaftungen gekommen, drei Personen befänden sich wegen Beleidigung des Andenkens Verschrobener in U-haft, darunter auch ein polnischer Staatsbürger, der allen ernstes behaupte, dass die bei ihm gefundenen, schwer belastenden Videos und Unterlagen eine Mitschrift des Abends seien.
Der Vergleich mit den beschlagnahmten Vortrags-Unterlagen habe keinerlei entlastende Hinweise ergeben, so das er nun an die polnischen Behörden überstellt werde. Dort erwarte ihn bereits eine Haftstrafe wegen Betrugs und illegaler ärztlicher Betätigung.

shadowfreakapps Avatar
shadowfreakapps:#21983

>>21982
Sauber, wunderbar fabuliert, ein modernes Märchen mit modernem Ende.

breehype Avatar
breehype:#21990

Bernd erwachte in einem fremdem Bett. Aus verklebten Augen sah er kahle, weiße Wände. Ein Fenster. Eine massive Tür. Draußen herrschte Dunkelheit. Im Raum surrten zwei Neonlampen um die Wette. Vor dem Bett stand ein schmuckloser Tisch. Darauf Plastikblumen, ein Glas Wasser und ein Kalender mit Sprüchen. Es war der 29. Oktober und die Weisheit des Tages lautete: „Die Drachen des Alltags sind Prinzessinnen, die nur darauf warten uns schön und mutig zu finden.“ Gar nicht so schlecht, dachte Bernd, als er plötzlich ein Röcheln zu seiner Linken vernahm. Ein weiteres Bett. Darin ein verwahrlost wirkender Mann mit schlechten Zähnen. Als Bernd langsam seinen Kopf drehte blickte er direkt in irre funkelnde Augen.
„Det is diesma jarnich so jut jelaufen, Bernd, wa?“, krächzte der Mann.
Offensichtlich kannten sie sich. Woher bloß?
„J-Ja“, stotterte Bernd.
„Na ja, zum Glück ham SE nich det Ei jefundn, wa?!? Det wärs ja noch jewesen! Wenn DIE det Ei jefundn hättn!“
„Äh... ja, jenau!“, nuschelte Bernd in seine Bettdecke. Offensichtlich war der Mann wirklich verrückt. Wie kam es, dass sie im selben Zimmer lagen? Bernd blickte zur Tür. Dort draußen musste doch jemand sein, der die Sache aufklären konnte... oder zumindest die Verlegung in ein neues Zimmer, das musste doch möglich sein!
„Die Türe is so dicht wie der Schoß meiner Töchter für den Muselmanen. Hehe.“, gackerte der Mann. „Da kommste nich durch. Hab ich allet schon probjiert. Verfluchte Krankenhaus-BriDGmbH!“
BriDGmbH. Irgendwas zuckte in Bernds Kopf. Seerecht. Das Reich. Das Reich. Genau! Das Reich! Es war nie untergegangen! Es hatte etwas mit dem Seerecht zu tun, aber was genau, das fiel Bernd nicht ein.
„Die ham uns hier richtich schön wegjesperrt.“, lamentierte es von gegenüber. „Wolln de Wahrheit unterdrücken! Aber wir, Bernd, wir wissens, wir wissen, was wirklich jeschah, nich? Das Ei, Bernd, das Ei, wir müssen das Ei in die neue Ordnung retten!“
„Das Ei?“, sprudelte es aus Bernd heraus.
„Na det Ei vom Doktor, Bernd. Det Ei vom Stoll! Unsere Mission. Vom Templerorden.“, kam es zur Antwort. „Hamse dir aber ordentlich eene ufn Kopf jegeben, wa? Dat de des nich mer weest!“
Plötzlich kam alles zurück. Der Tod des Doktors. Die Leere. Das Entsetzen. Die Hoffnungslosigkeit in den Gesichtern der Menschen. Und ihre Mission. Ja, die Mission. Die Mission, die gehörig schief gelaufen war. Irgendjemand musste sie verraten haben. Irgendjemand aus dem inneren Kreis. Aber das war eine Sache für später. Die Zeit drängte. Er musste raus. Weg von hier. Die Mission fortsetzen.
„Wie schaut's mit dem Fenster aus?“, fragte er Mario.
„Keene Jitter, aber etwa 15m überm Boden.“
„Das macht nichts. Ich brauch dein Laken und deine Bettdecke. Sofort.“
Keine drei Minuten später stand Bernd vor dem Krankenhaus. Er blickte sich ein letztes Mal zu Mario um, lächelte ihm traurig zu, und rannte los. Das Zyanid würde dafür sorgen, dass er dem Feind keine wichtigen Informationen verriet. Es war besser so. Für alle.

vladyn Avatar
vladyn:#21991

>>21990
Die Nacht breitete sich kühl über Bernds Schultern aus. Es begann leicht zu nieseln. Die Nässe beruhigte Bernd. Klebte an seiner Haut. Lies ihn klarer denken. In der Ferne erblickte er die Leuchtreklame einer Tankstelle. Dort würde es ein Auto geben. Er musste jetzt schnell sein. Sie würden sein Fehlen wohl bald bemerken. Er beschleunigte sein Tempo und bremste erst wieder ab, als er sich dem Parkplatz neben der Waschanlage näherte. Er blickte sich um. Und, welch Wunder, dort stand ein Auto. Leer. Etwas abseits. Zwar ein Ford, aber das war Bernd egal.
Er musterte seine Umgebung und war kurz davor los zu sprinten, als eine kleine Frau mit langen, roten Haaren um die Ecke der Tankstelle stolziert kam. Sie hatte einen Prachtkörper, aber irgendwie konnte Bernd ihr Gesicht nicht genau erkennen. Natürlich lief sie genau auf das einzige Auto zu. War vermutlich ihres. Sei´s drum, dachte Bernd, mit einer Frau würde er schon fertig werden.
Sie war bereits an der Tür. Schloss sie auf. Wollte einsteigen. Das war der richtige Moment. Bernd sprang aus der Dunkelheit hervor. Kam genau neben ihr zum Stehen. Sah ihr Gesicht und wich ebenso erschrocken zurück wie die Frau.
„Waaa!“, kreische sie.
„Örrrrhhh...“, krächzte Bernd.
Verflucht! Wie konnte das sein! Wie konnte jemand nur so aussehen!
„Ich habe hier Pfefferspray!“, rief die Frau plötzlich. „Und ich weiß wie man es benutzt!“
„Tut mir leid, dass ich sie erschreckt habe, Mademoiselle“, versuchte Bernd beruhigend auf die junge Dame einzureden. Seine Stimme zitterte leicht. Hoffentlich bemerkte sie´s nicht. „Ich bin nur ein Reisender der Nacht, auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit. Mein Name ist Bernd. Bernd Lauert.“
„Bernd Lauert. Aha! Wenn das denn Ihr richtiger Name ist!“, spottete sie. „Ich glaube, ich will heute Nacht lieber alleine reisen. Gehen Sie dahin zurück wo sie hergekommen sind!“
„Geht nicht“, sagte Bernd .
„Ach ja? Und warum nicht?“
Das war der Hook.
„Mir drohen mindesten 15 Jahre Gefängnis.“ Die Rebellentour. Dass sie zog, erkannte Bernd sofort an ihren Augen. Jegliche Furcht wich diesem besonderen Glanz, den er schon öfters bei Frauen gesehen hatte. Besonders dann, wenn der Doktor zu einer von ihnen sprach.
„Oh“, zwitscherte sie sanft. „Das ändert natürlich alles. Steigen Sie ein. Die Beifahrerseite ist offen.“
Bernd quälte sich mühsam ins Auto. Schob den Sitz nach hinten. Verschaffte sich Platz.
Die Frau stieg lächelnd ein und der Geruch von Fisch stieg Bernd in die Nase.
„Sie müssen bestimmt hungrig sein, oder?“, fragte sie. „Klappen Sie mal das Armaturenbrett vor sich auf.“
Bernd wollte nicht undankbar erscheinen und kam der Bitte nach. Was er jedoch zu sehen bekam verschlug ihm den Atem. Jemand hatte dort Fischbrötchen aufgereiht. Etwa fünfzehn Stück. In Reih und Glied. Wie kleine Soldaten standen sie dort. Und warteten brav.
„Nehmen Sie ruhig eins!“, ermutigte die Frau Bernd. „Und geben Sie mir auch gleich mal zwei rüber. Ich hatte heute kein Mittag.“
Fassungslos blickte Bernd in das entstellte Gesicht der Rothaarigen.
„Na los!“, drängte diese nun. „Wir müssen hier weg, Bernd, oder etwa nicht?“
Das lies sich nicht abstreiten.

Als der Ford etwa dreihundert Meter von der Tankstelle entfernt war, kam ihnen plötzlich eine Kolonne von Polizeifahrzeugen entgegen. Blaulicht. Sirenen. Das volle Programm.
„Meine Name ist übrigens Paula Klara Bianca“, sagte sie. „Schön dich kennenzulernen, Bernd.“
„Das Vergnügen ist ganz meinerseits“, gab Bernd zurück. Wo war er da bloß wieder hineingeraten...

Bernd Avatar
Bernd:#21992

Sehr schöne Beiträge bisher. Gut gemacht, Berndi.

vovkasolovev Avatar
vovkasolovev:#21993

>>21992
Bernd nimmt keinerlei Sterne an.
Gelbe schon mal gar nicht.
Ein grauenerregendes Symbol.

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