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Veröffentlicht am 2014-12-13 16:48:05 in /l/

/l/ 22152: Hallo /l/! Wie finde ich die "besten" Üb...

andina Avatar
andina:#22152

Hallo /l/! Wie finde ich die "besten" Übersetzungen englischer Literatur?
Gibt es empfehlenswerte Verlage, Vertriebe, etc.?

alagoon Avatar
alagoon:#22161

>>22152
Du musst schon zu jedem Werk, das du lesen willst, eigens nach einer guten Übersetzung suchen. Wenn du das englische Original kennst, wirst du dich ohnehin auch über die beste Übertragung ins Deutsche entsetzen müssen, weil jede Übersetzung nur eine Annäherung sein kann. Als herausragendes Beispiel nehme man Hans Wollschlägers Übersetzung von Joycens Ulysses, ein gemeinhin als unübersetzbar geltendes Werk. Für die zahlreichen Eigenheiten englischer Sprache die Joyce dort verwendet hat, konnte Wollschläger genialerweise ziemlich glückliche Entsprechungen finden. Aber in Wirklichkeit kann man es nicht Übersetzung, sondern muss es Nachdichtung nennen.
Kurz: Wenn du das englische Original kennst, wirst du in der Regel von jeder Übertragung irgendwo enttäuscht sein - gesetzt den Fall, das Werk hat im Original deinen Nerv getroffen.
Wenn du das englische Original nicht kennst, wird dein Anspruch ohnehin nicht so schwer zu befriedigen sein. Selbst Billigst-Verläge wie Anaconda haben dort solide Ausgaben zB zu Melvilles Bartleby.
Ich weiß, man hat mich nicht darum gefragt, aber Sprache ist nicht vornehmlich Informationsmedium, sondern eine interaktive kulturelle Karte, interaktives Lebensgefühl einer Kultur. Jede Übersetzung ist deshalb streng genommen nur ein Gleichnis auf etwas schlechthin Unvergleichbares.

bighanddesign Avatar
bighanddesign:#22162

>>22152
Bezüglich Gedichte: die George-Übertragungen

adammarsbar Avatar
adammarsbar:#22163

Wozu brauchst du Übersetzungen als bernd? Bist doch wie alle hier vom PC erzogen worden und kannst daher seine Sprache, oder nicht? Oder willst der Oma was schenken was du bereits gelesen hast?

Traduttore, traditore. Alle Übersetzungen sind schlecht.

_kkga Avatar
_kkga:#22164

>>22163
Du meinst, man soll jede Sprache lernen bzw. alle Autoren ignorieren, deren Sprache man nicht beherrscht?

justinrhee Avatar
justinrhee:#22168

>>22164

Es ging doch nur um das Englische, dachte ich.

subtik Avatar
subtik:#22175

>>22168
achso, ja

andina Avatar
andina:#22180

>>22164
Anderer Bernd hier

Ich habe vor circa einem Jahr aufgehört Übersetzungen zu lesen und angefangen tief in unsere Nationalliteratur einzutauchen. Jedem, der mich seitdem darauf angesprochen hat, kann ich den gleichen Schritt nur wärmstens empfehlen! Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass in der Muttersprache bereits alles zu finden ist, was Literatur in ihrer Gänze bieten kann. Die Zartheit und Kunstfertigkeit der Sprache kann in dem Maße in einer Übersetzung nicht bestehen.
Auslöser für die Abkehr von Übersetzungen war übrigens eine, meiner Meinung nach schreckliche, ins Deutsche übertragene Ausgabe von Gogols Toten Seelen.(Übersetzt von Philipp Löbenstein)

vladarbatov Avatar
vladarbatov:#22181

>>22180
>dass in der Muttersprache bereits alles zu finden ist, was Literatur in ihrer Gänze bieten kann.

Daraus ergibt sich dann ja auch, dass es keine nennenswerten Unterschiede zwischen Nationalitäten gibt.

karsh Avatar
karsh:#22182

>>22180

Problem bloß: Releveanz eines Textes kann sich auch daraus ergeben, dass ihn viele andere gelesen haben. Wenn das nun bei ausländischen Texten der Fall ist, dann kann man die Lektüre nicht dadurch ersetzen, dass man Gleichwertiges in der eigenen Sprache gelesen hat.

okcoker Avatar
okcoker:#22183

>>22181
Ganz genau

>>22182
Es ist ja kein Zwang, ausschließlich deutsche Bücher zu lesen.
Ich persönlich kenne das Problem allerdings nicht, dass du schilderst.

guischmitt Avatar
guischmitt:#22184

>>22183

Hä? Welches Problem habe ich denn geschildert? Was meinst du damit?

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