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Veröffentlicht am 2015-09-07 10:19:59 in /l/

/l/ 23623: Kannst du mir Bücher mit nihilistischem oder pessi...

nehemiasec Avatar
nehemiasec:#23623

Kannst du mir Bücher mit nihilistischem oder pessimistischem Inhalt empfehlen, Bernd?

necodymiconer Avatar
necodymiconer:#23624

>>23623
Die Gesänge des Maldoror, Ein Mann der schläft, Die Pest, Eugen Onegin ...

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chris_frees:#23625

>>23623
Der Mann ohne Eigenschaften

samscouto Avatar
samscouto:#23627

Die "Skandinavische Misanthropie"-Trilogie von Faldbakken findet man als kantiger Jungbernd sicherlich ganz knorke. Ansonsten vielleicht noch "Nichts" von Janne Teller. Musikalisch dazu passend ein Lied vom ersten Album der Fugs:
>https://youtu.be/JmGUQR0ceBs

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enriquemmorgan:#23635

>>23627
Ich hab die Trilogie Mitte Zwanzig gelesen und fand sie, abgesehen von Unfun, sehr unterhaltsam. Besonder Macht und Rebell fand ich ziemlich gut.

Auch: Alles.jpg von Chuck Palahniuk

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meisso_jarno:#23636

Schopenhauer, Schopenhauer und Schopenhauer.

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markolschesky:#23637

Alle Menschen sind sterblich von Simone de Beauvoir
Eine Minute der Menschheit von Stanislaw Lem
Steppenwolf von Herrmann Hesse
Der Fremde von Albert Camus

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marrimo:#23638

>>23635
>Mitte Zwanzig
>kantiger Jungbernd

Alles.jpg unter 30 (dreißich) ist ja im Grunde genommen in die Kategorie »Jungbernd« einzuordnen. Als ich mich in den frühen 20ern meines Lebens an den Büchern delektierte, trug es nicht unerheblich zu meinem Pläsier bei, dass ich damals selbst noch ein Suchender und für jede andere Art von Literatur – als Schüler wurde Bernds Geist ja stets nur mit Goethe, Schiller, Dürrenmatt und Konsorten malträtiert, da staut sich natürlich eine Menge Frust an – ein fruchtbarer Nährboden war. Irgendwann legt man dann diese Attitüde wohl zumindest teilweise ab, so dass ich mir kaum vorstellen kann, dass ich mit 60 oder 70 Wintern ähnlich auf die Bücher blicken würde. Als Geront wird man als Bernd dann wohl nur noch Autoren mit sehr, sehr idiosynkratischer Sprache lesen können: der späte Schmidt, die gesammelte Zwischerey vom späten Boris Becker und derartiges.

baluli Avatar
baluli:#23639

>>23638
>an den Büchern delektierte, trug es nicht unerheblich zu meinem Pläsier bei

wzf, du Schwuchtel redest wie Sheksbier

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tube_man:#23642

>>23638
Also entweder hast du einen Gehirntumor oder eine Mikropene.

necodymiconer Avatar
necodymiconer:#23643

>>23639
>>23642
Nur weil er sich um eine feine Diktion befleißigt, belustigt ihr infamen Kretins euch über ihn? Ihr seid wohl so verqueres, prätentiöses 68er-Hippie-Pack, das selbst heutigentags noch gröhlend und pöbelnd "Schlagt die Germanistik tot, färbt die blaue Blume rot" skandiert.

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#23644

>>23643
Du bist vermutlich einfach nur peinliches Studentenpack, dass aus weibischem Trotz nicht einsehen will, wie die alltägliche Sprache heutzutage aussieht.

funwatercat Avatar
funwatercat:#23648

>>23644
"Alltagssprache" ist ja offensichtlich auch nicht der Anspruch. So bemüht "stilvoll" zu schreiben, war immer schon ein Mem. Die Frage ist bloß, ob es einfacher Gymnasiastenhumor ist, oder schon dessen Persiflage, i.e. haben wir es mit einem Troll erster oder zweiter Ordnung zu tun?

Oke, wa alles.

kamal_chaneman Avatar
kamal_chaneman:#23650

Ach lasst dem jungen Altbernd doch seinen Spaß.

to_soham Avatar
to_soham:#23652

>>23623

"Mein Kampf" passt da ganz gut.....

stayuber Avatar
stayuber:#23655

>>23652
Nein, eigentlich nicht.

rangafangs Avatar
rangafangs:#23660

Das Heerlager der Heiligen, aktueller denn je,
von Jean Raspail. Unbedingt die Neuauflage nehmen da die alte Ausgabe schwer gekürzt wurde!

vladarbatov Avatar
vladarbatov:#23661

Das Manifest des überlegenen Sanftmannes

http://abclocal.go.com/three/kabc/kabc/My-Twisted-World.pdf

orkuncaylar Avatar
orkuncaylar:#23662

>>23661
Literarisch betrachtet ist es jedoch eine ziemliche Zeitverschwendung. Generische und weinerliche Jungberndabsonderungen, aber wenigstens benutzt er keine falschen Auslassungspunkte.

aluisio_azevedo Avatar
aluisio_azevedo:#23663

>>23662
>wenigstens benutzt er keine falschen Auslassungspunkte

Mehr kann niemand verlangen.

adriancogliano Avatar
adriancogliano:#23669

Klar doch.

Unter dem Vulkan: Ein alkoholkranker Konsul wird in der mexikanischen Provinz von seiner Frau, die ihn betrogen hat, und seinem Bruder besucht, will von ihrer beider Mühen um sein Seelenheil nichts wissen und verliert sich stattdessen in Alkoholdelirien. Ein Klassiker.

Eeeee Eee Eeee: In extrem dröger Prosa folgen wir dem ereignislosen Leben einiger junger Leute im Amerika der 00er Jahre. Nicht jedermanns Sache.

1979 (Kracht): Dekadenter junger Mann lebt sein Leben ohne die geringste Anteilnahme und erlebt die idiotischsten Sachen. Wie Faserland, aber mit weniger hoffnungsvollem Ende.

… und natürlich alles von Houellebecq, Dostojewskij, Thomas Bernhard.

likewings Avatar
likewings:#23671

>>23669
nicht op hier

Unter dem Vulkan wurde auch verfilmt. Albert Finney spielt so unglaublich gut. Zum niederknien.

Von Tao Lin habe ich Shoplifting from American Apperal und Richard Yates gelesen. Seine Art zu schreiben hat etwas hypnotisches, kann nicht sagen, dass ich es schlecht fand.

1979 hört sich interessant an, kommt auf die Liste.

Houllebecq finde ich persönlich grandios. Das neue muss ich mir endlich mal holen. Thomas Bernhard sowieso. Dostojewskij schiebe ich auch schon viel zu lange vor mir her.

Auch: Wie ist es möglich, dass hier Bukowski noch nicht erwähnt wurde!?

Noch dazu empfehle ich:
Chump Change - Dan Fante
Hans Fallada - Der Trinker
Irvine Welsh - Drecksau

joshuapekera Avatar
joshuapekera:#23672

Mark Lindquist - Sad Movies

fatihturan Avatar
fatihturan:#23773

>>23669

In Dostojewskis Werk wird zwar des öfteren anhand von Figuren der Nihilismus als Strömung verhandelt, aber von der Message her sind die Romane klar optimistisch-christlich konzipiert, finde ich.

kennyadr Avatar
kennyadr:#23797

>>23773
Nunja, "Inhalt" ist ein weitgefasstes Wort.
Die "Message" bei Dostojewski mag manchmal durchaus nicht nihilistisch sein, aber das heißt nicht, dass man sich in mit den inneren Kämpfen z.B. eines Kellerlochbewohners als Leser nicht auch sehr gut identifizieren könnte. Auch die späteren Bücher von Houellebecq enden ja übrigens immer mit (verqueren) Lichtblicken; trotzdem sind sie reichlich pessimistisch.

starburst1977 Avatar
starburst1977:#23798

See-Leben

Kasack Die Stadt hinter dem Strom

kennyadr Avatar
kennyadr:#23799

>>23773
Das nihilistischste Werk von Dosto ist wohl Die Dämonen. Kein Lichtblick, kein aufhellendes Ende, selbstverliebte oder egomanische Charaktere, Überheblichkeit, die noch die Napoleon-Fantasien eines Raskolnikoff toppt, alles in allem ein ausgezeichneter Roman, der teilweise so dunkel wirkt, dass es schon wieder etwas absurd-komisches bekommt, aber teilweise schwer zu ertragen. Nervig ist die 80seitige Vorgeschichte, die sich zäh liest und für die ich fast länger brauchte als für den Rest des Buches. Dostojewski hat sich bei seinen Romanen nicht recht entscheiden können, wie er sie einleiten soll, manchmal in medias res, manchmal ein Vorwort, manchmal eine riesige Vorgeschichte. Am zugänglichsten ist noch der direkte Einstieg in die Geschichte, deshalb ist Schuld und Sühne auch der Roman, der am lebendigsten wirkt. Die Dämonen (ich kenne nur die ältere Übersetzung die im dtv erschienen ist, lies auch mal in Swetlana Geiers Neuübersetzung rein wenn du magst) sind auch in der Philosophie zu einem wichtigen Werk geworden, dank Albert Camus, der sich in Der Mythos des Sisyphos, der Abhandlung über das Absurde, vielfach auf den Roman und seinen Antihelden, Stawrogin, bezieht. Viel Vergnügen, Bernd!

krdesigndotit Avatar
krdesigndotit:#23800

>>23799

Alter, ich (>>23773) bin weder OP, noch ist mir der Dämonentext unbekannt.

Ich finde es nur schräg, dem Nihilismusinteressiertem hier Dostojewski zu empfehlen: War Dostojewski nicht der alte Sack, der sich mit Vorliebe über kantige Jugendliche (also z. B. OP) – und die Ideologien, in die sie sich verbohren – lustik macht? Aber okay nice, didakten wir OP halt zu einem Erwachsenen.

Wo ich aber noch zustimmen muss: Dostointros sind wirklich schrecklich cringey.

Auch: Würde Dämonen sowie Schuld und Strafe … äh … Verbrechen und Sühne … gerne ein zweites Mal lesen. Greife ich dann lieber – erneut – zu der alten Übertragung; oder doch zu Geier?

antonyryndya Avatar
antonyryndya:#23802

>>23800
Habe Böse Geister in der Geier-Übersetzung gelesen und fand sie sehr gelungen. Oke wa ales.

doronmalki Avatar
doronmalki:#23804

>>23802

Thanke.

salleedesign Avatar
salleedesign:#24015

30 Pfostierungen in diesem Faden und Bild relatiert wurde kein einziges Mal genannt. Nicht sicher ob dem Berndtum würdig ...

eloisem Avatar
eloisem:#24017

>>24015
Berndtum & Würde blabla, als gäbe ich oder irgendwer Ficks darauf. Erstickt an eurem behinderten Berndtum. Krautchan ist tot, lang lebe Krautchan.

areus Avatar
areus:#24019

Bret Easton Ellis, allen voran natürlich American Psycho. Hat nicht umsonst Dostojewskis Kellerlochmenschen im Vorwort.

Emil Cioran.

itskawsar Avatar
itskawsar:#24020

Stellungskrieg von Stewart Home.

erikdkennedy Avatar
erikdkennedy:#24032

>>24020
gutes Buch, aber weder nihil- noch pessimistisch.
Stattdessen: Dennis Cooper "Dreier"

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