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Veröffentlicht am 2016-02-19 08:12:1 in /l/

/l/ 24146: So Bernd will, veröffentliche ein mal pro Woche di...

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jasontdsn:#24146

So Bernd will, veröffentliche ein mal pro Woche die Fortsetzung. Konstruktive Kritik erwünscht!

Prolog

Mein Leben war echt toll... bis vor zweieinhalb Tagen. Ich bin rumgereist, habe die Welt gesehen, wurde geliebt und hatte alle Aufmerksamkeit der Welt. Jetzt liege ich mit dem Gesicht voran in einem Wäschehaufen, der so groß ist, dass man davon ausgehen kann, dass dort Wäsche drin liegt, die mehr als zwei Wochen lang nicht gewaschen wurde. Ich liege zwischen Unterhosen und Socken, zwischen siffiger Bettwäsche und wochenlang getragenen T-Shirts. Zumindest riechen sie so. Ich will gar nicht wissen, was alles auf diesen Shirts verkleckert wurde! Ich will es wirklich nicht wissen! Ich gebe ich einfach der Illusiion hin, dass es Majonese, Soße oder sonstirgendwelche Essensreste sind, die aufgrund von unendlicher Unfähigkeit statt im Mund auf der Kleidung landeten. Um den Wäschehaufen herum, in der Ecke des Raumes, tummeln sich Wollmäuse so grß wie Fäuste! Ich rede allerdings nicht von kleinen zierlichen Frauen oder gar Kinderfäusten – Ich rede von ausgewachsenen, todbringenden Männerpranken. Diese Wollmäuse sind so groß wie mein Kopf und ich habe auch das Gefühl, dass sie, aufgrund ihrer Größe auch ein Eigenleben entwickelt haben. Hin und wieder bewegen sie sich aufgrund eines Luftstoßes, kullern dabei von links nach rechts, bedrohlich auf mich zu und wieder von mir weg. Ich wette, sie wollen mir damit etwas sagen! Ich wette sie wollen kommen und mich holen, mich in ihren Wollmauskreis aufnehmen, mich gefangen nehmen und mich zu einem von ihnen machen. Und irgendwann bin ich selber ein seelenloses Staubgebilde, das nur noch traurig im Zimmer umherkullert, bis es barmherzig vom Staubsauger von seiner Agonie erlöst wird. Der Geruch, der mit seit knapp zwei Stunden in meine feine Nase steigt, ist am besten mit waffenfähigem Senfgas zu beschreiben. Ich schwöre ich, sowas widerliches, habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gerochen. Im ersten Moment, als meine unvorbereitete Nase mit diesem Haufen Abartigkeit bekannt gemacht wurde, wäre ich beinahe ohnmächtig geworden. Wie ein Mensch etwas so dermaßen stinkendes produzieren kann, ist mir wahrlich ein Rätsel. Bisher wurde immer geglaubt, dass Surströming, eine schwedische Delikatesse, in welcher vergorener Fisch in Dosen abgefüllt wird, in welchen er dann allmählich weiter gärt. Der „Fisch“ ist dann fertig, wenn der Dosenboden und -Deckel sich wölben. Der Gestank soll so unmenschlich sein, dass gestandene Kerle in Ohnmacht gefallen sein sollen, wenn eine dieser Dosen geöffnet wird. Aus diesem Grund wird auch dazu geraten, die Dosen unter Wasser in einer Badewanne oder ähnlichem zu öffnen. Ich wette jedenfalls, dass das ein Witz verglichen mit diesem Wäschehaufen ist. Die Socken hier riechen einfach nur nach konzentriertem Tod, nach Gestankextrakt. Ich kann mir vorstellen, dass die Ursuppe, aus dem das Leben gekrochen ist, etwa so gerochen hat, wie dieser Haufen Dreckwäsche und es würde mich absolut nicht wundern, wenn auch dieser Haufen früher oder später zum Leben erwachen würde. Ich ekle mich so dermaßen! Ich wünschte einfach, dass ich mich bewegen könnte, um aus diesem Dreckberg herauszukommen, um dorthin zurückzukehren, wo ich herkomme, zu meiner Jasmin! Ich fürchte jedoch, dass ich hier so schnell nicht wieder wegkomme. Wenn ich daran denke, werde ich traurig, und mir würde glatt eine Träne am Auge entlanglaufen, wenn ich denn weinen könnte, doch das war mir leider noch nie möglich. Ich glaube, dass das hier ein neuer, absoluter Tiefpunkt in meinem Leben ist. Tiefer kann ich nicht mehr sinken, ich hab es geschafft, den Nullpunkt neu zu definieren. So furchtbar ging es mir noch nie. Ich habe mich noch nie so einsam und verlassen, so ausgeliefert gefühlt wie jetzt. Ich habe noch nie so ein dermaßen starkes Gefühl von Hilflosigkeit verspürt, wie jetzt.

Bernd Avatar
Bernd:#24147

Ich werde hier wohl niemals wieder heil wegkommen, und wenn doch, dann nur mit einem erheblichen psychischem Knacks. Ich versuche, so wenig wie möglich zu atmen, so wenig wie möglich von dieser Fäulnis in mich aufnehmen zu müssen, da ich fürchte, dass sie für immer ein Teil von mir bleiben könnte, und ich wohlmöglich noch anfange von innen heraus zu verschimmeln. Wie wird es nur mit mir weitergehen? Aber alles von Anfang an: Sie fragen sich ja sicherlich, wie es dazu kam, dass ich in dieser miserablen Lage gelandet bin. Doch vorher noch etwas, was ich vielleicht erwähnen sollte:Ich bin ein etwa zehn Zentimeter hohes Stofftier. Ein Einhorn um genau zu sein. Mein Name ist Puff - wurde mir von meiner ehemaligen Besitzerin, Jasmin, gegeben. Sie meinte das würde meine.... korpulente.... Figur unterstreichen. Da könnte ich fuchsteufelswild werden! KORPULENT! Hallo?! Geht's noch? Ich bin alles, aber nicht korpulent! Korpulent sagt man zu leuten, die nicht mehr mollig sind. Korpulent sagt man zu Leuten, die schon eher fett sind! Ich bin aber nicht fett! Ich bin eher... plüschig, weich... halt was zum anpacken, was zum festhalten, Knautschen und Liebhaben. Aber auf keinen Fall etwas, was man so lieb- und achtlos auf einen Haufen verkeimter Wäsche wirft, verdammt! Wie ich in die Situation gekommen bin? Naja, wo soll ich da anfangen?

davidtoltesy Avatar
davidtoltesy:#24150

Musste grinsen, pfostiere ruhig weiter. Zum Glück habe ich das Bild erst nach dem Lesen gesehen (Erklärung: Schlaufon).

>Konstruktive Kritik
Die unklare Erzählsituation ist ein Problem, man kann sich den häufigen Tonfallwechsel ohne Gegenüber schlecht erklären. Auch können verschwurbelte Exkurse und verstärkende Wiederholungen zwar sinnvoll, lustig und die Einhornpersönlichkeit erhellend sein, aber man muss sich jeweils gut überlegen, ob und wieviel Dynamik und Dringlichkeit man dafür aufgeben will.

>Naja, wo soll ich da anfangen?
In der Zeit, da die Liebe deiner Vorbesitzerin zu dir noch groß aber schon angekränkelt war und die ersten, düsteren Vorzeichen am veilchenfarbenen Himmel deines Einhornlebens vom Sturz in die Schmutzwäsche kündeten.

stephcoue Avatar
stephcoue:#24151

Spannend, mit erheiternder Pointe.
10/10
Schade das durch die Zeichenbegrenzung die Ponte gefährdet wird.

Das Adjektiv "Toll" im Einleitungssatz, wichtig für die Entscheidung weiterzulesen, ist mir ein bisschen zu schwach. "Toll". Das klingt gewöhnlich, toller Urlaub. So sprechen Anruferinnen im Radio.

clubb3rry Avatar
clubb3rry:#24152

>>24151
>So sprechen Anruferinnen im Radio.
Das Einhorn ruft gerade bei Domian an. Dachte, das wäre klar.

tmstrada Avatar
tmstrada:#24153

Ich sehe schon einen dreiteiligen Rachezyklus vor mir. Nicht erwiderte Liebe endet ja oft so. Siehe: töte Willhelm, Kachelmann und Bild, der überlegene Ehrenmann usw.
Schreibtechnisch ist noch viel Luft nach oben, Bernd, aber wenigstens erwacht der/die Ich-Erzähler_#*In nicht aus einem Traum.

mefahad Avatar
mefahad:#24154

>>24146

Vom Schreibstil her ganz gut für einen Oberstufenaufsatz

pjnes Avatar
pjnes:#24157

Die Schande... oh, die Schande! Den Gestank nehme ich kaum noch wahr, aber die Schande wird von Stunde zu Stunde größer. Ich kann selbst kaum glauben, dass meine Nase sich an die dicke, süßliche Fäulnis gewöhnt hat, von der ich zuerst glaubte, sie müsse mich umbringen. Aber das Atmen fällt mir inzwischen leichter. Vermutlich liegt es daran, dass mein Geruchssinn bereits irreparablen Schaden genommen hat.

In der muffigen Dunkelheit dieses Ortes liege ich eingezwängt zwischen fettklammer Unterwäsche, feuchtmoderigen Handtüchern und Staubflocken, die meine halbtauben Nüstern kitzeln, wenn ich zu viel Luft in meine verzweiflungsschwere Brust sauge. Ich gehöre nicht hierher und doch bin ich gefangen wie im unnachgiebigen Griff einer gewaltigen, aus nassen Lappen und schmutztriefenden Tüchern zusammengewickelten Faust, die meinen stummen Protest verspottet, indem sie mit ihren siffigen Fingern auf mir herumdrückt.

Ich sehe nichts, nur manchmal dringt gedämpftes Licht durch die Schichten über mir und erlischt bald wieder. Schritte und undeutliche Stimmen ziehen von Zeit zu Zeit vorbei. Manchmal höre ich Jasmin. Ich möchte schreien, aber kann nicht. Ich kann nicht fassen, was mir meine geliebte Jasmin antut.

Immer wieder frage ich mich, was ich falsch gemacht habe, ob ich unwissentlich irgendeiner Sünde schuldig geworden bin, die dieses Schicksal rechtfertigt, aber ich verstehe es einfach nicht. Ich war für Jasmin da, habe ihr zugehört, wenn es sonst niemand tat und wir waren einander in zärtlicher Zuneigung verbunden, solange ich denken kann.

In den unseligen Momenten, wenn doch noch ein Hauch des abscheulichen, magenumdrehenden Aromas meines Gefängnisses in meine Nase sticht, glaube ich manchmal, einen Hauch ihres Duftes darin zu erkennen und es bricht mir das Herz.

Irgendetwas hat sich geändert zwischen Jasmin und mir, aber ich wollte es nicht wahrhaben. In den letzten Monaten wirkte sie oft abwesend, wenn sie mich ansah oder im Arm hielt, als sei sie meiner überdrüssig geworden. Ich weiß nicht warum. Ich habe sie immer geliebt, aber ich bin nur ein kleines buntes Einhorn aus Stoff in einer großen, dunklen und grausamen Welt. Ich schließe die Augen und wünsche mir tot zu sein.

ryanjohnson_me Avatar
ryanjohnson_me:#24174

>>24157
Ach Einhorn, Mädchenseelen sind eben untreu. Deine Jasmin wird wohl erwachsen und bald wird sie ihre Mumu an einer anderen Sorte Einhorn reiben. Lass sie ziehen und versuche, dich in deinem neuen Leben als faulendes Stück Restmüll so gut es eben geht einzurichten.

teylorfeliz Avatar
teylorfeliz:#24176

Wie es dazu kam.

Ich wurde damals vor knapp 4 Jahren vom besten und tollsten Menschen der Welt gekauft. Ganze 10€ hat sie für mich berappen müssen. Meiner Meinung nach bin ich natürlich jeden Cent wert, weil ich absolut großartig bin. Ein treuer Begleiter, Kuschelpartner, Accessoire, Dekoration und Freund in einem! Wenn es nach mir ginge, hätte sie auch locker 20 zahlen können! Ging's aber nicht, kann ja weder sprechen, mich bewegen noch sonstewas. Jedenfalls baumelte ich seit diesem Tag am Schlüsselbund meiner Besitzerin herum und konnte somit alles sehen und miterleben, was sie unternahm. Wir gingen zusammen zum Sport, sie war nämlich eine leidenschaftliche Fitnessstudiogängerin, Kaffe trinken mit den Mädels und zu Konzerten. Da sie nebenbei auch als Amateurfotografin arbeitete, konnte ich durch sie auch die Bekanntschaft mit sämtlichen Hobby-Models der Stadt machen. Natürlich waren alle begeistert von mir! Wie könnten sie auch anders? Ich bin halt niedlich! Und Sie wissen ja: Mädels... Einhörner.... das hat schon immer zusammengepasst. Ich war ein Renner! Meine Besitzerin, eine leidenschaftliche Plüscheinhornsammlerin, seitdem sie mich hat, behandelte mich immer großartig. Wenn ich nicht an ihrem Schlüssenbund baumelte, setzte sie mich neben die Zimmerpflanze ans Fenster, sodass ich tagsüber die Leute beobachten konnte, die am Büro auf der Arbeit vorbeihetzten. Abends schauten wir zusammen Filme oder Serien. Wenn ein Film ihr besonders Angst machte, oder sie sehr aufregte, dann drückte sie mich fest an sich, oder knautschte mich in ihren zierlichen Händen. Das mochte ich immer sehr. Als wir uns das erste mal sahen, war es Liebe auf den ersten Blick. Das betont sie auch immer vor ihren Freundinin. Wann immer jemand bei meinem Anblick vor Begeisterung rief „Ohh! Das ist ja niedlich! Wo hast du den denn her?!“ gab sie nur zurück, dass sie mich im Laden sah und sie nicht anders konnte, als mich mitzunehmen. Kurz gesagt, alles war absolut perfekt und ich konnte mir kein schöneres Leben vorstellen. Ich wünschte, es würde niemals enden. Doch dann kam der eine furchtbare Tag, an dem sich alles ändern sollte. Der Tag, an dem ich vom Paradis verbannt, in den siebten Kreis der Hölle gestürzt werden sollte.
Sie hat sich entschieden zu diesem furchtbaren Metalfestival zu fahren. Das war ihr einziges wirkliches Laster, sie war Anhänger einer Szene, die ich nie wirklich verstehen konnte. Einer Szene, die sich durch Musik und durch Äußerlichkeiten definiert. Die Leute innerhalb dieser Szene versuchen so individuell wie Möglich zu sein, weshalb sie sich alle in schwarz kleiden. Naja, aber wenigstens sind die meisten, dieser ungewaschenen Szenegänger ganz nett und teilweise lustig. Aber diese Musik.... Diese „Musik“ - ich würde es eher als Kakophonie bezeichnen - ist nun absolut gar nichts für meine äußerst empflindlichen Einhornohren. Zuhause, in moderater Lautstärke, kann ich das alles geraaaaaade so ertragen, aber auf diesen Konzerten bekomme ich jedes mal Gehörgangsblutungen.... also würde ich bekommen, wenn ich einen Blutkreislauf hätte. Für Jasmin habe ich das allerdings alles gerne in Kauf genommen. Ich wollte sie immer begleiten, überall hin. Hauptsache, ich war bei ihr... Jedenfalls hat sie sich da am Abend auf diesem Festival ganz fürchterlich betrunken. Eigentlich wurde sie von jemandem abgefüllt. Mit eisernem, berechnendem Kalkül! Dann hat sie sich auf so einen langhaarigen Wüstling eingelassen und ist dann mit dem auch noch in seinem versifften Zelt verschwunden. Ich musste das alles mit ansehen! Können Sie sich das vorstellen? Die Schmach! Diese Pein! Beinahe hätte ich meine Plüschfüllung nach oben gewürgt. Auf jeden Fall vergisst sie mich da einfach in diesem Moloch der Unzucht und des Ekels! Die Halterung am Schlüssel löste sich bei dem schändlichen Lustspiel, was mich in meine ungewollte Freiheit entlies. Sie lässt mich, ihren langjährigen Kumpanen, Kameraden durch Dick und Dünn, einfach bei diesem.... diesem Vieh zurück! Meine Welt brach zusammen.

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polarity:#24177

Leider hat mich der Unhold dann am nächsten Morgen nicht entdeckt, sonst hätte er mich zu ihr zurückbringen können. Der war viel zu sehr damit beschäftigt zu stinken, noch mehr Gestank zu produzieren und zu schnarchen. Ich schwöre euch, als er Gähnte, entwich seinem Schlund ein Odem des Todes. Der säureartige Atem dieses Perversen hätte mir beinahe mein feines Einhornplüsch vom Gesicht geätzt! Der Frevel packte also am nächsten Tag sein Zelt und sein ganzes Zeug - mich versehentlich mit eingeschlossen - zusammen und machte sich auf den Weg in seine angestammte Höhle. Wohnung will ich dieses Gebilde wirklich nicht nennen. Grube! Nest! Untiefen! Das sind Worte, die mir beim Anblick dieses Chaos' hier in den Sinn kommen. Er „entsorgte“ mich mit seinen widerlichen Lumpen und schmiss mich lieblos auf seinen Wäschehaufen. Anstatt eine Dusche zu nehmen, wie meine Besitzerin es nach mehrtägigen Festivals immer tat, legte sich Biest in sein Bett - Mit den keimigen und ungewaschenen Klamotten! Wieder so ein Moment, der mir einfach nur den Atem raubte. Dazu macht er sich ein dämliches Youtubevideo an. Videospielgeschichte 1985-1990 - War ja klar, dass das ein Nerd sein musste, anders kann man sich weder Erscheinung noch Hygiene, beziehungsweise den Mangel dieser, erklären. Ich muss irgendwie wieder zurück zu meiner Besitzerin! Ganz, ganz schnell! Die Frage ist nur, wie ich das am besten anstelle, schließlich bin ich Aufgrund meines Daseins als Stofftier mit Unbeweglichkeit und Machtlosigkeit gestraft. Hin und wieder versuchte ich ganz, ganz angestrengt mich zu bewegen, nur um sicher zu gehen, dass ich es immer noch nicht kann. Dieses Verhalten habe ich bei dem Menschen abgeguckt, dem der Laden gehörte, in dem ich 2 Wochen lang im Regal stand, nachdem ich geboren wurde... bzw.... gebaut. Der hat nämlich auch immer mal wieder ausprobiert Dinge im Laden mit seinen Gedanken zu bewegen, mit der Entschuldigung, dass es doch eine Schande wäre, wenn er paranormale Kräfte entwickelt hätte, und davon nichts wüsste, weil er nie probierte sie zu nutzen. Ähnlich also wie der Besitzer des Ladens, konzentriere ich mich, legte alles nicht vorhandenen Gefühl in meine kleinen, aber durchaus wohlgeformten Beinchen und versuchte mit ihnen, ähnlich wie Uma Thurman in Kill Bill, zu wackeln. Dabei sagte ich mir selbst immer wieder „Wackel mit dem großen Zeh! Wackel mit dem großen Zeh!“ Nach etwa zwei Minuten dieser Gedankentortur gab ich auf. Mir fiel dann außerdem auf, dass ich gar keine Zehen hatte, sondern nur Beine. Ich verschiebe die Bewegungsübungen einfach auf einen anderen Tag. Ich musste mir also was anderes einfallen lassen, oder auf das Glück hoffen, um aus dieser miserablen Lage herauszukommen. Ich versuchte alle meine Konzentration noch einmal zu bündeln um einen Laut aus mir herauszukommen. Ich dachte nur daran zu sprechen, ich spannte alle meine Stofffasern an und plötzlich..... Brrrrrrruuuuuubbb.... Ein Geräusch! Hab ich?... Oah neee... Boah, wie eklig! Der Widerling hat beim Schlafen einfach abgegast. Bah! Hol mich doch hier irgendwer bitte raus! Ich halte das einfach nicht aus! Ich muss hier weg! Ich merke förmlich, wie sich der Ekel in meine Stoffasern frisst und ein fester Bestandteil meines plüschigen Daseins wird. Wenn ich hier nicht bald wegkomme, werde ich … und das wäre das aller, aller schlimmste.... ein einsames Stofftier. Für immer in diesem Wäschehaufen gefangen. Vergessen und einfach lieblos ersetzt... Nein! Dazu darf es einfach nicht kommen! Nachdem meine Sprech und Bewegungsversuche nicht mit Erfolg gekrönt wurden, muss ich wohl auf mein Schicksal vertrauen, um hier wieder herauszukommen. Ich werde warten und dabei auf jede Gelegenheit lauern, aus dieser Hölle herauszukommen. Bald....

Neuste Fäden in diesem Brett: