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Veröffentlicht am 2016-06-08 01:44:30 in /l/

/l/ 24420: poesie

to_soham Avatar
to_soham:#24420

1.

Du glaubst wirklich noch flüchten zu können
Aber alles holt dich ein
Unweigerlich

Nur noch die Flucht in den Schlaf bleibt übrig
Aber schlafen kannst du schon lange nicht mehr

Sterben auch nicht.



2.

Durch und durch verlieren
Was zu behalten wäre
Und auch noch stolz sein darauf
Das ist nur der Anfang

Ein lächerlicher Schritt
Der Rest
Alles was folgt
Sind auch nur kleine Schritte
Aber einer größer als der andere

Oder kleiner

Sie ändern sich auf jeden Fall

Und irgendwann macht man den entscheidenden

(Schritt)

Groß oder klein


Scheißegal



3.

Kurz habe ich geglaubt
Dass es tatsächlich etwas gibt
Das mich aus dieser Welt reißen kann

Ich habe es entweder wieder vergessen
Oder mich getäuscht

Auf jeden Fall war dieser kurze Moment
Von unglaublichem Glück erfüllt

Ich wünschte mein Leben
Dauerte nur eine Millisekunde





Jetzt du

tomgreever Avatar
tomgreever:#24421

Darth fragt allabendlich: Macht Macht Spaß?

superoutman Avatar
superoutman:#24432

4.

Ich trinke mehr Bier als
Stefanie Sprengnagel
Ich bin mir nicht ganz sicher
Ob mich das zu einem

Feministen

Schriftsteller

oder

Alkoholiker macht.


Aber keine Sorge
Ich habe definitiv vor
Es herauszufinden.


5.

Es muss einen ja auch nicht
Unbedingt wirklich komplett
Alles traurig machen

Es reicht meiner Meinung nach
Wirklich völlig aus wenn
Einen halt zumindest die meisten
Dinge extrem furchtbar traurig
machen


Wenigstens einen gewissen Zeitraum lang



Keine Ahnung wie lange

Ist schwer zu sagen

Interessiert auch wirklich kein Schwein mehr


Hauptsache Bier.



6.

Nachdem man alleine gelassen wird
Wenn die Einsamkeit anfängt
Zu wirken

Dann kann man versuchen loszulassen
Meistens scheitert man

Kläglich


(Aber den Versuch ist es trotzdem Wert)




Nicht gut aber wenigstens ETWAS

iamfelipesouza Avatar
iamfelipesouza:#24451

Mein Innen.
Leben.

Leerzeilen
und

überflüssige
Absätze.

So Tief.
Gründig.

ffbel Avatar
ffbel:#24456

Was hält Bernd von Friedrich Nietzsches Gedicht "Vereinsamt"? Mich berührt es jedenfalls.

Friedrich Nietzsche
Vereinsamt

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, –
Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt – ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! –
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein, –
Weh dem, der keine Heimat hat!

polarity Avatar
polarity:#24464

>>24451
Kann dir eigentlich nur Recht geben.
Nur 3. finde ich selber noch ganz gut, der Rest ist wirklich Dreck.

>Überflüssige Absätze
Teilweise auf jeden Fall

Man sollte wohl erst ein paar Tage warten, nochmal lesen und dann erst recht nicht pfostieren.

>>24456
Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Finde ich ganz gut, der Rest geht. Die Wiederholung am Ende ist auch gut finde ich.

roybarberuk Avatar
roybarberuk:#24467

Unten ruht sein Hund im kühlen Gras
Er aber steht in tödlicher Höhe
Hämmert und schwitzt.

Der Himmel ist fürchterlich oben und
Blau um die schwankenden Stangen
Wo sonst die Vögel sitzen.

Wie findet er Ruhe, dort, wo
Kein Schatten mehr kühlt und
Jeder falsche Schritt ins
Stürzen geht?

Er aber singt
Und hämmert und schwitzt.

Ich sitze und staune
Trinke mein Bier
und ertrage die Hitze
Kaum.

alek_djuric Avatar
alek_djuric:#24479

Ein Glück:
Der Morgen ist da
Doch die Gedanken
Bleiben aus

Irgendwo
Läuten die Glocken
Jetzt

orkuncaylar Avatar
orkuncaylar:#24485

ned löschen

deviljho_ Avatar
deviljho_:#24490

Vor Zeiten versuchten
Die Künstler, alle
Starren Begriffe
Die falschen, der Kunst zu
Zerschlagen.

Wer zerschlägt die Sprache
Des alltäglichen Lebens?

vladarbatov Avatar
vladarbatov:#24495

>>24490

Was ist das
Eigentlich
Wenn man wirklich
Darüber nachdenkt

Wenn du dir Gedanken machst
Es tut weh aber es
Muss irgendwie sein
Kommt man nicht weg von

Am Ende bleibt es dabei
Bei der einen Frage
Die alles bedeutet

Was ist das für 1 life?

teylorfeliz Avatar
teylorfeliz:#24499

>>24495
septbember bläst
die asche meiner mom
whadup whadup

shesgared Avatar
shesgared:#24510

>>24420
Einst saß ich zusammn
mit all den Andern.
Viel Spaß wurd gehabm
Am Tage beim Wandern.

Da sprach einer auf:
"Ich hol noch ein Bier!"
Drei andre darauf:
"Besorg doch gleich vier!"

Und Stund um Stund verstich zu schnell
Am Morgen darauf wars viel zu hell!
Die anderen warn weg und was ich da sah
Das war dieses Mädchen mit goldenem Haar.

Der Kopf war wirr und in mir stieg die Wut
Da stand ich auf und griff meinen Hut
War es denn wahrr, war ich denn toll?
Lag da neben mir die fette Nicolle?!

craighenneberry Avatar
craighenneberry:#24511

>>24420
Der einzige akzeptable Eigeninhalt in diesem Faden. Bernd scheint nie etwas von Reimen oder Metrik gehört zu haben(Ich hoffe, er hat nie davon gehört und lehnt es nicht aus Gründen des [post]modernen Irrationalismus ab).

dhooyenga Avatar
dhooyenga:#24512

>>24511
Mein Favorit ist 24510.
Einfach herzerfrischend und lebensbejahend. Ausserdem straft er dich bezüglich Reim und Versmaß Lügen.

bassamology Avatar
bassamology:#24513

>>24511
Da muss ich dich leider enttäuschen. Ich lehne es aber aus anderen Gründen ab (ich will mich nicht durch Vorschriften einschränken lassen, da ich das, bei den anderen Sachen die ich so schreibe, mehr oder weniger muss).

>>24512
Nicht von mir.

Wollte eigentlich ein wenig regelmäßiger liefern aber bin nicht wirklich dazu gekommen.

garethbjenkins Avatar
garethbjenkins:#24514

>>24512
Den meinte ich.
Ich Idiot habe den falschen Pfosten erwähnt.

salleedesign Avatar
salleedesign:#24515

>Vor Zeiten versuchten
>Die Künstler, alle
>Starren Begriffe
>Die falschen, der Kunst zu
>Zerschlagen.

>Wer zerschlägt die Sprache
>Des alltäglichen Lebens?

Nachdem sie alles zerschlagen hatten
stammelten sie noch ein wenig,
labten sich am Lob der Lügner
und verdunsteten
auf dem heissem Asphalt der Städte

Bis Männer kamen
Und die alten Zaubersprüche
erinnerten.

albertodebo Avatar
albertodebo:#24517

Ich sitze in der Ubahn
Schon reichlich besoffen
Gegenüber von mir
Kleine KInder

Türkisch oder so

Interessiert mich nicht wirklich

Schräg gegebüber
Lauter Neger

Ist mir auch egal

Weil ich sitze da
Mit Kopfhörern auf
und höre Punkmusik

Und das Leben ist
Plötzlich
Erträglich

Und die kleinen Kinder
und die erwachsenen
Neger

Sind da

Und verstehen nichts

Und alle anderen Fahrgäste
Sitzen da

Und verstehen nichts

Vor allem nichts von

Punkmusik

Ich auch nicht

Aber mir gefällt es immerhin



Ich weiß nicht mehr

Worauf ich hinaus wollte.

necodymiconer Avatar
necodymiconer:#24521

Liebende

Abseits der Schienen
Auf einem Hof
An quadratischem Bux:
Ein Baum und zwei
Blaue Ballons

turkutuuli Avatar
turkutuuli:#24534

Auf dem schmalen Bilderbrett,
Ein Homofürst, lauernd.
Wendet er seine Aufmerksamkeit dem Leben zu, Versinkt eine Welt im Dunkel.

p_kosov Avatar
p_kosov:#24535

Singet Gott einem Lob
Hoch die Gläser, Prost!
Denn gebet er mir Trost
Denn ich hab' jetzt ein Job.

Lobet jetzt den Boss
Er gebet mir mein Geld
Was für ein jammernd Los
Spricht Gott für die Welt.

Geld sollst du über alles loben,
Es gibt dir Kraft und Macht.
Anderes gehört weggeschoben
Wenn dein Konto mit dir lacht.

Bin wieder fast pleite
Gott mag ich nicht mehr.
Ich bekam nur eine Seite
vom Leben. Trotzdem, danke sehr.

shesgared Avatar
shesgared:#24536

>>24420
Was sich hier so alles Dichtung nennt
Mir ganz schrecklich im Gedärme brennt.

davidsasda Avatar
davidsasda:#24537

>>24536
Was hast du dir angethan?
Lebt dein Schneider denn im Wahn?
Selbst in Schwarz und Weiß, du Plebs
Kriegt man davon Augenkrebs!

shoaib253 Avatar
shoaib253:#24538

Es ist sehr warm,
man möchte meinen: heiß
und schwitzt.

Ein buntes Garn,
das auf Geheiß
verborgenster Weisung
- dem Lampengeiste gleich,
der selbst sich kühl entkorkt -
den Persersaum leis löst und leicht
betretne Bilder vorführt und besorgt,
dass jeder Teppichort und jede Neigung
(im bunten Himmel blitzt das große Garn),
dass jedes Vogelmuster aus Erinnerung
sich zeigen und bezeichnen muss,
bevor sie ausgelöst und neu entspannt
als Bilderbrandung an den Strand
der Jugend einzeln fließen.

Oben sammelt sich ein Regen
und ein Leben und ein Kuss.

dmackerman Avatar
dmackerman:#24540

Wirkliche Menschen
Können echte Emotionen
Nur in Extrem-Situationen
Ausdrücken

Wie langweilig

Die Unterschicht denkt
Sie wäre emotional
Aber sie ist nur
Schwachsinnig

Das ist schon ok

Wenn du als Schauspieler
Auf die Welt gekommen bist
Oder Musiker - Künstler
Dann hält sich mein Mitleid

In Grenzen.

Emotionslos drückt es im Bauch
Menschlich; Echt oder nicht
Egal von wo du herkommst
Und egal wer du auch bist

atariboy Avatar
atariboy:#24542

>>24540
>>24540
Was macht man mit so jemandem?
So doof, den nimmt doch kein Kazett.
Sagte meine Schwester immer zu mir
Bis sie KC/l fand

ntfblog Avatar
ntfblog:#24545

Schneid das Gras. Bald ist der Sommer vorbei.

Gieß die vielen durstigen Blumen. 

Die Pflanzen wissen wohl, wie sie´s danken.

Die grünen Tomaten hängen sehr 

schwer am Boden und 
über
den Rand sind die Blüten in ihren Farben gewachsen. Bald 

ist der Sommer vorbei. Noch
fliegt der Duft reifer Äpfel und 

Pflaumen umher und 

duften die Brombeeren noch.
Bienen fliegen von Schönheit zu Schönheit 

und keine weiß was. Draußen
sind Hunde mit Kindern und laut. Glücklich

zu sein im Ende des Sommers.

Im Grünen zu sein.

vocino Avatar
vocino:#24546

>>24545
richtig nice bernd

lisovsky Avatar
lisovsky:#24549

Kommt, nehmt euch unser Boot

und fahrt auf den See! Das Wetter bleibt gut

und wiegen doch Wellen, so bleibt es ja am Bug.

Wir haben auch eine schöne rote

Fahne gehisst. Dort hängt sie im Wind

und flattert lustig herum.



Ja, von allen Menschen sind

am schlimmsten auch

die Lügner.

So denk ich und packe darum

alle die Bücher symbolisch
weit weit weg.

raquelwilson Avatar
raquelwilson:#24550

>>24549
Die letzten drei Verse darf man in Klammern denken.

clementc Avatar
clementc:#24551

>>24549
Gefällt mir auch gut, bis auf die Sache mit "symbolisch".

jehnglynn Avatar
jehnglynn:#24552

>>24551

Ohne versöhnende Schlusshandlung des Schreibers und mit kleineren Änderungen:

Kommt, nehmt ihr unser Boot

und fahrt auf den See! Das Wetter bleibt gut

und wiegen doch Wellen, so bleibt es ja am Bug.

Wir haben auch eine schöne rote

Fahne gehisst. Dort hängt sie im Wind

und flattert lustig herum.



Wirklich, von allen Menschen sind

am schlimmsten
auch
 die Lügner.

vovkasolovev Avatar
vovkasolovev:#24553

Im Himmel die Benutzung der Sterne
Und im Keller benutzen wir den Heizofen
Alles ist da, was schon längst da war
Die Backsteine knacksen von der Glut
Im Leben gedenken wir der Spinnenbeine
Auf denen unser Schicksal uns übers
Gesicht huscht unsere Hände
Unsere Hände tatenlos panisch beschäftigt
Eine Schleife zu binden aus Glübändern
Glibschige Senkel die immer wieder
Zu Boden fallen in Hüllen und in Sorgen

jonkspr Avatar
jonkspr:#24554

Ich bin eines Engel Weissagungen
In einem Topf mit Pilzhüten
Das Agitieren ist endlich vorüber
Alles geht einen Gang,
Der abgelehnt ist.
Obelisken auf großen Plätzen
Die in der Erinnerung aufragen
Hochstechen
Herausstechen im Meer

freddetastic Avatar
freddetastic:#25099

Im Herzen des kaiserlichen Gartens stand ein strahlender Pavillon aus grünem Glas, den liebte der Kaiser über alles. Und immer wenn er die Zeit dazu fand, eilte der Kaiser quer durch sein Schloss und seine rote Robe flatterte vor Eile dabei und seine Diener mussten flink beiseite springen, wenn sie nicht umgeworfen werden wollten. In diesem Pavillon feierte der Kaiser viele Feste mit vielen Freunden und Frauen und in seinem Gästebuch standen zehntausendvierhundertundneunzig Namen und alle lobten ihn und seinen Pavillon und nannten ihn einen guten Kaiser und den Pavillon das Schönste, was es auf der Welt zu sehen gab. So ging es zweihundert Jahre.
Eines Nachts aber, er hatte schon weiße Haare auf dem Kopf, bewunderte der Kaiser wieder den Sternenhimmel, der ganz grün aussah durch das grüne Glas seines Pavillons. Da begann der Himmel plötzlich zu wellen und zu wogen, als wäre er ein Meer oder ein Hochzeitsrock. Und die Sternbilder, der Mond und die Milchstraße wurden zusammengedrückt und auseinandergezerrt wie Papierschiffe. Da wuchs eine gewaltige Gestalt aus den Bergen, die trug hinter sich den Himmel mit allen Sternen als seinen Mantel und hielt den Vollmond wie ein Kind eine Murmel hält und sprach zum Kaiser: Zweihundert Jahre warst du in deinem Pavillon aus grünem Glas und hast den Himmel glücklich beschaut. Sag mir, welche Farbe hat der Mond? Und weil der arme Kaiser nicht wusste, welche Farbe der Mond hat, fing er bitterlich zu weinen an. Da verwandelte die Gestalt den Kaiser in einen Berg und verschwand. Der Mond aber schien wunderschön auf den Berg und heute noch bauen die Bergarbeiter aus jenem Berg funkelnde Jade ab.

ademilter Avatar
ademilter:#25288

Thema:
Offene Fenster

Sind das Gebet der Häuser
oder ihr Gesicht. Offene Fenster
berühren das Sichtbare.

Offene Fenster sind wie Blei.
Und wenn die Vögel singen,
dann möchten wir bleiben.

Menschen sind wie Gespenster,
die hinter Burgzinnen fliegen.
Der Tod ist auch eine Art von Fenster -

Offene Fenster sind weder Eingang noch Ausgang,
aber zur Not kann man aus ihnen herausspringen.

umurgdk Avatar
umurgdk:#25289

Thema:
Schnecken

Schnecken:
Schnecken sind
weder schnell
noch langsam.
Schnecken tragen ihr Haus immer bei sich.
Schnecken sind überall zu Hause -
und haben es nie eilig.

Das Kommen und Gehen einerlei sind,
ist Schnecken und Wind gemeinsam.

stevenfabre Avatar
stevenfabre:#25290

Thema:
Hafen

Wenn wir nach oben schauen
schicken wir kleine Boote
mit uns nach oben.

Die schippern durch die Luft
in den Himmel hinein oder
landen erst noch
auf duftigen Tannen im Wald.

Beladen stranden wir in den Wolken
und trinken kühles Bier am Strand.
Nachts werfen wir uns erschöpft in die Betten,
wenn der Mond rollt auf dem Meer.

Auch wenn wir die Augen schließen,
reisen wir eigentlich.

bergmartin Avatar
bergmartin:#25291

>>25289
Find ich gut.

husamyousf Avatar
husamyousf:#25298

Thema:
Liebe

damn gurl, es ist so fucking hot.
was ist bloß los mit dem wetter.
ich hab kein bock mehr auf das alles, gott
ist das scheiße ohne pussylecken.

du bist mein ein und alles gurl,
ich will dich immer nur ficken,
du bist so verdammt verschwitzt gurl,
mach deine beine breit und lass mich ran.

ich geh auf tauchfahrt in deinem meerloch,
und angel mir eine fetten kabeljau, du menschliche fotze.
verspritz meinen saft auf deinen lippentitten
und leck dein blau bis du platzt -

mein mund ist ein glas voll salzwasser.
dann schauen wir wetten, dass..?

alessandroribe Avatar
alessandroribe:#25325

Hierher, Sturm! Schon deine ferne Entladung übertönt mir die Schreie der Streiter und Hunde.
Die Luft kühlt sich ab und kündigt dein Kommen, das erwartete, denn es war warm.
Schlag auf Schlag drängen sich deine tiefhängenden Gewitterwolken am Horizont heran.
Jetzt schreib ich noch; jetzt zucken deine Blitze hier, weiß, grell, rasend und allerleuchtend!
Sturmwelt! Wasser bricht aus dem übervollen Überdach; Rhythmus und Melodie und Chaos!
Prasselnd löst sich Staubgeruch und Hitze aus Backstein und Sandstein und Pflaster.
Pflanzen im Sturzregen rauschen und beugen sich gefährlich weit unter dem Beschuss.
Kein Ding macht kein Geräusch mehr, selbst die Tiere atmen in ihren Verstecken und hoffen.
Wirbelnde Kristalle aus Eis reiben sich in riesigen Lufträumen zu verzückter Ekstase
Und entleeren sich endlich, Blitze, im wechselnden Spiel himmlisch-schlachtenähnlicher Töne
die Fenster owê -

n_tassone Avatar
n_tassone:#25326

Den Mut zu haben, das Alltägliche alltäglich zu schildern,
Gedichte zu schreiben, die einfach sind und ungezwungen;
ist das nicht eine löbliche Haltung, und nicht nur für Dichter?
Wenn ein Gewitter aufzieht am Abend und man sich langweilt;
ist denn das ein Unglück? Eine Sturmhymne darüber wäre es wohl;
aber nicht das Lied von der Langeweile am Abend, das jeder kennt.
Gott behüte, dass ich den Dichtern ihre Festlichkeiten verböte
(obschon manchem geholfen wäre damit, gerade heraus das zu sagen,
was in ihm steckt, ohne feierliche Gesten, die meist sehr aufgesetzt wirken).
Ich bitte euch bloß, zu eurem eigenen Besten, euch nicht zu verbiegen,
nicht die Welt durch eure Kunst zu zwängen, als wäre das eine Möglichkeit,
sondern euch ganz hinzugeben jedem Moment, wie ein wunderbarer Liebhaber,
der nichts sieht, nichts hört, nichts riecht, nichts fühlt und nichts schmeckt, was ihn stört,
den nichts abstoßen kann, sondern der bedingungslos liebt, was der Zufall brachte und nimmt.
So singt eure Lieder gemäß der Wirklichkeit, wie sie sich in jedem Moment euch zeigt,
wie wunderbare Liebhaber, die nur die Liebe kennen,
und von ihr singen wollen und nichts an ihr beschönigen.

necodymiconer Avatar
necodymiconer:#25329

Dies Kleinod an politischer Lyrik fand Bernd im Sandkasten bei den kleinen.

Wer nicht der Juden Lügen frisst,
Wird als Anti-Semit bepisst.

Die dortigen Minderleister konnten das Versmaß nicht verstehen.
Kannst du es, Bernd?

rahmeen Avatar
rahmeen:#25330

Bernd hat dieses Jahr ausgesprochen wenig Lyrik verfasst, wovon sich gerade noch weniger auffinden lässt.

Ist Cut-Up, Bernd kann nichts dafür:

Die Verwirrungen eines ver-
botenen Briefs...
umso verwunderlicher war es,
Wahrheit zu erwischen:
Da steht ein streunender Hund vor der Tür und begehrt Einlass.

Ich kann nicht vergessen, was ich verloren habe
(und wann und wie und wo ich es verloren habe).
(Hier ein bisschen die Nähte aus dem Zusammenhang reißen. Blut überhaupt und sowieso.)

Bernd möchte jetzt auch schlafen.

urbanjahvier Avatar
urbanjahvier:#25331

>>24545
Das ist tatsächlich ein sehr schönes Gedicht, was du da hast.

velagapati Avatar
velagapati:#25545

In teutscher Mundart

Je nu die Bux fernander fliegt,
Er presst seyn Bomhart stracks bis an die Neige.
Die Boacken es ihm wild verzieht,
Des Joahres Speis, des alles muss nu scheiden.

Ietzt Schloag auf Schloag, der Doppelschuss,
Als hött den Mörser ihm man überloaden.
Er ruft: "Mein Goatt!" voll Überdruß,
"Gewoalt, des hörren selbst noch miehne Oahnen."

Die Übelkeit aus seynem Leib,
Verfärbt die Luft, kein Wort, des zu beschreiben.
Abhilf allein schafft lange Zeit,
Was bleiben tät: der Straußeneier Zweien.

marciotoledo Avatar
marciotoledo:#25546

Verschwinde du schwellende Stille, die mir ins Auge sticht, wie ein Schwall von Spucke eines räudiges Lamas
Der Tod wird mir noch meine Schuhe lecken!
Der Suizid ist ein schmuddeligest Rotztuch, in das ich schneuze, und ich stecke es in meine Westentasche, die ich in- und aus und metawendig kenne…

Mein Suizid ist Darwinist

michigangraham Avatar
michigangraham:#25547

>>25546
Worum geht es hier? Mein Interesse wurde gepiekt.

davidbaldie Avatar
davidbaldie:#25550

Wohin fährt man zum Blackmetalhören?
Aufs Partysan, Partysan..
Was tut man da den ganzen Tag,
da man wohl nicht duschen und arbeiten mag?
Tut kiffen und saufen.
O daß ich dort doch öfter wär'!
Kiffen und saufen freute mich sehr.
– Schweig stille, mein Herze!

Und über eine kleine Weil',
Partysan, Partysan,
so dient der Knab' in fremdem Camp
in Ledertracht und hat ein Bier,
mit einer Fremden zu jagen.
O daß ich doch aus Koblenz wär'!
Die fremde Frau lieb' ich so sehr.
– Schweig stille, mein Herze!

Einsmals wir ruhten am Hühnchenstand,
da lacht die Fremde:
Was siehst mich an so wunniglich?
Wenn du das Herz hast, küsse mich!
Ach! erschrak der Knabe!
Doch denket er: mir ist's vergunnt,
und küsset die Fremde auf den Mund.
– Schweig stille, mein Herze!

Darauf sie fuhren schweigend heim,
vom Partysan, Partysan;
es jauchzt der Knab' in seinem Sinn:
Und fährst du auch nie wieder hin,
mich sollt's nicht kränken!
Ihr tausend Metaller in Schlotheim wißt,
ich hab' eine fremde Frau geküßt!
– Schweig stille, mein Herze!

_kkga Avatar
_kkga:#25561

Einsamkeit

Ein letzter Kuss unter der Linde.
Rieselnder Schnee und weiße Orchideen,
Rote Tulpen und stürmische Winde,
Die mich von der Welt verwehen.
Könnt‘ ich dich bloß wiedersehen.
Dich ganz fest in meinem Arm umfassen,
Doch bin ich von aller Welt verlassen.
Ein letzter Kuss nur, der uns binde.
Aber nein,
So muss ich einsam von der Welt nun gehen.

pdugan19 Avatar
pdugan19:#25562

>>25561
Die letzten drei Verse sind zu schwach. Sonst halt kitschig. Liebeslyrik ist tough.

giuliusa Avatar
giuliusa:#25563

>>25562
Ja, hast recht, Bernd. Das liegt mir nicht ganz, war ein Anflug an Emotionalität.

dwardt Avatar
dwardt:#25564

>>25561
Poste mal andere Sachen, bitte.

jonkspr Avatar
jonkspr:#25566

Schulz, Martin

Im Wahlen-Weben
War meine Frage
Nur Träumerei.
Nur Lächeln war
Was du gegeben.
Aus nasser Nacht
Ein Glanz entfacht –
Nun drängt der Goi;
Nun muss ich gar
Um mein Aug und Haar
Alle Tage
Von Bohnen leben.

enjoythetau Avatar
enjoythetau:#25576

[Das ist das Lied der Loreley

Loreley, Loreley, nimm ihn tief in deinen Mund,
dann fick' ich wund dir deinen Schlund.

Loreley, Loreley, heut spritz ich dir ins Haar.
Mein Spermatraum am Rhein wird wahr.

Loreley, Loreley, da wichst der cuck, der Heine.
Komm, du Hur', ich führ' dich an der Leine.

Loreley, Loreley, ich lieb' dich heiß und innig,
Aber deine Worte sind nicht sinnig.
Also halt's Maul und geh in die Küche!

solid_color Avatar
solid_color:#25579

>>25564
Hm. Ich schreibe für gewöhnlich Prosaskizzen oder ähnliches. Hier etwas nicht allzu gutes. Die Texte, welche ich selbst als gut bewerte, traue ich mir ehrlich gesagt nicht postieren, aus Angst auf Ablehnung zu stoßen. Ja, ich bin ein sehr selbstunsicherer Mensch (ein typisches Berndleiden, nicht?).


Winterlandschaft

Ich saß an einem winterlichen Nachmittag an meinem Schreibtisch und sah aus dem Fenster raus. Der Schnee fiel an diesem Tag schon seit den frühen Morgenstunden. Es hat sich eine Menge Schnee angehäuft. Ich zog mir feste Stiefel an, um hinauszugehen. Mit Vergnügen stapfte ich in die weißen Berge, während die frostigen Flocken sanft herabrieselten. Ich fing sie auf und sah zu wie die Eiskristalle in meiner Hand schmolzen.
Das weite Feld vor mir war gänzlich schneebedeckt. Hie und da stand ein weißgekleideter Baum in der Winterlandschaft, welche ich durchschritt.
Jeder Schritt kam mir vor wie ein Schritt tiefer in die Einsamkeit.

irsouza Avatar
irsouza:#25580

>>25579
Noch ein etwas längerer Text:

Schuldspruch

Mit dem Vorsatz einen ausgiebigen Spaziergang zu machen trete ich auf die sonnendurchflutete Straße. Es herrscht nachmittägliche Ruhe. Ich genieße die Stille, welche mich umgibt. Allerdings merke ich bald, dass man mich verfolgt. Erst unauffällig, doch dann werden es ständig mehr. Ich spüre wie mich ihre gehässigen Blicke durchbohren. Wie sie in mein tiefstes Innerstes eindringen. Wo ich am verletzlichsten bin.
Ich laufe, laufe, laufe und stehe doch regungslos da. Aber die Menschen, die vielen Menschen kreisen springend um mich herum und schneiden dabei dämonische Fratzen. Sie lachen. Bösartig lachen sie. Es sammeln sich tausende und abertausende Menschen. Und es werden immer mehr und mehr, von überallher strömen die Massen zusammen. Aus allen noch so abwegigen, verwinkelten Gassen, von allen erdenklichen Erdteilen. Und sie zeigen auf mich. Wie auf einen Verbrecher zeigen sie auf mich mit ihren langen, krüppeligen Hexenfingern. Ich sacke in mich zusammen. Während sie noch weiterhin lachen, spucken sie ihr Gift auf mich und versprühen ihre toxische Niedertracht über mich. Bitte lasst mich in Ruhe! – stammle ich verzweifelt. Tränen entströmen mir gleich einem Sturzbach. Ich drohe darin zu ertrinken. Doch dann packen mich zwei Schutzmänner grobschlächtig und zerren mich weg. Mit brachialer Gewalt. Schaulustig begafft mich die Menschenmenge, wie sie mich, den menschenscheuen Einzelgänger, verhaften.
Man wirft mich in einen Viehzwinger und führt mich vor ein richterliches Tribunal. Mit verschworener Geschworenen-Miene sitzen sie hoch oben und blicken verächtlich auf mich herab. Sie schweigen und starren mich fester an. Ich setze zu meiner Rede an:

Ich gestehe das Verbrechen der Zurückgezogenheit, mich subversiv gegen alle Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens widersetzt zu haben. Ich bekenne mich des sozialen Deliktes der Einsamkeit schuldig. Schuldig! Schuldig! Verurteilt mich zum Tode!

Schuldig! – raunt es aus allen Rängen des Richtersaales. Und ihre finsteren Blicke hageln auf mich nieder. Die einen fletschen wie in Tollwut ihre Zähne, die anderen gestikulieren mir wüst zu, als wollen sie mich morden.
Tötet ihn, den Hund! Der sein Leben allein gefristet hat! – schreit ein aufgebrachter Bürger.
Der Richter verkündet lakonisch das Urteil: Tod durch Schafott!
Die versammelte Masse tobt, wie eine schäumende Woge springen sie allesamt auf und ein markerschütternder Ruf hallt durch den Raum: Tod! Tod! Tod! Das Individuum muss sterben!
Angestachelt durch die wutentbrannte Stimmung rasseln vereinzelt Faustschläge auf mich nieder, als man mich inmitten der Flut der anwesenden Menschen zum Blutgerüst bringt.
Am Galgen neben mir hängt ein anderer, wegen Exzentrik gehenkt. Mein totenbleiches Haupt steckt in der Guillotine. Das Fallbeil saust herab.

aluisio_azevedo Avatar
aluisio_azevedo:#25581

>>25580
Ich find bei deinem Text geht eine sprachliche Wandlung vor, die ich geneigterweise eine positive zu nennen mir vorgenommen habe. Nämlich an der Stelle, wo das Subjekt seine Verbrechen und seine Schuld eingesteht, da wird es klanglich politisch-marxistisch, du verstehst. Die Stelle ist toll und auch zum Glück der Höhepunkt des Textes. Danach fällt mein Gefallen wieder ab. Vor dem Höhepunkt hatte ich eher ein flaches Gefühl, aber eine pyramidische Form des Ganzen beschreibts wohl auch ganz angemessen:

evandrix Avatar
evandrix:#25582

>>25580
Abgekupferter Kafka - Sozialistisches Übertreibertum - Abgekupferter Kafka

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mactopus:#25585

>>25581
>>25582
Zur Entstehungszeit des Textes habe ich noch äußerst wenig Kafka gelesen, nun gut, aber der Vorwurf mag mir einleuchten.
Doch über die politische Komponente müsst ihr mich näher aufklären, das würde mich interessieren. Zumal mir Politik recht fremd ist, allenfalls, dass sie mir durch Literatur untergekommen ist. Pessoas Anarchist ist wohl der politischste Text, den ich bisweilen gelesen habe.

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oanacr:#25586

>>25585
Wenn junge Schreiber Kafka lesen; daraufhin scheinen sie gerne damit anzufangen, ins Traumhaft-Unerklärliche zu gehen. Dann versuchen sie, mit den surrealistisch angehauchten Mitteln der Traumwirklichkeit, ihre persönlichen Ängste und Zukurzkommenschaften zu bearbeiten.
Dein Text ruft bei mir, dem schlauen Leser, ein Gefühl hervor, das mich erinnern lässt an ein Vorkommnis aus meiner entfernten Jugend: ein weiblicher Freund gibt mir ihren Text zu lesen, in dem es um die Schmerzen von armen Leuten geht, die wiederum, ob ihrer Armut, ihr selbst Schmerzen bereiten. Nun war der Text verständlicherweise schlecht, was weiter nicht merkwürdig war. Jedoch trat sehr deutlich etwas hervor, die offensichtliche Tatsache nämlich, dass diese weibliche Person keine Ahnung hat; wer ist sie eigentlich? Sie hatte keine Sichtweise auf sich selbst. Was sie schrieb über sich selbst, das war sehr oberflächlich.

Was du geschrieben hast ist eine oberflächliche Betrachtung deiner Innenverhältnisse in einer anfänglichen Sprache. Ganz normal also.


Mit der Politik mein ich das so, wie man vielleicht bei Brecht nachlesen kann.
>Ich gestehe das Verbrechen der Zurückgezogenheit, mich subversiv gegen alle Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens widersetzt zu haben. Ich bekenne mich des sozialen Deliktes der Einsamkeit schuldig. Verurteilt mich zum Tode!
Das ist zum Lachen. Urkomisch. Das ist der abgebrühte sozialistische Arbeiter, der ernste Miene zum bekloppten Spiel macht. 'Jeder weiß, dass ihr wisst, dass jeder weiß, dass die herschenden Regeln Quark sind. Und indem ich die Regeln dennoch jetzt akzeptiere, denn meine Lage ist eine aussichtlose, stelle ich euch im Untergehen noch bloß, für alle sichtbar." Das beschreibt es nicht gut, aber daran hat es mich erinnert. Der komische Effekt rührt wohl daher, dass auf die empfindsame Passage zu Beginn dieses materialistisch anmutende Geständnis folgt.

xarax Avatar
xarax:#25588

>>25580
tja das erinnert mich immer an meine eigene drogenprosa oder poesie und damit verbunden eine verpfuschte psyche, gangstalking delxue.
wie schon von den anderen erwähnt: es erinnert stark an kafka. aber es ist zu platt, wie >>25586 sagt

>Was du geschrieben hast ist eine oberflächliche Betrachtung deiner Innenverhältnisse in einer anfänglichen Sprache.

>Ganz normal also.

genau, ich kenne das nicht anders von meinen texten


ich glaube das problem ist, dass man die dinge direkt anspricht, man nimmt deutung bereits vorweg? oder das man die worte eben nicht klingen lässt, sie erzeugen keine musik wenn man sie hintereinander liest

ich wühle mich grade durch j.p. reemstmas einführende gedanken zur textinterpretation. leider ist es für neulinge der literaturwissenschaften nicht so einfach zu lesen. seine thesen für die er argumentiert schon

ich weiß ja nicht, ob kafka sich so viel gedanken über andere literatur gemacht hat, oder ob er einfach geschrieben hat. aber es lohnt sich vielleicht ein bisschen in diese thematik einzulesen. so mache ich das, andereseits ist mein zeil auch nicht schriftsteller werden. ich mag nur gerne schreiben weil darum. eher ballast abwerfen. das fördert so ne bestimmte art text, jeder der anfängt zu schreiben fabriziert ähnlich gehaltene texte habe ich das gefühl.

madebyvadim Avatar
madebyvadim:#25598

>>24456

Versteh ich nicht. Kann ein Bernd es fuer mich interpretieren?

sindresorhus Avatar
sindresorhus:#25612

Worauf du stößt
ist Scheiße. Doch,
wen wird das stören?
Im Rausch entblößt sich
und im Schweiße noch
der letzte Zipfel.
Lausche und stöhne!
Des Berges Wipfel sein heißt
auch Gefahr tieferen Falls, welchen
man fürchtet unten
auf Erden, wir aber oben
schweben im All - und ist kein Nein
zwischen den Sternen.

chatyrko Avatar
chatyrko:#25619

1. Ein paar Haikus zum Thema "Essen und Trinken", unbekanntes Datum

ich habe hunger
die suche nach essbarem
gestaltet sich schwer

auf dem feld, ein baum
einsam und lecker zugleich
ich klau die kirschen

leckere schoki
sie liegt vor mir auf dem tisch
jetzt ist sie nicht mehr

schritt und schritt und schritt
laufen ist so anstrengend
ich geh was trinken


2. Gedicht, im ca. ersten halben Jahr nach einer miesen Trennung entstanden

verbranntes fleisch
ein loch in meiner hand
zigarette kausal
ein loch in meiner brust
heilt schlechter
als jede sichtbare verletzung

weiße fäden
auf schwarzem grund
reichen vom himmel
bis zu mir
das geschrei der götter
dröhnt in meinen ohren
wie das geschrei meiner seele

das gewicht der welt
trage ich wie atlas
aber auf der brust
ich kann nicht aufstehn
und weggehn

joshuapekera Avatar
joshuapekera:#25621

Kaffee am Morgen -
Auf die staubige Straße
tropft Sommerregen.

chatyrko Avatar
chatyrko:#25628

>>25621
Sehr schön.

abotap Avatar
abotap:#25637

Den Frieden schützen Raketen -
im Mondschein sehn wir betreten
unsere staubgewordene Stadt.
Was die Raketenplaner ahnten,
als sie entsprechende Pläne planten,
das ahnten wir auch.

Das Land ist nun glatt wie ein See.
Und wir? wir Schnee, wir Alles ist Rauch.

Shriiiiimp Avatar
Shriiiiimp:#25639

Lied über die Herkunft des Menschen

Einst stieg aus dunklem Meere
Ein Fisch, den niemand mehr sah.
Der stieg aus blauer Leere
Ans Land, wo es sonniger war.

trickyolddog Avatar
trickyolddog:#25640

Der Laufstall

Ich schaue zwischen Gitterstäben hindurch. Mein Blick fixiert. Ich drehe mich um und robbe zu den benachbarten Streben. Wieder schaue ich. Und wieder drehe ich mich um. Ich wechsle abermals meine Position.
Wenn ich älter bin, werden die Gitterstäbe verschwunden sein. Ich werde mich frei bewegen können, aber was wird sich geändert haben?

dmackerman Avatar
dmackerman:#25641

>>25640
Die Gitterstäbe werden verschwunden sein und du wirst dich frei bewegen können.

tusharvikky Avatar
tusharvikky:#25665

Am Wegesrand: eine Hand voll Rosen.

herrhaase Avatar
herrhaase:#25669

Will keinen Faden eröffnen und das es eh um Poesie geht möchte ich hier nur kurz erwähnen, dass ich mir Stone Hotel von Raegan Butcher gekauft habe und schwer begeistert bin.
Jemand Empfehlungen in diese Richtung?

ajaxy_ru Avatar
ajaxy_ru:#25707

>>25706
Haha, genial!
>"Du dreckiger Nigger!“ O, himmlisches Wort!
Bei dieser Zeile musste ich plötzlich laut losprusten.

joshuapekera Avatar
joshuapekera:#25710

Bunte Häuser in der
Karibik sind wenn
Es dunkel wird
Auch nur Graue
Klötze aus Beton

Schöne Frauen hingegen
Sind wenn es dunkel wird
Und ihnen die Strähnen
Ins Gesicht fallen
Die sie mit einer
Handbewegung wegstreichen
Und dich anlächeln
Mit ihren blauen Augen
Und ihren schiefen Zähnen
Einen Versuch wert
Sich zu bessern

tweet_john Avatar
tweet_john:#25711

>>25710
Bier trinken
Klassische Musik hören
Gras rauchen
Gedichte schreiben

Die ganze Zeit an das Wochenende denken
An dem man wieder nur besoffen war
Durchgehend
Man darf sich keine Pause gönnen

Man muss sich an die Grenzen bringen
Die Sinne entregeln
Rimbaud hat das begriffen
L'enfant terrible der 1870er
Das waren noch Zeiten

Ich brauche Ablenkung
Und sie ist nur einen
Mausclick entfernt
Den Schwanz in der einen
Die Zigarette in der anderen
Hand und zwischendurch zum
Bier greifen

Drogen nehmen
An vergangene Zeiten denken
Und heulen wenn einem
Ein Fremder im Internet
Eines seiner mittelmäßigen
Gedichte zeigt

Ich bin noch so weit von meinen
Grenzen entfernt

ionuss Avatar
ionuss:#25713

>>25712
>Wieso sind die blauen Augen, wenn es dunkel wird, nicht graue KlötzeWieso sind die blauen Augen, wenn es dunkel wird, nicht graue Klötze

Guter Punkt. Sollte ich vielleicht ändern.
Empfinde das Ende nicht so aber liegt vielleicht einfach daran weil ich es nicht mehr lesen kann ohne zu wissen was kommt.

Danke auf jeden Fall. Was sagst du zu dem Zweiten?

yangpeiyuan Avatar
yangpeiyuan:#25715

>>25714
Das gibt mir zu denken. Danke, ich weiß was du meinst.

>ein zweite Mal verzerrt durch die künstliche Jetzt-Dichte-Ich Haltung.

Kommt sicher auch daher, dass ich ewig nichts geschrieben habe.
Das waren Beides wieder erste Gehversuche.

Auch: Wer hat es richtig gemacht?

andina Avatar
andina:#25717

>>25716
Danke.

agromov Avatar
agromov:#25720

>>25716
>Verleugnet euch
Kann es sein, dass du den Meister Eckhart da bewusst oder unbewusst falsch interpretierst?
Oder redet der, wie in allen "Heiligen Schriften" der Monopolgötzen mal so, mal so?

artheft_ua Avatar
artheft_ua:#25731

>>25716

dä, nu hat er sich verleuchnet.

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