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Veröffentlicht am 2016-06-23 18:42:00 in /l/

/l/ 24470: Buch schreiben

edobene Avatar
edobene:#24470

Hat ein Bernd hier schon Erfahrungen gesammelt, worauf man achten muss, wenn man selber ein Buch schreiben möchte? Hat Bernd womöglich schon ein Buch geschrieben und irgendwo veröffentlicht?
Dieser Bernd spielt mit dem Gedanken ein Buch zu verfassen. Er weiß aber nicht, wie er anfangen soll.. Die genaue Handlung und das Setting hat er schon im Kopf. Sollte man dann einfach "drauf los" schreiben oder vorher Notizen machen?

joe_black Avatar
joe_black:#24473

Bernd hat nichts veröffentlicht, aber bereits das eine oder andere Buch geschrieben.

Ob du nun bis ins Detail alles vorher planen willst, oder ob du direkt darauf los schreibst, liegt allein bei dir.

Dass die erste Version so oder so eher schlecht ausfallen wird, wie man so häufig hört, ist wahr. Aber insgesamt wirst du nachher natürlich weniger überarbeiten müssen, bist du schon mit einer sehr konkreten Vorstellung des Endprodukts an die Sache herangegangen.

Diesem Bernd persönlich macht es vor allem noch ein Stück mehr Spaß, zu schreiben, weiß er nicht immer, was als nächstes passiert.

Es kommt aber natürlich auch darauf an, was genau du im Sinn hast, was diesen Roman anbetrifft. Wenn es so Bewusstseinsstromszeugs werden soll, planst du vorher offensichtlich nicht viel mehr als das.
Solltest du nun aber beispielsweise Fantasy schreiben wollen, wäre es sicherlich nützlich, stets ein paar Anhaltspunkte zu haben, auf welche man ggf. zurückfallen könnte. Unter anderem wäre da ein Plan also deshalb sinnvoll, da die Gesetze, die in der Romanwelt gelten, auch durchgängig dieselben bleiben sollten und so weiter.

Die Hauptsache ist aber tatsächlich, dass du einfach mit irgendetwas anfängst, anstatt Fäden auf Krautchan zu erstellen.

anass_hassouni Avatar
anass_hassouni:#24477

>>24470
Wie Bernd sagt, das liegt alles bei dir. Was mir dazu einfällt, ist, dass du, wenn du die Handlung schon im groben parat hast, dass du, immer wenn du gerade Lust hast, etwas schreibst, ganz egal, wo es in der Geschichte vorkommen würde. Sammel auf diese Weise ein paar Texte, und wenn sich dein Konzept nicht während des Schreibens mehrmals ändert, kannst du die Teile am Ende zusammenfügen. Und wie du das machst, steht dir auch frei. Das kann klassisch-chronologisch sein, oder assoziativ oder nach einer ganz eigenen Ordnung.
Zum Beispiel habe ich vor einiger Zeit ein Gespräch mit Roger Willemsen gehört, der über sein Buch Momentum gehört, das eine Art Biographie ist, die aber nicht chronologisch, sondern eher interessen-orientiert ist, Erlebnisse, orientiert nach Denkwürdigkeit, Merkwürdigkeit, persönlicher Faszination.

Das ist gleichzeitig die größte Herausforderung und die größte Freiheit der Kunst: den Rahmen, den du um dein Werk setzt, die Form, die du anwendest, vermittelt fast genauso viel wie der Inhalt und die Handlung. Wie willst du es erzählen? Eine Erzählung wie einen Bericht gestalten, das ist übersichtlich. Aber vieles von dem, was du durch Text ausdrücken kannst, kannst du durch die Form und den Stil viel deutlicher machen als durch die klarste oder dichterischste Formulierung.
Als Beispiel würde ich dir die Erzählungen von Julio Cortazar ans Herz legen, besonders Die Insel am Mittag, das Feuer aller Feuer und der Verfolger.

saarabpreet Avatar
saarabpreet:#24478

>>24473
>>24477
Danke für eure Tipps. Ich werde einfach mal anfangen und gucken, was dabei herauskommt :3

rohan30993 Avatar
rohan30993:#24509

Dieser Bernd hat bereits ein zwei Bücher verfasst, bin aber viel zu feige sie zu veröffentlichen, da ich keine Lust schlechte Kritik habe. Ich weiß, dass die Dinger kake sind, ich brauche nicht 20 oder 100 Bernds die mir das in die Frese spucken.
Zudem gehen mir grade gegen Ende eines jeden Werkes die Gedanken durch.
>Was wenn ich die Szene am Andang ändere?
>Nein, dann passt das hier in der Mitte nicht mehr
>Aber ist das in der Mitte wirklich wichtig?
Drei Stunden später ist die Hälfte gelöscht und ich stehe ganz am Anfang. Frustrierend ist da gar kein Ausdruck. Dies sorgt immer wieder dafür, dass ich einfach mit einer richtig guten Idee aufgebe.

Zudem: Titel sind unwichtig, Untertitel aber nicht. Titel müssen Kurz und Prägnant sein, Untertitel nicht. Titel dürfen nichtssagend sein, Untertitel aber nicht.
VALENTIN GEORG [b]
Die lange Geschichte eines Mannes mit viel Zeit und keiner Geduld.

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