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Veröffentlicht am 2016-08-21 21:11:25 in /l/

/l/ 24603: Ratierung

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mylesb:#24603

Harro Bernd :3

Ich hab was geschrieben. Es ist nicht allzu gut geworden, thementechnisch eher Genre-Fiction, aber ich würde mich trotzdem über ein Fütterrück freuen, ich will mich ja auch verbessern.

Teil 1: Setting

Idee: - Kurzgeschichte, 30-40 Zeilen lang, vielleicht mehr, ein WH40k-Fanfic, möglicherweise die Erföffnung für mehr?

- Zeit und Ort: Irgendwann Mitte des 23. Jahrhunderts, Westküste der USA (genaue politische Lage ist unklar), denkbar ist ein Kalifornien des Biofuturismus. Die westlichen Staaten scheinen sich zu einem großen Block zusammen geschlossen haben (UN, aber mit deutlich mehr Macht) und haben anscheinend alle größeren Konflikte bis auf die üblichen Guerilla-Kriege eliminiert. Die UNISA (Weltraumforschungsorganisation der UN), ein Zusammenschluss von NASA, ESA und ihren Kollgen, hat mehrere Mondbasen, einen ständigen Außenposten auf dem Mars und zwei Nachfolger der ISS (über Erde und Mars), die über Weltraumaufzüge funktionieren.

- Die Bühne: Ein Haus, eine öko-futuristische Version des kubistischen Neo-Bauhauses, vielleicht in der Vorstadt o.ä. Dominierende Farben sind weiss, schwarz und gold. Die Lichtstimmung ist warm, golden und gemütlich (denk an eine Hobbithöhle, nur im erwähnten Baustil). Wir sehen Trophäen an den Wänden, alte Schwerter, Helme und Bücher. Starker Kontrast zur vorhandenen Technologie, Freundin denkt an die Anschaffung eines TruePup (ein Roboter-Haushund), Nachrichten laufen auf in die Wand integrierten Bildschirmen, der Servitor (Anklang an Lore) macht Kaffee.


Für alle, die es nicht kennen, bei Bedarf gerne auf http://wh40k.lexicanum.com/ vorbei gucken.

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artheft_ua:#24604

Teil 2

*Winde der Veränderung, Teil 1.1, 1. Versuch*



"Und vergessen Sie nicht, bis nächste Woche will ich von Ihnen allen den Aufsatz über stereo-planare Riedemeyer-Felder!" rief er dem Bildschirm zu, doch die meisten seiner Studenten hatte bereits die Verbindung unterbrochen. Professor Dr. Gregory Adler seufzte. Wie hätte er sie auch aufhalten sollen? Es war Freitag, Hochsommer, die Sonne brannte über den kalifornischen Himmel und das Meer, die Mädchen und das Bier lockten. Wer dachte da schon an Quantenphysik?



Etwas überrascht stellte er fest, dass auf dem Bildschirm noch ein Gesicht zu sehen war. Er nahm die Hand vom Powerbutton und beugte sich näher an die Kamera. "Ja?", fragte er, "Was kann ich für dich tun?" Das Gesicht undefinierbaren Geschlechtes stammelte ein paar Lobesworte, es sei so eine Ehre, all die Bücher, schon von Kindheit an geträumt, und so weiter. Adler nickte rasch, das Gehörte kaum wahrnehmend. Doch dann kam eine Frage, die ihn aus dem Konzept brachte. "Was meinten Sie mit der Aussage über mögliche Quantenverknüpfungen im Bewusstseinprozess eben?"
Er schluckte. Einige Formeln rasten durch seinen Kopf, unausgereifte Überlegungen, basierend auf fragwürdigen Gehirnscans bei zu wenig Probanden, unbewiesener Blödsinn, eigentlich. Wie war ihm das entwischt?
"Oh, das, nun, ach wissen Sie..." begann er, "Da habe ich wohl was dureinandergebracht, irgendein Pseudowissenschafts-Artikel, reiner Unsinn, machen Sie sich mal keine Gedanken darum." Er versuchte ein entschuldigendes und harmloses Lächeln, und es gelang wohl ganz gut, denn das hermaphroditische Gesicht nickte brav, stolperte über einige kurze Lobesworte und schaltete dann hastig ab. Der Professor atmete auf und verscheuchte den Studenten, oder was auch immer das war, aus seinen Gedanken. Er hatte wichtigeres zu tun.



Ein kurzer, gesprochener Befehl, und die Kameradrohne kehrte in ihre Ladestation zurück. Ein weiterer und das Equipment, digitale Zeichentafel, Scheinwerfer und Blende, klappte zusammen, auf seinen Einsatz am Montag wartend. Adler gähnte und sah auf die Uhr. Es war kurz nach 12 Uhr mittags und ein ganzes Wochenende voller Sonne und Entspannung lag vor ihm. Am Abend erwartete er Kollegen, natürlich allesamt hochgelobte Forscher, mit denen er zu einer Fakultätsparty auf dem Campus gehen wollte. Am Samstag war ein Nachbarschaftstreffen mit Grillen und Bier angesetzt und den Sonntag hatte er sich für den Fall freigehalten, dass sich am Abend weiterführende Bekanntschaften ergaben. Wovon auszugehen ist, dachte er grinsend, als er die Treppe hinunter in Richtung Küche ging.



Im Flur kam er am Spiegel vorbei und zufällig streifte sein Blick den vorbeigehenden Fremden. Zögerlich, fast ein wenig unwillig, wandte er sich ganz der Glasfläche zu. Ihn starrte eine bizarre Erscheinung an. Groß, straffe Schultern, sonnengebräunte Haut. Das Surfen, das Kickboxen, das Marathonlaufen, sie hatten ihre Wirkung gezeigt. Das rabenschwarze Haar, kurz und brav gescheitelt, das gerne von seinen moderneren Kollegen als altmodisch belächelt wurde. Die hohen Wangenknochen und die scharfe Nase, wegen denen ihn manche für einen amerikanischen Ureinwohner hielten, obwohl das mittlerweile genetisch ausgeschlossen war. Die stahlblauen Augen, die aus tiefen Höhlen den Professor zu erdolchen drohten. Alles in allem sah Professor Dr. Gregory Adler, zweifacher Dr.h.c., Koryphäe seines Faches, führende Autorität in Fragen zur Kosmologie in der Erweiterten Quantenmechanik und mehrfacher Bestseller-Autor, noch genauso aus, wie zu dem Zeitpunkt, als er als junger Mann den Thron eines längst vergessenen Wüstenkönigreiches bestiegen hatte. Dieser Zeitpunkt war mehr als 8.000 Jahre her.

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ggavrilo:#24605

Teil 3

Der Professor nahm den Blick von den Stahldolch-Augen und seufzte. Die Vergangenheit war tot und begraben, nur die Zukunft lockte. Die Küche betretend rief er nach Bobby, dem Servitor, der eilig herbeischnurrte. "Ja, Meister?" fragte das freudig verzückte Emoticon auf dem Interface, "Was kann ich für Sie tun?" "Kaffee bitte, Bobby." sagte der Professor, das WallCron anschaltend, "Doppelte Röstung, Milch und Zucker, du kennst das ja." Das Emoticon strahlte noch ein wenig breiter. "Sehr wohl, Meister, kommt sofort!" Der Professor sah dem davonschnurrenden und
rumhantierenden Hausroboter nach. An diese Dinger würde er sich nie gewöhnen. Die Nachrichten dagegen brachten nur allzu vertrautes. Ein Grenzkonflikt in irgendeinem Letzt-Welt-Land war zu einem Völkermord ausgeartet, trotz massiver UN-Intervention. Man sah den UN-Vorsitzenden, eine tosende Rede haltend, Mecha-Truppen beim Einsteigen in einen VTOL-Transporter, blutende Kinder auf der Straße. Adler schüttelte den Kopf und seufzte. So viel sinnloses Sterben, so viel... Er zuckte zusammen. Irgendetwas hatte ihn von hinten umklammert. Etwas weiches, feuchtes und weiblich duftendes.


Als er sich umdrehte, schaute ihn die junge Frau mit schelmischer Miene an. "Hab ich dich erschreeheeckt?" fragte sie grinsend, das um den Oberkörper geschlungene Handtuch mit einer Hand festahltend. Der Professor lächelte und gab ihr einen Kuss auf den Mund, während er verzweifelt sein Gedächtnis nach ihrem Namen und seiner Beziehung zu ihr durchforstete. "So früh schon auf? Willst du nicht lieber ausschlafen?" fragte er, fast sicher, dass ihr Name Katie lautete. "Ach komm" , Katie (?) strahlte jetzt wie ein Weihnachtsbaum, "es ist Freitag, die Sonne scheint. Lass uns ans Meer fahren! Och bitte! Och bittebittebittebitte!" Ihre Wimpern klimperten mit der Geschwindigkeit eines Hummeflügels und ihr Ton erreichte langsam Ultraschallhöhen. Er versuchte, sie auszublenden und sich auf das WallCron zu konzentrieren, aber es gelang ihm nicht. "Oh, und letzte Nacht war soooo toll, also Wee Ohh Weee, das war echt die beste Nacht meines Lebens, und..." Adler merkte, wie seine Geduld schwand, trotz des Kaffees, den ihm Bobby unbemerkt in die Hand gedrückt hatte. Doch die muntere Blondine merkte es anscheinend nicht. "Und dann können wir schwimmen gehen, oder Windsurfen,
da soll es eine ganz tolle Surfschule geben, hab ich im HUD-Mag gelesen und dass es jetzt TruePups im Angebot bei Mississipi gibt! Wolltest du nicht schon immer ein TruePup haben? Die sind so toll, also, daS musst du mal gesehen haben, total lebensecht, egal wo war ich, ach ja..."


Adler verdrehte die Augen und schnipste mit den Fingern. Plötzlich schien die Zeit stillzustehen. Das strahlende Mädchen war in der Luft erstarrt, ihr Mund verzückt aufgerissen. Er trat in ihren Geist und betrachtete ihn desinteressiert. Es erstaunte ihn ein ums andere Mal, wie groß der Unterschied doch zwischen den Mengen an Vernunft war, die die Menschen in ihre Gehirne zu packen vermochten. Dieses hier enthielt nicht allzu viel, das sah er sogar von außen. Er spazierte in ihren Frontallappen und sah sich ein wenig um. Er entdeckte ein paar Komplexe, die üblichen Traumata und die unspektakulären Erinnerungen eines unspektakulären Menschen. Aufs Geratewohl zupfte er ein wenig an ihren Kindheitstraumata herum (ihr Vater wies eine gewisse Ähnlichkeit mit ihm auf), und zog sich dann zurück, um das Schauspiel besser beobachten zu können. Ihr brabbelnder Mund schien plötzlich festgeklemmt zu sein, das Gesicht in einer bizarren Maske erstarrt. Dann rutschte die Maske wie Wachs herunter und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Die Hand, die das Handtuch festgehalten hatte, rutschte mit ihm herunter, und sie machte einen kläglichen Versuch, es aufzufangen. Die Augen tränenerfüllt, nackt und Entschuldigungen stammelnd stürmte sie aus der Küche.

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turkutuuli:#24606

Teil 4, bis jetzt der letzte

"Ohjemineh, gute Güte, vielleicht seh ich besser nach der jungen Dame! Ach herrje!" Der Servitor schnurrte ihr hinter her, zweifellos seine Human-Consulting-Software ladend. Der Professor seufzte und nippte an seinem Kaffee. Er hasste es, überraschend angefasst zu werden und hohe Stimmen verursachten ihm Kopfschmerzen. Er verschob das Mädchen aus seinen Gedanken, die sich nun wieder auf die Nachrichtensendung richtete. Man sah, dass sie fast am Ende war, denn die Meldungen waren jetzt haupsächlich
"brandaktuelle Top-Stories" aus der Welt der Schönen und Reichen. Er wollte sich schon fast wieder abwenden, als ein Satz sein Interesse erweckte. "Und nun, aus der Welt der Wissenschaft!" begann die Nachrichten-Sprecherin, ihre perfekten Zähne bleckend. "Lass mich raten" murmelte Adler, "jemand hat mal wieder Einstein gegenbewiesen." "Wie Forschungen in der Schweiz in Kooperation mit der UNISA ergaben, existiert parallel zu unserem Universum ein Ebene aus reiner Energie, etwas, das für manche eine neue Ära der Physik einleiten könnte. Wir schalten nun live nach Genf zu Paulie Hernandez!" Das Bild wechselte, und der Reporter war zu sehen, neben ihm ein kleiner, verhutzelter Mann, dem Adler mal auf igendeinem Kongress begegnet war. "Ja, nun, Angelica, ich stehe hier mit Jacques O´Donnel, Leiter des Energonfeld-Forschungszentrums, vor dem CERN in der Schweiz, Jacques, erzählen Sie doch mal, was haben Sie dem Atom da entlockt?" Das Männlein räusperte sich, sichtlich nervös. "Nun, zum einen sind das nur die ersten Berechnungen und zweitens..." "Erklären Sie es doch mal", unterbrach ihn der Reporter. "Also schön, also, stellen Sie sich eine Bombe vor. Sie explodiert, ja? Und dann ist sie weg. Entropie, Desorganisation. Alles geht zur Unordnung, zum Chaos, ja? Erst Ordnung, dann Unordnung, ganz einfach. Aber diese Ebene, sie ist immer, also eine stabile Entropie, parallel zu unserem Universum, das..." "Dann kann man das zur Energieerzeugung nutzen? Oder für Waffen?" unterbrach ihn der Reporter, erneut. "Nun ja, also, das ist jetzt erstmal nur ein theoretisches Konzept, aber doch, ja, technisch liegt da mit Sicherheit großes Potenzial, und..." Adler drückte den Aus-Knopf. Er war erstarrt, tausend Gedanken rasten durch seinen Kopf. Die dubiosen Gehirnscans erschienen wieder vor seinem geistigen Auge. Formeln, vor Jahrzehnten von ihm verfasst, der Artikel vor 2 Jahren im "Science", die Erkenntnisse aus dem SHC auf dem Mars, das alles stürmte auf einmal mit der Wucht eines einschlagenden Kometen auf ihn ein. Alles machte plötzlich Sinn. Und da war wieder diese eine Erinnerung, Äonen alt: eine umwölkte Nacht trotz klarem Himmel, ein seltsames Kraut, Visionen von Blut, Tod und Chaos. Stimmen, die ihn riefen, die aus ihm heraus riefen. Etwas in ihm rührte sich, etwas, was er seit Tausenden von Jahren nicht mehr gespürt hatte. Es war Angst.


Adler stellte die Tasse ab mit zitternder Hand ab. Dann rannte er die Treppe hoch, ins Arbeitszimmer, an den Schreibtisch, in die Formeln und in eine andere Zeit.

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dwardt:#24607

abatz 1:
>"Und vergessen Sie nicht, bis nächste Woche will ich von Ihnen allen den Aufsatz über stereo-planare Riedemeyer-Felder!" rief er dem Bildschirm zu, doch die meisten seiner Studenten hatte bereits die Verbindung unterbrochen.
"rief er dem Bildschirm zu" würde ich streichen und stattdessen den 'bildschirm' an die 'verbindung' anschließen (bildschirmverbindug).
trägt nicht viel zum text bei, der teilsatz, so wie er bei dir steht.
'rief' hast du im ausrufezeichen, 'er' im späteren 'seinen' und 'bildschirm' in 'bildschirmverbindung'.
wenig platz, der ökonomisch genutzt werden will: bildschirmverbindung ist überdies ein schönes wort, wohlklingend.
auch: 'will ich' sehnt sich nach einem professorenverb.

>Wie hätte er sie auch aufhalten sollen?
streichen

absatz 2:
>"Ja?", fragte er
jetzt hätte ich gerne ein adjektiv darüber, wie er nun 'etwas überrascht' agiert: welche ausformung nimmt leichtes überraschtsein hier bei ihm an, wie muss ich mir ihn vorstellen? ich habe nur einen generische prof im kopf, brauner vollbart, langhaarige halbglatze, dünngoldrahmige ovale brille, leicht süffisant.

>das Gehörte kaum wahrnehmend
widerspricht sich leicht: gehörtes(wahrgenommenes), doch kaum wahrnehmend. umformulieren.

>Doch dann kam eine Frage, die ihn aus dem Konzept brachte.
ich habe das gefühl, dass er in diesem moment gar kein konzept hat, aus dem man ihn bringen könnte. er hört schließlich kaum zu. umformulieren.

>"Was meinten Sie mit der Aussage über mögliche Quantenverknüpfungen im Bewusstseinprozess eben?"
hier würden auslassungspunkte am anfang der frage nicht schaden, um sein nicht-hören zu verdeutlichen.

>unausgereifte Überlegungen, basierend auf fragwürdigen Gehirnscans bei zu wenig Probanden, unbewiesener Blödsinn
würde den satz gestalten, wie du es bei den lobesworten gemacht hast, abgehackt, in der art:
"Einige Formeln rasten durch seinen Kopf, unausgereifte Überlegungen, fragwürdigen Gehirnscans, zu wenig Probanden, unbewiesener Blödsinn, eigentlich."
vielleicht könntest du an dieser stelle auf hebungen und senkungen achten. eine reihe daktylen etwa bringt gut schmackes XxxXxxXxxXxx, muss aber nicht sein.

genug jetzt.
weiter bin ich nicht.
ist ok.
weitermachen.

garethbjenkins Avatar
garethbjenkins:#24608

>>24604
>Professor Dr. Gregory Adler seufzte.
zweiter satz, wirkt so: hauptsache der name ist drin.
könntest schreiben 'er seufzte'. später spricht der hermaphrodit ihn dann mit 'prof. dr. adler' oder ähnlichem an

marshallchen_ Avatar
marshallchen_:#24609

>>24607
>>24608
Danke, kannst du noch mehr korrigieren, bitte? Du scheinst dich auszukennen.

gretacastellana Avatar
gretacastellana:#24613

>>24609
ich kenne mich nicht aus, helfen tu ich trotzdem. muße, den ganzen text durchzugehen, habe ich aber nicht. am ende heißt es sowieso: mehr schreiben, einfach mehr schreiben. dinstanziert überlesen, als wolltest du das geschriebene hassen. was auch immer du brauchst an emotionen, um zwischen dich und dein werk distanz zu bringen. was willst du erzeugen? sei der leser, sei der leser. oder kümmere dich um nichts und niemanden. aber entscheide dich und dann mach dein ding.

>als er als junger Mann den Thron eines längst vergessenen Wüstenkönigreiches bestiegen hatte. Dieser Zeitpunkt war mehr als 8.000 Jahre her.
ahhhh, jetzt verstehe ich, was ich lese. geh full rhodan, nicht nur andeuten, du.
bis dahin wars so gediegen und gestriegelt, ja, langweilig, das aber ist die art sci fi pulp, die ich in meinem wochenheft lesen möchte.
übermenschlicher held, geile braut, angedeutete backstory, seichte gesellschaftskritik, gadgets und ungefähre richtung der handlung. passt.

lobhudelei eines hermaphroditen ist beinahe egal. ich will wissen, wie krass die zukunfstklamotten sind, was für abgefahrene piercings es hat, was in der bodymorphing szene der zukunft abgeht, welche band ist gerade in, deepspace mode? göhöhö. spaß beiseite: ich will eine welt vorgesetzt bekommen, die mich von satz zu satz fasziniert und bei der stange hält. du darfst übertreiben. du darfst übertreibung zum definierenden moment machen, wenn du willst. später geht es schlag auf schlag und in die richtung, die ich damit meine: roboter, braut, zeitstopp, plot. zack zack zack. das hat schon gut pazazz. pulp ist rasant, seicht und fantasievoll(citation needed).
so sollte deine sprache auch sein. am ende hättest du das mit den "stahlblaue augen wie dunkeldolche" bringen können. da, wo es jetzt steht, stichts heraus in seiner überspitztheit, weil alles vorherige so trocken ist.
ich meine: >Im Flur kam er am Spiegel vorbei und zufällig streifte sein Blick den vorbeigehenden Fremden.
das ist lahm. graubraun 70er. der ganze erste teil ist orientierungslos, als würde erst ab dem letzten satz klar, wohin es geht.

versetz dich in den leser: tiefgehendes wird nicht erwartet, aber überraschendes. die sprache darf kitischig sein, muss aber dennoch stimmung erzeugen und tragen. die umgebung zu beschreiben, das bild im kopf des lesers, ist fundamental. viel mehr als bilder bekommt man nämlich nicht. es ist ein actionsfilm, schreib so. bring einen faden in deine sprachlichen mittel, den vergleichen, die verwendest, den stellen, an die du sie setzt. bring wortwörtlich farbe hinein, beschreibe. knallende adjektive. was ist wichtig an einem raum. stell dir einen zufälligen raum vor, was ist kern des raumes, was essentiell? geh in ein zimmer und lerne daran. ich habe überhaupt keine vorstellung, wie die küche aussieht oder der flur, was die geräte für geräusche machen, was für tech darin steckt, ob adler der kaffee gut schmeckt. ich werfe dir jetzt alles durcheinander vor die augen, du musst dir gedanken machen: was zeige ich dem leser, wie ordne ichs? setz dich hin wie ein komponist, der töne, stimmungen, pausen, tempi, all die feinen sachen zusammenfügt. was willst du dem leser geben?

adler hat kein leben, sondern schablonen. ändere das, füll in bis zum rand. wie viel arbeit, pause und auch genuss kann man zeigen mit einem, der kaffee trinkt und den kopf in den nacken wirft. kurz: setz dir ein festes ziel (ich betone das, weil dein teil 1 komplett herausragt als lahmarsch) und richte alle dir zu verfügung stehenden mittel auf diese eine sache. schreiben schreiben schreiben

BillSKenney Avatar
BillSKenney:#24615

2016
Kleinsschreibmarxistenkrebs, sich als Lektor aufspielend.
Wir halten das für eine lächerliche Idee.

artheft_ua Avatar
artheft_ua:#24616

>>24615
>ich kenne mich nicht aus, helfen tu ich trotzdem.

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kylefrost:#24625

>>24616
>>24615
Ist ja gut ihr beiden.

http://imgur.com/a/jWFzy
Ist das besser? Schmalzfaktor über 9000, aber so bin ich halt.

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bluesix:#24626

>>24625
Addendum: Das sind jetzt schon der erste (verbesserte) Teil und ein neuer zweiter.
Wie gesagt, ein wenig klischeebeladen.

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rdbannon:#24627

Nichtssagend, geschwätzig, man fragt sich unwillkürlich: Was will der Autor?
Will er bemitleidet werden? Sicher nicht.
So etwas hat nicht einmal Bastei Lübbe mehr im Programm.

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bluesix:#24628

>>24627
Ich will üben, Reich-Raficki, und Fütterrück bekommen. Und dass ich nicht besonders gut bin, habe ich ja schon gesagt, nicht?

chaabane_wail Avatar
chaabane_wail:#24630

>>24628
Dann schreib was Richtiges! Und nicht den 9Millionsten SF/Fantasy Aufguss. Wo du auch noch zugibst nicht einmal eine Vorstellung zu haben, worum es geht, wohin es führen soll. Warum sollte das jemand lesen?

baluli Avatar
baluli:#24631

>>24630
Natürlich weiss ich wohin dieser Text führt. Das Ende hast du ja grade sicher hier
http://imgur.com/a/jWFzy gelesen, stimmts?
Geschichte ist jetzt zu Ende, fertig aus.

Und außerdem, über Liebe, irgendwelche Studi-Parties und das krasse Berliner Nachtleben zu schreiben, das ist ja soooo viel besser was?

Neuste Fäden in diesem Brett: