Krautkanal.com

Veröffentlicht am 2016-11-26 03:48:29 in /l/

/l/ 24927: Was hält Bernd von Kafka?...

lisovsky Avatar
lisovsky:#24927

Was hält Bernd von Kafka?

dutchnadia Avatar
dutchnadia:#24928

Meistens hab ich keine L-ust mir groß Gedanken zu machen, was er jetzt eigentlich von mir will. Trotzdem merk ich, dass irgendwas wohl da wäre.

kiwiupover Avatar
kiwiupover:#24930

Bernd hat Kafka nie so richtig verstanden, noch weniger, warum er allgemein so gut aufgenommen wird. Bernd musste mal Die Verwandlung in der Schule lesen und hat bis heute nicht gerafft, was für einen Sinn es haben soll, dass sich jemand über Nacht in einen Käfer verwandelt. Das ist doch totaler Quar, also ehrlich.

mactopus Avatar
mactopus:#24932

find ich auch gut

polarity Avatar
polarity:#24934

>>24930
Nachvollziehbar, Bernd fand auch erst nach der Schule zu Kafka.
Seine Schriften werden oft als Romanhöllen bezeichnet, die Charaktere in ihnen durchleben große Grausamkeiten, geraten ohne eigenes Beitragen aus einer schrecklichen Situation in die Nächste, werden stets bevormundet, ausgenutzt, verarscht, verabscheut, verraten und verachtet.
Adorno jaja ich weiß blabla Kulturmarxist JOOODEEE blabla sagte mal, dass jegliche Interpretation Kafkas seine Texte vergewaltigen würde.
Ähnlich sehe ich es auch: die Texte sind genauso sinnlos und grausam, wie das Leben dem sie entspringen.
So würde ich sie auch lesen, ohne Metaebene oder Interpretation, einfach alles für bare Münze nehmen.
Ich meine, wenn du eines Tages als Käfer aufwachen würdest und deine Familie dich einsperren und sterben lassen würde und noch schlimmer, nicht verstehen würde, wäre das nicht grauenhaft?
Das ist gerade das was Kafka-Lesen ausmacht: die Absurdität tröstet uns manchmal über unsere eigene Sinnleere und Verlorenheit hinweg.
Eine große Rolle spielen auch die Frauen, diese treten meistens in dominanten, überlegenen Rollen auf, Mutterkomplex und so weiter.
Wenn du was zugänglicheres suchst, empfehle ich dir "Der Verschollene" von Kafka, ein Roman aus seinem Frühwerk in dem es um einen sechzehnjährigen Deutschen geht, der von seinen Eltern nach Amerika geschickt wird weil er von der alten Haushälterin verführt wurde und sie schwängerte.
In Amerika erlebt er dann einiges was ich an der Stelle nicht vorwegnehmen möchte.
Da gibt es auch viele Actionszenen und Verfolgungsjagden und so eine Dscheiße.

Zum Schluß noch eine Warnung: bei Kafka handelt es sich nicht um besonders aufbauende Lektüre, überhaupt sind seine Protagonisten oft nur passive Beobachter, Angeklagte oder Schuldige.
Immer sind sie in der Opferrolle, nie selbstbestimmte, handelnde Menschen.
Kafka war eben eine tragische Existenz.

shalt0ni Avatar
shalt0ni:#24936

Kafka ist städtischer Galgenhumor eines ernsten Juden.

hibrahimsafak Avatar
hibrahimsafak:#24937

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article108937061/Die-homosexuellen-Fantasien-des-Franz-Kafka.html

guischmitt Avatar
guischmitt:#24941

>>24937
Das haben die doch nur gebracht um Käfgen bei den Homos anzubiedern, bzw. in Erinnerung zu rufen. Kafka ist die Geschichte eines perfekten Marketings, seit 1928.

romanbulah Avatar
romanbulah:#24951

>>24941
Stimmt schon, aber andererseits hört es sich sehr plausibel an.

nateschulte Avatar
nateschulte:#24956

>>24951
>plausibel
Aufgrund deines Homophil gepitchten, genderpositivistischen und postfaktisch beweisbefreiten Hintergrundes Vieleicht. (Dem Shvulen ist alles shvul!)
Aufgrund Bernds judaistischem Fachwissen hingegen, kann er mit Fug und Recht Behaupten, dass sich da einer, der Stadtluft schnuppern durfte, den von Generationenen geprägten Horror des galizischen Stetls aus der gequälten Judenseele schreiben wollte.

vovkasolovev Avatar
vovkasolovev:#24976

Kafka ist der beste Autor im Leben. Auf jeden Fall der berndigste. Lauter ungelöste Konflikte mit dem Vater, überspannte Versuche, sich als Frauenheld zu gerieren mit entsprechender Verzweiflung, wenn's wieder mal nicht klappt. Überhaupt ein grundkaputter Geist.
Foll gut/10

chrisvanderkooi Avatar
chrisvanderkooi:#24978

>>24976
>At the beginning of the 20th century, Kafka spoke of the pathological oddness and mental imbalance of his fellow Jewish students at the German high school in Prague. “Many of them”, he wrote”, “killed themselves during their student years”.

Neuste Fäden in diesem Brett: