Krautkanal.com

Veröffentlicht am 2017-02-07 22:52:54 in /l/

/l/ 25065: Der gute Bert von Santa Monica

leandrovaranda Avatar
leandrovaranda:#25065

Dikigoros über Bert Brecht

http://www.geocities.ws/films4/brecht.htm

>1924 zog ein verkrachter Medizin-Student und November-Verbrecher, pardon Soldatenrat a.D. (die gelten ja heutzutage nicht mehr als Verbrecher, sondern fast schon als Helden), von Bayern, pardon Schwaben, nach Preußen. Er war der Sohn eines Augsburger Industriellen, eines großbürgerlichen Kapitalisten; er wurde also mit einem silbernen Löffel im Maul geboren, wie fast alle Kommunisten und Terroristen, auch wenn er sich später lieber mit einer dicken Zigarre in der Fresse fotografieren ließ. (Das Rauchen hat er in der Aufzählung oben vergessen; dafür schrieb er an anderer Stelle: "Wer raucht, sieht kaltblütig aus... Und raucht man, wird man kaltblütig." Er wollte also "kaltblütig" werden - oder aussehen :-).

sagenhaft, köstlich, und lachz werden verteilt.

Die Kommunisten wollten die von ihnen beneideten Menschen zu sich herunter in den Dreck ziehen, während die Nazis ihren auf einer Fehlinterpretation Nietzsches beruhenden Flausen vom "Über-Menschen" nach jagten und versuchten, hinauf zu steigen (wobei sie dann endeten wie Ikarus). In der Praxis haben sich freilich beide nicht an ihre schönen Theorien gehalten, denn im Kommunismus setzte sich bald die Auffassung durch, daß einige gleicher sein müßten als gleich (aber das ist eine andere Geschichte); und die Nazis übersahen, daß es in jedem Volke arme und reiche, schöne und häßliche, dumme und kluge Menschen gibt; ein ganzes Volk der einen oder anderen Kategorie zuschlagen zu wollen war einfach lächerlich und mußte schief gehen, weil sich bald alle anderen Völker der Welt auf den Schlips getreten und bemüßigt fühlten, ihnen das Gegenteil zu beweisen. Und wie viele schöne, große, starke Menschen konnten die Nazis denn vorweisen in ihrer "Führungs"-Riege? Einen einzigen: den [Halb-]Juden Reinhard Heydrich, den sie zum Arier h.c. und zum SS-General machten, damit sie wenigstens einen zum Vorzeigen hatten. (Ja, liebe linke und rechte Leser, Dikigoros ist biestig - aber hat er nicht Recht?)

krdesigndotit Avatar
krdesigndotit:#25066

>aber hat er nicht Recht?

Womit?

commoncentssss Avatar
commoncentssss:#25068

>>25066
Na, mit seinen messerscharfen Analysen, die in diesem Fall der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zufallen.

iamkeithmason Avatar
iamkeithmason:#25069

Wer? Find ich irgendwie nicht so gut.

kamal_chaneman Avatar
kamal_chaneman:#25070

>>25068
>messerscharf
Naja.

_kkga Avatar
_kkga:#25076

>>25070
In
>messerscharf

steckt Sarkasmus, mein Lieber.

kurafire Avatar
kurafire:#25083

>>25076
Ist der ganze Beitrag sarkastisch, oder bloß OPs Kommentar? Oder ist der Originaltext sarkastisch und OP checkt es bloß nicht. Ist mein Kommentar sarkastisch oder ironisch? Viele Fragen, keine Antworten.

sindresorhus Avatar
sindresorhus:#25084

>>25083
Der Mensch ist das in die Frage gestellt Wesen.

fluidbrush Avatar
fluidbrush:#25085

>>25084
Klingt nach Heidegger.

abdots Avatar
abdots:#25086

>>25085
Akzeptiere die Frage.

shadowfreakapps Avatar
shadowfreakapps:#25087

Durch das Fragen der Frage bedingt und zirkelt der Mensch die Abzeichnung seines bild- und tongewordenen Denkens als Negativraum der Kenntnis im Sein; wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch: Die Wesentlichkeit des daseienden Seins ist Nicht-Fragen, gegenübergestellt dem Trotzdem-Fragen als Wesentlichkeit der wesenden Menschenheit. Wo das Universum schweigt, fragt der Mensch. Was aber bedeutet uns das universelle Schweigen des Seins? Vielleicht müssen wir auch den Kenntnisraum des Seins als negativen auffassen, in dem der Mensch durch sein qua Zufälligkeit geleitetes Fragen eine Umzirkelung seines persönlichen Unterraums der Nicht-Kenntnis erst erschafft. Damit würden wir dem Sein jedoch eine erkenntnistheoretische Dichotomie aufzwingen, die allein durch das Fragen der Menschen erst entsteht: Erst durch die aufgestellte Frage im Seins erscheint uns das Sein denkerisch als ein negativer Kenntnisraum, als ein Kenntnisraum überhaupt, das Universum so als ein schweigendes. Das Schweigen des Seins ist das Schweigen, das dem Wesen des Denkens immanent ist und somit im Menschen wesendes Schweigen, das denkend ins Sein gewest wird.

Addendum: Das Fragen der Frage ist Leeren in Leere. Die Bedeutung der Frage ist transistorischer Übergang: Zwischen zwei zeitlosen Strahlen fällt die Frage aus dem menschlichen Wesen in die Leere des Moments. Der Moment aber ist zeitloser Punkt auf dem Strahl der Ewigkeit, die ewig ist nicht durch Länge, sondern durch das Abhandensein von menschlicher Zeitlichkeit. Jeder Moment breitet sich unendlich in der Zeitlosigkeit der Raumlosigket aus. Die Wesenheit im Seienden ist wesendes Sein. Wesenheit ist wesendes Sein im Sein und somit lebende Leere in Leere. Die Grenze zwischen Wesen und Sein ist eine denkerische. Die Grenze des Denkens sind Geburt und Tod als Parameter der Parabel. Denken ist Leere. Leben ist Leere. Der Tod ist der große Aufklärer der Menschheit. Vieles ist zu sagen davon, aber die Dichter schweigen in den Büschen.

salleedesign Avatar
salleedesign:#25088

>>25083
An den Sägen kannst du es erkennen.
Dikigoros ist neben Hadmut Danisch der gründlichste, ehrlichste und unterhaltsamste Gesellschaftskritiker der zur Zeit zu finden ist. Kleingeister hassen ihn.

kennyadr Avatar
kennyadr:#25089

>>25088
Poste ein Foto von Digikoros. Möcht sehen, ob er ein schmucker Mann ist.

doooon Avatar
doooon:#25090

>>25087
Nicht schlecht.

syswarren Avatar
syswarren:#25091

>>25087
"Er schreibt jetzt seyn mit y!"

robergd Avatar
robergd:#25094

>>25091
seyn. jpg
Ist das nicht die Totalitarismus-"Forscherin" (und hauptberufliche Heideggermätresse) welche die totalitären Anteile ihrer eigenen Sippe in ihren "Studien" nicht einmal erwähnte.
Die, welche das Totschlagwort voim "Schreibtischtäter" erfand, mit dem in Zukunft JEDER zum Kriminellen gemacht werden kann?
Bild relatiert. Ein von Israelis in Rom hingerichteter ermordeter, angeblicher "Schreibtischtäter". Der palästinensische Schriftsteller Wael oder Walid Zwaiter.
Hier hat diese Dame mitgemordet!

im_jsmith Avatar
im_jsmith:#25095

>>25093
Falsch. Sie haben wohl den ersten Teil der Elemente und Urprünge totaler Herrschaft gelesen, gründlich nihc.t
Eine gewaschene Backenpfeife gibt dem Juden die Arendt. Nachzulesen übrigens bei Dikigoros selbst, ohne den Link zu haben zur Hand zwar.
Schreibtischtäter im Übrigeren ein gläserner Begriff: Schreibtisch-Täter ist Täter und Täter ist Krimineller und Schreibtisch ist Schreibtisch.
Gericht bleibt Gericht und Recht geht mit der Zeit. Rückständigkeit in Sachen der Gerechtigkeit bleibt Rückständigkeit in Sachen weltlicher Belange, also mit der Zeit schwimmen statt gegen den Strom.

LG
Embroisuis

jeremyworboys Avatar
jeremyworboys:#25096

>>25095
>Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft.
Sei doch mal so freundlich und zitiere zwei drei Stellen von der Backpfeife. Mein Ekel vor der milde blickenden Kettenraucherin ist inzwischen so groß, das ich mir die Google Suche nicht antuen kann.

cmzhang Avatar
cmzhang:#25097

>>25096
Das Buch habe ich nicht zur Hand. Mir ist aber gewissenshaft erinnerlich, dass sie besonders die ältere jüngere jüdische Vergangenheit, von Mittelaltersanbeginn an bis H., recht ehrlich interpretiert, dass Judenhass nicht nur nicht nicht unumgänglich war, sondern geradezu eine angemessene Reaktion der Gesellschaften auf das jüdische Lebensverhalten dargestellt hat. Negativreaktionen wurden provoziert etwa durch den aktiven Widerstand der jüdischen Bankersippen (und damit aller Juden) in Preußen gegen preußische Reformen, durch die die Juden zu vollständigen Bürgern geworden wären. Lieber war den Bossjuden Segregation mit finanziellen "Vorteilen". Auserwählten-Allüren.
Das nur gesagt zum allgemeinen Umgang von Arendt mit Juden und Judentum. Kam mir als erstes in Erinnerung.
Ich meine, sie war vor allem von ihrer eigenen Sippschaft enttäuscht, und erst dann von allen anderen.

Neuste Fäden in diesem Brett: