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Veröffentlicht am 2017-05-02 20:51:4 in /l/

/l/ 25215: Feedback

iamfelipesouza Avatar
iamfelipesouza:#25215

Lieber /l/-Bernd,

es ist mal wieder soweit, dass ich Deines Feedbacks bedarf: Würdest Du Dir die relatierten Bilder anschauen und mir sagen, was Du von dem Text hältst? Zu lesen sind die Dateien dabei als die vier Seiten des ersten Kapitel einer Erzählung. Vorrangig würde mich interessieren, wie Du die sprachliche Darstellung einschätzt. Worüber ich anhand welcher Motive schreiben möchte, ist mir mittlerweile recht klar. Unsicher bin ich jedoch, was die sprachliche Vermittlung anbelangt. Mir fällt es schwer, mich in den Leser hineinzuversetzen und nachzuvollziehen, ob ich zu schnell oder zu langsam erzähle; ob die Sätze zu kompliziert oder zu eintönig sind; usw. Aber auch über alles andere, was Dir zu dem Geschrieben einfällt, bin ich natürlich grundsätzlich dankbar.

Sei nicht verwundert, sollten Dir einzelne Elemente bekannt vorkommen. OP kommt so langsam voran, dass es gut möglich ist, einen ganz ähnlichen Text bereits vor Jahren schon einmal auf /l/ gelesen zu haben.

mfacchinello Avatar
mfacchinello:#25216

Man kann nicht kritisieren, was nicht ist. Kein Können, keine Begabung, und nichts zu sagen. Zwei Möglichkeiten: 1. Schreib oft und viel. Das verbessert den Stil. 2. Warte auf ein Erlebnis, das dich grundlegend verändert.
Dann kommt die Inspiration.

emilioiantorno Avatar
emilioiantorno:#25217

>>25216
Eine im wahrsten Sinne des Wortes vernichtende Kritik. Wirst dahingehend schon recht haben. Fast erleichtert bin ich indes, zu hören, ich hätte nichts zu sagen. Vorderste Befürchtung war mir sonst immer, das Programmatische des Textes könnte die eigentliche Handlung überschatten.

jonkspr Avatar
jonkspr:#25218

>>25217
Du bist ja nicht alleine unter den Schriftstellern, die es kaum schaffen, ihre Geschichten einigermaßen literarisch, soll heißen: interessant, zu erzählen. So geht es all jenen, die nicht von der Natur gesegnet wurden, aber das Pech hatten, sich ins Schreiben zu verlieben (obwohl man da schon aufpassen muss: ins Schreiben verliebt oder ins Schriftstellersein und ist es Liebe oder doch Kompensation?); und darüber noch, in ihren eigenen Augen, nichts Spannendes zu erleben haben.

Text muss Lust machen, um gut aufgenommen zu werden. Dein Text müsste inhaltlich eine hämische, mitleidende oder masochistische; auf der Ebene des Stils eine neidische, bewundernde oder befriedigte Lust auslösen. D.h. der ernste Leser will vom Autor mit Glück bezahlt werden für seine Lesearbeit. Wie viel Glück aber bringt mir dein Text? Wie viel glücklicher bin ich jetzt, da ich dich gelesen habe?

Ich bin ein plumper Kritiker: ich kann deinen Text nur in die Hände nehmen und abwägen, was er taugt. Zu speziellen Verbesserungen kann ich keine Aussage treffen. In deinem Fall fällt finde ich jede Kritik gleich ins Wasser. Du hast ja noch gar nicht geschrieben. Was du da betreibst ist Selbstquälerei. Und wenn du Kritik willst, dann willst du für etwas Kritik haben, das noch gar nicht da ist. Sozusagen Kritik für das Möglicherweise-noch-zu-Kommende, Aber-noch-gänzlich-Versteckte.

Einen eigenen Stil kann man sich nicht aus Kritik zusammenschustern, sondern muss in ihn hineinleben, indem man trotzdem Schriftsteller bleibt.

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