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Veröffentlicht am 2017-07-27 11:19:48 in /l/

/l/ 25471: Textanalyse

Shriiiiimp Avatar
Shriiiiimp:#25471

Hallo Literatur-Bernd.
Würdest du den Sinngehalt des Mottos analysieren und interpretieren?
Bernds eigene interpretation lässt er bewusst erst eimal aussen vor.

kurafire Avatar
kurafire:#25472

Meine Analyse ist, dass mir bei diesem dummen Marketingtrend ein wenig schwindlig vor Wut wird. In diesem Fall passt es aber gar nicht so schlecht, denn die starke Rhythmisierung beim Lesen erinnert an Marschmusik und Stechschritt. Der Sinngehalt ist banal, verstehe nicht, worauf du hinauswillst.

agromov Avatar
agromov:#25473

>>25472
>Der Sinngehalt ist banal,
Da werden dir die beauftragte Agentur und die Kundin sicher widersprechen. Mal sehen, was noch kommt.

chris_frees Avatar
chris_frees:#25474

Banal wahrscheinlich nicht das richtige Wort, aber es ist eben als Motto nichts, was nicht jede Armee zu jeder Zeit von sich sagen würde und gesagt hat, nur wem gedient wird ändert sich mit der Zeit; Gott, Kaiser, Führer, Nation etc. Es ärgert mich, durch die Interpunktion mit der Nase darauf gestoßen zu werden, wie ach so wichtig die einzelnen Wörter doch sind, obwohl es das "Wir" natürlich verdient hat, das ansonsten vielleicht weniger auffallen würde. Früher (zwinker, zwinker) hätte man wahrscheinlich alles in riesigen Fettdruckkapitalen geschrieben um den selben Effekt zu erreichen und das erfüllende Aufgehen des Subjekts im Kollektiv zu betonen. Finde es ist kein schlechtes Motto für eine Armee.

herrhaase Avatar
herrhaase:#25475

>>25474
Wer ist dieser Deutschland?

Mein Gegenvorschlag: WAAAAAGH!!!!
https://www.youtube.com/watch?v=jt_9fsA_XmA

mbilderbach Avatar
mbilderbach:#25476

>>25475
Eine sehr gute Frage.
Innerhalb dieses grammatikalischen Ausdrucks, ist es ganz gewiss derjenige, welcher dient.

franciscoamk Avatar
franciscoamk:#25478

Exklamatorisch, prägnant, kurz, wuchtig, abstrakt-typologisierend statt individuell, tendenziell kriegsverherrlichend. Es ist Expressionismus.
Der Expressionismus ist die Reaktion auf die totale Sinnlosigkeit des modernen Lebens, Ausdruck der Überforderung des bürgerlichen Individuums usw. Rest ist absehbar.

agromov Avatar
agromov:#25480

Gleich fühlt man erinnert sich an jene Verse:

Nur wer ihm dient, ist auch verpflichtet;
es selbst verpflichtet nicht zum Sein,
nur wer sich führt, nur wer sich schichtet,
tritt in das Joch der Höhe ein.

Nur wer es trägt, ist auch berufen,
nur wer es fühlt, ist auch bestimmt-:
da ist der Traum, da sind die Stufen
und da die Gottheit, die es nimmt.


Deutschland, ach Deutschland.

chrstnerode Avatar
chrstnerode:#25486

Wir = Betonung Kameradschaft, einer Einheit, sowohl als Bundeswehrtruppe als auch Wir = Deutschland - natürlich ist das a) absolut fragil und b) exklusiv gegenüber Allem, das nicht in die Wir-Kategorie fällt

Dienen = edel, einem hehren Ziel usw., der tolle Offiziersgeist etc. In Wahrheit simple Zustandsbeschreibung dessen, was man beim Bund eben tut und das ist natürlich weder "edel" (weitgehend archaisches Konzept ohnehin), noch irgendwie hehr, sondern im besten Fall profan und im schlimmsten Falle Mord im Interesse der herrschenden Klasse. Plus wird natürlich verschleiert, dass Dienen eigentlich per se negativ ist, da es ein Machtgefälle erfordert.

Deutschland = das neue, tolle EU-Deutschland, dass ach so humanistisch ist, bestes Land Europas, Fußballweltmeister und Leader of the Free World wegen Obama weg, Trump da; spricht aber natürlich diejenigen, die doch eher an den Deutschlanden davor interessiert waren, dennoch irgendwo an, denn süß und ehrenvoll ist's Deutschland zu dienen.

dwardt Avatar
dwardt:#25492

>>25471
Simple Propanganda ist simpel, das muß so sein.

1. Wir. Das einleitende Personalpronomen WIR begreift umfassend und als Sammelbegriff das gesammte BRD-Personal, kurz, alles was deutsch lesen und und mit diesem .Wir. als Geisel genommen werden kann.

2. Dienen. Eine Feststellung und vermittels geschickter Interpunktion, zugleich eine Forderung, um nicht zu sagen, ein kategorischer Befehl.
Punkt.

3. Deutschland. Und ebendiese Interpunktion verhindert, das Deutschland in diesem Satz als bezogenes Objekt -dem gedient wird-, gelesen werden kann. Durch den Punkt wird noch einmal bekräftigt, wer hier zu dienen hat, es ist Deutschland. Punkt.

4. Aber wem wird gedient?
Das verrät uns in der Konnotation die neue Farbgestaltung der BRiD.
Zions- bzw. Europablau dominiert hier seit einem Jahrzehnt. Und nicht nur die Krawattenmode.

Neuste Fäden in diesem Brett: