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Veröffentlicht am 2015-02-10 16:08:54 in /ng/

/ng/ 5879: Geld für sich arbeiten lassen

alexcican Avatar
alexcican:#5879

Harro Brent,

Bernd hier hat ca. 25.000,00 €, die er immoment nicht wirklich braucht und es liegt aufm Tagesgeld-Konto. Da Zinsen immoment ja eher meh sind, fragt sich Bernd, was meer Gewinn versprechen könnte. Ein Festgeldkonto ist ja auch eher meh!

Führt kein Weg an Aktien vorbei? Bernd möchte eigentlich nur, dass sich das Geld "automatisch" vermehrt und am liebst kein Risiko usw.

Für eine Eigenstumswohnung ist der Betrag in einer Grossstadt natürlich nicht genug.

motionthinks Avatar
motionthinks:#5880

>>5879
Bevor ich einen neuen Faden aufmache schließe ich mich hier einfach mal an. Ich habe leider noch keine 25.000,00€ zusammengespart und werde im Sommer diesen Jahres endlich anfangen "gut" zu verdienen. 2200€ werden es wohl Netto und ich muss damit nur mich versorgen.

Ich hab mir mal in Excel ein Budget aufgestellt und darin 1/12 meines Monatseinkommens monatlich als Sparplan für Tagesgeld sowie 1/12 monatlich als Sparplan für Langzeitanlage veranschlagt. Als Langzeitanlage denke ich an einen Welt-ETF.

Beide Sparpläne sollen bei Gehaltserhöhungen mit 50% der absoluten Gehaltserhöhung angepasst werden um 1. meine Sparerei zu steigern und 2. den Anstieg meines Lebensstandards etwas zu bremsen.

Weiterhin soll das Tagesgeldkonto nach Start meines Sparplans jedes Jahr an einem Stichtag überprüft werden und falls der Kontostand größer als 2 oder 3 Monatsgehälter ist, der überschüssige Betrag zur Hälfte in Fonds und zur anderen Hälfte in Spaß wandern.

Klingt das vernünftig? Reicht 1/12 des Monatseinkommens für den Anfang aus oder sollte ich den Betrag höher schrauben und mich dafür in anderen Bereichen einschrenken?

Auto wird übrigens ein Dacia Sandero Stepway. Hasser werden hassen :3

pf_creative Avatar
pf_creative:#5883

>>5879
>>dass sich das Geld "automatisch" vermehrt
Das ist ein Mythos oder eine Propagandalüge.

>>Führt kein Weg an Aktien vorbei?
Kunst, Oldtimer, Immobilien, ... Viele Anlageklassen bilden derzeit Blasen. Kannst dir also aussuchen, wo Du Expertise (und die braucht man zum Geldverdienen) erwerben möchtest.
Aktien zu halten ist natürlich am bequemsten und auch am günstigsten, denn der Aufwand zum handeln ist nicht besonders groß.

>>5880
>>Reicht 1/12 des Monatseinkommens
Es reicht 1/12 deines Monatseinkommens.

>>einen Welt-ETF
Gab schon einen ETF Faden und auch eine Empfehlung für einen Welt ETF.

antongenkin Avatar
antongenkin:#5886

> 2. den Anstieg meines Lebensstandards etwas zu bremsen.

Ich hoffe du magst deine potentiellen Erben, die sich über dein Geld freuen wenn du vorzeitig aus dem Leben scheidest.

t. vom Krebs geheilter Bernd

davidcazalis Avatar
davidcazalis:#5891

https://www.boerse-stuttgart.de/de/boersenportal/wertpapiere-und-maerkte/anleihen/factsheet/?ID_NOTATION=97737847

Kaufe er für 10.000 NG obiges Produkt, erhalte bis März 2017 850 NG Zinsen p.a., 2017 dann 100% des Nennwertes zurück, welcher sich allerdings aktuell mit dem Kaufpreis ziemlich deckt.

Bernd hat 2012 für 104 NG gekauft und leider 2013 keine Eier gehabt bei 50 NG nachzukaufen. Hinterher ist man ja aber immer schlauer.

Achtung: Anleihe ist dank Einstieg eines Investors zwar relativ sicher, kann dennoch ausfallen, deswegen auch der Vorschlag nur 10k zu investieren.

sreejithexp Avatar
sreejithexp:#5892

>>5880
Bernd ist nicht sonderlich gut in Excel und deine Excel gefällt Bernd ziemlich gut, würdest du sie eventuell hier hochladen?

guischmitt Avatar
guischmitt:#5893

>>5886
Naja, ich lebe nicht grundsätzlich mit dem Gedanken, dass ich vorzeitig aus dem Leben scheiden werde - wenn dann haben meine Erben halt Glück gehabt :3

Genauso wie die Einstellung jeden Tag zu geizen weil man für eine noch weit entfernte Zukunft sparen muss, finde ich es doof alles zu verschenken ohne daran zu denken, was man mit ein wenig Langzeitinvestition erreichen könnte. Nur vom angehäuften Kapital zu leben gestaltet sich glaube ich für jemanden der bei 0 anfängt etwas aufzubauen und nicht mit einer Idee viel Geld scheffeln kann als schwierig - doch den Anteil von Kapitalerträgen am Jahrenseinkommen zu erhöhen sollte möglich sein.

ACHTUNG MILCHMÄDCHENRECHNUNG


Rahmendaten:
=============
Alter bei Einstieg - 22 Jahre
Laufzeit - 30 Jahre
Einstiegsgehalt - 2200€ Netto
Durchschnittliche Gehaltserhöhung pro Jahr - 2%
Wertsteigerung der Anlage pro Jahr - 5%

Konzept A:
In den Sparplan fließt jedes Jahr summiert ein Monatseinkommen.

Konzept B:
In den Sparplan fließt jedes Jahr der um 50% der letzten Gehaltserhöhung aufgestcokte Sparbetrag aus dem Vorjahr, angefangen bei einem Monatsgehalt im Jahr 1

Was sehen wir?

In Konzept A erhöht sich das Geld, das jeden Monat zur Verfügung steht stärker - toll! Mehr zum Ausgeben. Der Lebensstandard steigt rasant, man gewöhnt sich schnell an Dinge. Die Kurve mit den Kapitalerträgen dümpelt jedoch im Bereich von 5000€ bis 10000€ umher und das Verhältnis zwischen Kapitalertrag und Verdienst aus Arbeit beträgt selbst nach 30 Jahren Investition nur margere 20%. Man ist an den Job gebunden um seinen Lebensstandard zu halten, Verringerung der Arbeitszeit geht wohl fast zwingend mit Verringerung des Lebensstandards einher.

In Konzept B schlagen sich die Gehaltserhöhungen nur zu 50% auf den tatsächlich jeden Monat verfügbaren Betrag nieder - meh. Aber es geht voran! Und wenn ich schon als dualer Student mit 1200€ Netto ein schönes Leben führen kann, warum dann nicht auch mit 2200€? Ich brauche kein dickes Auto, meine einzigen großen Leidenschaften sind gutes Essen, Motorradfahren und die ein oder andere Reise. Aber das sollte da schon drin sein. Das 20% Verhältnis zwischen Kapitalertrag und Gehalt wird schon nach 20 Jahren überschritten, mit 52 Jahren und bei vollem Durchstehen des Plans wären es 50%. Eine Zeitreduzierung auf Halbtags mit 52 Jahren ohne dabei finanzielle Abstriche machen zu müssen wäre schon traumhaft.

TL;DR: Wird jedes jahr 1/12 des Gehalts investiert steigt das Verhältnis zwischen Kapitalertrag und Verdienst aus Arbeit nicht ausreichend um z.B. eine Zeitreduzierung auf Halbtags zu decken.

Ich will nicht reich werden, sondern ein schönes Leben führen in dem ich mich nicht von meiner Arbeit und meinem Lebensstandard unterwerfen lasse - klar, das ist auch Kopfsache. Man kann einmal Jaguar fahren und im Alter dann wieder Dacia - aber wer will das schon? Viel habe ich in der Rechnung nicht beachet, mit der Versteuerung von Kapitalerträgen z.B. hab ich mich gar nicht auseinandergesetzt, die Kapitalerträge sind auch nicht Inflationsbereinigt und ich erwarte keine regelmäßige Gehaltserhöhung, doch Leistung will ich bringen :3 Inflationsbereinigung des Gehalts übernimmt hoffentlich vorerst noch die Gewerkschaft. Wer gravierende Fehler findet die die Rechnung grundlegend untergraben - bitte her damit! Ansonsten sind mir auch alle Anregungen willkommen.

woodydotmx Avatar
woodydotmx:#5895

>>5892
Ist eine Standardvorlage unter Excel 2013: "Einfaches monatliches Budget"

fatihturan Avatar
fatihturan:#5896

>>5895
Das habe ich nicht gewusst, trotzdem verbindlichsten Dank, Berndi :3

markolschesky Avatar
markolschesky:#5898

>>5893

Hinweise

1) Erträge aus Kapital 801€/Person unversteuert

2) von allem drüber bleiben nach Steuer inkl Soli 73% (mit Kirche dann eher 72%)

3) Inflation sollte man im Schnitt schon mit mind 2% rechnen auch wenn aktuell geringer

4) für Leben von Kapitalerträgen
großer Kostenpunkt ist Krankenkasse (Kranken/Pflegeversicherung)

ist glaube Mindestbeitrag ~380€ im Monat bzw 18% der Kapitaleinkünfte


Kapitalerträge muss man als freiwillig Versicherter melden und dann aus eigener Tasche entsprechend Beitrag zahlen. Als normal arbeitender Mensch mit Pflichtversicherung, wie ich grad nachgelesen habe, nicht relevant.



___

*Zahlen hier sind eher zu Ungunsten Bernds gerundet, weil man besser davon ausgeht weniger Geld zu haben, als dass man knapp rechnet und dann Sachen prophezeit, die man nicht erreicht inkl darauf folgende Enttäuschung

jimmywebdev Avatar
jimmywebdev:#5907

>>5898
Dankeschön Bernd! :3 Ich denke nicht, dass ich jemals zu 100% von Kapitalerträgen leben kann/möchte. Meine Arbeit macht mir auch Spaß! Aber irgendwann Stunden reduzieren oder vllt als Ingenieur nur noch nen Beraterjob machen oder so wäre schon schön.

Diversität ist ja der Schlüssel zu einer "sicheren" Geldanlage. Indexgebundene Anlage auf Weltebene sind ja prinzipiell in sich diversitär, am Ende alles Geld in einen Fond zu stecken aber doch nicht, oder? Sollte man auch solche Indexfonds mischen oder reicht es wenn man sich auf einen konzentriert? Wie sieht es mit Edelmetallen aus? Es gibt die Goldfeinde und die Goldfans, ich hab ein bisschen von beiden Seiten gelesen und denke die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Sollte man zur Diversifizierung des Vermögens auch Edelmetalle kaufen?

Muss ich mir überhaupt schon solche Gedanken machen bei popeligen 200€ im Monat? Lohnt sich Bausparen und wie lege ich meine AVWL an (Riestern ist ja Mist von dem was ich aus den Nachrichten mitkriege)? ;_; Es ist alles so viel...

jpotts18 Avatar
jpotts18:#5908

>>5907
>>am Ende alles Geld in einen Fond zu stecken aber doch nicht, oder?
Index-Fond nach Marktkapitalisierung selektiert und mit 100% physischer Marktabbildung: Ja.
Alle anderen Fonds: Nein.

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#5911

Solaranlage

pehamondello Avatar
pehamondello:#5935

Kauf dir eine Immobilie in Ostdeutschland. Für 25.000 NG kriegst du schon ein ganz ordentliches Haus mit Garten in Kleinstadt-Randlage. In 20 Jahren wirst du es gewinnbringend an biodeutsche Umsiedler aus den alten Bundesländern verkaufen können.

jamesmbickerton Avatar
jamesmbickerton:#5936

>>5935

Ja genau. Am besten dort, wo die alten Säcke von heute schon ihre Häuser nicht loswerden und dann wegen zu wenig Geld in das billigere Heim mit den Pflegern müssen, die hauen und nur 1mal am Tag Windeln wechseln.

superoutman Avatar
superoutman:#5938

>>5936

Bleib doch im Ruhrpott, wo du trotz kaputter Infrastruktur und Flüchtlingsheim in der Nachbarschaft über 9000 NG Miete im Monat an deinen Vermieterjuden zahlen musst und am Monatsende nur noch Nudeln mit Ketchup fressen kannst.

Dieser Bernd wird demnächst rübermachen. Voraussetzung ist nur, dass die Hütte schnelles Internet und etwas Lagerraum für geschäftliche Aktivitäten hat. Man darf auch nicht die menschenleeren Gegenden in Mecklenburg mit dem gesamten Osten gleichsetzen. Es gibt durchaus schöne Gegenden mit Lebensqualität.

BillSKenney Avatar
BillSKenney:#5939

>>5879

Bevor Bernd in Aktien investiert, sollte Bernd aus der Kirche austreten da diese Bande ihr Judenanteil von den Zinsen will.

abdots Avatar
abdots:#5948

Dieser Bernd hat jetzt ca. 40k NG in Aktien und Aktienfonds investiert. 20k möchte er noch ein bisschen "sicherer" anlegen, irgendwas in Richtung Renten-ETF oder so. Hat jemand einen heißen Tipp?

mbilderbach Avatar
mbilderbach:#5949

>>5948
>>"sicherer" anlegen
>>Renten
Die sicheren Anleihen bringen gar nichts mehr. Wenn Du Rendite sehen willst, musst Du neuerdings (seit ca. 7 Jahren) mit hohem Risiko dafür bezahlen. Würde empfehlen das Geld auf ein Tagesgeldkonto zu schicken. Gibt bei Online-Banken ca. 0,5% dafür. Das ist mehr als bei Anleihen mit Top-Bonität.

iamsteffen Avatar
iamsteffen:#5950

>>5949
Das stimmt doch nur für mitteleuropäische Staatsanleihen. Was ist mit Schwellenländern oder Unternehmensanleihen?

devankoshal Avatar
devankoshal:#5951

>>5948

Silbermünzen sind gerade billig. Kannst du auch schön im Keller lagern, ohne dass ein Dritter darauf zugriff hat.

Eine Geldanlage, die nur auf dem Papier besteht (Konto, Sparbuch) oder über die es anderweitige schriftliche Nachweise gibt (Grundbuch, Handelsregister), ist im Zweifel immer unsicherer als ein transportabler Koffer mit Wertsachen, von dessen Existenz und Aufbewahrungsort nur du selbst Kenntnis hast.

Der Staat könnte z.B. auf die Idee kommen, dich mit 50% deines ihm bekannten Vermögens zwangsweise an der Griechenlandrettung zu beteiligen. Wird dann einfach abgebucht oder als Grundschuld eingetragen.

Silbermünzen sind auch ideal, um damit im Krisenfall zu bezahlen. Sie lassen sich zur Not auch mit einer Zange in kleine Stücke zerbrechen, um sich damit z.B. ein Brot zu kaufen.

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