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Veröffentlicht am 2015-02-27 13:04:42 in /ng/

/ng/ 5943: Uhr als Wertanlage?

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polarity:#5943

Hallo Bernd,

Bernd hat eine Omega Ploprof 600 geerbt.
Behalten und später auf viel NG hoffen oder doch lieber jetzt verkaufen und Geld sinnvoller vermehren? Kennt sich Bernd mit dem Verkauf solcher Uhren aus? Was gibt es beim Umgang mit Uhrenjuden zu beachten? Bild verwandt.

vaughanmoffitt Avatar
vaughanmoffitt:#5946

Uhren funktionen als Wertanlage nur in einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld. Große Wertsteigerungen sehe ich bei vintage Uhren nicht mehr. Außer du wartest nochmal 30 Jahre. Sowas klappt nur bei ner Rolex Submariner, aber auch nur weil die jedes Jahr sowieso die Preise erhöhen.

Beim Verkauf der Uhr sollte man sich mit der Materie auskennen. Als Neuling wirst du über den Tisch gezogen, besonders bei Leuten, die vom Wiederverkauf leben. Ermittle Preise der Uhr und verkauf sie in einem Uhrenforum.

Auch: Schicke Uhr, würde ich behalten.

kennyadr Avatar
kennyadr:#5947

Taugt als Wertanlage nicht, tut mir leid, Bernd. Die Revisionskostn werden jegliche vermeintliche Wertsteigerung zunichte machen. So schade es ist, behalte die Uhr dennoch, denn sie ist schön und wenn sie dir gefällt, dann trage sie. Wenn du aber keinerlei Interesse an dem Teil hast, dann schau mal bei Uhrenforum.de. Da gibt es einen Marktplatz und die Leute zahlen da im Normalfall echt gute Preise. (Habe selber schon 6 Uhren dort gekauft und 2 Verkauft.

sementiy Avatar
sementiy:#5952

Wertsteigerungspotential haben solche kleineren Sachwerte insofern, als sie im Vergleich zu Bargeld nicht der Inflation unterliegen. Im Krisenfall kannst du die Uhr beim Bauern gegen ein Schwein eintauschen, während du dir mit Bargeld nur noch den Arsch abwischen kannst. Um es mal bildlich auszudrücken.

Zu den hier angesprochenen Revisionskosten: Wenn die Uhr nicht getragen werden soll, musst du überhaupt nichts unternehmen. Lieber möglichst unangetastet lassen. Sie muss lediglich mechanisch in Ordnung sein, aber nicht die Uhrzeit auf die Sekunde genau halten. Eigentlich verharzt im Uhrwerk nur das Öl, so dass die Uhr immer langsamer geht. Andere Lagerungsschäden sind nicht zu erwarten.

Wenn ein zukünftiger Eigentümer sie tragen und nicht nur für seine Sammlung erwerben will, dann muss er sie eben neu ölen lassen. Es ist üblich, beim Verkauf darauf hinzuweisen.

murrayswift Avatar
murrayswift:#5953

>>5952
Bullshit-Bernd hat wohl keine Ahnung.
Im Kriesenfall wird auch der Bauer kein Interesse an deiner Uhr haben. Mit dem Argument verkauft maximal die AFD ihr Gold. In echten Kriesenzeiten sind deine Konservenravioli etwas wert aber keine Uhr!

Auch eine liegende Uhr altert. Früher, als noch mineralische Öle verwendet wurden (X > 15-20 Jahre) sind die Uhren noch verharzt. Das stimmt. Dabei passiert aber im Inneren der Uhr ein Prozess, der die Oberflächen der verharzten Stellen angreift und dafür sorgt, dass der Abrieb NACH der Revision sehr hoch ist. Eine Uhr die mal verharzt ist teurer in der Reparatur als in der Revision.
Heutige Uhren mit syntetischen Ölen verharzen zwar nichtmehr, dennoch verdunstet das Öl und schädigt mir dessen Kondensat Zifferblätter, Zeiger und Dichtungen. Die Synthetischen Öle sind nicht säurefrei!
Wer eine Uhr hat, muss sie auch pflegen. Gut, bei einer Uhr die nur 500NG kostet wäre mir der Aufwand auch zu hoch. Da spare ich mir lieber die Revision, kaufe mir die nächste und schaue, was ich aus der fertigen Uhr noch an NG rausholen kann.

thomasgeisen Avatar
thomasgeisen:#5957

>>5953

Dass in solchen Uhren über 9000 Lagersteine verbaut sind, ist bekannt? Wenn du die Uhr jahrelang nur in der Schublade liegen hast, ist es außerdem scheißegal, ob das Öl verharzt. Relevant wird das nur, wenn du die Uhr länger tragen willst. Dann sollte man sie halt zuvor vom Fachmann reinigen und neu ölen lassen. Kostet nicht die Welt.

Auch: Nach dem WK2 haben Bauern nachweislich Gemälde, Teppiche usw. als Tauschmittel akzeptiert. Ist auch logisch: Warum sollte ein Bauer eine Dose Ravioli entgegennehmen, wenn er einen vollen Kornboden und fette Schweine im Stall stehen hat? Dann lieber eine mal 5.000 NG teuer gewesene Uhr gegen einen Sack Getreide tauschen und nach der Krise mit außer Verhältnis stehendem Gewinn verkaufen. Qualle: Ein Teil von Bernds Vorfahren ist so dem Hungertot entkommen. Ein anderer Teil von Bernds Vorfahren hatte selbst einen Bauernhof. Ähnliches wurde bei Guido Knopp berichtet.

eloisem Avatar
eloisem:#5967

>>5957
Was haben Lagersteine mit dem Verharzen zutun?
Nicht die Lager(Steine) sind kritisch sondern die Zapfen des Räderwerks... Bernd soll sich trollen!

romanbulah Avatar
romanbulah:#5975

>Uhr für einen Mondpreis von über 9000 NG
>Herstellungskosten ein Bruchteil davon
>Technisch auf dem Stand von <1950
>Uhrwerk die totale Mimose und muss alle paar Jahre vom Fachmann für ein paar hundert NG gewartet werden, sonst geht es irreparabel kaputt
>Jeder Kratzer/Stoß/Wassereintritt senkt den Wert drastisch
>Immer mehr gut gemachte Fälschungen auf dem Markt
>Verkaufserlös abhängig von der aktuellen Mode
>Immer weniger Leute tragen überhaupt noch eine klassische Armbanduhr

sava2500 Avatar
sava2500:#5978

-Die Herstellungskosten von deinem scheiß Hipster Ich-Telefon sind ein Bruchteil des Verkaufspreises. Bernd ist Uhrenmacher und kann sagen, dass in einer Omega mehr steckt als in einer 200€ Plaste-Uhr deren Quarz-Lauwerk gerademal 5€ kostet. (Scheiß Modemarken-Uhren)
-Eine Omega ist eine Omega und eine echte Omega ist viel Wert.
-Normale Tragspuren sind preislich kein großer Minderungsgrund. Viel kann über die Politur wieder entfernt werden.
-Ein Omegalaufwerk ist keine fucking! Mimose. Wenn du dein Auto 10 Jahren nicht in die Werkstatt bringst.. schau dir das an... und DANN schau dir ein Omega-Laufwerk an. Das Auto kannst wegwerfen. Die Omega hat dann evtl. nur etwas Nachlauf und kann problemlos wieder gerichtet werden.
-Fälschungen sind nichts wert. Eine echte Omega ist Wertvoll.
-Der Verkaufserlös von teuren Uhren ist mit +-5% recht stabil. Laber keinen Scheiß!
-Wundere dich! Es gibt SEHR viele Leute -auch junge Menschen- die sündhaft teure Armbanduhren tragen. Zu 90% sieht man ihnen den Wert aber nicht an. Das nennt sich Understatement. Gestern erst durfte ich einem Berufsanfänger für knapp 3000€ eine schöne Sinn verkaufen, die er von seinem ersten Gehalt gekauft hat. So eine Uhr kann er ohne Probleme (mit Revision) sein Leben lang tragen. Vergesst diese scheiß Armani-Billigscheiße. Solche Uhren fasse ich nichteinmal an. Solche Leute haben einfach keinen Stil!

grafxiq Avatar
grafxiq:#5983

Omega sieht für mich immer billig aus.

Ich weiß durchaus, dass sie es keineswegs sind und ihr Stil auch schlicht der Mode entspricht. Vielleicht liegt es ja an ihrem modischen Erscheinungsbild, dass sie ich sie, wenn ich den Namen Omega nicht kennen würde, genau so auch im 1€-Laden erwarten würde.

Würde also auch verkaufen oder einlagern.

samscouto Avatar
samscouto:#5990

Mit einer Omega/Rolex/Breitling läuft man als junger Mensch Gefahr, sich lächerlich zu machen. Die Uhr wird schnell irrtümlich für eine Fälschung gehalten, wenn das sonstige Auftreten (Oberklassewagen, Maßanzug etc.) nicht passt.

enriquemmorgan Avatar
enriquemmorgan:#6002

>>5990
>Die Uhr wird schnell irrtümlich für eine Fälschung gehalten
Ich würde sie für ein Erbstück halten, was ja bei OP der Fall wäre.

>Oberklassewagen
Die wenigsten Menschen können den Wert eines Autos einschätzen. Bei meiner uralten C-Klasse werde ich häufig darauf angesprochen, warum ich denn so einen „fetten Mercedes“ fahre.

>Maßanzug
Die wenigsten Leute erkennen einen Maßanzug. Wenn du einen gut sitzenden 300NG-Anzug trägst und nicht gerade ein Billig-Teil von C&A, reicht das vollkommen aus.

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