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Veröffentlicht am 2015-08-06 07:25:24 in /ng/

/ng/ 6634: Frage an Sparkassenbernd

motionthinks Avatar
motionthinks:#6634

Vielleicht gibt es hier zufällig einen Sparkassenbernd:

Mir wurde von der hiesigen Sparkasse die sogenannte "PrivatRente Plus" der Versicherungskammer Bayern nahegelegt. Jedoch nicht unbedingt mit dem Ziel der Rentenauszahlung, sondern als Geldanlage.

Mir wurde empfohlen jedes Jahr einen Betrag X einzuzahlen (z. B. 10.000 €, wobei das für mich eh zuviel wäre).

Dann würde das pro Jahr mit 2,x % verzinst werden (jedenfalls derzeit) und nach 5 - 7 Jahren würde ich dann das Kapital bekommen können, ich müsste keine monatliche Rente wählen (die dann bei ca. 105 € pro Monat liegen würde).

Allerdings: Erstens war bei diesem "Beratungsgespräch" die Frau mit einem Kollegen zugange und man wollte mir das Infoblatt der VKB nicht aushändigen, das dürften sie nicht (Theoretisch hätte ich also ein Problem wenn die später sagen würden 'Wir haben Sie darauf hingewiesen dass später kein Geld mehr da sein wird...') Mir wurde nun eine Modellberechnung mitgegeben, bei der aber kaum "Kleingedrucktes" zu finden ist.

Deshalb wollte ich fragen ob zufällig Sparkassenbernd anwesend ist, der dieses Produkt kennt?

Was mir bisher klar ist: Die 2,x % sind nicht garantiert, das kann auch viel weniger werden. Was mir am meisten Sorgen macht: Muss ich viele Gebühren bezahlen wenn ich z. B. nach 5 Jahren eine Auszahlung des (verzinsten) Kapitals wünsche anstatt einer lebenslagen Rente? Das erschiene mir logisch, jedoch finde ich dazu nirgends etwas.

Hier die Infoseite der Versichungskammer - leider auch nur alles sehr oberflächlich, Beartung gibt es von denen keine, die verweisen dann sofort auf die Sparkasse:

https://www.vkb.de/content/versicherungen/privatkunden/rentenversicherung/privatrente-plus/

kennyadr Avatar
kennyadr:#6635

Gut, dass du noch nichts unterschrieben hast.
Haben die dir sowas vorgeschlagen?
http://www.itzehoer.de/de/hauptnavigation/produkte/leben_und_vorsorge/privaterente/privaterente_plus/privat-rente-plus-detailinformationen.jsp

Vermutlich hast du a) Abschlussgebühren und b) jährliche Verwaltungsgebühren. c) Auf die durch Zinsen erlangten Erträge musst du 25% Kapitalertragssteuer zahlen, falls du bei Auszahlung oberhalb dem 801€ Freibetrag liegst.

>>9. Auch diese Kündigung Ihrer Versicherung ist mit Nachteilen verbunden.
Das gebildete Kapital erreicht erst nach einem bestimmten Zeitraum die
Summe der eingezahlten Beiträge, da aus diesen auch Abschluss- und
Vertriebskosten sowie Kosten für die Verwaltung des gebildeten Kapitals
finanziert werden. Nähere Informationen zum gebildeten Kapital und seiner
Höhe können Sie Ihrem Versicherungsschein entnehmen.

Versicherungen wollen immer nur dein Geld. Ob du was dran verdienst, ist nicht sicher. Sicher ist nur, dass die Bank verdient.

iqbalperkasa Avatar
iqbalperkasa:#6636

>>6635
Sowas ähnliches wird das sein.
Die Unterlagen die mir vorliegen sagen nichts aus zu Verwaltungsgebühren etc, was mich eben stutzig macht. Dort steht dass man das einbezahlte Kapital zu 100 % wieder bekommt, mit Aussicht auf Überschussbeteiligung.

Aber da Gebühren etc. in keinster Weise erwähnt werden bin ich eben auch skeptisch, und warum gibt man mir nicht die Detailinformationen?

creartinc Avatar
creartinc:#6638

Also bei einem so klar rechtswidrigen und unseriösen Geschäftsgebahren wäre meine Verhaltensweise:

a) alle Konten kündigen,
b) beim Vorstand über diese Person beschweren,
c) Beschwerde an die BaFin.

Und im gegenwärtigen 2% p.a. ohne Bindung, ohne Übersicht über Risiken, Gebühren, Factsheet/Prospekt/Anlagestrategie ist nicht nur unverantwortlich, sondern Beschiss.

Dir geht es um Geldanlage, daher gilt der Standardratschlag: lies dich ein, lies noch mehr, dann kaufe Aktien/ETFs/was auch immer zu deiner Anlage- und Risikostragie passt (wenn du keine hast, lege dir eine zu - kann man auch gebraucht nehmen, ist aber wie bei Möhsen - wenn man gebraucht kauft, sollte man wissen, wer da vorher mit rumgedaddelt hat und ob das alles in deinem Interesse ist). Wenn du es klug anstellst, machst du das erstmal nicht mit echtem Geld.

damenleeturks Avatar
damenleeturks:#6651

wuerd sagen eher normales gebanke.

zusammen mit frau bauland un haus moeglich? zu natuerlich fester zins auf 10 jahre.

ansonsteh wuerd ich eher sagen meh. is jetzt nicht boeswillig oder so sondern eher std fuer den normalkonsument.

t.d.

chatyrko Avatar
chatyrko:#6652

>>6651
wichtig is halt fester zins/wechselkurs. in dem bereich mich bitte nicht fallverstehen.

polarity Avatar
polarity:#6653

>>6652
Also garantiert sind die 2 % über die Laufzeit nicht, das steht auch in den Bedingungen, ich glaube die ergeben sich aus irgendwelchen Überschüssen, dann müssen die es wohl machen.

Sparkasse argumentiert halt jetzt so, dass obwohl die Zinsen auf Sparguthaben so niedrig sind, die 2 % ein gutes Zeichen sind und somit nicht zu erwarten ist dass das weniger wird.

seanwashington Avatar
seanwashington:#6654

>>6653

Der Dachs hatte in der Vergangenheit im Durchschnitt ein Wachstum von über 6% pro Jahr.
Dh man kann sein Geld in Indexabbildende Sachen anlegen und bekommt weit mehr als 2%. Und wie du schon vermutest sind diese 2% noch nicht einmal sicher und zusätzlich schneided sich der Jud auch nochmal sein eigenes Honorar heraus.

Ich frage mich daher: wofür wird die Sparkasse bezahlt, wenn sie einem dann weniger als den Durchschnitt bringt?

Bei Investitionen von 1000€ für einen PC oder von 15000€ für ein Auto informiert man sich lange Zeit vorher (teilw Monate bis Jahre), bevor man sich selbst für etwas entscheidet. Für deine gesamten Ersparnisse, die ein Mehrfaches davon sind, solltest du auch mehr Zeit reinstecken als nur ein 1h-Gespräch beim Berater Verkäufer der Bank. Informier dich selbst und treffe auch die Entscheidungen selbst anstatt irgend einem Fremden mit deinem geld machen zu lassen, was er will.


Die Banken verdienen daran, dass du ihre Produkte kaufst und ihnen regelmäßig Geld dafür zahlst - egal ob es gut oder schlecht läuft.

haydn_woods Avatar
haydn_woods:#6655

>>6654
Volle Zustimmung. Nur ein Detail: die 6% p.a. garantiert einem auch keiner. Der Ansatz ist dabei ja immer, dass man Korrekturen aussitzen muss und einen möglichen Crash aussitzen kann. Und wenn man sich das leisten kann, klappt das meist auch. In Japan sitzen aber eine ganze Menge Leute eine ganz schön lange Zeit und würden sich ganz gerne mal erheben.

Der Dachs ist künstlich aufgeblasen und gestützt, aber das schließt einen Crash trotzdem nicht aus. Und "all stocks go up" hilft einem auch nicht, wenn man das Geld dann wirklich mal braucht, wenn es gerade nicht so ist.

murrayswift Avatar
murrayswift:#6656

>>6655


Ja man darf eben nur Geld nutzen, das ma dann nicht mehr antastet. Günstigenfalls investiert man auch im Crash.


>Nur ein Detail: die 6% p.a. garantiert einem auch keiner... In Japan sitzen aber eine ganze Menge Leute eine ganz schön lange Zeit und würden sich ganz gerne mal erheben.

Ja das ist wahr. Damit man in so einer Situation nicht komplett auf dem trockenen sitzt sollte man vilelicht darüber nachdenken sich Sachen zu kaufen die Dividende ausschütten (statt thesaurieren) und damit ggf auch auf lange Sicht auf etwas Rendite zu verzichten, wenn man sich zb Hochdividendsachen holt (Stichwort small cap mit höheren möglichen Renditen).

Neuste Fäden in diesem Brett: