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Veröffentlicht am 2015-10-11 16:22:56 in /ng/

/ng/ 6928: Optionen

freddetastic Avatar
freddetastic:#6928

Was hält Bernd von Optionen? Also nicht Optionsscheine oder "Binary Options" sondern traditionelle Optionen auf Aktienindizes oder Einzelwerte.

Interessant ist die Stillhalter-Komponente: Man kann "aus dem Nichts" Optionen schreiben, also leerverkaufen. Während ein traditionelles Investment auf steigende oder fallende Kurse setzt (Roulette: Rot oder Schwarz), so kann man bei Optionen auch "an der 0" verdienen und somit die Gewinnchancen verbessern. Das Preisniveau kann man sich auch aussuchen, muss also nicht zum aktuellen Kurs des Basiswertes handeln.

Eine Option beinhaltet traditionell 100 Stück des Basiswertes, also beispielsweise des S&P 500 Indizes (SPX). Es gibt aber zumindest in den USA auch Mini-Optionen, die nur 10 Stück beinhalten (SPY).

Beispiel:

S&P 500 als "SPY"-Derivat steht aktuell bei 201.33$

Wir schreiben/leerverkaufen eine PUT Option zu 201$ und erhalten dafür 100x1.2 USD = 120$

http://finance.yahoo.com/q?s=SPY151016P00201000

Die Option ist "at the money" aber aktuell ohne inneren Wert, da der Markt aktuell einen höheren Rückkaufpreis zahlt. Einzig die Zeitkomponente bis zum Verfallsdatum (üblicherweise am dritten Freitag des Monats) wird bewertet. Diese nimmt kontinuierlich ab. Bleibt der S&P 500 auf aktuellem Niveau oder steigt, macht es für den Käufer unseres Puts weiterhin keinen Sinn, diesen auszuüben, die erhaltene Prämie ist daher vollständig unser Gewinn.

Das kann natürlich auch in die Gegenrichtung laufen. Es gibt diverse Möglichkeiten Optionsgeschäfte miteinander oder mit Positionen im Basiswert zu kombinieren (Absicherung, Hebelung, Seitwärtsabsicherung).

Nachteil des Ganzen: Man braucht signifikant Eigenkapital, man spricht so von 50.000$ aufwärts. Weiterhin ist es wegen der Transaktionskosten nur sinnvoll bei US-Brokern zu handeln, da dort das Preisniveau deutlich geringer ist, als bei deutschen Retail-Brokern. Grundsätzlich sind die Transaktionskosten bei Optionen deutlich geringer, als bei Wertpapieren oder anderen Derivaten. Weiterhin fällt ein Mittelsmann weg (bspw der Emittent bei Options_scheinen_), weswegen Banken hier nicht automatisch verdienen und somit wenig Interesse an einem breiten Zugang für Trader haben. Vorteil: Man sollte damit ~10% pro Jahr erlösen können, ohne sich auf "eine Kursrichtung" festlegen zu müssen.

Bernd kann folgendes Buch empfehlen:
http://www.amazon.de/Strategisch-Investieren-Aktienoptionen-Verm%C3%B6genszuwachs-Stillhaltergesch%C3%A4ften/dp/1491065850/

clubb3rry Avatar
clubb3rry:#6929

Die CBOE Börse bietet ein gratis Papertrade-Konto für Optionen an:

https://www.cboe.com/tradtool/virtualtrade.aspx

smaczny Avatar
smaczny:#6933

gibt auch optschens auf zukunftsoption on futures. die auf den "es" (s&p 500 fudscher) sind vom bid/ask auch ausserhalb der kassa-zeit ganz okeh(verhaeltnis is hier 1option=1future). nq/ym/eur/jpy/cl etc haben -zumindest ausserhalb kassa-zeit - leider meist ein recht grossen spread. zu kassa-zeit bei den anderen indizes am besten die auf die grossen etfs(qqq/iwm/spy..usw). fuer ungedecktes schreiben nur um das premium einzusacken (so wie im op) hab ichs allerdings noch nie benutzt(andersrum schon oft). dies bzw optionen sind halt generell nichts zum skalpen (schnell rein/raus) sondern wenn man ne weile halten will oder um maximalverlust abzusichern. sollte man sich allerdings schon ein wenig besser auskennen bzw beobachten(wegen vola-eigenschaften/zeitwert).

stevenfabre Avatar
stevenfabre:#6935

>>6933
Wenn Du "weißt", wohin sich ein Basiswert entwickelt, sind Optionen vermutlich nicht das richtige Werkzeug. Aktien oder ETF auf Margin (leerver-)kaufen ist da viel unkomplizierter und man keine Zeitwertkomponente.

Die vorgestellte Stillhalter-Vorgehensweise ermöglicht es, 2 von 3 Endergebnissen profitabel zu erlangen, wenngleich auch mit weniger Profit (Absicherung kostet Geld).

Und natürlich ist man auch nicht aus dem Schneider bei Schwarzen Schwänen. Die können tödlich sein, kommen aber nicht zu oft vor, zumindest wenn man nicht mit Basiswerten wie einzelnen Aktientitel spekuliert (Hallo, VW). Selbst Lehman-Crashes kommen nicht soo häufig vor.

davidsasda Avatar
davidsasda:#6936

>>6935

"Short Iron Condor"
https://en.wikipedia.org/wiki/Iron_condor

Hier verliert man Geld, wenn sich der Basiswert nicht signifikant verändert, bei größeren Gewinnen _oder_ Verlusten hingegen schon. Man handelt quasi die Volatilität.

franciscoamk Avatar
franciscoamk:#6937

>>6935
>>Wenn Du "weißt", wohin sich ein Basiswert entwickelt, sind Optionen vermutlich nicht das richtige Werkzeug.

dies weiss man allerdings nie sicher! arreine wenn man zb uebers wochenende/feiertag halten will gibts im grunde ueberhaupt keien andere moeglichkeit(ausser man verzichtet auf jegliche margin).

wenn du zb nen future/grosse position aktien im "es" 200 punkte tiefer (50ng x 200=10k usd) absicherst sind im schlimmsten fall eben 10kusd und das premium weck. kann fuer manche schon sinn machen(is normal auch nicht so teuer, aber vola is eben gerade hoch).......

wer pure "crashvola" traden will kann auch den vix (http://finviz.com/futures_charts.ashx?t=VX&p=d1)nehmen. das is aber ein anderes thema bzw noch spezieller.

optionen leer schreiben is schon ne moeglichkeit aber da wuerd ich eher von 500k ng ausgehen/bzw du musst bis zum verfall im grunde immer live dabei sein. sonst lohnt das einfach wegen dem premium kaum. dort kann man seinen verlust natuerlich auch begrenzen, was dann aber wieder weniger sinn macht weil zu wenig rum kombt(verkaufe/schreibe leer puts auf es 1500punkte und kaufe puts es 1000punkte mit gleichem verfallszeitpunkt. dann is das verlustrisiko max 500 punkte pro kontrakt. der gewinn das premium bekomben - premium gezahlt).

komplett leer schreiben is halt immer hohes risiko fuer wenig ng (premium) mit allerdings grosser wahrscheinlichkeit des nichteintritts von verlust. das kann schon richtig boese enden/aua machen. vw hat man ja zb nach oben und unten gesehen("merkle"/uebernahme vor par jahern nach oben, nun nach unten), gaengigeres bspl in usa-foren waren oft nakt verkaufte calls auf gockel/apfel die dann eben doch ins geld kamen.....

wtrsld Avatar
wtrsld:#6939

zusatz: schau dir die bilder aus >>6743 an. es brauch kein lehmann. ungesicherte nakte kurze auf qqq haetten gereicht. keine ahnung ob es(das system des brokers) die optionen zu dem zeitpunkt automatisch zu moerderpreisen zurueckgekauft - falls noch markt vorhanden - oder direkt den etf eingebucht haette.

du musst immer (zusaetzlich im kopf) vom maximalverlust/schlimmsten fall ausgehen, sonst laesst du dir die entscheidungsgewalt ueber den handelszeitpunkt nehmen.

weiteres bspl dieses jahr - auch ohne lehmann - sind die helden die waehrend der "preisbindung" im eur/chf die kleinen schwankungen ausnutzen wollten. eine ami haette dazu gesagt: "dont sratch pennies from the road in front of a steamroller" (oder so aehnlich).

man kann natuerlich auch davon ausgehen, dass die wahrscheinlichkeit genau von so was opfer zu werden realtiv gering ist. ich finde aber gerade gegen solche extremfaelle kann man sich dann doch relativ guenstig - kleine gewinnschmaelerung bzw minimale verlustvergroesserung - absichern. alternative waere natuerlich einfach im schlimmsten fall von privatinsolvenz auszugehen(dann is natuerlich alles.jpg haftbare weck).

kinday Avatar
kinday:#6941

(>>6937 >>6939 nochmal)da du wohl doch absicherst hab ich jetzt schwarzen schwan glaub nicht wirklich verstanden. aber is jetzt auch egal. hab ja geschrieben fuer was ich sie brauchbar finde und warum ich sie gut finde bzw was man beachten sollte.

suprb Avatar
suprb:#6943

>>6941
ich glaub Du hast einfach keine Ahnung, weder von Klein-/Großschreibung, Satzzeichen noch von Derivatehandel.

ovall Avatar
ovall:#6944

>>6943
deswegen hab ich ja ein derivat aufs derivat erwaehnt <3

shesgared Avatar
shesgared:#6965

>>6943
die gibt es uebrigens auch mit woechentlichem verfall. damit kannst du den eisernen vokel ausgiebig testen. sry weil evtl dein faden entgleisen lies......war so nicht beabsichtigt(den faden gab es aber glaub eh schonmal).

samscouto Avatar
samscouto:#6967

Ach du scheiße, dieser Faden ...
Lernt mal inzu risikoneutrale Bewertung.

robinlayfield Avatar
robinlayfield:#6970

>>6935
Stimmt, aber das ist ein anderer Zeithorizont mit einem anderen Risikoprofil. "Weiß" ich, wie sich der Index entwickelt, packe ich mir in der Tat ETFs ins Portfolio, nehme einen Orderzusatz dazu und fertig. Liege ich falsch, passiert erst mal nix. Im schlimmsten Fall liegt das Ding dann eben 20 Jahre da. Kann man machen, wenn man das Geld nicht braucht und bringt auch noch Rendite (sofern man nicht in den Juden-Deka-Sparkassen-Blablubb-ETF investiert hat, wo die Gebühren die Dividende fressen).

Optionen sind für aktive Marktteilnehmer. Da will ich nicht "hier sind 30.000 €, die ich nicht brauche, mache mal irgendwie irgendwann mehr draus". Da will ich "ich habe 30.000 €, mein Ziel sind 32.000 € zum Zeitpunkt X - wie komme ich da hin".

syntetyc Avatar
syntetyc:#7073

Hat die letzten Wochen etwas mit Optionen gezockt, nicht viel. 80% Gewinntrades. Aber nur weit out of the money puts geschrieben. -3 Stück ODAX 9800 PUT sind gestern expired, haben mir aber nur 123€ Profit gebracht.

Trotzdem ziemlich einfach verdientes Geld, wenn man z.B. beim DAX 1000 Punkte vom aktuellen Niveau liegt und 30-40 Handelstage vor dem Verfall leerverkauft.

Natürlich auf dem Papier oder bei einem Crash ein extremes Risiko, deshalb pro Kontrakt auch weit über 10.000€ Margin-Requirement verfügbar. Skaliert also nicht.

1,70€ pro Transaktion bei meinem US-Broker sind trotzdem sehr günstig.

Neuste Fäden in diesem Brett: