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Veröffentlicht am 2016-06-18 05:12:24 in /ng/

/ng/ 8105: Hallo Bernd, ich bin auf der Suche nach interessanten W...

fffabs Avatar
fffabs:#8105

Hallo Bernd, ich bin auf der Suche nach interessanten Wirtschaftsverbrechen (sowohl real als auch fiktiv).

Es geht mir nicht, um Steuerverschwendung, sondern um justitziable Wirtschaftsverbrechen im großen Stil.

Kann mir Wirtschaftsbernd einige spannende Fälle aufzeigen, bitte?

armcivor Avatar
armcivor:#8106

So etwas wie Nick Leeson?

thehacker Avatar
thehacker:#8111

Aktuell kannst du dir in Echtzeit das Auffliegen eines solchen Falles bei der KTG Agrar anschauen. Das Ding kollabier seit drei Wochen, bald wohl Insolvenz mit mittlerem dreistelligen Millionenschaden.

eduardostuart Avatar
eduardostuart:#8112

Spontan faellt mir da der ENRON-Skandal ein.
Im deutschsprachigen Raum kommt mir gerade nur FlowTex in den Sinn.

nerrsoft Avatar
nerrsoft:#8113

Gurgel einfach Immobilienskandal oder ähnliche Begriffe


kommt dann zb Bild relatiert

souperphly Avatar
souperphly:#8114

>>8113

PS Kombination der Begriffe mit Verweis auf Wikipedia führt dann auch zu entsprechenden Einträgen wie

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Schneider_%28Bauunternehmer%29

wtrsld Avatar
wtrsld:#8115

S&K Immobilien

https://youtu.be/PHQMIMSJUvw

Kai Uwe Klug

https://youtu.be/lTat-eTDNbs

Mehmet Göker

https://youtu.be/ppD4RqvGLlY

garethbjenkins Avatar
garethbjenkins:#8116

Danke Bernds, muss jetzt mal alles sichten, habe bestimmt noch Fragen dazu.

ritapetrilli87 Avatar
ritapetrilli87:#8196

>>8111
uuuuund insolvent.
http://www.ktg-agrar.de/news-archiv/news-detail/ad-hoc-restrukturierung-und-sanierung-der-ktg-agrar-se-im-esug.html
der Chart von Aktie und Anleihe die letzten Wochen ist sehenswert.
Insgesamt wird ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag als Schaden da sein. Meiner Meinung nach war das ganze ein Schneeballsystem. Der CEO wurde auch schonmal wegen Insolvenzverschleppung verurteilt.

irsouza Avatar
irsouza:#8198

>>8196
Bernd lachte ein wenig. Insgesamt ist er da aber unentschlossen. Auf der einen Seite freut es ihn (wie schon bei German Pellets), wenn die ganzen blauäuigen Ökogutmenschen für ihre Naivität bezahlen. Auf der anderen Seite ist das deutsche Wirtschaftsstrafrecht ein absoluter Witz in der Hinsicht. Jeder (Kartoffel-) Parksünder wird mit der vollen Macht des Staates verfolgt, aber deartige Späße haben kaum Konsigwenzen. Ab und an wird mal ein Exempel statuiert, aber selbst das hat meist nur Bewährungsstrafen zur Folge. Den einfachen Handwerksmeister mit seinen drei Angestellten und der Frau, die unentgeltlich und wahrscheinlich inkompetenterweise die Buchhaltung macht zerrt man aber ohne Zögern vor Gericht.

Ähnlich Teldafax: mittleres Management wird wirtschaftlich tot gemacht und dann wegen Beihilfe verurteilt. Topmanagement betreibt systematisch über Jahre vorsätzlich ein ganzen System an Straftaten und wird wegen der Sachen freigesprochen, für die die verurteilten Hansel Beihilfe geleistet haben.

posterjob Avatar
posterjob:#8204

>>8198
ich finde das vor allem amüsant, weil es seit Monaten klar war, dass die Bude finanziell vor dem Aus steht. Es war nur eine Frage der Zeit. Mit ein bisschen Grundkenntnissen konnte man innerhalb von 5 Minuten aus den veröffentlichten Geschäftsberichten erkennen, dass man aufpassen muss. Und nach weiteren fünf Minuten, dass es noch viel schlimmer ist, als man erst dachte.
Aber hey 7,xx % Rendite, das muss toll sein.
Das beste waren die Ratings der DGB Bank, aber auch von Creditreform. Wer auf solche Institutionen hört hat es nicht anders verdient.
Die KTG Energie, eine Tochtergesellschaft, wird dann in absehbarer Zeit auch draufgehen. Will nur keiner wahrhaben - oder sich die Mühe machen ne halbe Stunde in eine profunde Recherche zu investieren.
Leider gabs keine Möglichkeit short zu gehen, Hätte mich nach dem GB 2015 dick auf der Shortseite positioniert und würde nun mit Koks und Nutten Party machen.

canapud Avatar
canapud:#8205

>>8204
Aba aba aba im Handelsblatt stand doch neben dem Flüchtlingsbericht mit der Frau und dem weinenden Kind, dass Renditetitel das neue Sparbuch sind...

Mich ärgert es dann (neben den Unzulänglichkeiten des Strafrechtssystems und vor allem der Medienhörigkeit, die ich sogar bei mittelmäßig begabten und durchschnittlich intelligenten Menschen immer noch fast durchgängig beobachten muss), wenn ich nicht davon profitieren kann. Bei Freenet (wo wir gerade beim Thema Dividende waren), hat das zunächst noch ganz gut geklappt. Dividende mitgenommen, alles fein, nach den Fundamentaldaten sieht auch alles gut aus, M&A passt ins Konzept, Rücksetzer erwartet (kommt jedes Jahr zum Sommer), aber dann nicht short gegangen. Das findet Bernd dann durchaus nervig.

karsh Avatar
karsh:#8206

>>8205
Ich arbeite mich gerade durch den Nikkei und da sind sehr viel ziemlich geile Werte unterwegs, also von den Kennzahlen her: KGV unter 10 ist fast standard, auch bei wirklich fetten Firmen deutlich über 10 Mrd Marktkapitalisierung. Dividende um 2 % ist am häufigsten (bin aber erst bei K wie Kawasaki), gibt aber auch fette Buden mit einem Buchwert doppelt so hoch wie der Aktienwert und über 4% Dividende. Was zum Fick? Drückt da das Erdbebenrisiko auf den Preis? Die Japse scheinen auch standardmäßig sehr basiert nur 1/4 bis 1/3 vom Gewinn auszuschütten (anders als Freenet etwa).

Nun meine Frage an Bernd: mir fällt auf, dass die Geld-Brief-Spanne bei Japsenaktien verhältnismäßig hoch ist (locker mal 3% und mehr). Kann man sich da als kleiner Gewaltbimbo irgendwie drumrumdrücken? Oder müsste man da wirklich ein Depot an einer richtigen Börse aufmachen?
Auch: warum hab ich dieses Problem bisher nur bei Japsenaktien beobachtet? Machen die das extra, um die Amis und Briten zu stenkern?

woodydotmx Avatar
woodydotmx:#8207

>>8206
wie inzu Aktienanalyse?
woher weißt du ob Werte verhältnismäßig hoch oder niedrig sind?

Danke

starburst1977 Avatar
starburst1977:#8208

>>8196
Scheiß Mittelstandsanleihen. Bernd ist mit Scholz auf die Schnauze geflogen, A1MLSS.

kennyadr Avatar
kennyadr:#8209

>>8206
Kein Japsenexbährte, aber wie Bernd vermutet, wird die Währung und die offensichtliche Unfähigkeit ihre geldpolitischen Ziele mit der Brechstange zu erreichen damit eine Menge zu tun haben. Interessant dazu bei SuchenAlpha (http://seekingalpha.com/article/3983743-failure-looks-like).

Die Erdbebengeschichte müsste ja eigentlich eingepreist sein und wenn jemand das unaufgeregt im Griff hat, dann eben die Japaner (drinnen vor naechstes_mal_ohne_italien.jpeg). Die haben einfach die Probleme, die uns ja angeblich zu Tode plagen würden, wenn wir nicht Ärzte und Ingenieure in Massen importieren würde - überalterte Gesellschaft, im Prinzip fremdgesteuerte Währung (lustig, dass man normalerweise dafür einen Krieg verlieren muss und in Deutschland der Euro als alternativlos hingestellt wird), eine extrem exportabhängige Gesellschaft und nebenbei noch ein paar andere Risiken (China pisst man z.B. nicht in die Suppe). Die haben aber auch nicht eine Regierung, die gegen den Widerstand der Bevölkerung darauf besteht, dass irgendwas_mit_EU.png immer toll ist und sich die "Kulturen durchmischen" müssen oder ähnlicher Schwachsinn. Und komischerweise kommen die auch ganz gut damit klar, dass sie ständig in einer Rezession stecken. Aber deren Staatsschulden sind eben auch im Inland. Wenn nicht ständig Leute ihre Währung als "sicheren Hafen" nutzen würden, dürfte die also eine Menge herzlich wenig jucken.

Was den Spread angeht, kann ich mir gut vorstellen (weiß es also nicht), dass man Weißbrot durchaus ganz gerne aus dem eigenen Land heraushalten möchte - es sei denn, es geht darum Investorengelder (ohne großes Mitspracherecht) zu bekommen. Die Japaner sind nämlich mittlerweile die besseren Deutschen und finden es im Allgemein ganz toll, wenn man sie besucht. Man wird dort unglaublich herzlich empfangen, aber man hat dann irgendwann auch zu gehen. Fremdes nimmt man an, sofern es funktioniert, aber bleibt sich selbst treu. 70 Jahre Entnazifierung scheinen den Deutschen diese Fähigkeit abgewöhnt zu haben.

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#8211

>>8207
Was ich mache ist keine ernsthafte Analyse. Ich überfliege nur die Fundamentaldaten. Das sind ein paar Zahlen, die sich aus den Bilanzen der Unternehmen ergeben. Angenommen, die Buchhalter bescheißen dabei nicht zu sehr, kann man anhand dieser Zahlen das Potential eines Unternehmens ganz gut einschätzen. Also besser als am Kursverlauf oder am Namen. Da diese Zahlen öffentlich einsehbar sind, sind sie natürlich schon mit eingepreist. Kurzfristige Kursgewinne kann man damit nicht eher nicht generieren. Aber man kann ganz gut einschätzen, was man langfristig zu erwarten hat:

Ich hab dazu mal ein Schaubild vorbereitet:
Links die VS-amerikanische Judenfirma, rechts daneben die japanische Nazi-AG. Was sofort auffällt, sind die exorbitanten Kursgewinne bei Amazon. Das bedeutet, entweder sind die Leute bei Amazon extremst schlauer als der Markt, oder Markt will einfach nur spielen. Meist ist es in solchen Fällen der Markt, der spielen will.
Als nächstes guckt man nach Dividende und KGV. Es gibt hier zwar mindestens einen Bernd, der meint die Dividende sei nicht so wichtig. Aber sei gewarnt: der ist schwachsinnig oder hat das Konzept von Aktien nicht verstanden. Also, damit eine AG eine Dividende zahlen kann, muss sie natürlich Gewinn machen. Die Dividende ist üblicherweise ein Teil vom Gewinn (nicht alles, denn man muss ja auch reinvestieren um konkurrenzfähig zu bleiben). Ein KGV von 10 Bedeutet, dass der jährliche Gewinn etwa 10% vom aktuellen Kurswert aller Aktien entspricht. Das heisst, das Unternehmen könnte, wenn auf alle Reinvestitionen verzichtet wird, maximal 10% Dividende ausschütten. Bei einem KGV von 100 entsprechend noch 1% und bei einem KGV von über 9000 ziemlich genau nix.
Dann fällt auf, dass es bei der basierten Nazigesellschaft eine Adresse und einen Ansprechpartner gibt. Die Judenfirma hingegen bietet diesen Service nicht, obwohl ihr Börsenwert es bei Gott, Jahwe und Allah rechtfertigen würde einen Ansprechpartner in jedem Ostdeutschen Dorf zu installieren.
Nun werfen wir einen Blick auf die Gewinne und Verluste:
Die Nazifirma hat etwa halb so viele Mitarbeiter wie die Judenfirma. Weil aber nur arische Herrenmenschen eingestellt werden, sind die Ergebnisse vor und nach Steuern in Summe aber fünf mal höher als bei den Untermenschen. Das heisst, für jeden Euro den ein Amazonbaumwollneger erwirtschaftet hat, hat der Itochu-Nazi-Herrenmensch 10 fickende Euro erwirtschaftet.

davidcazalis Avatar
davidcazalis:#8212

>>8211

Die Bilanzen beider Firmen sind etwa gleich, wobei die Nazifirma trotz halb so vieler Mitarbeiter eine höhere Summe aufweist (80 Mrd vs 60 Mrd). Nazifirma hat eine höhere Eigenkapitalquote (is klar, kein Nazi geht gerne zum Geldverleiher) und die Gewinnanteile sind dem Anleger daher sicherer (Zinsänderungen an den Kapitalmärkten schlagen sich nicht so krass in der Bilanz nieder). Auch die Aktionärsstruktur sollte Bernd zu denken geben: Eine Firma die zu nennenswerten Anteilen einem gewissen Herrn Spürdo Pozzos Benzos gehört, ist immer hochverdächtig. Die Nazifirma ist immerhin bei drei namhaften Instituten im Portfolio, wobei mich schon die ganze Zeit wundert, warum Xe-Services Blackwater Black Rock nicht dabei ist. Vermutlich weil Black Rock son Judending ist und Itochi denen nicht jüdisch genug ist mit ihrer basierten.
Im Analysefenster sieht man schließlich vergangene und erwartete (!) Dividendenzahlungen und, immer wieder interessant, den Buchwert je Aktie. Also wenn man das gesamte Eigenkapital der AG durch die Anzahl der Aktien teilt. Während bei Amazon irgendein Phantasiewert steht, der sich jedes Jahr völlig unabhängig von den Gewinnen auf magische Weise verdoppelt und trotzdem nichtmal ein zehntel des aktuellen Aktienkurses ausmacht; Steht bei Itochi ein hochinteressanter Wert: nämlich ein Wert, der nach Währungsumrechnung sogar höher ist als der gegenwärtige Aktienkurs. Man kann also eine Aktie für 11 € kaufen und erhält Unternehmensanteile im Wert von 15 €. Das ist ziemlich kühl, denn es ist, als würde Bernd außer mit seinem Eigenkapital noch mit ein bisschen Fremkapital arbeiten -- kostet aber nix. Also sozusagen ein Risikodrücker. Bei Amazon genau das Gegenteil und zwar mit einem Faktor über 9000!
Jetzt müsste man vielleicht noch ein paar Zeitungen und den ausführlichen Geschäftsbericht lesen, bevor man in Itochi investiert. Wenigstens abchecken, was das für eine Bude ist, wie lange es die schon gibt, wie regelmäßig Dividenden gezahlt werden etcpp.

Tja, heisst natürlich nicht, dass Amazon nicht noch auf 2000 € steigt und Itochi morgen von Godzilla zerlasert wird. Man kann auch beim Würfelspiel Millionär werden. Klappt nur meistens nicht. Amazon ist nur deswegen so hoch im Kurs, weil jeder vernünftige Mensch auf einen fallenden Kurs setzt. Und da kann man ja dagegenwetten, um die vernünftigen Menschen abzuziehen. Da gewinnt dann der, der mehr Geld hat. Völlig unabhängig von allen anderen Randbedingungen. Da kämpfen Giganten miteinander, da würde ich nicht dazwischen geraten wollen. Vielleicht verliert einer der Giganten eine goldene Schuppe und macht mich reich. Vielleicht zertritt er mich aber auch einfach.

Auch: pfuscht die EZB eigentlich auch im Nikkei rum, oder beschränken die sich auf Europa? Und was ist mit den USA?

Auch: Geld-Brief-Spanne macht mich immernoch mett.

iamsteffen Avatar
iamsteffen:#8214

>>8209
> http://seekingalpha.com/article/3983743-failure-looks-like

Mit sowas wäre ich extrem vorsichtig. Schreibt der Kommer ja in seinem Kaufen oder mieten: "LOL, Yen ist die letzten 20 Jahre immer gefallen, also nehm ich meinen Hausbaukredit in Yen auf und hab dann quasi die Heimische Inflation plus den Kursverlust des Yen gegen meine Heimatwährung -- ist eine Scheißidee." Was da abgeht weiss glaube ich keiner so genau: Wir haben normal 2% inflation, die Japse haben 1% Deflation und der Yen wird gegenüber dem Dollar immer wertloser... Stimmt ja gar nicht!
Ich glaube die Japse werden mangels kultureller Bereicherung monetär immer reicher. ist ja bei den Chinesen ähnlich. Dem Amijuden passt das natürlich nicht, also manipuliert er was er manipulieren kann. Die Japse haben trotzdem mit den höchsten Lebensstandard, jedenfalls nicht sone Scheiße wie Detroit. Kommer nix mache.

Ansonsten Danke für deine anderen Überlegungen, werde recherchieren und das Thema weiter verfolgen.
Vielleicht ist der Spread wirklich, Um Zocker abzuschrecken.

iqbalperkasa Avatar
iqbalperkasa:#8215

>>8214
Habe gerade nicht die Zeit wirklich zu antworten, da Termin, Flug, bla. Aber ich schätze deine Beiträge und die Diskussion. Knappes halbes Dutzend an Bernds in diesem Brett, die man auseinanderhalten kann, die durchaus wissen, wovon sie sprechen. Plus einige, bei denen ich nicht sofort merke, wer da spricht. Kwalität ist heutzutage selten gesehen.

chaabane_wail Avatar
chaabane_wail:#8217

>>8211
http://c.finanzen.net/cst/FinanzenDe/chart.aspx?instruments=1,946686,148,534&style=snapshot_mountain_big_oneyear_3digit&period=OneYear&hash=4f2d090f56a048de62458f63ab609f19

kazukichi_0914 Avatar
kazukichi_0914:#8219

>>8212
>>8211
Ich danke dir sehr vielmals, Kaguyabernd. Dieses Unterbrett ist großartig und steht in einem Kontrast zu /b/ und /int/. Ich hätte nie gedacht, dass hier gewinnbringende Disskussionen möglich sind.

matt3224 Avatar
matt3224:#8220

>>8219
Danke, ich freu mich auch immer wenn ich klug daherreden und abhitlern darf und dafür noch gelobt werde. Das lustige ist, dass ich mit meiner (((Strategie))) letztes Jahr erstmal voll auf die Schnauze geflogen bin. Bei RWE rein, weil zahlen ja immer schön Dividende, KGV ist OK und Buchwert zu Kurs passt auch. Plötzlich: dscheiß Atomausstieg kostet ja Geld, damit konnte ja keiner rechnen...
In den besten Zeiten war ich bei über 60% Verlust und es wurde der ein oder andere Fick gegeben. Aber bei Meme-Aktien kann man sich recht gut trösten, hab ich gemerkt. Vor einigen Jahren hab ich mal in Öko investiert, wollte Sörens damals mett machen, nach dem Motto: "Ich beteilige mich mit meinem privaten Kapital an der Weltenrettung. Und ihr so?" Hatte für einige hundert Euro Centrosolar-Aktien gekauft ohne irgendwas zu analysieren. Bin gerade so noch mit einem blauen Auge davongekommen. Damals war ich aber doppelt mett, wegen dem monetären Verlust, und weil ich in einer Sache investiert war, die ich eigentlich bescheuert finde. Kann leider keine Dokumente dazu liefern, da die DiBa alles löscht was älter als 4 Jahre ist und ich keinen Bock habe anzufangen meine Festplatte zu durchsuchen.

Für mich ist das mit den Aktien jetzt wie mit den Fliegenpilzen: man muss sich Zeit nehmen um sie kennenzulernen. Wer fünf Fliegenpilze auf einmal frisst, ohne Vorerfahrung, der kotzt dann halt. Wer mit einem Halben anfängt, der merkt dass da irgendwas passiert und kann versuchen damit zu arbeiten. Das heisst nicht, dass sich automatisch irgendwann Gewinn einstellt. Aber ich glaube die Wahrscheinlichkeit steigt mit der Zeit...
Besser als Unterhalt zahlen ist es allemal. Und um meine Überschüsse zu verkonsumieren bin ich einfach zu faul. Mein Hass-Fonds ist vielleicht auch ein bisschen Familie oder so. So wie Bernd. Wünsche dir jedenfalls gutes Gelingen mit deinem Fisher-Account :3
Ich persönlich finde es auch immer ganz gut, wenn Bernd von seinem Versa-Gen berichtet. Dann kommt man sich nicht ganz so blöde vor. Danke dafür nochmal an >>8208. Ich glaube übrigens, je mehr man sich mit seinem Versagen befasst, desto syßer schmecken die Siege. Man muss nur aufpassen, nicht auf den Geschmack zu kommen...

marciotoledo Avatar
marciotoledo:#8222

>>8105
Die Preussag-Tui-Salzgitter Geschichten, vom Aufsichtsratsmitglied erzählt.

http://hans-joachim-selenz.de/lebenslauf/index.html

zacsnider Avatar
zacsnider:#8225

>>8220
Habe mir vor einem Jahr Aktien der Naturstrom AG gekauft (hatte hier im Brett auch noch nach Meinungen gefragt). Einstandskurs 15 Euro, jetzt, vor Bekanntgabe der Zahlen für 2015, wurden 27 Euro gezahlt. Die Geschäftsentwicklung selbst war Gewinnsteigerung von 6 Millionen auf 10 Millionen. Gewinn pro Aktie 4,10, KGV bei einem angenommenen Kurs bei 7,3 - sofern man das Glück hat sie zu dem Kurs noch zu bekommen. Die Firma steht auch sonst insgesamt sehr gut da (Umsatzrendite, EK Quote, Liquidätsstufen usw usf).
Aktie wird an keiner Börse gehandelt, nur hier:
https://www.umweltaktienhandel.de/orderbuch/14.html
http://valora.de/valora/kurse?isin=DE0006858400
oder das Unternehmen vermittelt selbst zwischen Verkäufern und Kaufinteressenten.
GB 2015: https://www.naturstrom.de/investoren/aktien-und-aktionaere/hauptversammlung/
Dividende gibts auch, 50 Cent pro Aktie, nicht berauschend viel, aber bei der Kurssteigerung (und die, die ich noch erwarte), ist mir das egal.

davidtoltesy Avatar
davidtoltesy:#8231

>>8225
> http://valora.de/valora/kurse?isin=DE0006858400

Eigenkapital: 12 Millionen
Gewinn: (laut deiner Aussage) 10 Millionen (also fast 100% Eigenkapitalrendite, üblich sind 10...20 %, wer wirklich so ein geiles Geschäftsmodell hat, der macht keine AG sondern eine GmbH auf)
Geld-Brief-Spanne: 21,6 € zu 24 € (das heisst, wenn ich eine Aktie kaufen will, zahl ich 24 €. Wenn du eine verkaufst, bekommst du 21,6 €... das ist arg beschissen).

Stinkt zum Himmel, würde verkaufen und mich über die 5 € Gewinn freuen. Kann sein, dass die Aktie in einem Jahr bei 100 € steht (falls sich außer den üblichen Omas nun auch die Kuffnucken abziehen lassen). So viel müsstest du mir schon verzeihen können. Ist aber sehr wahrscheinlich so ein Beschiss im Stile von Prokon.

Wenn es nur Spielgeld ist, bleib meinetwegen investiert. Aber wenn du genau so eine arme Sau bist wie ich, und du da mit den Ersparnissen von mehr als 6 Monaten drinsteckst: Raus, Raus, Raus!

rdbannon Avatar
rdbannon:#8236

>>8231
Naturstrombernd hier.
Grundkapital ist 30.5 Mio (https://www.naturstrom.de/investoren/aktien-und-aktionaere/eigentuemerstruktur/)
Das wurde in den letzten Jahren sukzessive erhöht (von 2,44 Mio auf 12,2 Mio und nun letztes Jahr auf 30,5), und zwar aus Gesellschaftsmitteln! Anstatt den Bilanzgewinn an die Aktionäre auszuschütten wurde damit der Ausbau von eigenen Anlagen finanziert, was in Zukunft noch mehr Gewinn bringen wird.
Ausser dass Prokon und Naturstrom ihr Geschäftsfeld in erneuerbaren Energien haben, haben die zwei nichts gemeinsam. Naturstrom hat ne hohe Eigenkapitalquote. Die Liquiditätsstufen sind im tiefgrünen Bereich, für ihr vor zwei Jahren ausgegebenes Nachrangdarlehen mussten die Naturstrom gerade mal 3,25 % Zinsen anbieten und innerhalb weniger Wochen waren die 10 Millionen eingesammelt, ohne gross mit der Werbetrommel gerührt zu haben. Das meiste Fremdkapital kommt eh von Banken zu noch tieferen Zinsen - weil die Naturstrom im Gegensatz zu Prokon entsprechend Kreditwürdig ist.
Ich hab mir Umsatz und Gewinnverlauf die letzten Jahre angeschaut - steigt alles stetig nach oben.
Die Zahlen ab 2010 findest du hier:
https://www.naturstrom.de/investoren/aktien-und-aktionaere/geschaeftsberichte/
(Achtung AG und Konzern getrennt analysieren)
Dazu noch Kundenwachstum: 2010 50.000 jetzt 250.000. Nach Fukushima gings halt richtig ab.
Der einzige Haken ist, dass sie nicht an einer Börse gehandelt werden und die Umsätze extrem niedrig sind. Wenn die an einer Börse wären, wäre der Kurs locker über 50 Euro - im Vergleich der Kennzahlen mit ähnlichen börsengehandelten Unternehmen wäre der Kurs zwischen 70 und 100 Euro.
Hab mir 1000 Aktien geholt, die werde ich nach den Zahlen sicher noch mindestens ein Jahr halten und dann mit dem neuen Geschäftsbericht entscheiden.
Dürfte besser angelegt sein als bei RWE oder EON.

i_ganin Avatar
i_ganin:#8237

>>8236
> Dürfte besser angelegt sein als bei RWE oder EON.
Kann sein. Führende Finanzjuden sind aber anderer Meinung. Black Rock hält zum Beispiel 5% an RWE. Wenn die von diesen 5% so viel veräußern, dass ihr Anteil auf 4,5% sinkt, könnten sie deine Bude da komplett übernehmen. Nun kann es sein, dass Black Rock sich für die Naturstrom AG einfach nicht interessiert, weil die (noch) zu klein sind. Oder weil es Nazis sind (in die Japsenfirmen investiert Black Rock ja auch nicht).
Hab mir gerade mal die Webseiten von der Naturstrom AG angesehen, scheint tatsächlich solide und ernst gemeint zu sein. Wobei die 3,25% Zinsen auf ihre Anleihe bei 2% Inflation schon an Beschiss grenzen. Nicht so großer Beschiss wie bei Banken und anderen Finanzjuden, aber wenn du das Risiko einpreist ist es auf jeden Fall ein Minusgeschäft. Also man zeichnet dieses Nachrangdarlehen nicht weil man reich werden will, sondern weil es "für eine gute Sache" ist. Zum Konservieren eines Vermögens taugt es auch nicht, weil die AG viel zu klein ist, um Sicherheit zu bieten.
Bei den Aktien musst du dir auch klar sein, dass es sich um hochriskante Papiere handelt. Auf den ersten Blick würde ich mal sagen, dass die Naturstrom AG auf Bannings Mist gewachsten ist und die Eheleute Banning das Ding am Laufen halten. So, jetzt stell dir mal vor die haben einen Autounfall, einen irren Erben und die Eco Eco AG dreht auch noch etwas am Rad.
Oder die Großen werden mett, weil es bei dem kleinen Konkurrenten so gut läuft und schmeißen dem ein paar Knüppel in den Weg: plötzlich werden irgendwelche Fledermäuse von den Windmühlen gestört und es müssen horrende Summen für die Endlagerung von Fledermauskacka ausgegeben werden, die das Unternehmen ruinieren, so dass ein großer Spieler die ganze Bude für 1 € übernehmen kann.
Bilanz ist Okay, Fremdkapitalquote von 75% ist glaube ich auch nicht branchenunüblich. Die meinen es auch sicher alle gut, nur ist die Bude scheiße klein. Das heisst, die Bilanz wird auch nicht von so vielen gelesen und auf plausibiliät geprüft wie die der Großen. Arbeiten würde ich da, keine Frage. Aber um dort mein Geld anzulegen, wäre mir das einfach zu heiß. Risiko über 9000.
Wenn sich das Risiko nicht materialisiert, ist alles kühl. Hast du langfristig etwa die gleiche Rendite wie am DAX, tendenziell vielleicht etwas weniger, weil es ein Lüfterjungenladen ist. Reich wirst du mit denen aber definitiv nicht.
> im Vergleich der Kennzahlen mit ähnlichen börsengehandelten Unternehmen wäre der Kurs zwischen 70 und 100 Euro.
Da ist das Risiko geringer, weil das keine Klitschen mit nur 100 Mitarbeitern sind. Das ist da mit eingepreist. Die "Marktpreise" gehen immer davon aus, dass du breit investiert bist. Denn solche Unternehmen wie Black Rock investieren breit, um das Gesamtrisiko zu senken. Die gehen davon aus, dass von 100 "Naturstrom AGs" 75 die nächsten 25 Jahre nicht überstehen, also Totalausfall. Bei gleicher Dividende mittelt sich das dann weg, wenn man nur 1/4 für die Aktien zahlt (also eine vier mal höhere Dividendenrendite, oder KGV wenn keine Dividende gezahlt wird). Bei den fetten Standardwerten ist das Verhältnis genau umgekehrt. Aber im Mittel, wirst du überall etwa die gleiche Rendite bekommen. Wenn du Glück hast, ist deine Naturstrom AG eine von den 25 AGs die überleben. Dann bekommst du überdurchschnittlich viel Rendite. Wenn du Glück hast.
Es gibt bestimmt auch bessere, als die statistischen Methoden von Kommer, also ETFs. Ich fahre mit meinem Stockgepicke an den Leitindizes jedenfalls schon ein Fledermausscheiße hohes Risiko. Bin mir dessen aber auch bewusst. Ist halt hauptsächlich Imponiergehabe, um Bernd und mir zu beweisen wie hartkern Nazibernd ist.

zl;ng: Also ich bin bereit für 50% Verlust und halte mich damit für einen ziemlichen Bösarsch. Bei dem was du da hast, musst du mit 100% Verlust rechnen, scheinst dir das aber nicht zu vergegenwärtigen. Vergegenwärtige dir das, wenn du dann immernoch überzeugt bist, bleib drin. Wenn dir 100% dolle weh tun, sattel lieber um auf ETFs. Oder splitte wenigstens: 750 Aktien verkaufst du und gehst dann je mit 5k in einen Europäischen, Amerikanischen und Asiatischen ETF. Das was ich selber mache, auf Einzelwerte setzen, empfehle ich niemandem. Weil es einfach zu heißer Scheiß ist. Du übertriffst das aber nochmal um Größenordnungen.

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