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Veröffentlicht am 2016-07-12 13:53:09 in /ng/

/ng/ 8228: Kochen auf Rechnung - Ärger?

mat_stevens Avatar
mat_stevens:#8228

Mein kleiner Bruder, Student, in Finanzangelegenheiten schon immer etwas blauäugig, betätigt sich neben seinem Studium in der Küche eines Restaurants. Kommt mit ein paar Abenden die Woche auf um die 900,- ng netto im Monat.
Problem, oder zumindest wird mir da Angst und Bange, er macht das auf Rechnung. Sei da wohl so üblich.
Also als Kleinunternehmer irgendeinenen Pseudo-Wisch vom Finanzamt geholt, schreibt er jetzt Rechnungen ohne ausgewiesene Umsatzsteuer, und will/muss ab dem zweiten Jahr dann Umsatzsteuer ausweisen.
Sei wohl so üblich heutzutage auf Rechnung zu kellnern/zu kochen und würden da alle so machen.
Der Betreiber von dem Ding unterhält mehrere Lokale und das liefe da überall so.

Geschätzter Bernd, falls der Zoll (oder sonstige Behörde im Auftrag der Sozialversicherungsträger) irgendwann diesen Geschäftsmann hochnimmt, was hat mein armer Bruder zu befürchen? Strafzahlung? Nachzahlung der Sozialversicherungsbeiträge auf eigene Kappe? Umsatztseuerbetrugsverfahren?

Habe die leise Befürchtung, dass er und die anderen ähem, "selbstständigen" Angestellten mit ihren Pseudo-Rechnungen da in eine üble Falle hineinlaufen.

marcusgorillius Avatar
marcusgorillius:#8229

Gib dem Hauptzollamt einen Hinweis, dann erhält dein Bruder ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zum Preis von drei Monaten Beitragsnachzahlung.

yehudab Avatar
yehudab:#8232

Kunde: Sie haben meine Frau mit ihrem Essen hier vergiftet!

Chef: Was? Meinem Essen?

Kunde: Ja! Dem Essen was sie hier verkaufen!

Chef: Ich verkaufe hier kein Essen. Ich beschäftige nur Unternehmen, die das Essen, was andere Unternehmen hergestellt haben, zu den Gästen bringen, die an meinen Tischen Platz nehmen. Ich vermiete also nur Küche und Speiseraum.

danro Avatar
danro:#8239

Hat dein Bruder noch andere "Kunden"?
Kann dein Bruder bestimmen was auf die Karte kommt, wie und womit zubereitet wird oder wann er den Auftrag erledigt?
Dein Bruder ist des Schwachsinns fette Beute.
Scheint in der Fammillje zu liegen. Froschpfostierer sind ja allgemein nicht die hellsten.
t. Langjähriger Klein aber nie Scheinselbstädniger

Pfostier mal den Firmennamen des Auftraggebers. Bernd möchte ein Angebot abgeben.

sokaniwaal Avatar
sokaniwaal:#8240

>>8239
Das Üble ist, Kellner -besonders in Festzelten- werden wirklich rechtlich so behandelt. Der Gastrounternehmer verkauft dem Kellner am Büffet das Zeugs, woraufhin der das Unternehmerrisiko übernimmt zb: Das der Kunde abhaut ohne zu bezahlen oder dem K. beim Transport durchs Gewühl das Tablet aus der Hand geschlagen wird.
Gängige Praxis, seit hundert Jahren! Hauptzollamt gibt keinen Fick.

yangpeiyuan Avatar
yangpeiyuan:#8257

>>8228
Typischer Fall von Scheinselbständigkeit mit den entsprechenden Risiken und Folgen.

>Nachzahlung der Sozialversicherungsbeiträge auf eigene Kappe?

Das wäre in jedem Fall fällig, wenn er erwischt wird.


Zum Thema Scheinselbständigkeit:

Dem könnte dein Bruder entgehen, wenn er mehrere Auftraggeber hätte, sprich nicht nur in einem Laden kochen würde und er entsprechend als Unternehmer auftreten würde. Z.B. einen eigenen Internetauftritt hat "Bruder Lauert - Ihr Mietkoch für die ganz besondere Lebensmittelvergiftung".

Die Rechnung sollte natürlich auch möglichst professionell (mit Firmenlogo und der gleichen) aussehen und nicht nur eine Art besserer Stundenzettel sein.

Das sind aber nur einige Punkte.

Viel besser wäre es, wenn er dazu noch seine eigenen Waren einsetzen würde. Er müsste diese dann vorher auf seine Rechnung kaufen. Natürlich nicht vor der Verarbeitung vom Restaurant abkaufen.

Neuste Fäden in diesem Brett: