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Veröffentlicht am 2016-09-20 22:25:03 in /ng/

/ng/ 8591: Sperrzeit bei Aufhebungsvertrag

shadowfreakapps Avatar
shadowfreakapps:#8591

AG hat Bernd heute genötigt einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben. Er sagte, dass die Mitarbeiterin ihn wegen sexueller Belästigung anzeigen wird (sie sagte vorher im Gespräch mit dem BR unter Zeugen, dass die Sache einvernehmlich war) und das Unternehmen dann in Folge der Anzeige eine fristlose Kündigung aussprechen wird. Der Aufhebungsvertrag sei die letzte Chance.

Bernd hat es gerade noch hinbekommen durch Betonverhandlungsstrategie eine Abfindung rauszuschlagen. Bei 4 Jahren Betriebszugehörigkeit wird er ab heute bis Ende Dezember freigestellt, das heißt Bernd bekommt insgesamt inklusive Kündigungsfrist knapp 3 1/2 Monate Geld ohne zu arbeiten.

Wie kann Bernd angesichts dieser Erpressung und der Situation mit der Mitarbeiterin bei der Bundesagentur für Arbeit Sperrzeit verkürzen? Die Beschäftigung ist Bernd nicht mehr zumutbar gewesen durch den extremen Druck des Vorgesetzten, mit dem er ihn loswerden wollte, außerdem wollte sie ihn umbedingt loswerden und hat mit Anzeige gedroht (obwohl man in dem Verfahren nicht verurteilt worden wäre - es reicht bereits, wenn so ein Stempel auf einen aufgedrückt wurde). Ingesamt ist der Aufhebungsvertrag die beste Lösung gewesen. Bernd hätte auch Kündigungsschutzklage eingereicht hätte der AG nicht Regelabfindung gezahlt und man so den Aufwand gespart.

andrewofficer Avatar
andrewofficer:#8598

Wie lange wäre denn die reguläre Kündigungsfrist?

adhiardana Avatar
adhiardana:#8599

>>8598
1 Monat zum Monatsende

kennyadr Avatar
kennyadr:#8601

>>8599
> wird er ab heute bis Ende Dezember freigestellt, das heißt Bernd bekommt insgesamt inklusive Kündigungsfrist knapp 3 1/2 Monate Geld ohne zu arbeiten.

Dann ist der Aufhebungsvertrag doch günstiger für dich und für das Arbeitsamt, da du bei fristgemäßer Kündigung früher arbeitslos wärst.

Oder habe ich etwas falsch verstanden?

souperphly Avatar
souperphly:#8602

>>8601
In diesem Faden geht es darum Argumente gegenüber der Agentur für Arbeit zu schöpfen, welche die bei Unterschreiben des Aufhebungsvertrags übliche Sperrfrist minimieren. Der Aufhebungsvertrag war in jedem Fall die beste Variante, auch wenn Bernd netto 5000€ mehr hätte rausschlagen können, wenn diese Drohung mit der Anzeige nicht gewesen wäre.

oaktreemedia Avatar
oaktreemedia:#8603

Na Bernd, hast du wenigstens die Mitarbeiterin auch sexuell belästigt?

splashing75 Avatar
splashing75:#8608

>>8602
>In diesem Faden geht es darum Argumente gegenüber der Agentur für Arbeit zu schöpfen

Kapierst du nicht, weshalb das Amt die Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrages abstraft?

Die Sanktionieren nicht, weil auf dem Blatt Papier nicht "Kündigung" steht!

Also: Dein Argument ist, dass du bei einer Kündigung ab dem 01.11.2016 arbeitslos wärst und durch den Aufhebungsvertrag bis zum 31.12.2016 beschäftigt bist.
Also ist es doch auch für das Arbeitsamt günstiger, dass du diesen Weg gewählt hast, da sie frühestens ab 01.01.2017 und nicht schon ab 01.11.2016 für dich zahlen müssen.

Aufhebungsverträge werden nämlich in der Regel benutzt um die Kündigungsfrist zu umgehen und den Mitarbeiter sofort loszuwerden. Das möchte aber das Arbeitsamt nicht, da dieses ja dann früher zahlen muss. Deshalb die Sperre.

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