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Veröffentlicht am 2016-11-06 19:48:03 in /ng/

/ng/ 8824: Berufsberatung Informatiker

areus Avatar
areus:#8824

Hallo Bernd,

Bernd hat bald seinen Meister Informatik. Da er das einzige, was er für gut und richtig hält (Forschung künstliche Intelligenz) wahrscheinlich nicht machen können wird: Auf welche Weise kann er am besten stumpf Geld verdienen?

Soll er in Deutschland bleiben, wo es Erstweltlöhne aber auch Kommunismussteuern für Dinge gibt, die er nicht unterstützen mag - oder auswandern? Wohin? Es sei erwähnt dass Bernd extrem genügsam ist, sodass Lebenserhaltungskosten wohl nicht in die Berechnung einfließen müssen.

Welche Branche zahlt am meisten; welche Anforderungen haben diese? Bernd hat jetzt nicht die superdolle Erfahrung, traut sich aber zu, schnell neue Dinge zu lernen.

Freilanzern oder Corpcucken? Je nach Qualle soll man bei dem einen oder anderen mehr verdienen. Nachteile sind für Bernd jeweils Nicht-sicher-ob-qualifiziert bzw. Büropolitik.

Irgendwelche Tricks wie zb. Telearbeit von Niedrigsteuerland aus, mit Kunden in erster Welt?

Das wichtigste: Was hat Bernd übersehen?


Bild relatiert ist bei dem Weg Bernds Traumwohung ob der geringen Miete. Lass den Hass ruhig fließen :3

nelshd Avatar
nelshd:#8825

> wo es Erstweltlöhne aber auch Kommunismussteuern für Dinge gibt

Lass dich doch verbeamten, dann kassierst du die Kommunismussteuern. Seit Merkel vor drei Jahren das Internet entdeckt hat, sollen die wohl händeringend nach Experten suchen. Wenn du das weltanschaulich hinbekommst, schau es dir ruhig mal an. Und wenn du da fünf Jahre robottet hast und 50...100k in der Hinterhand, kannst du dich immernoch neu orientieren.

kennyadr Avatar
kennyadr:#8826

>>8825
Qualle?

Ansonsten geht Bernd davon aus, dass du auch als Mitglied der Gang nicht nach seinen Ansprüchen bezahlt wirst.

n1ght_coder Avatar
n1ght_coder:#8827

>>8824
die mitunter beste Bezahlung ist oder war im ERP Sektor wie SAP etc. oder Automotive.
Ob du dort aber auf lange Sicht nützliches Wissen sammelst sei mal dahin gestellt. Alte Sprachen und Modellierungskozepte allewo.
Bernd hat sich nach seinem Wirtschaftsinformatik Meister in einem der ERP Schmieden ausbrennen lassen mit 42-76k Euronen im Jahr (Provisionsabhängig) bei oft 60+ Stunden die Woche.
Und nichts nützliches aus diesem Job mitgenommen..
Schafe jetzt lieber in der alten Heimat auf der Java Weide für konstante 44k und +/- 38h.

Als Freilanzer brauchst du Projekterfahrung und musst der richtige Typ Mensch dafür sein.
D.h. 24/7 flexibel sein; musst selber einschätzen können was am lukrativsten ist und auch mal Aufträge ablehnen usw. Ich kenne nur einen erfolgreichen Freilanzer und der stinkt vor Geld; ich könnte es allerdings nicht nachmachen - ständig auf Achse, ständig mit Menschen überall auf der Welt unterwegs etc.

canapud Avatar
canapud:#8828

>>8827
irgendwas irgendwas erotic-role-play-schmiede :3

Der Lohn klingt ja für die Stundenzahl ziemlich durchschnittlich (Wenn man den ersten Googleergebnissen Glauben schenken mag). Würde nicht tun.

Wie lernt man denn deiner Meinung nach am besten die Voraussetzungen, um ein nach Geld stinkender Freilanzer zu werden? Psychisch schätze ich mich als flexibel genug ein, das "ständig auf Trab sein" handeln zu können.

aio___ Avatar
aio___:#8833

>>8824
> Auf welche Weise kann er am besten stumpf Geld verdienen?

>>8828
> Wie lernt man denn deiner Meinung nach am besten die Voraussetzungen, um ein nach Geld stinkender Freilanzer zu werden?

> Psychisch schätze ich mich als flexibel genug ein
Psychische Flexibilität, kann ich dir bestätigen. Ins Rapist Squad kommst du mir mit dieser Schizoscheiße aber nicht. Wenn du immer noch am Suchen bist, wende dich mal an den Unipsychologen. Dem erzählst du, was du Bernd erzählt hast (bist bald fertig, hast aber keinen Plan was du machen willst oder machen sollst). Der hilft dir weiter... Ernstgemeinter Rat.

Im anderen Fall, ignoriere einfach meinen Pfosten.

davidtoltesy Avatar
davidtoltesy:#8840

Einstiegsgehälter sind in den DAX-Konzernen u.ä. am höchsten. Mittelfristig kommst du aber mit Consulting schneller nach oben, insbesondere wenn du dich später selbstständig machen willst, dann kannst du richtig abkassieren.

otozk Avatar
otozk:#8841

>>8824
>Traumwohnung
>kein Klo, keine Dusche

Naja. Genauso stellst du dir sicherlich auch deine Selbständigkeit vor. Einfach arbeiten und Geld dafür bekommen.
Bernd sollte sich überlegen, ob er in der Lage ist Auftraggeber erfolgreich zu akwirieren. Das ist in der Regel das Schwierigste an der Selbstständigkeit und der Grund weshalb die meisten Menschen lieber abhängig beschäftigt sind und mit einem Bruchteil des Einkommens von dem zufrieden sind, was als Selbständiger möglich wäre.

stushona Avatar
stushona:#8848

Danke OP für diesen Faden. Sehr interessante Beiträge und einige hilfreiche Aspekte.

Dieser Bernd hat sich mehrfach in den vergangenen Jahren die selben Fragen gestellt. Selbst mit Frau und Kindern ist dank sehr gut bezahltem Dschob (35 h!) die Sparquote immer noch sehr hoch; mittlerweile hat sich ein sechsstelliger Betrag angesammelt. An einer Immobilie besteht momentan kein dringender Bedarf, auch wenn Bernd die Augen nach einer günstigen Gelegenheit offen hält. Sollte der Hauskauf aktuell werden, ist die Kohle natürlich erstmal weg. Aber Bernd geht dank familiärer Unterstützungszusagen und eigener Gehaltsprogression davon aus, dass wir nicht am Hungertuch nagen würden.

Also was tun mit dem Geld? Es immer nur mehren und irgendwann den Kindern schenken? Für sinnlose Technikspielereien ausgeben? Viel und aufwändig Reisen? Das klingt alles nicht so prickelnd. Bernd hat nicht das Gefühl, dass ihm etwas fehlt.

Der Gedanke, einfach weniger zu arbeiten (Stunden reduzieren), klingt ziemlich interessant. Bernd könnte dann einige zeitintensive Projekte angehen. Dies hätte aber den Nachteil, dass Bernd im Beruf karrieremäßig weniger vorwärts käme. Der Dschob ist aber für Bernd sehr motivierend und oft ein Quell von Freude.

Danke für's zuhören. Luxusprobleme, ich weiß. Bernds größte Furcht ist, irgendwann im Seniorenalter zurückzublicken und festzustellen, die Gesamtsituation nicht optimal ausgenutzt zu haben.

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