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Veröffentlicht am 2017-01-24 01:28:56 in /ng/

/ng/ 9258: Berufe im hohen Alter

Bernd Avatar
Bernd:#9258

Hallo Bernd,

sag mal es gibt ja immer die Geschichten von Informatikern und anderen Leuten aus dem MINT Bereich, die zwar gut verdienen, aber mit 50 dann kaum mehr in den Job kommen.

Da ich selber etwas in die Richtung plane wäre es interessant zu wissen welche Erfahrungen ihr gemacht habt. Welche Berufe auch noch Arbeitnehmer mit 50+ einstellen.

Was bringt es einem zukünftigen Jungesellen, wenn er ab 50 arge Probleme bekommt in einen neuen Job Fuß zu fassen?

dwardt Avatar
dwardt:#9259

Warum willst du denn dauernd den Arbeitgeber wechseln, wie eine Heuschrecke die von einem Gashalm zum nächsten hüpft? Das scheint mir, sofern du halbwegs kompetent bist, eine ziemlich schwachsinnige Strategie zu sein: Wenn du alle fünf Jahre die Weide wechselst, bist du bei aktueller Rechtslage, 16 von 40 Arbeitsjahren in der Probezeit, also fast die Hälfte deines Berufslebens. Wirst immer nur mit Dödelprojekten betraut und hast wegen dieser zwei Vorbedingungen keine Möglichkeit dein volles Potential auf dein Gehalt abzubilden.
Und wenn du das unbedingt brauchst, geh zu einem Sklavenhändler. Gibt Leiharbeitsfirmen für Ingenieure, die bezahlen ganz gut, wirst aber von einer Bude in die nächste gesteckt -- je nachdem wo gerade am besten gezahlt wird. Wollen viele aber nicht, weil es viel kühler ist, sich mit seinen Erfindungen zu identifizieren beziehungsweise, sich Produktpalettenspezifisch spezialisieren zu können.

areus Avatar
areus:#9262

>>9259
>Warum willst du denn dauernd den Arbeitgeber wechseln, wie eine Heuschrecke die von einem Gashalm zum nächsten hüpft? Das scheint mir, sofern du halbwegs kompetent bist, eine
>ziemlich schwachsinnige Strategie zu sein:
Im Gegenteil, größere Gehaltssprünge sind üblicherweise nur durch Wechsel des Arbeitgebers möglich. Eine Bekannte aus HR hat mir gesagt, dass intern quasi damit gerechnet wird, dass die wirklich guten Mitarbeiter nach im Schnitt 3 Jahren wieder weg sind. Liegt daran, dass andere Firmen gezielt abwerben und die bestehenden Firmen in ihren Dienstverträgen einfach keine vergleichbaren Gehaltssprünge vorsehen.

>Gibt Leiharbeitsfirmen für Ingenieure, die bezahlen ganz gut
Halte ich für ein Gerücht. Habe in meinem Umfeld viele Programmierer, ITler und Sysadmins. Nur einer ist noch aus bequemlichkeit bei einer Leiharbeitsfirma, alle anderen verdienen deutlich besser anderswo.

artcalvin Avatar
artcalvin:#9263

Mist, zu früh auf senden gedrückt.

>>9258
>Mit 50 kaum mehr in den Job kommen
Stimmt natürlich, denn mit 50 fängst du normalerweise nirgendwo mehr als Junior Dev an, sondern mindestens als Senior, der signifikant teurer ist. Andererseits hast du dann in deiner Karrierelaufbahn schon genug Scheiße gesehen, was dich qualifiziert selber Teams und Projekte zu leiten. Das hat dann natürlich nur mehr wenig mit Programmieren an sich zu tun. Du solltest also darauf abzielen entweder in einer Fachnische unterzukommen, wo dir Neulinge nicht das Wasser reichen können, oder in Richtung Management aufsteigen.

thierrymeier_ Avatar
thierrymeier_:#9264

>>9262
> Leiharbeitsfirmen für Ingenieure
> Halte ich für ein Gerücht.
Dann lass dich belehren:
https://www.ferchau.com/de/de/ueber-uns/was-wir-tun/
https://www.schmitt-engineering.de/

> größere Gehaltssprünge sind üblicherweise nur durch Wechsel des Arbeitgebers möglich.
Protip: ein Sprung muss nicht unbedingt nach oben führen. Gerade als Ingenieur machst du dich verdächtig, wenn du dauernd den Arbeitgeber wechselst. Der Chef möchte nämlich ganz gerne jemanden haben, den er zusammenscheißen kann wenn dauernd irgendwelche Triebwerke explodieren. Der Chef möchte auch ganz gerne jemanden haben, der die Entwicklung dieser Triebwerke schon möglichst lange, am besten über Jahrzehnte, begleitet hat und daher innerhalb von Stunden qualifizierte Lösungsvorschläge bezüglich der Explosionen ausarbeiten kann. Und dann hat der Chef auch noch ein ungeheures Interesse daran, dass das Knowhow, wie man funktionierende Triebwerke baut in seiner Firma bleibt und nicht an irgendeinen Chinesen verkauft wird.
Mit den Gehaltssprüngen durch Arbeitgeberwechsel, da ist schon was dran. Man sollte es meiner Meinung nach aber nicht übertreiben. Wenn du so toll bist, bewirbst du dich woanders hin, lässt dir den neuen Vertrag mit 50% Plus geben und gehst damit zu deinem aktuellen Arbeitgeber. Wenn dein aktueller Arbeitgeber Wert auf dich legt, wird er dein Gehalt entsprechend anpassen. Wenn er das nicht tun will oder kann, dann liegt es vermutlich daran, dass die Arbeit in deiner neuen Stelle deutlich anspruchsvoller ist als das was du gegenwärtig machst. Das heißt dann, unterm Strich bekommst du gar nicht mehr. Denn mehr Geld für gleichviel mehr Stress ist Plus/Minus-Null.
Will sagen: schiele mal nicht nur aufs Geld. Sofern du keine Fotze hast bekommst du das nämlich nirgendwo geschenkt. Such dir lieber etwas, was dir Spaß macht, womit du alt werden kannst und dann bleib dabei.
Hier mal ein Beispiel, wie man Vorstandsvorsitzender eines DAX-Konzerns wird:
https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Baumann_(Manager)

cat_audi Avatar
cat_audi:#9265

Der Vorsatz ist ja nicht der Wechsel des Arbeitsplatzes. Es geht eher um die Situation auch noch mit 50 in den Job zu kommen.

Zumindest in diversen Zeitungsartikeln und Co wird es häufig als sehr schwierig beschrieben ab 50 noch eingestellt zu werden.

abotap Avatar
abotap:#9266

>>9264
Dies. Außerdem sind die Gehaltssprünge für die Leute, die a) wirklich gut sind, b) irgendwas mitbringen (Wissen oder Kunden) oder c) entsprechende Erfahrung als Führungskraft oder Ex-Bährte.png haben. Das ist nichts für "mit 50 Berufseinsteiger und hab mir das selber beigebracht".

Außerdem ist es ganz nett, wenn man nicht der neue Neger im Stamm ist, sondern Herr Bernd Berndsen, den alle kennen. Natürlich nur, wenn man wirklich etwas kann. Für den Vorstandsvorsitzenden mag das egal sein - der kommt gerne von außerhalb. Für den Manager, den man nicht gleich rausschmeißt, nimmt man aber gerne bewährte Leute, die etwas können. Was allerdings schwierig wird, wenn man mit 50 auf der Matte steht und sagt "hier bin ich". Dafür sollte man eher mit 30 da gewesen sein und dann macht man gute Arbeit, bemüht sich vielleicht nicht der Sekretöse foll in die Mulle zu glotzen und dann passt das meist schon.

ritapetrilli87 Avatar
ritapetrilli87:#9267

>>9265
> in diversen Zeitungsartikeln
Dann gehe mal davon aus, dass das vor allem Leute betrifft die Zeitungsartikel schreiben und vielleicht, in geringerem Umfang, auch Leute die mit Leuten die Zeitungsartikel schreiben abhängen. Wie alt bist du? 20? Ich bin jetzt 31 und werde mit 50 schon fast von meinen Kapitalerträgen leben können, vielleicht kann ich das sogar. Wenn du immer fleißig schafst und dir ordentlich was beiseite legst, brauchst du eigentlich gar keine Ficks geben, was 2050 gerade aktuell ist. Das müssen nur Leute, mit Familie, Kredit und zwei mal Urlaub im Jahr. Wenn du was gescheites studierst kannst du sogar im nuklearen Holocaust ganz gut über die Runden kommen.

Würde mir da echt nicht den Kopf zerbrechen sondern lieber so schnell wie möglich so viel wie möglich Vermögen aufbauen. Denn was dem Arbeiter der Faust in der industriellen Revolution die Dampfmaschine war, ist dem Arbeiter der Stirn in der digitalen Revolution die künstliche Intelligenz. In zehn Jahren haben wir selbstfahrende Autos, in zwanzig Jahren Computer die sich selber weiterentwickeln und nebenher die meisten MINT-ler arbeitslos machen. Selbst Mathebernd wird davon nicht verschont bleiben.

Auf meiner Weide sind übrigens die meisten Ingenieuerskollegen 50+ und keiner von denen muss sich Sorgen um seinen Job machen. Es ist eher der Chef, der sich Sorgen macht, ob die nächste Generation (also z.B. ich) rechtzeitig marktreif und konkurrenzfähig wird. Hab zwar schon ein paar kühle Sachen erfunden, aber in unserem Kerngeschäft hast du ohne mindestens drei Jahre Erfahrung keine Chance irgendwas Brauch- und Verkaufbares auf die Beine zu stellen.
Der Grund warum Cheffe so wenig 60-jährige einstellt, ist nicht weil er die nicht will. Es bewerben sich keine, weil die alle in Lohn und Brot sind!
Einfach mal weniger Lügenpresse und dafür mehr Krautchan lesen :3

t. 8 Jahre Bummelstudium für einen 3er Bachelor -> eine Bewerbung geschrieben und dort jetzt äsend.

andychipster Avatar
andychipster:#9268

>>9266
> Für den Vorstandsvorsitzenden mag das egal sein - der kommt gerne von außerhalb.
Nein!
Hab doch gerade das Beispiel von Baumann gebracht: die ist mit 26 zu Bayer und sein Leben lang in dem Unternehmen geblieben. Jetzt ist er da der Chef. Ein beschissener Bäckerssohn, das muss man sich mal auf der Hirnrinde zergehen lassen. Es ist also durchaus möglich, dass mein Sohn mal in Hitlers Pantoffeln schlüpft und damit dann in Stalins und Maos Fußstapfen rumspringt.
Peter Terium (der von RWE, jetzt Innogy) ist auch so ein treuer Vasall der schon ewig in dem Konzern arbeitet.

nateschulte Avatar
nateschulte:#9274

Bis 50 solltest du ausgesorgt haben.

freddetastic Avatar
freddetastic:#9278

Musst halt schauen, dass du es bis Mitte 40 auf ne schöne Teamleiter-/Abteilungsleiterstelle in nem Großkonzern schaffst. Kündigen ist da eh nicht, und wenn die Abteilung zusammengestrichen wird wechelst du intern.

nehemiasec Avatar
nehemiasec:#9281

Bis 52 ist das Haus abbezahlt. Hat Bernd gewonnen?

albertodebo Avatar
albertodebo:#9282

>>9264
Typische Michelmentalität. Immer dem Schäfer treu bleiben damit er schön weiter mit deiner Kompetenz Geld verdienen kann, obwohl du auf anderen, grüneren Wiesen viel mehr verdienen könntest.
Die Idee vielleicht selbst Schäfer zu werden, kommt dem obrigkeitshörigen Michel wegen seiner geradezu pathologischen Risikoaversion erst gar nicht.
Lieber schön im unterbezahlten Dschob weitermachen und bloß nicht den Status Quo anfechten.

krdesigndotit Avatar
krdesigndotit:#9283

>>9282
Tsja, und Deutschland ist eines der erfolgreichsten Länder der Welt. Auch den einfachen Arbeitern geht es hier im weltweiten Vergleich extrem gut. Vielleicht solltest du es mit deiner Rumjuderei mal in Israel versuchen. Mit deiner Niggermentanlität würdest du fakultativ sicher auch gut nach Afrika passen. Such es dir aus. Aber geh Nazibernd nicht damit auf den Sack, dass er ein typischer Deutscher ist.
Auch: wie kommst du überhaupt darauf, ich wäre besonders kompetent? Ich würde vermutlich nicht einmal die Medizinisch-Psychologische Untersuchung bestehen. Es grenzt an ein Wunder, dass ich überhaupt einen Abschluss geschafft und einen Job gefunden habe. Komme mir vor, wie Adolf Hitler der im argentinischen VW-Werk als Schichtleiter untergetaucht ist. Fühlt verdammt gut :3

Solange du keine Belege lieferst bist du im Übrigen nur ein Schwätzer von vielen.
Drinbevor: du bist ein Sören mit falliertem Soziologiestudium und möchtest nun uns MINTler dazu anstiften, stellvertretend für dich im Establishment ein bisschen Terror zu verbreiten. Scheiß ich drauf. Und selbst wenn du ein MINTler bist, dann wichs ich mir jeden Abend darauf einen ab, dass ich auch deinen Lohn drücke. Das macht mir Spaß ;)

areus Avatar
areus:#9291

>>9283
>Vielleicht solltest du es mit deiner Rumjuderei mal in Israel versuchen. Mit deiner Niggermentanlität würdest du fakultativ sicher auch gut nach Afrika passen.
Bin ich nun Nigger oder Jude? Oder bin ich vielleicht ein aus Rasenschande entstandener Niggerjude (oder klingt Judenigger besser? Es rollt auf jeden Fall besser von der Zunge).

kuldarkalvik Avatar
kuldarkalvik:#9293

>>9283
> Auch den einfachen Arbeitern geht es hier im weltweiten Vergleich extrem gut.

Weltweit ja
In der ersten Welt nein.

BrianPurkiss Avatar
BrianPurkiss:#9295

>>9293
So kleine Winzländer wie die Schweiz oder Luxemburg würde ich nicht zu schwer wichten... Und was bleibt denn dann noch übrig: die Staaten, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und vielleicht noch Italien. Die VSA haben teilweise Drittweltstandards, also die kannst du nicht meinen. Japan ist auch eher so Chinastyle, also wenn du zur Mittelschicht gehörst ist es kühl, wenn du zur Unterschicht gehörst eher nicht so kühl. Oder glaubst du bei Amazon Japan scheint den Paketsortierern die Sonne aus dem Arsch weil alles so toll ist? Deren Ärsche leuchten wegen Fukushima und weil sie müssen. Großbritannien ist auch scheiße, spätestens seit Thatcher herrscht dort Turbokapitalismus (was wir hier jetzt seit 10 Jahren haben). In Großbritannien (und den VSA) zahlst du deine Studiengebühren selbst. Voll geil, mit 50 k Schulden Bewerbungen zu schreiben. Da legt der Chef bei der Gehaltsverhandlung doch gerne noch eine Schippe drauf, weil er genau weiß, dass du dich in einer Zwangslage befindest und gar nicht anders kannst :3
Zu Frankreich und Italien fällt mir jetzt nichts ein, aber wenn es dir dort so gut gefällt -- Deutschland ist ein freies Land, jeder der will kann gehen.

Meiner Meinung nach ist jeder Michel dem es beschissen geht, selbst dafür verantwortlich (von 100 Unglücken die dich befallen, kommt eines von Gott, zehn von anderen Menschen und den Rest hast du selbst zu verantworten). Die Randbedingungen in Deutschland sind jedenfalls saugeil und sie müssten erst um einiges schlechter werden, bevor ich mich hier verpisse. Dass es einen Gradienten hin zum Schlechten gibt, das leugne ich nicht. Aber allein was mit Genossenschaften möglich ist... Gründe eine Wohnungsbaugenossenschaft -> habe plötzlich urst die Steuervorteile, werde vielleicht sogar noch vom Staat gefördert. Und wenn du keine Genossenschaft gründen kannst (so wie ich zum Beispiel) dann bist das Problem Du (so wie ich). Tue dich mit zehn Gleichgesinnten zusammen, und ihr könnt in Detschland leben wie Gott in Frankreich. Es gibt keine zehn Michel mit denen man qualifiziert zusammenarbeiten kann? Pech gehabt, ist aber nicht das System dran schuld.

xarax Avatar
xarax:#9366

>>9295
Wohin würdest du dich verpissen Ernstgemeinte Frage? Und welcher Beruf wäre hierfür in der ersten Welt am geeignetsten?

shoaib253 Avatar
shoaib253:#9368

>>9366
Als ich mich zuletzt mit der Frage befasste, blieb ich irgendwie an Paraguay hängen. Ist zwar auch nur ein Schwellenland aber: ausgeglichener Staatshaushalt, relativ große deutsche Gemeinschaft, kaum Neger, dafür Indianer, Spanier und Mischlinge. Möglicherweise für den Nazi von Heute das, was für den Nazi von Gestern Argentinien war.

Bildungstechnisch bist du als MINTler eigentlich immer gut aufgestellt. Ich würde aber keinen Beruf erlernen, nur weil er mir wirtschaftliche Vorteile bringt. Es soll auch Spaß machen und unter den Dingen die dir Spaß machen suche dir das heraus was am sinnvollsten ist. Bei mir wären das zum Beispiel: Interessen Elektronik, Japanologie, Geschichte und Politik -> Elektronik so weit wie möglich für den Broterwerb professionalisieren, den Rest als Hobby weitertreiben.
Handwerk geht auch immer gut. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ein in deutschland ausgebildeter Bankkaufmann, Pressefuzzi oder Lehrer im Ausland eher nicht so gute Aussichten hat in seinem erlernten Beruf zu arbeiten.

t. War auf eigene Faust noch nicht mal im EU-Ausland unterwegs

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