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Veröffentlicht am 2017-02-04 09:51:4 in /ng/

/ng/ 9284: Wie inzu (seriös) Geld anlegen

yassiryahya Avatar
yassiryahya:#9284

Ganz ehrlich Bernd, wie inzu Geld anlegen?

Bernd ist Berufsanfänger, braucht wenig Geld und hat jeden Monat knapp 1k NG übrig und zur Zeit 10k NG auf dem Tagesgeldkonto.

Bernd würde gerne irgendwas aus dem Geld machen, auch weil er glaubt dass das Rentensystem in den nächsten 30-40 Jahren kollabieren wird. Allerdings ist das alles relativ unübersichtlich. Generell hat Bernd keine Lust jeden Tag die Aktienkurse checken zu müssen oder größere Risiken einzugehen.

Was tun?

- Tagesgeldkonto: Gibt zur Zeit praktisch keine Zinsen (0,4% bald 0,2% bei DKB)
- Sparpläne: Gibt zwar fett Bonuszinsen, aber der Grundzinsatz ist verdammt niedrig... Auf bessere Zeiten warten?
- ETF-Fonds/Unternehmensanleihen: Geben zwar gut Zinsen, aber natürlich auch riskanter. Was wenn bald wegen Trump/Euro-Krise/??? demnächst die Wirtschaft kollabiert?
- Riestern: Lohnt sich wohl eh nicht
- Bausparverträge: Wäre eigentlich oke, aber Bernd weiß nicht ob er jemals sesshaft wird und ein Haus oder eine Wohnung kaufen will. Und vermieten, wenn man nicht vor Ort wohnt und sich kümmern kann saugt ja auch. Bernds wird mal 1/5 eines Doppelhaus in einer Unistadt erben falls das relevant ist.
- einfach zur Bank gehen und sich von Juden beraten lassen?

Bitte keine "mussu Bitcoin kaufn" oder "Die Juden!!!"-Beiträge, Danke.

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#9285

>>9284

=> ETF-Index-Sparplan, MSCI World, Dividenden-Blue-Chips.

Warum?

Indizes fassen Unternehmen zusammen, abstrahieren also das Einzelrisiko. Generell kann man sagen, dass die erfolgreichen Unternehmen immer auf Dauer wachsen werden, egal wie schlimm eine Rezession auch ist. Man darf nicht am Tiefpunkt verkaufen sondern ggf. extra nachkaufen.

Das war 1929, 1987, 2000 und 2008/09 so. Und wird auch beim nächsten Mal so sein.

yassiryahya Avatar
yassiryahya:#9286

>>9285
> ETF-Index-Sparplan
Bezahlt man bei einem Sparplan nicht jeden Monat die Ausführungsgebühren? Bernd findet monatlich zahlen eigentlich angenehmer, aber Gebühren waren vermutlich billiger bei jährlicher Ausführung

> MSCI World
Das wäre auch einer der Favoriten von Bernd gewesen bzw gibt es eine Minimum volatile Variante davon. Klingt für Bernd vernünftig in guten Zeiten auf etwas Gewinn zu verzichten wenn man dafür beim Crash auch weniger Verlust macht.

Wobei das ja zum Großteil US-Unternehmen sind und man nicht weiß was Trump so macht..

> Dividenden-Blue-Chips
Oke, werd ich mir mal anschauen

intertarik Avatar
intertarik:#9288

>>9284

> Tagesgeldkonto: Gibt zur Zeit praktisch keine Zinsen (0,4% bald 0,2% bei DKB)
Für dich nicht wirklich relevant. Wenn du nun größere liquide Mittel vorrätig hättest (und auch wirklich brauchst) evtl. Ansonsten Festgeldleiter (mehrere Festgeldfälligkeiten übers Jahr verteilt, damit alle paar Monate Geld verfügbar) andenken.
Für beides gilt dank Zinsniveau/Inflation im Moment natürlich nur Werterhalt, nicht Mehrung. Aber das ist immerhin besser als Verluste durch Gebühren oder Inflation.

>Sparpläne: Gibt zwar fett Bonuszinsen, aber der Grundzinsatz ist verdammt niedrig... Auf bessere Zeiten warten?
Nö. Bringen zu wenig und zu unflexibel.

> ETF-Fonds/
Für passive Anlegerbernds wohl immer noch das Beste. Wenn Sparplan, dann vergleiche bitte Broker. Zum einen Unterscheiden sich die Gebühren (%, fester Satz, Kombination von beidem) zum anderen werden gewisse ETFSparpläne gebührenfrei angeboten.
Nicht nur der abgebildete (Aktien)Index ist entscheidend, auch wie er abgebildet wird, in welchem Land der Fond aufgelegt wurde und ob er ausschüttet oder nicht, sind wichtige Faktoren.
Siehe https://www.wertpapier-forum.de/topic/43810-etf-depot-aufbauen/
Ansonsten, wie üblich, Kommer.pdf

>Unternehmensanleihen: Geben zwar gut Zinsen, aber natürlich auch riskanter. Was wenn bald wegen Trump/Euro-Krise/??? demnächst die Wirtschaft kollabiert?
Anleihen, die ordentlich verzinst sind, sind im Moment Mangelware im guten Ratingsegment. Gute Staats-/Unternehmensanleihen sind auch eher zur Werterhaltung gedacht. Riskantere Anleihen v.a. ausländische oder Mid/Smallcap bedürfen eingehender Analyse und Bewertung. Aber ist für dich auch nicht interessant, da vernünftiges Diversifizieren viel zu teuer wäre in deinem Fall. Von der Stückelung ganz zu Schweigen. Evtl. käme ein Anleihen-ETF in Betracht (im Kontext mit dem ersten Satz dieses Absatzes).

>Riestern: Lohnt sich wohl eh nicht
Sehe ich auch so.

>Bausparverträge: Wäre eigentlich oke, aber Bernd weiß nicht ob er jemals sesshaft wird und ein Haus oder eine Wohnung kaufen will. Und vermieten, wenn man nicht vor Ort wohnt und sich kümmern kann saugt ja auch. Bernds wird mal 1/5 eines Doppelhaus in einer Unistadt erben falls das relevant ist.
Nö. Aus reiner Anlageperspektive im Moment uninteressant mMn.

>einfach zur Bank gehen und sich von Juden beraten lassen?
Top kek. Faustregel: Der Bankjude verkauft dir am ehesten das, wobei er selbst am meisten profitiert. Selbst unabhängige Berater sind mit Vorsicht zu genießen. Aluhut ist bester Hut. Aber es gibt in der Tat unabhängige gute Berater. Allerdings weiß ich nicht, ob sich Kosten und Nutzen decken bei 10k + Gebrösel.

Die Fragen sind halt, was dein Endziel ist, wieviel Zeit zu aufwenden willst, was deine Risikobereitschaft ist, wie deine nächsten 5-10 Jahre beruflich und privat aussehen. Evtl erübrigt sich das ganze ja, wenn du dir eine Mulle anlachst alsob.jpg, die du aushalten musst oder noch schlimmer, dir ein Plag andrehtCuckBerndstyle!.
Im verlinkten Wertpapierforum (und auch anderswo) gibt es viel zu Lesen für genau dein Problem.

Dein großer Vorteil bei der ganzen Wichse ist dein Alter. Je früher du mit Vermögensaufbau anfängst, desto besser. Zeit ist in der Tat Geld. Zeit erlaubt dir den ein oder anderen Crash einfach auszusitzen drin4 Welt geht unter, Europa zerbricht und Musel ficken dich tot. Zeit + Zinseszins beste.

michaelkoper Avatar
michaelkoper:#9289

>>9288
Danke für die Antwort. Der Grund fürs Tagesgeldkonto zur Zeit ist, dass es bei der DKB eh dabei ist und man 0,2% Zinsen bekommt. Fürs Festgeld gibt es weniger bzw. erst ab 4 Jahren auch 0.2%. Vermutlich wird sich das in Zukunft umdrehen, aber bis dahin sehe ich keinen Grund gegen das Tagesgeldkonto. Wobei eventuell natürlich die Zinsen fürs Festgeld bei Vertragsabschluss in einem Jahr schlechter sind...

Zur Risikobereitschaft/Lebensumstände/...: Ich möchte für's Alter vorsorgen eventuell in Form eines Eigenheims, aber nicht unbedingt. Ich will nicht reich werden mit spekulieren oder so. Inflationsausgleich reicht mir.

Kinder kommen nicht in Frage. Eigentlich will Bernd sich sterilisieren lassen, aber er hat eh keinen Seggs. Falls eine Mulle kommt (alsob) geht die ja dann auch arbeiten.

Einkommen wird eher steigen, da die Gehälter in der IT-Branche mit der Berufserfahrung steigen. Das einzige was passieren könnte ist Selbständigkeit oder Eigenheim. Wobei Selbständigkeit eh nur aus sicherer Lage raus passieren wird.

Ich hab Mathematik studiert und bin schon bereit mich mal ein paar Tage in was einzulesen. Aber ich hab keine Lust mich mehr als ein paar Tage im Jahr damit zu beschäftigen. Einmal einen ETF raussuchen und einmal im Jahr schauen ob der noch gut läuft ist oke. Mehr eher nicht.

commoncentssss Avatar
commoncentssss:#9290

>>9289
>Der Grund fürs Tagesgeldkonto zur Zeit ist, dass es bei der DKB eh dabei ist und man 0,2% Zinsen bekommt. Fürs Festgeld gibt es weniger bzw. erst ab 4 Jahren auch 0.2%. Vermutlich wird sich das in Zukunft umdrehen, aber bis dahin sehe ich keinen Grund gegen das Tagesgeldkonto. Wobei eventuell natürlich die Zinsen fürs Festgeld bei Vertragsabschluss in einem Jahr schlechter sind...

Das ist allgemeines Lebensrisiko. Hätte, wäre, könnte. Zum Thema TG: als du dich noch darum bekümmert hast, warum Anna-Lise aus der Regenbogengruppe zwei Löcher hat, machte Tagesgeld durchaus Sinn. Bei 5-7% (ist das ist noch nicht lange her, auch wenn die "alternativlos" EU-Helden, das gerne so darstellen), hattest du eine effektive Vermögensmehrung, die du mit Aktien und selbst mit ETFs *real* erst mal hinbekommen musstest. Und das bei Risiko 0%. Mittlerweile gibt es Menschen, die davon ausgehen, dass TG nicht mal besser ist als "Schuhkiste unter dem Bett", denn die Begehrlichkeiten Bargeld abzuschaffen, kommen ja nicht von irgendwoher, in diesem ach-so-alternativlosen und stabilen Europa.

>Zur Risikobereitschaft/Lebensumstände/...: Ich möchte für's Alter vorsorgen eventuell in Form eines Eigenheims, aber nicht unbedingt. Ich will nicht reich werden mit spekulieren oder so. Inflationsausgleich reicht mir.

Löblich, aber falscher Ansatz. Denn a) ist die Realinflation nicht die geschönte, ausgerechnete. b) Weißt du nicht, wie die sich entwickelt. Und c) Zinseszins. Langfristig sollte der Ansatz immer "mehr" sein. Kurzfristig ist Werterhaltung okeh.jpg, besonders als Teil einer Hedging- (kannste nicht, zu wenig Geld) oder Diversifikationsstrategie (kannst du z.B. über ETFs).

Positiv ist dein Anliegen und dass du nicht spekulieren willst (da Altersvorsorge). Auf der anderen Seite bist du natürlich in einem Alter, wo genau das (spekulieren) Sinn machen könnte, da es bei 10k in deinem Alter nicht die Katastrophe ist, wenn sie weg sind. Passen Chance/Risiko-Verhältnis, ist natürlich auch die Upside entsprechend.

>Kinder kommen nicht in Frage. Eigentlich will Bernd sich sterilisieren lassen, aber er hat eh keinen Seggs. Falls eine Mulle kommt (alsob) geht die ja dann auch arbeiten.

Druck dir das mal aus. Habe ich schon oft genug gehört und kam dann ganz schnell ganz anders. Sofern du nicht homogestört bist, geh mal davon aus, dass das irgendwann kombt.

>Einkommen wird eher steigen, da die Gehälter in der IT-Branche mit der Berufserfahrung steigen. Das einzige was passieren könnte ist Selbständigkeit oder Eigenheim. Wobei Selbständigkeit eh nur aus sicherer Lage raus passieren wird.

Dann wird es nie passieren.

>Ich hab Mathematik studiert und bin schon bereit mich mal ein paar Tage in was einzulesen. Aber ich hab keine Lust mich mehr als ein paar Tage im Jahr damit zu beschäftigen. Einmal einen ETF raussuchen und einmal im Jahr schauen ob der noch gut läuft ist oke. Mehr eher nicht.

Dann bleiben die Standard-Sachen, s.o. Schau noch drauf, ob sie steuereinfach sind. Achte darauf, wo sie aufgelegt sind und überleg dir, ob du thesaurierend oder ausschüttend haben willst. Bei den Kosten nicht nur auf TER achten. Ansonsten sind im Moment die Märkte nahe ATHs, also vielleicht nicht der beste Zeitpunkt für den Einstieg bzw. eher für einen Sparplan. Lass die Finger von Short-Produkten - du hast nicht die Nerven dafür. Risikoklasse C sollte für dich Maximum sein.

dpg Avatar
dpg:#9294

Schlachtplan:

1. Spar dir mal 2 Nettomonatsgehälter (je nach Jobsicherheit) auf ein Tagesgeldkonto an, als kleiner Puffer. Wenn mal Auto, Waschmaschine und Kühlschrank gleichzeitig kaputt gehen willst du nicht ohne Kohle dastehen und ETFs zu einem schlechten Kurs verkaufen.

2. Kauf dir "Souverän investieren mit Indexfonts und ETFs" von Kommer. Dazu den Holzmeier-Thread im Wertpapierforum durchlesen und nochmal durchlesen bis du die Steuerscheiße verstanden hast. Dann ein Weltportfolio nach Kommerscher-Anleitung aufbauen. Am besten im Sparplan alle 1/2/3 Monate damit du nicht in Versuchung kommst Markettiming zu betreiben (Dollar-Cost Averaging Effekt).

3. Mit einem kleinen Teil des Geldes (<10%) in Rohstoffe und/oder physisches Gold gehen kann auch nicht schaden.

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