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Veröffentlicht am 2017-02-28 16:35:26 in /ng/

/ng/ 9405: Börsengang, Höhenflug garantiert!

oaktreemedia Avatar
oaktreemedia:#9405

Börsengang.
Bernd, aufgehorcht! Das neue große Gewinnspiel startet. Viet Air, die Airline mit den korrekt gekleideten Bikinistewardessen geht an die Börse.
100 ! zuverlässige Boeing 737 sind bestellt.
35 Airbus A 3xx haben aus der Gründerin eine (Yen) Millionärin gemacht.
Und das obwohl die Gesellschaft, gegründet 2007, erst 2011 in die Luft kam.
Vietnamesische Ausdauer.
Dieser Bernd der schon 1996 bei SAP und 1999 bei Apple richtig lag, sagt: KAUFEN! DAS ist es! Halbnackte Weiber und asiatische Massen die transportiert werden wollen. Es kann nicht schiefgehen.

VietJet Air CEO Nguyen Thi Phuong Thao’s idea of dressing up the airline’s flight attendants with sexy outfits is about to pay off big time.

syntetyc Avatar
syntetyc:#9406

klingt wie seriöses Geschäft

ma_tiax Avatar
ma_tiax:#9408

>Nacktheit als Geschäftskonzept

Bernd ist skeptisch. Sieht das wie das letzte Aufbäumen vor dem Bankrott.

joki4 Avatar
joki4:#9409

Solange es asiatische Massen sind, denn die Musels würde das schon sehr mett machen.

javorszky Avatar
javorszky:#9414

Drin bevor irgendwelche Femifotzen die dauernd deren Flugzeuge entführen und sich in Fickificki-Urlaubsparadiese stürzen. Wird natürlich nicht passieren, da Femifotzen vor allem Maulfotzen sind und Tatenmäßig höchstens einen Blog oder ein Facebookprofil gebacken bekommen. Also sichere Sache, was der OP da schreibt. Die chinesische Oberschicht will bespaßt werden und christliche Moral kennen die nicht. Die haben da das fortschrittlichere Yin und Yan.

Meine Empfehlung für die nächsten 20 Jahre sind Stromerzeuger und Petrochemie: Wenn das Öl alle ist, wird es mit Kohleverflüssigung und Batterien weitergehen. Lithium ist ganz okay verfügbar (60 ppm der Erdhülle, zum Vergleich Gold: 0,004 ppm). Eventuell gibt es irgendwann nochmal ein paar ganz große Dinger aus der Biotechnologie. Aber damit rechne ich nicht vor 2060. Bis dahin brauchen wir Energie und die muss wegen rechtlicher Gründe (Naturgesetze) aus Nuklear kommen. Staudämme zum Beispiel sind einfach zu unzuverlässig, wie man gerade in Kalifornien sah: ist ja schön wenn es immer halbwegs gleichmäßig regnet, hat man immer Strom. Aber was, wenn es mal 10 Jahre nicht regnet? Na ja... wisst ihr Bescheid.

bluesix Avatar
bluesix:#9415

>>9414
wobei Lithium in Zukunft vermutlich nicht mehr für Akkumulatoren gebraucht wird.

cboller1 Avatar
cboller1:#9416

>>9415
Ja ich weiss. Darum ja auch der Hinweis auf die Biotechnologie: wozu Kraftwerke, wenn man Zitteraalerbgut vergewaltigen kann? Selbst wenn bei der Biochemischen Algenverstromung der Wirkungsgrad beschissen ist, stört das niemanden solange die Anlage die dazu nötig ist, wächst wie der Schimmel in Bernds Keller.

xarax Avatar
xarax:#9418

>>9416
Naja ich spielte zwar eher auf die Natriumbasierte Akkutechnik von Braga und Goodenough an aber ok.

guischmitt Avatar
guischmitt:#9424

>>9418
Gerade durch die FAZ drauf gestoßen: Der Typ, der vor 50 Jahren die Lithiumakkus erfand, ist jetzt wohl gerade bei, Akkus mit Glas als Elektrolyt zu erfinden. Die Dinger sollen nochmal eine drei mal höhere Energiedichte haben als was wir jetzt kennen. Hab das Paper aber bisher nur überflogen, musste nur gerade an dich denken...
Im Nikkei gibt es eine Bude die "elektrisches Glas" herstellt, vielleicht ist das was? Auf jeden Fall werden sie die Akkus aufladen müssen, und dazu brauchen sie Strom. Mein Herd hat 8 kW, ein Auto hat 50 kW. Kannst dir ja ausrechnen, was passiert wenn in zehn Jahren jeder jeden Tag eine Stunde kocht und eine Stunde Auto fährt. Die werden vielleicht sogar anfangen, Supraleiter im normalen Stromnetz einzusetzen, weil man anders gar nicht mehr in der Lage ist die ganze Energie in die Städte reinzuprügeln.

husamyousf Avatar
husamyousf:#9442

Ob die wohl in WKN A12BRD oder A2DKWQ aufgenommen werden?

armcivor Avatar
armcivor:#9443

>Wenn das Öl alle ist
>Meine Empfehlung Petrochemie
klingt unlogisch

>Meine Empfehlung für die nächsten 20 Jahre Stromerzeuger
>und die muss wegen rechtlicher Gründe (Naturgesetze) aus Nuklear kommen.
>wenn in zehn Jahren jeder jeden Tag eine Stunde kocht und eine Stunde Auto fährt.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157767/umfrage/anzahl-der-geplanten-atomkraftwerke-in-verschiedenen-laendern/
>die innerhalb der nächsten acht bis zehn Jahre in Betrieb gehen sollen.

>Kohleverflüssigung
zur nutzung als kraftstoff? wäre da ein kohlekraftwerk und elektroautos nicht effizienter?

>Algenverstromung
>Trotz zahlreicher Pilotprojekte und hoher Forschungsinvestitionen schätzt das Umweltbundesamt das Potenzial von Mikroalgen zur Herstellung von Biodiesel gering ein und nimmt auch bei weiterer Optimierung Literpreise von 50 Euro an.
https://de.wikipedia.org/wiki/Algenkraftstoff

>wozu Kraftwerke, wenn man Zitteraalerbgut vergewaltigen kann
ich bezweifle dass zitteraalgene meer energie liefern als eine kettenreaktion im kernkraftwerk

iamfelipesouza Avatar
iamfelipesouza:#9446

>>9443
> Wenn das Öl alle ist
> Meine Empfehlung Petrochemie
> klingt unlogisch
Wenn man keine Ahnung hat. Es gibt im Grunde drei Möglichkeiten:
1. Flüssiger Kraftstoff
2. Akkus
3. Drahtlose Energieübertragung (Tesla-Style, hat aber sicher irgendwelche Nebenwirkungen weshalb das eigentlich schon wieder flach fällt. Theoretisch aber effektiv möglich, sobald Hochtemperatur-Supraleiter verfügbar werden)
Na ja, und flüssiger Kraftstoff hat eben die höchste Energiedichte. Weshalb es eher unwahrscheinlich ist, dass wir in naher Zukunft komplett darauf verzichten werden. Die Erdölraffinerien werden also höchstwahrscheinlich weiter gebraucht. Nur dass da dann eben kein Erdöl raffiniert wird sondern Erdnussbutter, Honig und Neger.

> Kohleverflüssigung
> zur nutzung als kraftstoff? wäre da ein kohlekraftwerk und elektroautos nicht effizienter?
Moderne Kohlekraftwerke kommen auf 45% Wirkungsgrad. Vom Kraftwerk zum Auto gehen locker nochmal 10% im Stromnetz verloren, der Akku + Lade- und Endladeelektronik kommt im besten Falle auf 90%, würden also irgendwie noch 25% auf der Straße landen. Kann sein, dass ich mich irre, denke aber Kohleverflüssigung ist effektiver, zumal man zum erhitzen der Kohle auch Sonne oder irgendwelche Abwärme nutzen kann, die man sowieso hat.

> ich bezweifle dass zitteraalgene meer energie liefern als eine kettenreaktion im kernkraftwerk
Das habe ich auch nicht behauptet. Ich wollte auf die Zellen hinaus, mit denen der Zitteraal elektrischen Strom erzeugt. Diese Zellen kann man kultivieren und wenn das gelingt ist es nur noch eine Frage wie viel kg Zitteraalzellmasse benötigt wird um ein AKW zu ersetzen. Und wenn es so viel wie der ganze verfickte Aralsee ist -- drauf geschissen, so lange es alleine wächst und nur Luft, Wasser und Sonne zum Leben benötigt. Wird natürlich wieder viele geben, die sich vor sowas gruseln und das nicht wollen. Also Petrochemie!

xspirits Avatar
xspirits:#9450

>>9446
Aals ob die Grünen dir ein Zitteraalkraftwerk erlauben. Aber danke Bernd, habe mir das gerade vorgestellt und köstlich gelacht.

ggavrilo Avatar
ggavrilo:#9455

>>9446
>Es gibt im Grunde drei Möglichkeiten
>Ich wollte auf die Zellen hinaus, mit denen der Zitteraal elektrischen Strom erzeugt.
was ist mit biokraftstoff/masse?
>Nachhaltig erzeugte Biokraftstoffe können Wissenschaftlern zufolge im Energiemix der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. In ambitionierten Klimaschutzszenarien könnten bis 2030 etwa 20 Prozent und bis 2050 etwa 70 Prozent eines bis dahin deutlich reduzierten Kraftstoffbedarfs aller Verkehrsträger in Deutschland nachhaltig und ohne Nutzungskonkurrenzen oder zusätzliche Importe gedeckt werden. Das bedeutet, dass Biokraftstoffe entweder aus Reststoffen oder aus der Produktion auf langfristig frei gewordenen Flächen stammen, sich nicht negativ auf die Artenvielfalt auswirken, nicht den Selbstversorgungsgrad bei Nahrungsmitteln verringern und kein Wiesen- oder Weideland umgewandelt wird. Weltweit könnte sich der Biokraftstoffbedarf von 2010 bis 2050 gar verzehnfachen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Biokraftstoff

>Petrochemie
>Die Erdölraffinerien werden also höchstwahrscheinlich weiter gebraucht
>Nur dass da dann eben kein Erdöl raffiniert wird sondern Erdnussbutter, Honig und Neger.
sicher wird es einen gewissen anteil (kohleverflüssigung) noch geben für noch nicht ersetzbare stoffe, flug (BER ist dann ziemlich überdimensioniert in der zukunft) und militär aber für biokraftstoffe kann man keine erdölraffinerie nutzen


>Moderne Kohlekraftwerke kommen auf 45% Wirkungsgrad. Vom Kraftwerk zum Auto gehen locker nochmal 10% im Stromnetz verloren, der Akku + Lade- und Endladeelektronik kommt im besten Falle auf 90%, würden also irgendwie noch 25% auf der Straße landen
>25%
rechne bitte nochmal mit deinen eigenen zahlen

>Energieverluste
>Bei der Kohleverflüssigung geht ein erheblicher Teil der in der Kohle enthaltenen Energie verloren. Je nach Verfahren und eingesetzter Kohle ergeben sich unterschiedliche Werte. Für das am meisten angewandte Fischer-Tropsch-Verfahren liegen die Energieverluste in der Gegend von 50 bis 60%, das heißt der energetische Wirkungsgrad liegt nur bei rund 40 bis 50%. Hinzu kommen Energieverluste bei der vorhergehenden Kohlevergasung. (Die in der Praxis erzielten Gesamtwirkungsgrade hängen von diversen Faktoren ab, insbesondere von der Qualität der Kohle und der verlangten Qualität der Kraftstoffe.) Die direkte Kohlehydrierung kann deutlich effizienter sein, stellt jedoch höhere Anforderungen an die Kohle und an die anschließende Raffination, und die Methode ist weniger weit entwickelt.
https://www.energie-lexikon.info/kohleverfluessigung.html
>Moderne Pkw-Ottomotoren erreichen im besten Arbeitspunkt (etwa in der Mitte des Drehzahlbandes und knapp unter der Volllastkurve) einen effektiven Wirkungsgrad von 40 %. Bei Dieselmotoren liegt dieser bei 43 %
https://de.wikipedia.org/wiki/Verbrennungsmotor
>ohne Kraftstoffzuführung (schiffe, tanklaster, tankstellen)

>Zitteraalerbgut
>Zitteraalkraftwerk
>Zitteraalzellmasse
>so lange es alleine wächst und nur Luft, Wasser und Japanische Schulmödchen zum Leben benötigt
macht biomasse auch

>>9424
>Die Dinger sollen nochmal eine drei mal höhere Energiedichte haben als was wir jetzt kennen.
>The 34th cycle gives a discharge/charge cycle with 3 times
the capacity of the MnO2.

>Lithium-Mangandioxid-System energiedichte:
>Praktische spez. Energie: 200 Wh/kg (Knopfzelle) bis 400 Wh/kg (zylindrische Zelle)
>Energiedichte: 400 Wh/l (Knopfzelle) bis 700 Wh/l (zylindrische Zelle)
>kurz:
>200-400 Wh/kg
>400-700 Wh/l
http://www1.ict.fraunhofer.de/deutsch/scope/ae/limasys.html

>Lithium-Ionen-Akkumulator energiedichte:
>liegt bei 90-240 Wh/kg, die volumenbezogene Energiedichte liegt bei 200–500 Wh/l,
>kurz:
>90-240 Wh/kg
>200–500 Wh/l
https://de.wikipedia.org/wiki/Lithium-Ionen-Akkumulator#Eigenschaften

weitere vorteile:im vergleich zu lithium sehr billig und sicher (siehe milliardenaufwand rückrufaktionen von handyherstellern)

syntetyc Avatar
syntetyc:#9457

>>9455
> was ist mit biokraftstoff/masse?
Mein Zitteraalmutant ist ja von der Sache her nichts anderes als Biomasse. Klassische Biomasse ist natürlich auch kühl. Holz ist da meiner Meinung nach völlig unterschätzt. Man muss sich im Grunde nicht drum kümmern, nur halbwegs koordiniert ernten und man hat einen unbegrenzten Vorrat an Baustoff und Brennstoff.
Was ich immer wieder gerne als Beispiel anführe: nimm eine Fliege. Länge, Tiefe, Breite, Geschwindigkeit, Intelligenz Ausdauer; Und dann bau sowas künstlich mit moderner Technik. Da merkt man schnell, wie weit wir mit unserer Elektronik noch der Biologie hinterherhinken. Aber es muss ja gehen, die Fliege beweist es.

> rechne bitte nochmal mit deinen eigenen zahlen
1 x 0,45 x 0,90 x 0,90 == 0,36
Das ist zwar schon schlechter als Verbrennungsmotoren im optimalen Arbeitspunkt, scheint mir aber immer noch zu viel zu sein. Einfach vom Gefühl her... Wenn du den Verbrennungsmotor übrigens im Winter betrachtest und die Abwärme zum Heizen nimmst, bist du ganz schnell bei 60...70% wolln wa mal so sagen. Kann man bei dem Kohlekraftwerk aber auch machen, Fernwärme...

Was ich mit bei Autos gut vorstellen kann, sind serielle Hybridmotoren. Ein Generator der verschleißarm und effektiv immer bei optimaler Drehzahl läuft, ein paar Akkus und Elektromotoren um die Energie auf die Straße zu bringen. Dann hast du bei Bedarf Reichweite und kannst je nach Gesinnungslage Strom oder Benzin tanken. Hat bei den U-Booten geklappt :3

> aber für biokraftstoffe kann man keine erdölraffinerie nutzen
Warum nicht? Die Tanks, die Rohre, die Pumpen, die Heizungen et cetera das ist doch dann alles nunmal da. Meinst du nicht, dass man da dann auch andere Substanzen aufarbeiten kann? Zum Beispiel Bier. Und die Pipelines kann man vielleicht noch für den Personenfernverkehr oder zum Warentransport vergewaltigen. Tiefe Löcher in die Erde bohren zu können ist jedenfalls nicht der schlechteste Skill.
Na und bis es so weit ist, in 30 Jahren, werden die Ölpreise derbe steigen. Was für die Leute, denen die Schürfrechte und Schürfgeräte gehören eine gute Sache ist. Der ganze Ökokram ist ja nur rentabel, weil er vom Staat urst subventioniert wird. Irgendwann muss der Ökokram nicht mehr subventioniert werden. Aber nicht weil es plötzlich nichts mehr kostet, Solarzellen und Windmühlen aufzustellen. Sondern weil das Öl dann genau so teuer ist.
Es wäre jedenfalls ziemlich wahnsinnig, wenn der Ölpreis weiter sinkt. Jetzt ist eine gute Gelegenheit zum Einsteigen. Glaube ich.

alexradsby Avatar
alexradsby:#9466

>>9457
>schon schlechter als Verbrennungsmotoren
>Kohleverflüssigung Wirkungsgrad liegt nur bei rund 40 bis 50%
>Moderne Pkw-Ottomotoren erreichen im besten Arbeitspunkt (etwa in der Mitte des Drehzahlbandes und knapp unter der Volllastkurve) einen effektiven Wirkungsgrad von 40 %
1 x 0,5 x 0,5 = 0,25
>im winter
1 x 0,5 x 0,7 = 0,35
>ohne Kraftstoffzuführung

>serielle Hybridmotoren
muss man selbst wissen welche strecken man fährt und ob es sich sich dabei lohnt

>Es wäre jedenfalls ziemlich wahnsinnig, wenn der Ölpreis weiter sinkt
so denken die saudis sicher auch aber wenn alle westlichen länder auf erneuerbare umstellen sind die reste des erdöls dann wertlos (wozu teuer fördern wenn biokraftstoff billiger zu haben ist?) die saudis kommen z.b. da nichmeer raus die können nurnoch zugucken und dummschwätzen
solange die usa weiter zu billigen preisen verkaufen verlieren die saudis geld durch ihren wohlfahrtstaat
und wenn der wegfällt kommt link relatiert
https://www.youtube.com/watch?v=GPKH4GHiihg

trueblood_33 Avatar
trueblood_33:#9551

Die Menschheit wird kein Energieproblem haben, denn sofern Rohöl tatsächlich zur Neige gehen sollte, würde der Preis exorbitant in die Höhe schießen und Fracking/Nuklear/Photovoltaik/Fusion wäre auf einmal preiswert. Möglicherweise ist Öl allerdings überhaupt nicht fossil und wird nur künstlich von der OPEC wertvoll gehalten - wer weiß das schon so genau.

kosmar Avatar
kosmar:#9552

>>9551
Dein Gesicht, wenn dir klar wird, dass 0,087% der Erdhülle aus Kohlenstoff bestehen. Zum Vergleich: Wasserstoff gibt es mit 0,15% nur knapp doppelt so oft. Na ja, und mir ist gerade eingefallen, dass es mit Graphit und Diamant ja durchaus Kohlenstoff im Erdmantel gibt, der nach heutigem Wissensstand definitiv keinen fossilen Ursprung hat. Der Kohlenstoff kommt im Erdmantel gediegen vor, einfach so! Und warum sollte sich dieser Kohlenstoff bei über 9000 Bar und entsprechenden Temperaturen nicht auch mal gerne mit Wasser zu Kohlenwasserstoffen verbinden?
Bernd, dein Pfosten hat mich zum Nachdenken angeregt und mir die Augen geöffnet.

BrianPurkiss Avatar
BrianPurkiss:#9556

>>9552
>Und warum sollte sich dieser Kohlenstoff bei über 9000 Bar und entsprechenden Temperaturen nicht auch mal gerne mit Wasser zu Kohlenwasserstoffen verbinden?
Weil er das halt nicht tut. Es bilden sich keine längeren Kohlenwasserstoffketten in nennenswerten Mengen unter Druck und Hitze, das kann man ja ausprobieren.
Ganz im Gegenteil werden längere Ketten gespalten. Das ist ja genau die Art auf die Erdöl und Gas entstehen: Zucker, Fette, Stärke, Zellulose, Lignin und sonstige komplexe Kohlenwasserstoffe aus Tieren und Pflanzen werden durch die Hitze und Druck gecrackt und zu kürzeren Ketten umgewandelt. Tadaa, fossile Brennstoffe entstehen.

mbilalsiddique1 Avatar
mbilalsiddique1:#9557

>>9556
Erster Satz in der Wikipedia übers Cracken:
> Beim thermischen Cracken werden Kohlenwasserstofffraktionen unter Druck auf ca. 450-800 °C erhitzt (je nach Verfahren). Dabei geraten die langen Kohlenwasserstoffmoleküle in so starke Schwingungen, dass die Kohlenwasserstoffketten brechen. Es entstehen kurzkettige olefinische Kohlenwasserstoffmoleküle, aber auch – durch Rekombination – höhermolekulare paraffinische Verbindungen sowie Aromaten und – als unerwünschtes Nebenprodukt – Kohlenstoff (Koks).

Guck dir bitte auch mal den Artikel zur tiefsten von Menschen veranstaltetetn Bohrung an:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kola-Bohrung
> In zehn Kilometer Tiefe wurden in dem etwa 2,5 Milliarden Jahre alten Gestein 14 Arten von Elementarfossilien entdeckt; diese Entdeckung stellte die bisherige Annahme infrage, wonach es seit 1,5 Milliarden Jahren Leben auf der Erde gäbe. Methanfunde legten nahe, dass Kohlenwasserstoffe sich in geringem Umfang auch abiogenetisch bilden können. Die Temperatur zehn Kilometer unter der Erdoberfläche betrug mit 210 °C viel mehr als erwartet; die Wärme resultiert wahrscheinlich aus der natürlichen Radioaktivität im Gestein.

So, in 12000 m Tiefe hat man also Hinweise gefunden, dass sich Kohlenwasserstoffe in geringem Umfang auch abiogenetisch bilden können (eigentlich eine Binsenweisheit, wenn man kein Verfechter eines göttlichen Schöpfungsmythos ist). Man muss sich mal klar machen, was dort unten für Bedigungen herrschen: da findest du locker Drücke von einigen 1000 Bar (Im Wasser wären es genau 1200 Bar, Gestein ist aber schwerer, daher ist der Druck nochmal deutlich höher. Bis 12000 m ist erforscht, darüber was in 25000 m oder 50000 m passiert kann man nur spekulieren. Und 25 km ist jetzt nicht so wahnsinnig viel, das marschier ich horizontal an einem Tag weg. Gar kein Problem.

Hier ein Artikel über aktuelle Hochdruckforschung:
https://www.helmholtz.de/struktur_der_materie/der-hoechste-druck-5954/
Und daran, dass solche Experimente gemacht werden, sieht man ja, dass man noch längst nicht alles weiß, was es zu wissen gibt. Kann doch sein, dass bei exakt 1234 Bar, einer Temperatur von 432 °C und der Anwesenheit von Gold und Natrium als Katalysator aus Methan plötzlich Ethan wird. Einfach so. Es gibt über 9000 verschiedene Kombinationen, was man alles ausprobieren müsste um dahinterzusteigen. Der Natur ist das egal, die macht das einfach.

Mir wurde das bewusst, als ich mich an der Uni damals mit einem Materialforschungsfuzzi unterhielt, der mir erklärte, dass die da teilweise aus Jux und Dollerei verschiedene Substanzen mischen und so krasse neue Legierungen finden. Populäres Beispiel sind Supraleiter, die seit 100 Jahren bei immer höheren Temperaturen funzen.

zl;ng: ich weiß nichts und möchte daher nichts ausschließen. 80% dass es so ist wie du sagst und 20% damit wir vor unseren Enkeln nicht als Idioten dastehen.

lightory Avatar
lightory:#9558

>>9557
Paraffine, Aromaten und Methan sind aber alles noch sehr kurzkettige Moleküle im Vergleich zu den Molekülen im Erdöl.
Da fehlen noch ungefähr 42 Schritte zum Erdöl, und um so größer die Moleküle werden desto einfacher werden sie durch Hitze zerstört.

Neuste Fäden in diesem Brett: