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Veröffentlicht am 2015-08-07 10:53:36 in /ph/

/ph/ 12647: Unter den drei Lastern: Faulheit, Feigheit und Falschhe...

aio___ Avatar
aio___:#12647

Unter den drei Lastern: Faulheit, Feigheit und Falschheit scheint das erste das verächtlichste zu sein.
- Immanuel Kant

NEETen ist unvernünftig.

im_jsmith Avatar
im_jsmith:#12650

>>12647
Magst du erklären, was du mit Faulheit meinst? Nichtstun kann auch ein stiller Protest gegen eine geltende Ordnung sein, die man als menschenunwürdig versteht. Ich glaube, wirklich faul sind die wenigsten, viele sind eher desorientiert, enttäuscht, deprimiert, mutlos oder entfremdet. Wer entscheidet denn, was faul ist? Das Ergebnis soll doch die Fertigstellung einer Aufgabe sein, und dies auf dem effizientesten Wege. Wenn man sich als Geistesmensch versteht, kann das schon einmal heißen, lange herumzuliegen, zu meditieren, zu träumen, die Gedanken schweifen zu lassen und erst anfangen, wenn die Stimmung stimmt. Man wartet auf den Rückenwind und ist dann schneller am Ziel als jener, der glaubt, Mühen seien unvermeidlich, bloß weil er die Verbindung zu seiner Intuition verloren hat. Kant erweist uns mit einem solchen Ausspruch wie dem von dir zitierten einen schlechten Dienst, weil er völkische Phrasen lediglich schriftlich wiederholt. Doch wenn ein Philosoph was Blödes sagt, wird es darum nicht von Zauberhand ein Zeugnis der Weisheit. Jeder Bauer würde in diesem Thema mehr Esprit beweisen.

karlkanall Avatar
karlkanall:#12651

Mit dem Vorwand des Geistesmenschen verträumtes Herumliegen zu rechtfertigen ist natürlich eine gemütliche Lösung. Statt es schön zu reden, kann man es jedoch ebenso schlecht reden. Undiszipliniert und ineffizient, verzögernd und lahm; nicht Geistesmensch, sondern geistlos, denn Werk und Geist sind keinesfalls Widerspruch, sondern gehen viel mehr Hand in Hand. Wenn dein Geist nicht mal deine Lust überwinden kann, bist du sowohl körperlich als auch geistig schwach.

Ganz abgesehen davon ist die Annahme eines Geistesmenschen ziemlich altbacken. Erinnert an Platon, der Gold-, Silber- und Bronzemensch unterscheidet. Jemanden, der jedoch nur herumliegt, hätte er dann wohl als Dreckmensch bezeichnet.

Das Argument der Unvernunft bleibt des Weiteren unangetastet, wie ich sehe.

vovkasolovev Avatar
vovkasolovev:#12652

>Was mich stört ist das Schwarzweißdenken von ehrlich arbeitenden guten, nützlichen Bürgern und den dreckigen nutzlosen Zecken.

Dieses vereinfachte Denken haben hier lustigerweise die NEET-Freunde unter euch angebracht, als sie damit anfingen sich über die Parallelgesellschaft der Reichen zu beklagen. Schon das auf einer Lächerlichkeit beruhend, natürlich gönnen die armen Neider nichts und die Besitzenden wollen ihr Eigentum verteidigen. Da sich mit diesen Albernheiten hier einige als NEET-Hirne offenbart haben, ging der Angriff gezielt auf diese. Natürlich gibt es sehr verschiedene Menschen, die Kritik richtet sich gezielt an den Abschaum, der zeckt. Niemand hat behauptet, dass jeder Sozialhilfeempfänger eine Zecke wäre. Genieße deinen Strohmann.

aleclarsoniv Avatar
aleclarsoniv:#12657

>>12652
Und du bist der Überzeugung, deine Konzeption von NEETs wäre über den Strohmann-Status erhaben?
Faulheit ist sicher ein Laster, wenn eine Notwendigkeit zum Handeln vorliegt. Die Notwendigkeit, die ich sehe, ist es, alternative Modelle der Weltsicht zu untersuchen und zu leben, die Glaubenssätze unserer Kultur mir bewußt zu machen, um ihren Nutzen zu verstehen. Jeder Mensch hat andere Eigenschaften und faul ist es, wenn er sich gegen seine Bestimmung wehrt. Erst aber hat meine seine Bestimmung zu erkennen, um darüber urteilen zu können. Ich lebe von meinem Erbe, vielleicht würden manche sagen, dass ich damit von einem hohen Ross herunterpredige, aber was unter dem Namen isidor auf dieses Brett gekotzt wird, ist die Beschreibung der Empfindung des Lebens von einem Kollektiv, deren Mitglieder den Lebensumstand haben, sehr viel Zeit haben, um sich ihrer Bestimmung bewußt zu werden und die verschiedensten Dinge auszuprobieren, vom Schreinern und Tischlern über Seelsorge, Gastronomie, Musikunterricht und organische Chemie, Krankenpflege, Arbeit im Einzelhandel, Lesungen und Coaching über Kurierdienste, Arbeiten als Lektor und Traumanalyse. Nicht jeder Lebenslauf führt zu einer Monokultur der Anwendung, viele haben das Glück, aber ich kann nicht sagen, dass ich mich bei etwas schon einmal vollkommen am richtigen Platz gefühlt hätte.

hoangloi Avatar
hoangloi:#12659

>>12657
Nur mal zum ersten Satz, ich beziehe mich auf das NEETsein, wie es hier beworben wird. :)

Rest deines Posts wird eh nur Blahblah sein.

cat_audi Avatar
cat_audi:#12661

>>12659
So unterhält man sich heute, da kann ich dir keinen Vorwurf machen.

dhooyenga Avatar
dhooyenga:#12663

>>12661
Tust du aber gerade.

kennyadr Avatar
kennyadr:#12669

>>12663
Ach was, dann war es nicht so gemeint. Kennst du denn das Buch Bartleby der Schreiber von Herman Melville? Das ist der Typ, der Moby Dick geschrieben hat, Bartleby ist aber in einer Sitzung durchlesbar. Ich würde gern wissen, ob du die Hauptfigur als faul bezeichnen würdest oder wie du dazu stehst.

millinet Avatar
millinet:#12673

Kann ich nicht mit dienen. Säge, weil nur Selbstauskunft.

craighenneberry Avatar
craighenneberry:#12675

>>12647
Trollen ist so lustich :DDDDDDDD

dmackerman Avatar
dmackerman:#12676

>>12675
Den Vorwurf der Unvernunft scheint niemand ausräumen zu wollen. Dann gehe ich mal davon aus, dass es einfach so direkt zutrifft, dass ihr es gar nicht versucht.

markmushiva Avatar
markmushiva:#12677

>>12676
Weiß auch nicht, was es daran zu diskutieren gibt. Da scheint irgendwo eine Verkürzung vorzuliegen, aber überblicke die Diskussion aus dem anderen Faden nicht ganz. Faulheit ist unvernünftig. Es gibt höchstes etwas daran zu diskutieren, was Faulheit ist. Was als Faulheit verschrien wird, ist häufig bloß finanziell unproduktive Zeit, Zeit der Muße. Zeit müßig zu verbringen, kann jedoch geistig ziemlich produktiv und vernünftig sein.
Man sollte den Begriff des "Ökonomischen" erweitern. Ökonomie kommt von griech. oikos, Haushalt. Das scheint mir aber mehr einzuschließen als Lohnarbeit. Es meint auch, wirtschaftlich mit allen Ressourcen umzugehen, die einem zur Verfügung stehen. Und das wiederum schließt auch die Zeit ein. Ist es nicht ziemlich unvernünftig, seine Zeit einem Produkt hinterherzuschmeißen, mit dem man sich gar nicht identifiziert - wenn die Gegenleistung dafür gar nicht so toll ist?

Dantons Tod, II, 2
Ein Bettler (singt). »Eine Handvoll Erde und ein wenig Moos...« Liebe Herren, schöne Damen!
Erster Herr. Kerl, arbeite, du siehst ganz wohlgenährt aus!
Zweiter Herr. Da! (Er gibt ihm Geld.) Er hat eine Hand wie Sammet. Das ist unverschämt.
Bettler. Mein Herr, wo habt Ihr Euren Rock her?
Zweiter Herr. Arbeit, Arbeit! Du könntest den nämlichen haben; ich will dir Arbeit geben, komm zu mir, ich wohne...
Bettler. Herr, warum habt Ihr gearbeitet?
Zweiter Herr. Narr, um den Rock zu haben.
Bettler. Ihr habt Euch gequält, um einen Genuß zu haben; denn so ein Rock ist ein Genuß, ein Lumpen tut's auch.
Zweiter Herr. Freilich, sonst geht's nicht.
Bettler. Daß ich ein Narr wäre! Das hebt einander.
Die Sonne scheint warm an das Eck, und das geht ganz leicht. (Singt:) »Eine Handvoll Erde und ein wenig Moos...«

Unvernünftig scheint mir oft genug die rein finanzökonomiche Vernunft zu sein. Was da in den letzten 8 Jahren alles als "ratio" ausgegeben wurde, lässt noch die Unvernunft des buntesten Slackers blass aussehen.

sawalazar Avatar
sawalazar:#12680

Da es um Kant geht, wird wohl „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ hier der Maßstab für Vernunft sein.

Daran gemessen ist absichtliches Rebellions-NEETen (oder wie man es schimpfen will) natürlich unvernünftig, denn täten dies alle, hätten wir eine ziemliche Katastrophe.

Na ja, so viel dazu ... ?

pjnes Avatar
pjnes:#12684

>>12676
>dass ihr es gar nicht versucht
Dies
Warum sollten wir uns dazu zum 100sten mal gegenüber einem spießigen Arbeitssklaven, der "denkt" schreiben und auch denken sei keine Arbeit, äußern?

areus Avatar
areus:#12685

>>12684
Auch: Dein OP ist so langweilig und frei von jeder Aussage, was soll man dazu schon schreiben?
Hättest du dir mühe gegeben wärst du zwar immer noch ein Idiot, aber zumindest kein Troll.

markgamzy Avatar
markgamzy:#12687

Bei der Produktivität etwa nicht sparen selbst wenn man bereit ist seine Verschwendungssucht verhältnismäßig zu drosseln?

evandrix Avatar
evandrix:#12689

>>12684
Das ist nicht mal ein Satz. wütend viel huehue

greenbes Avatar
greenbes:#12690

Für was soll man arbeiten wenn in 10 Jahren die Roboter sowieso alles machen werden außer es gibt eine Maschinenstürmerrevolution oder so.

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#12695

>>12690
Du solltest dafür arbeiten, dass es diese Roboter auch wirklich gibt. Deshalb: Studiere Informatik mit Nebenfach Elektrotechnik und gehe in den KI-Bau.

Bonuspunkte für Maschinenlords werden NEET-Assi-Viertel einfach wegbomben um sich von Robotern dort Golfanlagen bauen zu lassen. Gehe noch heute in die Ausbildung zum Maschinenlord.

mbilalsiddique1 Avatar
mbilalsiddique1:#12696

>>12695

Hab ich versucht, war zu blöd und kränklich dafür.

Mir bleibt nichts anderes übrig als darauf zu warten, dass es andere machen. Aber die können das alles sowieso 100 mal besser von daher ist es oke.

garethbjenkins Avatar
garethbjenkins:#12697

>>12696
Und wer serviert den MINT-Studenten an der Uni Kaffee? Na? Genau. Das ist deine Aufgabe. :^)

sava2500 Avatar
sava2500:#12698

>>12697

Mach dich nicht über mich lustig, ich habe mir meine Gegebenheite und Vorlieben nicht ausgesucht.

guischmitt Avatar
guischmitt:#12703

>>12698
Naturwissenschaften sind halt Arbeit. "Zu blöd" gibt es nicht, nur "zu faul".

stephcoue Avatar
stephcoue:#12710

>>12703
Arbeit ist was für Dumme. Leute, die etwas im Kopf haben, wissen, wie sie sich Mühen sparen können.
Wenn du so verächtlich von Faulheit sprichst, bist du wohl sehr gestraft von der Gesellschaft, die überall will, dass man Aufgaben nach der vorgepredigten Methode erledigt. Wenn man eine effizientiere Methode herausfindet, wird man wegen Befehlsverweigerung oder Ungehorsam gerügt.
Man sollte faule Leute belohnen, weil sie sich gegen unnötige Verschwendung von Kraft und Geist stellen. Faule Leute sind es, die mit Ideen glänzen.

antonyryndya Avatar
antonyryndya:#12713

Deine effiziente Idee ist es, nichts wirklich zu begreifen.

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