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Veröffentlicht am 2015-08-11 15:25:15 in /ph/

/ph/ 12700: Die blaue Giraffe oder: liebe deine Vergeblichkeit

arashmanteghi Avatar
arashmanteghi:#12700

Sisyphos rollt den Stein den Berg hinauf. Heute. Jeden Tag. Er rollt den Stein hinauf und er rollt auf der selben Seite wieder herunter. Er muss ihn über den Berg rollen, aber es gelingt nie.
Nach Geschäftsschluss trifft sich Sisyphos mit Prometheus und Tantalus in einer Bar. Alle drei berichten von der Vergeblichkeit ihres Lebens: So hört Sisyphos die immergleiche Geschichte von Prometheus, wie ihm ein Adler seine Leber auffrisst, die immer nachwächst, und die Erzählung von Tantalus, der so gerne etwas essen würde, aber jede Speise sich im Moment, wo er sie zu sich nehmen will, entzieht. So scheint er in der Bar der betrübteste der Gruppe zu sein, da den Schnaps, den er bestellt, niemals seinen Mund erreicht. Schon sehr oft mussten Prometheus und Sisyphos ihn vom Selbstmord abhalten, doch als sie herausfanden, dass, selbst wenn einer von ihnen sich umbringt, sie immer wieder den selben Tag durchleben, wurde es ihnen zunehmend egal. Manchmal kommt Bill Murray zu Besuch, der seine Geschichte zum Besten gibt, in der er immer wieder am Murmeltiertag aufwacht.
Sisyphos' Lieblingsfigur ist der Hase aus Rockos modernes Leben, der im Comicladen steht und pausenlos sagt: Du blätterst um und wäschst die Hände.
In der Nacht träumt Sisyphos, wie der Stein ihn über den Berg rollt. Auf der anderen Seite des Berges findet Sisyphos ein Gartenfest vor. Männer mit Melonenhüten sitzen dort verstreut unter rotgelben Sonnenschirmen und rauchen Zigarre. Ihr Blick ist glasig. Eine Gruppe von Leuten führt einen Gesellschaftstanz auf. Aus dem Nichts erscheinen wirbelnde Lampenschirme, die wahllos einigen Festbesuchern die Köpfe abtrennen. Zwei Männer sitzen sich gegenüber und öffnen in unregelmäßigen Abständen ihre Münder, aus denen gemächlich Fische hinein- und herausfliegen. Auf einem Beistelltisch steht eine Zuckerdose, aus der eine kleine blaue Giraffe herausschaut.
Der Stein spricht Sisyphos an: Lass mich raten, Sisyphos. Du möchtest lieber vergessen, was du hier gesehen hast?

Das war eigentlich schon alles.

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polarity:#12701

>>12700
Gefällt. Dankeschön.

bruno_mart Avatar
bruno_mart:#12704

http://www.umsu.de/charms/texte/index.htm

Christoph Columbus und Bobrov (Ausschnitt)
Bobrov sitzt am Tisch und ißt Suppe. Seine Frau kommt herein in einem Hemd, mit einem Schirm.

Bobrov: Wo willst du hin?
Frau: Dorthin.
Bobrov: Wohin dorthin?
Frau: Na dorthin.
Bobrov: Wohin dorthin oder dorthin?
Frau: Nein, nicht dorthin, sondern dorthin.
Bobrov: Und was?
Frau: Wie was?
Bobrov: Wo du hingehst?
Frau: Ich habe mich in die Baronesse und das Tintenfaß verliebt.
Bobrov: Das ist gut.
Frau: Das ist gut, ja, aber Christoph Columbus hat in unsere Köchin ein Fahrrad hineingerammt.
Bobrov: Aarme Küchün.
Frau: Die Ärmste sitzt in der Küche und schreibt einen Brief aufs Dorf, und das Fahrrad ragt nur so aus ihr heraus.
Bobrov: Ja,ja. Das ist ein Fall. Ich weiß noch, bei uns im Heim im Jahr 1887 hat es auch einen gegeben. Wir hatten einen Lehrer. Dem haben wir das Gesicht mit Terpentin vollgeschmiert und in der Küche unter den Küchentisch gelegt.
Frau: Mein Gott, warum erzählst du das?
Bobrov: Da war noch ein Fall.

Der Wurstmensch tritt auf.

stushona Avatar
stushona:#12706

>>12704
Nichts geht über Charms. Danke an den Bernd, der mich vor Jahren auf ihn aufmerksam gemacht hat.

http://www.umsu.de/charms/texte/index.htm

Es wäre blöd, große Worte über ihn zu verlieren, aber absurde Texte und besonders die von Charms sind es, die mit der ganzen philosophischen Sinnsuche aufräumen. Ein beliebtes Spiel von mir ist es, Ansammlungen von Sätzen zu bilden, die möglichst überhaupt nichts zu bedeuten, um einen Leerlauf im Kopf herzustellen. Charms hatte das schon damals drauf.

tube_man Avatar
tube_man:#12708

Soll i aus meinem Haus raus?
Soll i aus meinem Hause nit raus?
Einen Schritt raus?
Lieber nit raus?
Hausenitraus -
Hausteraus
Hauseritraus
Hausenaus
Rausecrausecrauserause......

(Die Hausschnecke verfängt sich in ihren eigenen Gedanken oder vielmehr diese gehen mit ihr dermaßen durch, daß sie die weitere Entscheidung der Frage lächelnd verschieben muß.)

greenbes Avatar
greenbes:#12712

>>12700
Auch wenn ich hier auf die Nerven gehe, bin ich froh, ab und zu meinen Salat hier abladen zu können. Auf Anraten mancher Schwurbelkritiker sehe ich mich seit einiger Zeit auf /r/ um, werde aber regelmäßig dort gebannt. ;_;

vladarbatov Avatar
vladarbatov:#12714

Schwurbeln als Kunstform in einen Kontext der Philosophiedebatte zu setzen kommt halt wie eine ziemlich verwirrte Parodie.

silv3rgvn Avatar
silv3rgvn:#12718

>>12712
>/r/
Religiöse Menschen sind Abschaum, lass nicht von diesen letzten Menschen runterziehen.

chaabane_wail Avatar
chaabane_wail:#12719

http://krautchan.net/k/
Wäre dies nicht eine geeignete Schwurbelzentrale? Lyrik ist schließlich kreativ ...

joki4 Avatar
joki4:#12720

>>12719
Pfostiere manchmal auf /l/, auf /k/ aber nicht. Und ob ihr es glaubt oder nicht, der Text hat einen philosophischen Hintergrund. Deswegen bleibe ich hier.

jamesmbickerton Avatar
jamesmbickerton:#12722

>>12720
Bernd hat mich oft genug darauf hingewiesen, dass ich als Philosoph nichts tauge. Deswegen bringe ich meine Einfälle jetzt in kleinen Geschichten zum Ausdruck, bei denen jeder selbst rausfinden kann, was das soll.

jpotts18 Avatar
jpotts18:#12723

>>3952
Habe mich vor kurzem auf /r/ umgesehen. Die Idee ist ja eigentlich toll, wenn schon kein Paranormal-Brett mehr besteht (warum eigentlich ist das weg, es war lustig und kühl!), kann man dort über imaginäre Freunde reden. Aber tatsächlich ist es ein Katholiken-Brett das von einem unerbittlichen Katholikenmod geführt wird. Unerträglich. Habe einen Pfosten von Isidor dort gesehen, der kurz darauf weg war, weil er einen Typen beim Namen nannte, der von der katholischen Kirche verbrannt wurde (wörtlich schrieb er Ave Giordano Bruno). Warum muss sich /r/ alle Klischees der Religionen ausleben? Kein Wunder, dass nur Arschverletzte Ronny-Equivalente dort untergebracht werden. Zugemörtelte Köpfe, deren Geistesinhalt lautet: Gott - und gut is!
Säge weil OT

mizhgan Avatar
mizhgan:#12727

>>12723
Ich bin mir ziemlich sicher, dass /r/ hauptsächlich Falschflaggerei ist - redliches Katholikenforum, und so. Aber vielleicht ist das auch nur Wunschdenken.

>>12722
Bild verwandt.

Selbstsäge.

greenbes Avatar
greenbes:#12728

>>12727
> Bild verwandt.


Das ist gut, entspricht meinem neuen Credo: Tu jeden Tag etwas Vergebliches!

nehemiasec Avatar
nehemiasec:#12729

>>12728
Du solltest mal ganz dringend Tocotronic hören, falls du das noch nicht tust. Das Album "Kapitulation" ist ein guter Anfang.

Geschwurbel, bei dem irgendeine wirre Bedeutung mitschwingt. Genau deins.

ayalacw Avatar
ayalacw:#12730

>>12722
Bernd hat allerdings auch selbst noch nicht geliefert. Irgendwann werden wir verstehen, wie alles gemeint ist.

RussellBishop Avatar
RussellBishop:#12731

>>12730
Bernd soll liefern, was isidor meint ... ??

dutchnadia Avatar
dutchnadia:#12732

>>12731
Was er meint, was besser ist.

johnriordan Avatar
johnriordan:#12733

>>12732
Besser als was?

remiallegre Avatar
remiallegre:#12734

>>12733
So wird das nichts, Bernd.

commoncentssss Avatar
commoncentssss:#12735

>>12733
Besser als "Besser als was?".

syntetyc Avatar
syntetyc:#12736

Ihr könnt ja nicht mal eure Fragen ausformulieren, wollt dann aber eine Antwort haben.

Douglas Adams hat euch erahnt.

keyuri85 Avatar
keyuri85:#12737

>>12736
Das ist hier zufällig ein Faden über das Absurde, mein Herr.

craigelimeliah Avatar
craigelimeliah:#12739

>>12737
Ich weiß. Und ich poste das Vergebliche.

eduardostuart Avatar
eduardostuart:#12740

>>12739

jitachi Avatar
jitachi:#12768

Hektor Schierling gräbt sich aus dem Müllhaufen hervor, der noch vor wenigen Minuten die Einrichtung seiner Wohnung war. Die Entkorkung der Weinflasche und der anschließende Querschläger haben alles in Schutt und Asche gelegt. Das ist akzeptabel, denn seine Regale waren seit langem mit buschigem modrigem grünem Pelz besetzt und die Couchgarnitur von den zahllosen nächtlichen Begegnungen verkrustet - seine Sammlung antiker Krummhörner erfuhr ihre Zerstörung durch Hektors Schießübungen mit einem versilberten Bolzenschußgerät.
Zerzaust sucht der Zerzauste nach dem einzigen Mittel der Entzausung, der Reinigungskassette.
Die Reinigungskassette bewahrt ein informatives Vakuum. Auf ihr ist nichts gespeichert, auf ihr lässt sich nichts speichern. Sie ist nicht dazu da, um Kassettenrecorder von Flusen und Verunreinigungen zu befreien, sie ist ein geheimnisvoller Gegenstand, der den Wahnsinn aus übervollen Köpfen aufsaugt, wie überflüssige Tinte von einem Bogen Löschpapier aufgesaugt wird. Hektor Schierling weiß, diese Reinigungskassette ist seine einzige Rettung, sein Leben auf die Reihe zu bekommen. Er sieht ein, dass er nichts mehr lernen muss, Gott bewahre! Es gilt nun, den Kopf zu entrümpeln. Ist das eine Systemdatei oder kann das weg? Nein! Auch Systemdateien, ja gerade die werden rausgeworfen. Hektor Schierling will wieder sehen lernen. Er weiß, dass die Menschen auf der Straße meinen, sie würden sehen, aber ihr Blick geht, bevor er etwas erfasst, durch zigfache Filter, und das kann es nicht sein.
Hektor Schierling gräbt und wühlt, doch die Kassette bleibt unauffindbar. Er zündet sich eine Zigarette an und sieht aus dem Fenster. Er erblickt einen Zeitungsboten. Vielleicht kann der mir helfen, denkt sich Hektor und winkt ihn zu sich. An seiner Haustür angekommen stutzt der Zeitungsbote. Es entsteht ein Wortwechsel. Der Blick der Zeitungsboten leert sich. Nach einem Moment dreht sich der Zeitungsbote um und geht wieder auf die Straße. Dort fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Doch Hektor Schierling ist nicht mehr. An der Schwelle zu seiner Wohnung liegt nur eine kleine Kassette, die statt Magnetband eine Rolle enthält, die aus Filz besteht, ganz weiß ist, keinen Ton abspielt außer vielleicht dem Rauschen, das man hört, wenn man in der Stille sich die Ohren zuhält.

areus Avatar
areus:#12769

Befriedigt ihr euch selbst??
Und wenn ja,wie oft??
Einfach alles zum Thema Selbstbefriedigung hier rein.
Achja,ich Onaniere ungefähr alle zwei Tage.

layerssss Avatar
layerssss:#12770

>>12769
Kann dazu nichts sagen, bin asexuell. Hat schon für einige Enttäuschung gesorgt, persönlich finde ich es lustig zu beobachten, wie Leute so viel Aufhebens darum machen. :3

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hampusmalmberg:#12771

>>12770
Ist bei miretwa so, wie dieser Typ aus einem Zeit-Artikel es beschreibt:

"Für einen asexuellen Menschen ergibt die Fixierung auf Attraktivität, die in der Werbung oder den Medien so eine große Rolle spielt, wenig Sinn. Dass sex sells tatsächlich stimmt, wurde mir erst klar, als ich verstand, dass ich asexuell bin. Bis dahin glaubte ich vage, das sei ein Mythos, den sich Werbefachleute immer und immer wieder erzählen. Ich hielt es für so gar nicht nachvollziehbar, dass man unbewusst zu einem Produkt greift, weil es mit halbnackten Menschen beworben wird.


Ebenso hatte ich kein Verständnis dafür, wenn meine Freunde in der Pubertät von ihren neusten Schwärmen berichteten, ob nun Megan Fox oder Edward Cullen. Dass der Anblick attraktiver Menschen tatsächlich körperliche Auswirkungen hat auf meine Mitmenschen, das war mir damals nicht klar. Auch heute ist es noch ziemlich unvorstellbar. Meine Freunde sind schockiert, wenn ich ihnen erzähle, dass ich mir ein Leben ganz ohne Sexualpartner vorstellen kann."

buddhasource Avatar
buddhasource:#12772

ok

arnel_lenteria Avatar
arnel_lenteria:#12773

>>12770
Haben Asexuelle manchmal ungewollte Orgasmen im Schlaf oder Morgenlatten?

danro Avatar
danro:#12774

>>12773
Kommt schon vor, wird halt wahrgenommen als hätte man sich den Hals verdreht oder einen Krampf im Fuß. Dass ich asexuell bin, dafür gab es schon sehr lange Anzeichen, zum Beispiel, dass ich Anspielungen oder Zweideutigkeiten lange Zeit nicht gerafft habe. Das musste ich Stück für Stück erlernen, damit ich mich bei Gelegenheit für normal ausgeben kann, denn Sex kann eine gute Möglichkeit sein, um Leute kennenzulernen. Also Asexualität heißt nicht Impotenz, aber Lust oder Verlangen ist mir praktisch unbekannt, deshalb ist die ganze Sache von meiner Seite durchzogen von Berechnung und Hintergedanken, darum lasse ich es sein. Es würde am Ende nur verletzen, habe ich bemerkt.

christianoliff Avatar
christianoliff:#12780

>>12774
Interessant. Selbstsäge.

rohan30993 Avatar
rohan30993:#12799

Ich habe keine Ahnung, aber frage mal:

Ist da Hefe im Würfel von Mekka?

cat_audi Avatar
cat_audi:#12800

>>12799
Du meinst die Kaaba? Der Würfel von Mekka IST Hefe. Das Stück Komet, was da drin verehrt wurde, haben vier Sauna-Besitzer aus Helsinki an sich genommen.
Das mystische Kometenstück erwärmt nun kostensparend alle finnischen Saunen. Der Saunavorsitzende Akki Tampalukaainen ist sehr über diese Entwicklung erfreut.
Einige Journalisten fragten Tampalukaainen, ob er einen Unterschied zwischen der traditionellen und der Kometensauna-Wärme erkennen könnte. Er antwortete, dass er das nicht wissen könne, weil er als Saunavorsitzender nur vor einer Sauna sitzen darf. Ein Passant hörte, wie der Finne dies sagte und weil er vermutete, es könnte ein verunglückter Worwitz sein, begann er, seinen Hals mit einem Brotmesser anzusägen.
Währenddessen kaufte sich Erich Honecker ein Warndreieck für sein Bad.

nelshd Avatar
nelshd:#12803

>>12800
Der letzte Satz ist zu viel. So wird es von eskalierender Absurdität zu "*göffel hochhalt* lel so randumb". Aber schon ziemlich gut, nur zu viel. Du erwartest hier etwas Absurdes? Zu schade, dass hier nur ein regulärer Spoilertext ist. Baka.

t. lyrik rezension pro

mbilderbach Avatar
mbilderbach:#12804

>>12803
Wenn du mal einen Sohn hast und der bei Regenwetter durch die Pfützen zu laufen pflegt, solltest du am besten mal vorher planen, wie ihr das regelt, wenn er Pfützen auslässt oder sogar mehrmals in eine Pfütze tritt.
Du hast dann zwei Möglichkeiten: Du beobachtest, in welche Pfützen er tritt und welche er auslässt.
Für jede Pfütze in die er nicht tritt, weil sie etwa nicht direkt auf dem Weg liegt, sagst du dir in Gedanken: 1 im Sinn. Und so immer eins mehr für jede Pfütze.
Wenn sich der Weg dann dem Ende neigt, wirfst du deinen Sohn so oft in die letzte verfügbare Pfütze, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben.
Falls die Pfütze dabei, weil es etwa zwischendurch aufhört zu regnen, verschwindet, sprich leer wird, solltest du sie mit beigeführtem Wasser so oft wieder auffüllen bis du die entsprechende Anzahl von Pfützenwürfen erledigt hast.
Die andere Möglichkeit ist, dass du dich einfach benimmst wie ein sogenannter normaler Mensch. Aber jetzt, da du die erste Möglichkeit kennst, wirst du in Zukunft immer mit knirschenden Zähnen herumlaufen. Irgendwann wirst du die Beherrschung verlieren und den kleinen Hund einer in der Nähe befindlichen alten Dame an der Leine umherwirbeln.
Es ist nicht einfach zu sagen, wie oft man bei Regen in eine Pfütze treten sollte.

bagawarman Avatar
bagawarman:#12805

>>12700
Übrigens, wer Charms mag, sollte mal Julio Cortazars Geschichten der Cronopien und Famen lesen. Sehr schön ist die darin enthaltene Anleitung zum Besteigen einer Treppe.

ffbel Avatar
ffbel:#12807

>>12804
Das Beste soweit.

itskawsar Avatar
itskawsar:#12845

Bevor das Stück, das Leben genannt wird, auf die Bühne gebracht wurde, gab es eine Besprechung. Diese Besprechung schlug kleine Zusätze vor rechtfertigte den Einsatz bestimmter Einzelheiten in kurzen Worten:

Man sollte für langweilige, dumme und unsichere Menschen, die niemand mag, die aber trotzdem Bestätigung suchen, Tiere heranzüchten, die ihnen als Prothese für ihr mangelhaftes Selbstwertgefühl dienen.

So wurde der Hund geschaffen.

Wäre es nicht lustig, ein MIttel der Verständigung zu erfinden, mit dem man seine Wirklichkeit einordnet und deutet, doch der Witz daran ist, dass dieses Mittel einen schnell glauben lässt, dass nur das wirklich ist, was man durch dieses Mittel darstellen kann?

So wurde die menschliche Sprache erfunden.

Warum pflücken wir nicht die Blätter einer Pflanze, trocknen und zerhacken sie, träufeln sie in ein dünnes Stück Papier, drehen dies zusammen, zünden es an, ziehen an der gefüllten Papierrolle und inhalieren die so entstandenen Dämpfe?

So erfand man den Vorwand, den Männer zum Verlassen ihrer lästigen Frauen anwenden können.

Hat schon einmal jemand daran gedacht, dass zwei Lebewesen sich zeitweise vereinigen könnten, um wie beim Stuhlgang oder Uriniren Flüssigkeiten gezielt zu verlieren und aufzunehmen? Der besondere Reiz würde darin liegen, dass die Lebewesen mit unterschiedlichen Vorstellungen in diese Vereinigung einwilligen und sich deshalb höchstwahrscheinlich danach schlechter fühlen als zuvor?

So wurde die Möglichkeit zum Erwerb von Geschlechtskrankheiten erfunden.

Wie wäre es, wenn diese Lebewesen namens Mensch ihre Aufmerksamkeit, das heißt, ihr Ego, mit ihrem echten Sein verwechseln würden? Das hätte doch Potenzial?

So wurde das Spiel erfunden.

adhiardana Avatar
adhiardana:#12865

>>12845
>So wurde das Spiel erfunden.

Und bei Pascal sieht man dann, wie weit man das treiben kann.

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leandrovaranda:#12939

>>12700>>12700
Auf einem fernen Planeten trafen sich eines Abends einige Freunde, um eine neue Droge auszuprobieren. Die Droge nannte sich in ihrer Sprache Örtschelpryff und bestand zum großen Teil aus versteinerten Kotbröckchen des ersten Hundes im Weltraum, Laika.
Die Freunde trafen sich in ihrem Haus, ein achteckiger Bau mit breiter Kuppel und blumenbepflanzter Fassade. Anta'irh, der Älteste der Gruppe, brach ein paar Stückchen Örtschelpryff ab und träufelte sie gleichmäßig in die Iridiumpfeifen seiner Freunde. Für gewöhnlich rauchen die Bewohner dieses Planeten ausschließlich Magnesium, was ihre Körper sehr leicht macht und oft vom Boden abheben lässt.
Der Jüngste der Gruppe war Frunaf-ef-Ay-krtkrtr, oder auch Krtkrtr genannt, nach dem Geräusch benannt, das er macht, wenn seine Eltern ihn in die Dodo-Transportbox stecken und er mit seinen ungeschnittenen Krallen im Inneren herumkratzt.
Krtkrtr erwärmte den versteinerten Dung, der langsam Dämpfe abzugeben begann. Er nahm einen tiefen Zug und lehnte sich zurük, denn schon spürte er, wie sein Geist seinen Körper verließ.
Er fühlte sich transportiert in eine andere Welt, in ein Land, in dem matschige Wesen auf motorisierten Fahrzeugen durch die Gegend fuhren, unfreundlich und mürrisch. Er war offenbar in einer Art galaktischer Freakshow gelandet, die er nun wie in einem Klartraum frei beobachten konnte.
Schnell fand er heraus, dass der Planet, auf dem sein Geist sich befand, Erde genannt wird. Er musste lachen, denn es gab in seiner Sprache auch ein Wort, doch bedeutete es: geschmolzenes Nashornküken, das rückwarts durch einen Kaffeefilter uriniert. Das Land das er sah, nannten die Wesen, die er sah, Junai Tätts Tehts, was in seiner Sprache bedeutet: Bitte erklären Sie mir in verständlichen Worten, wie man scheißt.
Krtkrtr sah viele sehr unterhaltsame Dinge, unter anderem auch Wesen, die selber Drogen nahmen und andere Planeten besuchten. Es gab Geschöpfe, die ritten auf grünen Reptilien und hantierten mit vorsintflutlichen Feuerwaffen. Lustig fand Krtkrtr auch, dass es in diesem Land Veranstaltungen gab, in denen der Nachwuchs der Matschwesen mit Kosmetik und Kleidern für eine Art Schönheitswettbewerb hergerichtet wurde. Je grotesker die Kinder der Matschwesen dabei aussahen, desto eher hatten sie Chancen auf den ersten Preis. Krtkrtr erfuhr auch, dass auf diesem Planeten Fortpflanzung und körperliche Nähe noch ein großes Ding war, obwohl die Geschöpfe sehr komische Bräuche hatten. Sie versteckten sich zumeist in ihren Häusern und betrachteten auf Bildschirmen, wie sich andere Geschöpfe im Liebesakt ergingen, während sich das Geschöpf vor dem Bildschirm dabei selbst berührte. In der Öffentlichkeit aber schien es verboten sein, diesen Dingen nachzugehen.
Krtkrtr verwandelte sich zur näheren Erforschung dieser Welt in eines der Matschwesen und erfuhr, dass die ausgewachsenen Matschwesen langsam vergammelten und zwischen fettiger Nahrung und unwirksamer Medizin, die sie noch fettiger und matschiger werden ließen, fortwährend in einem possierlichen Zustand zwischen Leben und Tod schwebten. Der Nachwuchs der Matschwesen hingegen wurde für alles bestraft, was sich nur erdenken ließ, unter anderem dafür, gegenseitig Bilder von ihren unbedeckten Matschkörpern zur gegenseitigen Erregung und Anerkennung zu schicken. Das Land der Matschwesen, das erstaunte Krtkrtr, war das mächtigste dieses ganzen Planeten, was es durch Gewalt und das maßlose Drucken des eigenen Geldes erreicht hatte. Die Matschwesen waren richtig heiß auf schwarzen Schlick, mit dem sie ihre stinkenden Fahrzeuge befüllten, die bedeutend weniger stanken als sie selbst.
Auf einmal, Krtkrtr merkte dass der Drogentrip bald zu Ende sein würde, erschien ihn ein engelhaftes Wesen.
Es sprach mit einer betörenden Stimme, die sehr kehlig und schnarrend klang, seine Haare waren von einem glänzenden Schuhcreme-Schwarz und es besaß einen sehr zarten kleinen schwarzen Bart direkt unter seiner Nase. Chöre von himmlischen Heerscharen flankierten die Erscheinung, die imposant und gleichzeitig tragisch anmutete.
Die engelhafte Erscheinung bedeutete Krtkrtr, noch ein letztes Mal diesen Planet von fern zu betrachten, während sie eine Träne vergoß.
Krtkrtr erwachte wieder neben seinen Freunden. Nun wusste er, die Märchen waren alle wahr: die Hölle existiert.

joki4 Avatar
joki4:#13009

>>12939
Okay, da jetzt den philosophischen Inhalt herauszufischen scheint mir nicht besonders erfolgversprechend ...

jonkspr Avatar
jonkspr:#13010

>>13009
> Säge vergessen

slaterjohn Avatar
slaterjohn:#13037

>>12939
Richtig bekackt. Ich höre zurzeit Sci-fi Hörspiele aus den 70ern und sogar wenn man deinen Text angesichts dessen relativ setzt ist es noch generisch.

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