Krautkanal.com

Veröffentlicht am 2016-04-18 19:20:41 in /ph/

/ph/ 13930: Habe noch nie verstehen können, dass die meisten M...

orkuncaylar Avatar
orkuncaylar:#13930

Habe noch nie verstehen können, dass die meisten Menschen an eine "Seele" glauben, die u.U. unsterblich sein soll. Sogar solche, die überhaupt gar nicht religiös sind, können sich eine Seele vorstellen.

Wieso glauben manche Leute an sowas?
Wissen die nicht, dass zwar Körper und Geist existieren, aber der Geist eigentlich auch nur ein Teil des Körpers ist?
Es existiert also eigentlich nur der Körper. Mens sana in corpore sano.

Wohin also mit eurer verfickten scheiß Seele? Ist sie etwa nur ein altägyptisches Hirnkonstrukt? Wegen eines vermeintlichen Lebens nach dem Tode, das in Wirklichkeit überhaupt gar nicht existiert?

agromov Avatar
agromov:#13931

>>13930
>Wissen die nicht, dass zwar Körper und Geist existieren, aber der Geist eigentlich auch nur ein Teil des Körpers ist?

Ist das so?

>Wegen eines vermeintlichen Lebens nach dem Tode, das in Wirklichkeit überhaupt gar nicht existiert?

Ist das so?

terpimost Avatar
terpimost:#13932

man könnte die seele ja als abdruck in der zeit besser als schmetterlingseffekt des eigenen seins in der zukunft betrachten

das sein ist also der schmetterling und der unaufhaltsame tornado der nach dem sein eintritt ist die unsterbliche seele

ademilter Avatar
ademilter:#13934

Ist für mich eher ein Manifest des Willens zum Leben. Ein Mensch versucht dadurch, seine eigene Sterblichkeit mental zu umgehen, beziehungsweise zu leugnen.

gretacastellana Avatar
gretacastellana:#13935

>Habe noch nie verstehen können

weil du ein spast bist

leelkennedy Avatar
leelkennedy:#13936

>>13935
alles nur die fehlende bildung empathie

madhan4uu Avatar
madhan4uu:#13938

Der Mensch wird geboren. Seine Sinne beginnen sich zu regen. Unreflektiert zwar, doch sinnlich ist die Außenwelt als Akteur wahrnehmbar, die Mutter etwa. Instinkt ruft und Mutter kommt, befriedigt, beglückt.
Die Entwicklung schreitet voran. Es entsteht ein Verhältnis der Gegenüberstellung: erkanntes Ich, d.h. meine Gefühle, meine Bewegung, mein Leib; erkanntes Du, Es, das Andere, die umgebende Welt. Aus dem erkennenden Schauen, das sich durch die kontinuierlichen Zeit, das immer währende Jetzt, doch auch erinnernd an durchlebte Veränderung, bewegt, erwächst das Gefühl eines Selbst, der Seele, dem, was ich für mein Ich halte, dem mit und in mir geborenen, beständigem: meine Essenz.
Die Frage: Woher komme ich/mein Ich? ist naheliegend.
Zweierlei dazu: Was wir als Ich wahrnehmen, unser Selbst, ist eine Struktur gebildet aus unserer Lebenserfahrung. Der Mensch ist so gut ein Tier wie jedes andere, doch: wir erkennen die Welt, erkennen: wir nehmen uns als gegenübergestelltes Einzelwesen wahr, körperlich begrenzt, unser Geist an den Körper gebunden, mit Erinnerung begabt, Betrachter und Mitfühler, Schöpfer. Durch unsere, dem Tiere fehlende, Getrenntheit von der Welt wird die Welt erst zu einem wahrnehmbaren Objekt, in das wir gesetzt sind. Die Wahrnehmung der Welt ist unser Selbst, die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt. Mit dem Tod endet diese. Es geht nichts in uns verloren, es endet eine bis dahin kontinuierliche bestehende Wahrnehmung.
Jedoch, als Einzelwesen mit erkennendem Bewusstsein bleiben wir stets Teil des Kosmos, der alles Seiende und Nicht-Seiende umfasst und durchfließt. Wir sind der sich selbst erkennende Kosmos und ewig. Nicht im Sinne einer Persönlichkeit, die ewig besteht, so ein Ding existiert nicht, sondern als Teil des Ganzen, in den wir aus unserer vereinzelten Wesenheit wieder eingehen durch den Tod.

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

doronmalki Avatar
doronmalki:#13939

>>13938
Sehr schön, Bernd. Danke.

Neuste Fäden in diesem Brett: