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Veröffentlicht am 2015-02-14 12:20:11 in /prog/

/prog/ 6623: In einer Dekade werden Menschen ohne Programmierkenntni...

sava2500 Avatar
sava2500:#6623

In einer Dekade werden Menschen ohne Programmierkenntnisse auf die gleiche Weise gesehen wie heutzutage Analphabeten. Discotiert!

ryanjohnson_me Avatar
ryanjohnson_me:#6624

Mach mir eher Sorgen, dass die Inder Deutsch lernen

grantrobinson Avatar
grantrobinson:#6625

>>6623
>>6624
Es gibt begründete Sorgen. Diese beiden Beiträge gehören jedoch nicht dazu.

jffgrdnr Avatar
jffgrdnr:#6629

Eimfach nein. Allerdings wird Programmieren sicher irgendwann so leicht wie normales Schreiben. Aber nicht in 10 Jahren. Die kapitalistische spaltung des Marktes verhindert nämlich eine effektive Bildung von Standards.

fritzronel Avatar
fritzronel:#6638

>>6629
>einfaches Schreiben

Nun, viele Leute bekommen nicht einmal jenes auf die Kette.

ritapetrilli87 Avatar
ritapetrilli87:#6639

>>6638
Ist das jetzt ernst gemeint oder nur ein kantiger Spruch?

thehacker Avatar
thehacker:#6641

>>6623
> In einer Dekade
Ach, Bernd. Den Spruch durfte ich mir schon als blutiges Zehnalter anhören. Auch:
> Schulkinder bekommen alle einen Klapprechner
Mittlerweile:
> Schulkinder bekommen alle ein Tablett
Tatsächlich, als Bernd selbst noch Schulkind war, durfte er in der Lesefibel etwas über die Zukunft lesen. Darin hieß es:
> Kinder lernen in der Schule ihre Matheaufgaben in Lochkarten zu stanzen, um den zentralen Schulrechner damit zu füttern
Merkst du, wie der Anspruch fällt?
Wenn Programmiersprachen einmal Allgemeinwissen sind, werden sie vermutlich so mächtig wie die Skype-PSS API sein.

superoutman Avatar
superoutman:#6642

>>6639
Es ist ernst gemeint.

Bernd redet hier natürlich nicht von vollständigem Analphabetismus, sondern von grammatischen Schwächen, wie sie weit verbreitet sind.

to_soham Avatar
to_soham:#6649

>>6642
Grammatikalische Schwächen, hm? Schönes Beispiel.

solid_color Avatar
solid_color:#6650

>>6649
Meinten Sie Schwächen in der Sprachlehre?

areus Avatar
areus:#6665

>>6629
>Allerdings wird Programmieren sicher irgendwann so leicht wie normales Schreiben.
Glaube ich nicht dran. Das Schwierige am Programmieren ist nicht die Syntax oder die Werkzeuge, sondern es ist, im Kern, zu wissen, was man eigentlich will. Man kann es so sehen: Das Programm selbst ist seine detaillierteste Spezifikation.

jimmywebdev Avatar
jimmywebdev:#6666

>>6665
Kommt auf die Komplexität an. Programmieren fängt ja bei Tabellenkalkulation oder dem Zusammenklicken von Sharepoint-Workflows an. Auch wenn ich nicht verstehen kann, inwiefern das Zusammenklicken einfacher sein soll als ein paar Zeilen zu schreiben...

cheezonbread Avatar
cheezonbread:#6667

>>6666
>Auch wenn ich nicht verstehen kann, inwiefern das Zusammenklicken einfacher sein soll als ein paar Zeilen zu schreiben...
Ist doch klar, wenn man es "zusammenklickt" hat man die Optionen zur Auswahl, während man beim Schreiben das Wissen darüber anderweitig besorgen muss.
Je einfacher ein System ist, desto überlegener ist das "Zusammenklicken".
Da das Programmieren ständig vereinfacht wird und es meist nur wenige beste Lösungen für ein Problem gibt, werden "Zusammenklick"-Lösungen sicher weiterhin an Relefanz zunehmen.

kreativosweb Avatar
kreativosweb:#6669

>>6667
Also ich wage zu behaupten, dass das Zusammenklicken meist viel komplizierter als das einfache Programmieren ist. Zumindest hier im SAP-Umfeld. Wenn du objektorientiert, prozedural und funktional programmieren kannst, kannst du eigentlich innerhalb kürzester Zeit jede neue Programmiersprache lernen. Die Zusammenklick-Lösungen unterscheiden sich so stark, dass du nicht vernünftig abstrahieren kannst, und du einen riesigen Aufwand hast, die beschissenen Zusammenklick-Lösungen zu lernen. Soll heißen: Wer programmieren kann, kann auch woanders programmieren. Wer zusammenklicken kann, kann nicht woanders zusammenklicken.

i_ganin Avatar
i_ganin:#6670

>>6669
> Soll heißen: Wer programmieren kann, kann auch woanders programmieren. Wer zusammenklicken kann, kann nicht woanders zusammenklicken.

alexcican Avatar
alexcican:#6672

was einen Menschen gegenüber den Tieren so besonders macht ist seine Fähigkeit sich zu spezialisieren. Es bringt nichts, alle Menschen gleich zu schalten und von allen gleiche Fähigkeiten abzuverlangen.

enjoythetau Avatar
enjoythetau:#6676

Meine Vorstellung, wie sich das Programmieren entwickelt: Maschinensprache zu kompliziert --> Assembler ---> immernoch zu kompliziert --> ... --> "höhere" Programmiersprache --> Zu viel Getippe --> Zusammenklicken von Programmbestandteilen in Form von Blöcken, Selektionen und Iterationen --> Einbeziehen von Sprache und Gestik --> Verbales "Zusammenklicken" bzw. mit Hilfe von Gestik und Mimik...
Es wird auch beim "Zusammenklick Framework" immer verschiedene Standards geben.

intertarik Avatar
intertarik:#6677

>>6649
>>6650
Eigentlich ist es ein ziemlich behindertes Beispiel, denn grammatisch heißt in jenem Kontext, dass die Grammatik scheise is, nicht der Sprecher.

Was ja stimmt.

itsracine Avatar
itsracine:#6678

>>6676
Das Problem ist, dass selbst wenn man auf höchster Abstraktionsebene arbeitet, man trotzdem über die niedrigeren Schichten bescheid wissen muss. Sonst ist auf einmal der Stack voll, oder es kommen irgendwo Speicheradressen vor, Dinge sind superlangsam, usw.
Höhere Abstraktionsebenen erlauben simpelste Nutzung auch ohne wirkliche Kenntnisse. Richtig nützlich sind höhere Abstraktionsebenen aber nur für Programmierer, die auch wissen wie diese Abstraktionen funktionieren.

zacsnider Avatar
zacsnider:#6679

>>6669
>Wer programmieren kann, kann auch woanders programmieren. Wer zusammenklicken kann, kann nicht woanders zusammenklicken.
Das sehe ich nicht so. Die Konzepte, du nanntest ja einige, sind doch die selben.

IDEs sind ja auch nur deshalb so beliebt, weil man dort mehr Zusammenklicken kann statt es alles selbst zu schreiben.

Das Vorgehen ist dem reinen Schreiben einfach überlegen.

cmzhang Avatar
cmzhang:#6680

>>6679
>IDEs sind ja auch nur deshalb so beliebt, weil man dort mehr Zusammenklicken kann statt es alles selbst zu schreiben.

Bullshit. Es geht nicht um GUI-Builder.
IDEs sind in erster Linie deshalb so beliebt, weil sie - wenn gut gemacht - mehr über über den Code wissen. Da kann kein Editor-Plugin mithalten.

heikopaiko Avatar
heikopaiko:#6681

>>6680
Ein Makefile kann auch viel über den Code wissen und haufenweise Funktionalität integrieren, das ist nicht der Punkt. Die IDE erlaubt es aber das Wissen mit ein paar schnellen Klicks anzuwenden statt ellenlange Zeilen zu schreiben.

350d Avatar
350d:#6682

Um noch mal auf OPs ursprüngliche Frage zurückzukommen.
Vermutlich wird es in zehn Jahren tatsächlich sehr nachteilhaft sein, wenn man überhaupt nicht programmieren kann. Zumindest in Jobs, bei denen man im Büro sitzt. Aber mehr als ein bisschen Excel-Formeln zusammenbasteln oder Workflows zusammenklicken wird man wohl in den meisten Fällen nicht benötigen. Kann ich mir zumindest nicht vorstellen. Wenn man allerdings in etwas gehobeneren Kreisen verkehrt, also z.B. Ingenieure ist, Biologe, BWLer, und man nicht nur Verwaltungsaufgaben verrichtet sondern evtl. auch etwas forschen oder erschaffen muss, wird jemand, der gut mit Python (oder was in zehn Jahren auch immer gerade hip sein wird) umgehen kann definitiv größere Chancen haben - vielleicht sogar so viel größer, dass man ohne diese Skills praktisch keine Chancen mehr hat, eine Stelle zu bekommen (Außer man gleicht das durch Koryphäenstatus wieder aus).
Angenommen, Cloud wird sich wirklich durchsetzen - welche Firma wird dann, abgesehen von technischem Support, noch ITler beschäftigen, denen man zwischendurch mal auftragen kann, den irgendwie zusammengerotzten Algorithmus schnell mal in Sprache X umzusetzen? Und ein bisschen GUI und anderes nützliches Zeug drumrumzubauen, damit die Erschaffer des Algorithmus damit arbeiten können?

jonkspr Avatar
jonkspr:#6683

>>6681
>Die IDE erlaubt es aber das Wissen mit ein paar schnellen Klicks anzuwenden statt ellenlange Zeilen zu schreiben.
Ich weiß nicht, was du meinst. Gib mal ein paar Beispiele, wie du in IDEs was zusammenklickst.

Ich benutze IDEs gerne, weil sie repetitive Arbeit abnehmen. Also zum Beispiel Refactoring, Methoden/Variablen extrahieren, umbenennen, etc. Oder einfach nur um die ganzen geschweiften Klammern für mich zu setzen.

Das alles bringt einem aber absolut gar nichts, wenn man nicht programmieren kann. Die ganzen Dinge, die IDEs machen, kann jeder schlechte Programmierer selbst machen, sie sind nur nervig, kosten Zeit und werden daher über die IDE beschleunigt.
Außerdem klicke ich nicht, sondern benutze die Hotkeys.

baluli Avatar
baluli:#6684

>>6681
>Ein Makefile kann auch viel über den Code wissen

Nein kann es nicht, da dort kein Parser + statische Analysetools eingebaut sind.

a_harris88 Avatar
a_harris88:#6686

>>6684
Klar kann man das einbauen.

mwarkentin Avatar
mwarkentin:#6688

>>6683
Sind doch prima Beispiele die du da hast. Rechtsklick auf die Datei, Umbenennen, gegebenenfalls anklicken welche Klassen usw. mit einbezogen werden sollen. Alles Klickerey.

>Das alles bringt einem aber absolut gar nichts, wenn man nicht programmieren kann.
Selbstverständlich. Dass Rumklicken heißt man könne nicht programmieren halte ich für Unfug. Dabei handelt es sich ja nur um eine Eingabemethode.

sindresorhus Avatar
sindresorhus:#6692

>>6686
Man kann alles bauen, wenn man genügend Manneskraft hat, es ist nur nicht unbedingt besonders schlau.

splashing75 Avatar
splashing75:#6694

Wenn's vernünftig gebaut ist, braucht man es idR nicht nochmal bauen, also wäre es auch möglich, in ein paar Dekaden ohne Programmierkenntnisse in der Bevölkerung auszukommen.

karalek Avatar
karalek:#6727

In a decade the tech world will be so swamped by shitty coders that developing your programming skills will be futile.

layerssss Avatar
layerssss:#6729

In zehn Jahren werden Programmierer die gesellschaftliche Elite stellen.

Damals™ musste man noch Elektriker sein, um einen Computer zusammenzubauen und/oder benutzen zu können. Etwas später musste man dann nur noch programmieren können. Mit DOS war das dann auch nicht mehr nötig, maschinennahe Programmierung war aber immer noch sehr zugänglich. Seit 3.1 kommt man unter Windows nicht mehr in den Real Mode, irgendwann kam dann auch noch Codesignierung für Kernelmodule dazu. Viele Schlaufons booten nur signierte Kernel, und offene Gerätetreiber gibt es da sowieso nur eingeschränkt. Auch Usermode-Code kann man offiziell unter iOS und Windows Phone nur über einen Walled Garden verteilen. Und dank ÜFI mit Secure Boot und dem Einzug von Appstores bekommen wir die Scheiße langsam aber sicher auch auf unseren PCs.

Spätere Generationen werden nicht mehr ohne weiteres eigenen Code ausführen können, wenn sie nicht gerade für Google, Apple oder Microsoft arbeiten. Und wer dann trotzdem noch die Möglichkeit hat, Programmieren zu lernen und es auch zu tun, der hat es im Leben geschafft.

Neuste Fäden in diesem Brett: