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Veröffentlicht am 2014-09-23 14:23:55 in /r/

/r/ 1355: Die Religion der Liebe

kennyadr Avatar
kennyadr:#1355

Es muss ein eigentümliches Verlangen für die Menschen sein, sich fort und fort verdummen, verkaufen, vernichten zu lassen: für das Vaterland, den Lebensraum, die Freiheit, für den Osten, den Westen, für diesen und für jenen Herrn, am meisten aber für die, die Gott stets so sicher mit ihrem Vorteil verwechseln und ihren Vorteil mit Gott, die so zielstrebig dem Tag dienen, doch die Ewigkeit nie aus den Augen verlieren, die im Frieden den Frieden propagieren und im Krieg den Krieg, und beides mit gleicher Überzeugungskraft und gleicher Perfektion: da das Christkind, dort die Kanonen; da die Bibel, dort Pulver; da «Liebet einander», dort «Bringt sie um, Gott will es». «Sie haben geschworen, sie müssen gehorsam sein!» Sie müssen verrecken, sobald ein Haupt- und Staatsverbrecher es befiehlt, zu Tausenden, zu Hunderttausenden, zu Millionen. Ja, es muss ein eigentümliches Vergnügen sein, von Jahrhundert zu Jahrhundert im Blut der Menschheit zu schwimmen und Halleluja zu rufen! Es muss ein eigentümliches Vergnügen sein, fast zwei Jahrtausende hindurch zu lügen, zu fälschen, zu täuschen. Es muss ein eigentümliches Vergnügen sein, über Äonen, über alle Zusammenbrüche, alles große Völkernasführen und Völkerruinieren hinweg die Heuchelei zur Kunst aller Künste zu machen und sie fort und fort zu sanktionieren – auf dass es einem wohlergehe und man lange lebe auf Erden.

Wo sonst noch gibt es diese atemverschlagende Mischung von Wolfsgeheul und Friedensschalmei, Weihnachtsbotschaft und Scheiterhaufen, von Heiligenlegende und Henkersgeschichte! Wo sonst dieses allumfassende Liebespalaver und den praktisch alles verschlingenden Haß! Wo sonst eine Religion, die aus Liebe tötet, aus Liebe foltert, aus Liebe raubt, erpresst, entehrt, verteufelt und verdammt! Es wurde die große, die weltbeglückende Praxis des Christentums, die grassierende Pest der Jahrtausende. Mit einem Wort: Das Christentum wurde der Antichrist. Jener Teufel, den es an die Wand malte: er war es selber! Jenes Böse, das es zu bekämpfen vorgab: es war es selber! Jene Hölle, mit der es drohte: sie war es selbst! Von allem Schlimmen wurde es das Schlimmste: Nicht weil andre minder schlimm gewesen, sondern weil sie’s nicht so lang sein konnten, nicht so intensiv, weil sie nicht solche Macht über das Volk gewannen, das sich mit Hokus und Pokus, Latein und Lügen, mit pastoralem Pathos, den Gesten der Heiligkeit, den Schrecknissen und Süßigkeiten des Jenseits verzücken und bestürzen und zu jedem Verbrechen hinreißen ließ, geschah es nur in Gottes (und ihrem) Namen, der alles erlaubte, alles erleichterte, alles ermöglichte, indes man sich selber die Hände in Unschuld wusch, die eigene Haut sicherte, den eigenen Säckel füllte und lehrte: «Sammelt nicht Schätze auf Erden», «Richtet nicht», «Liebet einander», «Tut Gutes denen, die euch hassen». Sie taten Böses jenen, die Jesus liebten, die seine Gebote befolgen wollten, sie rissen ihnen die Zungen, die Augen aus, zertrümmerten ihre Gebeine, sie begruben sie lebendig, sie kreuzigten, verbrannten, mauerten ein Leben lang ein, sie taten ihnen jede Schmach und jede Schande an und jeden Schmerz, sie rächten sich an ihren Kindern noch und Kindeskindern, sie fühlten sich gut und im Recht, sie fühlen sich noch immer so. Und schlugen doch die Menschheit ans Kreuz. Alle für einen? Alle für sie! Seit Konstantin wurden Heuchelei und Gewalt die Kennzeichen der Kirchengeschichte. Wurde Massenmord zur Praxis einer Religion. Einen zu töten war strikt verboten, Tausende umzubringen ein gottgefälliges Werk.

Das Ganze heißt nicht Geisteskrankheit, das Ganze heißt Christentum.

antonyryndya Avatar
antonyryndya:#1357

>>1355
Als ob sich die Leute nicht schon vorm Christentum die Schädel eingeschlagen hätten.
Auch: Die größten Massenmörder des 20. Jahrhunderts waren Atheisten (Stalin und Hitler) also auch das beweist dich falsch.
Das es auch immer Menschen gaben, die das Christentum missbraucht haben ist trotzdem klar. Und jezt?

iamkeithmason Avatar
iamkeithmason:#1358

>>1357
Hitler war bis zum Lebensende Katholik und Stalin Jesuit. Da sieht man wieder welch Lügen du auf den Leim gegangen bist.

aiiaiiaii Avatar
aiiaiiaii:#1359

>>1358
Das Hitler aus strategischen Gründen in der Kirche geblieben ist weiß ich. Aber wie zum Teufel kommst du auf den Unsinn das Stalin Jesuit war?

danro Avatar
danro:#1361

>>1359
Da frag ich mich doch wieviele Atheisten noch so aus "strategischen Gründen" in der Kirche sind, weil sie zb. sonst von Oma enterbt würden und von Vati die Hucke vollkrächten.
Am besten ergurgelst Du Deine Wissenslücken mal selber "Hitler Katholik" "Stalin Jesuit" und "Kirche Faschismus" kann je jetzt nicht so schwer sein, wenn Du nicht weiterkommst helfe ich natürlich gern.

Es sollte hier aber eher um das Gesamtbild gehen und mit welchen Methoden es die Kirche schafft sich solange zu halten und im Hinblick auf ihre Pfründe immer wieder unbeschadet davonzukommen.

Letztlich geht es ja nur ums Geld und Länderein. Hier gab es kürzlich einen Bericht über deren Reichtümer und wie sie versuchen diese vorm deutschen Steuerzahler zu verbergen.
https://www.youtube.com/watch?v=ls9JLs1cIoo

jasontdsn Avatar
jasontdsn:#1362

> 2014
> immer noch an Verschwörungstheorien gegen die Jesuiten festhalten
Guck ”The Mission“ und halt die Messe.

alagoon Avatar
alagoon:#1377

Wie kann man gleichzeitig behaupten sich im Hass anderer zu sonnen und dann selbst (wohlgemerkt als einziger hier) so unglaubliche Mengen an Hass produzieren?
Du sonnst dich höchstens in deinem eigenen, grässlichen Spiegelbild, OP. Mach ruhig weiter aber erwarte nicht, dass jemand deine hässlichen Auswüchse mehr als nur grob überfliegt.

Hier hast du was zum Nachdenken: youtu.be/Me8ncfCgWOI

intertarik Avatar
intertarik:#1385

>>1355
Goethe ließ seinen Mephisto ähnliches erklären:

Von Sonn' und Welten weiß ich nichts zu sagen,
Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen.
Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag,
Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.
Ein wenig besser würd er leben,
Hättst du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben;
Er nennt's Vernunft und braucht's allein,
Nur tierischer als jedes Tier zu sein.

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