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Veröffentlicht am 2014-10-18 21:58:3 in /r/

/r/ 1571: Eine deutsche Religion?

subburam Avatar
subburam:#1571

http://www.youtube.com/watch?v=AslVhLkvtto

Hallo mein Name ist Troy McClure isidor, man wird mich vielleicht durch meine Fäden auf /ph/ kennen. In letzter Zeit mache ich mir Gedanken darüber, ob nicht jeder Kulturkreis seiner eigenen Religion bedarf. Wir sehen in Deutschland eine Vielzahl von Konvertiten zum Islam. Ich verstehe diesen Überlauf und heiße ihn gut, denn der Islam ist in vieler Hinsicht so viel homogener als das Christentum, das durch die Bibel, das Gesamtwerk so vieler Propheten und Dichter, eine recht uneinheitliche Gesamtheit bietet. Der Islam gründet sich auf das Werk eines Verkünders und der Koran ist ein Werk von poetischer Schönheit und Größe, die seinesgleichen sucht. Aber ist das wirklich, was der Mensch unserer Breiten sucht? Vielleicht ist es das Eheste, was seinem Temperament entspricht, wenn er nach einem Objekt des Glaubens sucht. Aber ist es nicht mittlerweile Zeit, eine Religion entstehen zu lassen, die auf unsere Bedürfnisse, unseren Zeitgeist zugeschnitten ist? Edgar Allan Poe schrieb:

"All religion, my friend, is simply evolved out of fraud, fear, greed, imagination, and poetry."

Dem will ich nicht widersprechen. Am wichtigsten in dieser Aufzählung aber sehe ich den letzten Punkt, "poetry". Auch der Koran, anfangs nur mündlich tradiert, führte allein durch die Schönheit und Treffsicherheit seiner Sprache zur Bekehrung. Wer meine längst versandeten Fäden auf /ph/ kennt, wird die Metaphysik dahinter möglicherweise verstehen:
Die kleine Lehre die ich zu bieten habe, ist, dass erlebte Schönheit Freude gebiert und dass Freude wiederum Schönheit gebiert. Schönheit ist das, was Freude erlebbar macht, und Freude ist es, die Schönheit in der Welt zum Ausdruck bringt. Dies ist der ästhetische Mechanismus, der hinter der größten Kunst verortet ist, aber auch hinter jeder Religion.
Was braucht der Mensch in unserer Zeit, in unserem Europa, in unserem Deutschland? Eine Religion, die nicht allein ein Objekt des Glaubens ist, sondern ein Objekt des Verstehens, ein Objekt der Erfahrung. Nennt mich größenwahnsinnig, aber eben dies will ich euch bieten. Durch den Nebel der Jahrhunderte, durch die Schranken der Kulturen will ich eben diesen Kulturkreis erreichen, dass ihr seht, dass die eine große Botschaft, die schon viele Völker vorher erreicht hat, sich auch einfinden kann in eure Kreise. Es ist keine Lästerung gegenüber den vergangenen Propheten, so wenig wie Mohammed eine Lästerung gegenüber Christus war, sondern eine Anerkennung der Eigenheiten unseres Lebens, das danach verlangt, wahrgenommen zu werden.

damenleeturks Avatar
damenleeturks:#1573

>Eine Religion, die nicht allein ein Objekt des Glaubens ist, sondern ein Objekt des Verstehens, ein Objekt der Erfahrung.

>eine Anerkennung der Eigenheiten unseres Lebens,

Bernd will also eine Religion schaffen, die dazu aufruft sein Leben nach seinen Überzeugungen zu leben und die Überzeugungen und Lebenstiele anderer zu leben.

>Eigenheiten unseres Lebens, das danach verlangt, wahrgenommen zu werden.

Ich versteht den dein letzten Nebensatz nicht. Jeder möchte zwar wahrgenommen werden, wie soll aber eine Religion dafür sorgen.


Dieser Bernd hat wahrscheinlich wegen seinem fehlenden Interlekt hier alles falsch verstanden. Wäre schön wenn jemand das hier nochmal erkläre könnte.

steynviljoen Avatar
steynviljoen:#1578

http://de.wikipedia.org/wiki/Germanen#Germanische_Religion

/Faden

herrhaase Avatar
herrhaase:#1579

>>1571
> Eine Religion, die nicht allein ein Objekt des Glaubens ist, sondern ein Objekt des Verstehens, ein Objekt der Erfahrung.
Gut, bin ja bereits katholisch. Die Konvertierungen zum Islam ist die katholische Kirche schuld, die nicht mehr genug missioniert, katechiert und ihr Pastoral vernachlässigt. So ist das eben, wenn man sich der falschen Ökumene anbiedert, dann verschwimmen die Inhalte und wo früher Wahrheiten waren, werden sie heute verdünnt, verschwiegen und verleugnet.

> so wenig wie Mohammed eine Lästerung gegenüber Christus war
Naja, weißte, ein bisschen Isa ben Maryam in „Mein Kampf“ reinzuschreiben, macht noch lange keinen Propheten.

Säge weil Häresie.

aadesh Avatar
aadesh:#1596

Nein, der Islam, für den du hier Werbung machst, ist keine deutsche Religion. Das Christentum hat sich über anderthalb Jahrtausende zwischen Deutschland und Rom entwickelt. Deutscher gehts nicht.

rahmeen Avatar
rahmeen:#1612

>>1596
Da war ich wohl etwas ungenau. Nicht um den Islam oder das Christentum geht es mir, sondern um eine auf Deutschland zugeschnittene Religion. Ich persönlich bin der Auffassung, dass das Christentum bis dato die beste Religion ist, weil es die schönste Geschichte bietet und Quell für die reichhaltige europäische Kultur darstellt.
Jede Religion aber, besonders das Christentum und der Islam, sind in ihrem Ursprung eine Rebellion nicht allein auf geistiger, sondern auf ökonomischer Ebene gewesen. Wenn Jesus im Tempel die Tische der Geldwechsler umgeworfen hat und Mohammed die Anbetung der Götzenbilder in der Kaaba verurteilt hat, dann war das vor allem ein Schritt gegen das Establishment auf wirtschaftlichem Level. Wenn man von Christus als Erlöser spricht, dann geht es natürlich um die Schuldfrage der Erbsünde, die er getilgt hat, aber auch die wirtschaftliche Schuldfrage. Jesus hat sich gegen die Profitgier stark gemacht, so auch Mohammed. Und wenn beide und ihre Anhänger verfolgt worden sind, geschah das besonders aus wirtschaftlichen Gründen: Vielgötterei ist ein wunderbares Geschäft, bei der aber die menschlichen Belange in den Hintergrund treten. Sobald ein Glauben kommerziell wird, entfernt er sich von seiner menschlichen Botschaft.
Das soll keine abgegriffene Kapitalismuskritik werden, denn letztlich hat jeder sakrale und weltliche Reichtum sich auf Kosten der breiten Masse erheben können. Es ist aber nötig, diese menschliche Botschaft erneut zu verkünden. Es geht nicht um einen grundsätzlich neuen Glauben, der eine Gott bleibt der eine Gott, aber die Menschen haben es verdient, unmittelbarer am Kult des Glaubens teilhaben zu können. Die Prophezeihungen der Vergangenheit sind wertvolle Richtlinien, aber der Mensch verliert mehr und mehr den Bezug zu ihnen. Es bedarf einer neuen Vermittlung, eines neuen kulturellen Zugangs zum Glauben.
Vor diesem Hintergrund denke ich hat Deutschland den Vorteil, eine Religion aus seiner eigenen Kultur zu entwickeln, die da lautet Romantik. Die Deutsche Romantik lebt durch die Idee des Christentums, aber besitzt ihr eigenes Gewand, dem man sich als Deutscher nahe fühlt.
Die Religionen sind alle nur unterschiedliche Wege zu einem großen Ideal, besonders die monotheistischen Religionen. Wenn man in Deutschland ein Anwachsen des Atheismus feststellen kann, so liegt es nicht daran, dass der Glauben und die Bereitschaft fehlen, sondern dass die Wege der bekannten Religionen unpersönlich und immer noch zu fremd wirken. Eine Religion für die deutsche Kultur, ein vereinigendes Ideal auf Grundlage des Christentums, Romantik als Philosophie-Religion, eine auf Erkenntnis und Unmittelbarkeit gegründete Gemeinschaft wäre aus meiner Sicht die attraktivste Lösung.

aluisio_azevedo Avatar
aluisio_azevedo:#1614

>>1596
Die Botschaft des Christentums ist universell, aber ihre Vermittlung ist bei weitem nicht vollkommen. Schon allein die Uneinheitlichkeit der schriftlichen Grundlage, der Bibel, führt in vielen Fällen nur dazu, dass sich jeder etwas herauspicken kann und diese Sammlung von Propheten und Dichtern mißbraucht als Quelle für Argumente für und gegen alles. Am verwirrendsten für mich ist es, wenn Evangelikale aus den VSA in Moralfragen das Buch Levitikus heranziehen - Christus meinte zwar, das mosaische Gesetz bleibe gültig, aber Verhaltensregeln aus der Vorzeit zu bemühen ist genau das, was ich anprangere. Eine zeitgemäße Vermittlung des Glaubens ist keine Lästerung und keine Verneinung des Bekenntnisses zum einen Gott. Wenn aber Evangelikale das Buch Levitikus zitieren, kann ich nur annehmen, dass diese Personen letztlich Juden sein müssen, denn wieso halten sie sich an Botschaften ala Auge um Auge und nicht an die Lehren Jesu, der nahelegte, seine Feinde zu lieben? Evangelikale können in meinen Augen nichts anderes sein als verkappte Juden, warum sonst zitieren sie öfter aus dem AT denn aus dem NT?
Der Koran hat gegenüber der Bibel den Vorteil der vergleichsweise eindeutigen Urheberschaft und Bündigkeit. Aber sowohl Bibel als auch Koran haben letztlich nicht genug mit unserem Leben in unseren Breiten in unserer Zeit zu tun. Es bedarf eines Zugangs, zu dem sich die Menschen unserer Zeit mit ganzem Herzen hingeben können. Es soll kein anderer Glauben gelehrt werden, sondern der eine wahre Glauben braucht ein Gewand, das unserem Leben entspricht.

turkutuuli Avatar
turkutuuli:#1615

>>1614
>Es bedarf eines Zugangs, zu dem sich die Menschen unserer Zeit mit ganzem Herzen hingeben können.
Wie wäre es hiermit? de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Christen

mandalareopens Avatar
mandalareopens:#1617

>>1615
>Wie wäre es hiermit
>de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Christen

Gibt wohl keine "Christen" die Christi Lehre mehr in den Dreck gezogen haben, als diese.

rahmeen Avatar
rahmeen:#1619

>>1617
1 Petr. 2,1: Legt also alle Bosheit ab, alle Falschheit und Heuchelei, allen Neid und alle Verleumdung.

mandalareopens Avatar
mandalareopens:#1620

>>1619
Weil ihnen das nicht gelang, sind die Deutschen Christen aus der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen worden.

oanacr Avatar
oanacr:#1621

>>1617
> Der „zornige Gewittergott“ Jehova sei ein anderer als der „Vater“ und „Geist“, den Christus verkündet und die Germanen geahnt hätten. Kindliches Gottvertrauen und selbstlose Liebe sei das Wesen der germanischen „Volksseele“ im Kontrast zu jüdischer „knechtischer Furcht vor Gott“ und „materialistischer Sittlichkeit“. Kirche sei keine „Anstalt zur Verbreitung des Judentums“: Darum sollten Religions- und Konfirmandenunterricht keine Stoffe des Alten Testaments wie die Zehn Gebote mehr lehren, und auch das Neue Testament sei von jüdischen Einflüssen zu „reinigen“, damit man den Kindern Jesus als Vorbild für „Opfermut“ und „männliches Heldentum“ darstellen könne.

Das klingt in den Grundzügen nicht so falsch, denn daran krankt das Christentum auch heute noch, dass es so abhängig scheint vom Judentum. Aber eine Religion sollte auf ihren eigenen Beinen stehen und nicht wie ein Beitrag in einem philosophischen Disput nur durch Bezugnahme auf ein anderes Werk seine Bedeutung erhalten.
Das Alte Testament ist in der Bibel enthalten, um die Notwendigkeit und Kontinuität des Erscheinens von Christus zu erklären, aber letztlich ist diese Vorgeschichte nebulös und uneinheitlich. Oder ist die Idee von Erlösung und Vergebung nur vor dem Hintergrund eines zornigen mosaischen Gottes annehmbar? In diesem Fall würden sich sowohl Judentum als auch Christentum als praktikable Religion disqualifizieren: Das Judentum, weil es nur mit einem strafenden persönlichen Gott auskommt und das Christentum, weil es nur durch die Herabsetzung eines alten Glaubenssystems seine Gültigkeit erhält.
Nichtsdestotrotz ist die Botschaft des Christentums überlegen und seine Geschichte ist berührend und inspirierend, sie gibt Hoffnung und Lebensmut. Der Weg der sogenannten Deutschen Christen hingegen versteift sich zu sehr auf die Ablehnung des Jüdischen, hängt also selbst immer noch zu sehr vergangenen Lehren nach, wenn auch nur durch Anfechtung derselben.
Das Ideal des Christentums ist überlegen, aber die Bibel ist einfach nicht das entsprechende Instrument, um den Glauben zu entfachen. Die sprachliche Schönheit ist da, aber sie erreicht Menschen in sehr beschnittener Intensität, weil jede Übersetzung bestenfalls eine Nachdichtung ist. So verhält es sich natürlich auch mit Übersetzungen des Koran. Die Wahrheit der biblischen Verkündungen besitzt ungeheure Kraft, aber wem der Zugang zum Originaltext versagt ist, der kann sich davon kein hinreichendes Bild machen. Es bedarf eines Werkes, um das große Ideal in deutscher Sprache zu unvergleichlichem Leben zu erwecken.

matt3224 Avatar
matt3224:#1622

>>1621
>Nichtsdestotrotz ist die Botschaft des Christentums überlegen

>Das Ideal des Christentums ist überlegen

„Wer zu Grunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.“

uxdiogenes Avatar
uxdiogenes:#1623

>>1622
Sollte man also nur einen Glauben annehmen, den man für mangelhaft und falsch befindet? Wenn ich auswählen müsste unter Religionen, ergäbe sich für mich eine Hierarchie in Hinblick auf die Anziehungskraft und die Reinheit und Praktikabilität der enthaltenen Ideale. Ist es da nicht folgerichtig, eben jener Religion zuzusprechen, die in der eigenen Hierachie am höchsten rangiert? Sicher, einen Glauben anzunehmen ist eine Herzenssache, nicht Ergebnis logischen Abwägens. Ob das aber eine Frage von Stolz und Hochmut ist, erscheint mir zweifelhaft.

hammedk Avatar
hammedk:#1624

>>1623
Hochmut liegt nicht in deiner Wahl, sondern in der doppelten Verkündigung der Überlegenheit.

Bete 2 Rosenkränze.

gretacastellana Avatar
gretacastellana:#1625

>>1620
Nicht wirklich. Aber schade, dass die mit dem Reich untergingen, ich fand das mit dem arischen Jesus ziemlich gut. Immerhin ist das Thema noch lebendig. Heilige Wahrheit lässt sich eben nicht durch profane Politik verbieten.

jpotts18 Avatar
jpotts18:#1628

>>1625
> arischer Jesus

m_kalibry Avatar
m_kalibry:#1631

>>1624
Und wieviele Rosenkränze muss Jesus selbst beten für einen Spruch wie "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, keiner kommt zum Vater denn durch mich"? Wenn man an die Erlösung durch den Gottessohn glaubt und nicht an eine Prophezeihung eines Erleuchteten oder Propheten, liegt nicht schon allein darin Hochmut?

VinThomas Avatar
VinThomas:#1632

>>1631
>Und wieviele Rosenkränze muss Jesus selbst beten für einen Spruch wie "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, keiner kommt zum Vater denn durch mich"?

Der normale Katholik akzeptiert, dass Jesus Gottes Sohn war - für den gelten andere Regeln. Das ist so ein gewisses Obrigkeitsdenken. Der CEO hält sich nicht an die Regeln für die Putzfrau.

>Wenn man an die Erlösung durch den Gottessohn glaubt und nicht an eine Prophezeihung eines Erleuchteten oder Propheten, liegt nicht schon allein darin Hochmut?

Jeder Glaube entspringt dem Hochmut etwas zu wissen, was man gar nicht weiß.

darcystonge Avatar
darcystonge:#1633

>>1631
> Wenn man an die Erlösung durch den Gottessohn glaubt und nicht an eine Prophezeihung eines Erleuchteten oder Propheten
Dumm, wenn der Gottessohn von Propheten angekündigt wurde. Aber niemand hat Mohammed angekündigt, im Gegenteil, Jesus hat sogar vor falschen Propheten gewarnt.

seanwashington Avatar
seanwashington:#1640

>>1633
Das heißt, der Islam ist feindlich, böse und schlecht und wir Christen sollten zusehen, wie er sich selbst zu Fall bringt?

soyeljuaco Avatar
soyeljuaco:#1642

>>1640
Das könnte man sagen. Aber mit Seelen spielt man nicht. Wir müssen versuchen so viele Musel wie möglich zurück zu gewinnen.

Spaßfakt: im Koran stehen sowohl die Jungfrauengeburt als auch die Aufnahme Mariens und Jesu in den Himmel. Das Problem ist, dass sie von nichtrinitarischen Häretikern abgeschrieben haben und daher denken, Jesus und Maria würden als andere Götter verehrt.

bruno_mart Avatar
bruno_mart:#1646

>>1640
>Das heißt, der Islam ist feindlich, böse und schlecht
>>1642
>Das könnte man sagen.

>Ein Weltreligion
>böse
>schlecht

Geht's nicht ein Nummer kleiner?

millinet Avatar
millinet:#1665

>>1642
>Wir müssen versuchen so viele Musel wie möglich zurück zu gewinnen.
Hoffentlich indem wir sie zu Gott schicken, und nicht durch Salbung oder ähnliches friedliches. Die sind so schmutzik..

herkulano Avatar
herkulano:#1669

>>1665
Ach Protestantenronny, natürlich durch Bekehrung.

m4rio Avatar
m4rio:#1670

>>1669
Bekehrung ... zumindest auf deutscher Ebene habe ich den Anspruch, dabei mitzuwirken. Manche sagen, Hermann Hesses Buch Siddharta sei ein wirksameres Mittel, die Wahrheit zu erkennen als die Bibel selbst. Ich spucke mal wieder größere Töne als angebracht, aber wer meine Beiträge auf /ph/ kennt, wird sehen, dass ich es zumindest versuchen möchte, mich darin einzubringen.
Das Ideal des Christentums braucht schlicht und ergreifend eine zeitgemäße Methode der Vermittlung. Man könnte natürlich einfach auf Wunder warten, besser aber noch ist es, selbst ein Wunder in die Wege zu leiten.

coreyhaggard Avatar
coreyhaggard:#1671

>>1670
Es gibt in der Tat viele Spontanbekehrungen in der Levante, besonders zu den jetzigen Zeiten, in denen der große, satanische Schnitter IS wütet.

marshallchen_ Avatar
marshallchen_:#1672

>>1665
Nicht falsch verstehen, für uns gilt natürlich als letztes Mittel auch ein Kreuzzug. Möge der Heilige Geist dem Papst bei der Entscheidung helfen.

Deus lo vult!

leelkennedy Avatar
leelkennedy:#1673

>>1670
>Hermann Hesses Buch Siddharta sei ein wirksameres Mittel, die Wahrheit zu erkennen als die Bibel selbst.

Sagt man das? Wer Hesse kennt oder zumindest die Bibel ein bisschen, wird das ziemlich lustig finden.

>aber wer meine Beiträge auf /ph/ kennt

Vielleicht hast du das Konzept KC noch nicht wirklich verinnerlicht: ich für meinen Teil habe keinen Grund dein Getöse anderswo mitzuverfolge und halte dich hiermit dazu an, dich in deinen Posts nicht allzusehr immer in diesen Kontext zu betten.
Ist vielleicht sogar in deinem Sinne.

>Das Ideal des Christentums braucht schlicht und ergreifend eine zeitgemäße Methode der Vermittlung.

Gott sei Dank ist der einzige Zweck des Christentums - Vehikel zu sein für die Menschen auf der Erde ins Himmelreich zu kommen - nicht an pseudoökonomische Maßstäbe gebunden.
Alles was diese zeitgemäße Vermittlung aus- (Var.: an-) richten würde, wäre wohl eine Verwässerung der Lehre zugunsten der Menschen, was im schlimmsten Fall zu einer solchen Korrumpierung des Glaubens führen könnte, dass oben letztendlich niemand mehr hineingelassen würde.

dmackerman Avatar
dmackerman:#1674

>>1673
Ah, du meinst also, die relative Verworrenheit der Heiligen Schrift ist so eine Art Schwelle, die die Ungläubigen abhalten und dein Eintritt ins Himmelreich exklusiv halten soll? Wäre das nicht ein Widerspruch zum universalen Anspruch des Christentums?
Was mich selbst betrifft: ich bin katholisch getauft und bete unregelmäßig, ich habe mir eine Art persönlichen Rosenkranz ausgedacht, der mir bei der Selbstversenkung hilft. Ich verehre die Schönheit des christlichen Glaubens und die Vielfalt, die das Christentum in Kunst und Kultur begründet. Trotz allem würde ich mich nicht zufrieden geben mit dem katholischen Glauben, denn er ist so allgemein gehalten, dass er für einen Menschen, der nicht allein glauben, sondern verstehen will, zu vage bleibt. War es nicht Anspruch der Urchristen und der unmittelbaren Bekannten von Christus, die Lehre vielmehr zu verstehen als sie ungefragt anzunehmen? Vor diesem Hintergrund verstehe ich mich als Gnostiker, Gnostiker im Wortsinne, als einen Gläubigen, der die Möglichkeit des Verstehens der Glaubensinhalte einräumt, der die Erkenntnis als Teil der Erlösung versteht. Nicht unbedingt heißt das, dass unsere zeitgenössische Wissenschaft dazu Tür und Tor öffnet, aber trotz allem brauche zumindest ich selbst einen individuellen Zugang zu dieser einen großen Wahrheit.
Betrachtet man den heiligen Johannes vom Kreuz, so sieht man auch, dass das Christentum in seinem Kern, also in seiner Mystik, Berührungspunkte zu einigen anderen Religionen besitzt. Die Gedichte und Hymnen von Franziskus oder des Johannes vom Kreuz besitzen eine sprachliche Schönheit, die an die mystischen Dichtungen von sufistischen Dichtern und vedantischen Hindus erinnert. In der Tiefe des Glaubens vereinen sich die Unterschiede, aber die Botschaft Christi ist der Weg, den diese Welt zu beschreiten angehalten ist.

pjnes Avatar
pjnes:#1675

>>1674
Ah, du meinst also, die relative Verworrenheit der Heiligen Schrift ist so eine Art Schwelle, die die Ungläubigen abhalten und dein Eintritt ins Himmelreich exklusiv halten soll? Wäre das nicht ein Widerspruch zum universalen Anspruch des Christentums?

Nein meine ich überhaupt nicht und weiß auch garnicht warum du das denkst.
Das Verständnis der Bibel allein (Stichwort: sola scriptura) führt aber auch garnicht ins Himmelreich und nicht jeder Christ muss die Bibel lesen.
Ich muss ja auch nicht das StGb nicht durchackern um ein guter Bürger zu sein.

Dein restlicher Beitrag sagt mir jetzt nicht viel, außer daß du vielleicht unbedingt eine einzigartige Schneeflocke sein möchtest?
Jesus Christus ist die Wahrheit, die Mysterien sind per definitionem Mysterien, weil der menschliche Verstand sie nicht erfassen kann.
Was darüber hinaus von Menschen angestellt wird, um dennoch dahinterzukommen ist Philosophie oder Esoterik.

samscouto Avatar
samscouto:#1676

>>1674
>Vor diesem Hintergrund verstehe ich mich als Gnostiker
>Gnostiker

sketi_ndlela Avatar
sketi_ndlela:#1677

>>1676
Kannst du deine Kritik bitte verbalisieren?

danro Avatar
danro:#1678

>>1677
Guck halt nach was Bildrelatiert über Zitiertrelatierte schreibt.

aluisio_azevedo Avatar
aluisio_azevedo:#1688

>>1678
Habe ich gerade getan und kann seiner Position nur bedingt beipflichten. Ein gnostischer Ansatz gibt dem Menschen die Möglichkeit, sich selbst dem Geheimnis zu nähern und nicht auf eine Mittlerrolle eines Geistlichen angewiesen zu sein. Natürlich ist diese Vorgehensweise unorthodox und man könnte sogar sagen, frevelhaft, aber ich verlange nach einer Religion, in der man Verantwortung auf sich nimmt indem man versteht. Der reine Glauben ist lobenswert, wenn es ihn denn gibt. Aber ich will verstehen, ich will die Lehre des Christentums nicht von außen betrachten, sondern die Architektur des Geheimnisses kennenlernen. Letztlich waren die frühesten Christen doch auch gnostisch, in vielen apokryphen Schriften sieht man Jesus in einer Rolle eines Zen-Lehrers, an den man glauben kann, der aber auch die Möglichkeit liefert, verstanden zu werden.

matt3224 Avatar
matt3224:#1690

>>1688
Der Gedanke des agnostischen Gläubigen und gnostischen Geistlichen ist ohnehin relativ elitär, aka: Wer mittelt den Mittler.

trickyolddog Avatar
trickyolddog:#1704

>>1571
>Wir sehen in Deutschland eine Vielzahl von Konvertiten zum Islam.
Falsch.

>Ich verstehe diesen Überlauf und heiße ihn gut, denn der Islam ist in vieler Hinsicht so viel homogener als das Christentum, das durch die Bibel, das Gesamtwerk so vieler Propheten und Dichter, eine recht uneinheitliche Gesamtheit bietet.
Du hast also noch nie Koran oder Bibel gelesen, sagst aber Islam>Christentum. Kombiniere: Du bist ein orthodoxer Jude.

>"All religion, my friend, is simply evolved out of fraud, fear, greed, imagination, and poetry."
Geschichte beweist ihn und dich falsch. Lies mal weniger Opiumsüchtige und mehr Historiker, Dummbernd.

>Die kleine Lehre die ich zu bieten habe, ist, dass erlebte Schönheit Freude gebiert und dass Freude wiederum Schönheit gebiert.
Youtube beweist dich falsch.

>Rest: Hippie Blabla
Was auch immer du nimmst, nimm weniger. Oder mehr. Du nimmst nämlich ganz offensichtlich nicht die richtige Menge.

armcivor Avatar
armcivor:#1705

>>1688
Zusatz:
>Letztlich waren die frühesten Christen doch auch gnostisch, in vielen apokryphen Schriften sieht man Jesus in einer Rolle eines Zen-Lehrers, an den man glauben kann, der aber auch die Möglichkeit liefert, verstanden zu werden.

Kleiner Tipp: Wikipedia und allmystery ersetzen kein Studium der Geschichte und Theologie. Deine Ansichten sind geradezu lächerlich infantil und hören sich an wie ein Tripbericht auf Land der Träume.

linux29 Avatar
linux29:#1708

>>1705
Danke für deine Antwort. Magst du deine Kritik zu den einzelnen Punkten für mich noch etwas ausführen? Ich lerne gerne dazu.

syntetyc Avatar
syntetyc:#1709

>>1708
Ich kann nicht halten all diese Borniertheit.

In solchen Momenten verstehe ich erst die katholische Demut und das Streben nach Einfalt.

Isidor ist vielleicht mein Antidot.

andina Avatar
andina:#1710

>>1709
Das verstehe ich nicht ganz. Kannst du es mir erklären?

im_jsmith Avatar
im_jsmith:#1711

>>1710
Er kann und will offenbar nicht.

coreyhaggard Avatar
coreyhaggard:#1714

>>1688
>Der reine Glauben ist lobenswert, wenn es ihn denn gibt. Aber ich will verstehen, ich will die Lehre des Christentums nicht von außen betrachten, sondern die Architektur des Geheimnisses kennenlernen.
Du kennst das heiligste Geheimnis und doch reicht es dir nicht. Dabei gibt nichts auf Erden, das stärker als der Glaube ist.
Wikipedia hat allerdings einen Artikel über christliche Mystik, vielleicht gefällt dir dort etwas.

>Letztlich waren die frühesten Christen doch auch gnostisch
Nein, die Gnostiker glaubten nicht wie wir an einen gütigen Gott und die Dreieinigkeit, was bei späteren gnostisch geprägten christlichen Sekten bis zur Endlösung zu empfindlichen Differenzen führte. Gesang verwandt.

marcusgorillius Avatar
marcusgorillius:#1715

Der in >>1714 erwähnte Gesang.

joshjoshmatson Avatar
joshjoshmatson:#1716

>>1714
>Nein, die Gnostiker glaubten nicht wie wir an einen gütigen Gott und die Dreieinigkeit, was bei späteren gnostisch geprägten christlichen Sekten bis zur Endlösung zu empfindlichen Differenzen führte. Gesang verwandt.

Nun, wie sieht es aus, ist die Dreieinigkeit Inhalt der Lehre Christi oder ist es eine Lehre der Kirche? Ich frage aus Interesse, denn darüber weiß ich nichts Sicheres.
Die Gnostiker glaubten an den Demiurgen, den falschen Gott, den Gott der Täuschung, dessen Täuschung man durch Erkenntnis durchschauen sollte, um zu Sophia, der wahren Erkenntnis zu gelangen. Ich weiß nicht, wo ich sonst mit diesen Themen hin soll, bin mir aber auch bewußt, dass die Menge an orthodoxen Katholiken hier mir größtenteils Ablehnung entgegenbringen wird: Ich bin der Auffassung, dass die Dreieinigkeit eine mystische Erklärung der Natur der spinozistischen Substanz, eine mystische Erklärung der Natur des Lichtes ist: Der Vater ist naturwissenschaftlich betrachtet die Materie, der heilige Geist ist die Energie, und der Sohn ist die Verwandlung des Einen in das Andere. Aber Sophia ist die große einzige Göttin und deshalb nicht unterschieden von der Lichtnatur. Will man eine Theologie der Sophia aufstellen, so ist die Dreifaltigkeit keine Verneinung der urchristlichen Ideen, sondern eine nützliche Spezifizierung derselben.

aadesh Avatar
aadesh:#1720

>>1716
>Ist die Dreieinigkeit Inhalt der Lehre Christi oder ist es eine Lehre der Kirche?
Das ist sogar die zentralste Lehre Christi. Wenn wir die Schöpfung von Gott auf einen Schöpfergott ausgliedern, wäre Jesus als Mensch nämlich auch nur ein Teil der Schöpfung, wie jeder andere Mensch. (rot) Wir glauben hingegen daran, dass Jesus der Erlöser ist und das impliziert, dass er eben nicht nur ein Mensch sondern mit Gott wesensgleich ist. (blau)

Dazu: (Mt 11,27) "Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will."

trueblood_33 Avatar
trueblood_33:#1723

>>1720
Ich modelliere beruflich Datenbanken und welche Notation ist das?

enriquemmorgan Avatar
enriquemmorgan:#1724

>>1720
Ich ergreife das mal als Möglichkeit, um mein klägliches theologisches Wissen zu erweitern. Hat Jesus denn schon vor seinem Tod von einer Dreifaltigkeit sprechen können? Der Heilige Geist kam ja erst an Pfingsten über Maria und die Jünger. Wie definiert sich der Heilige Geist? Ist es so eine Art subjektiver Gotterfahrung, Erleuchtung, LSD-Vision, Eingebung? Und in welchem Verhältnis steht der Heilige Geist zum Vater und Sohn? Da gibt es doch auch ein Schaubild aus der Zeit der Kirchenväter wenn ich mich nicht irre? Beschreiben die drei Instanzen der Dreifaltigkeit drei Aspekte des Einen, drei Perspektiven auf den einen Gott, ist es irgendwie vergleichbar mit meinem kärglichen Versuch, den Gottesbegriff mit dem Begriff von Licht in Einklang zu bringen?

uxdiogenes Avatar
uxdiogenes:#1725

>>1720
>lauert

Ich realisiere.

vikashpathak18 Avatar
vikashpathak18:#1726

>>1724
> Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich.

Der Heilige Geist geht aus dem Sohn und dem Vater gleichermaßen hervor.

>Ist es so eine Art subjektiver Gotterfahrung
Ja. Siehe, >>1721
> Ja, diese Gabe haben wir durch den Heiligen Geist mitbekommen. Daraus kannst auch du schöpfen, wenn du dich fallen lässt.

Gott braucht sich uns nicht zu offenbaren, da der Heilige Geist bereits fühlbar ist. So wie Christus Fleisch wurde, indem die Gottesgebärerin sich dem Heiligen Geist hingab, so kann auch jeder Christ Gottmensch werden, indem er sich Gott hingibt.

Dies ist, warum Katholiken die Heilige Jungfrau als Vorbild sehen: sie ist der Inbegriff der Hingabe zu Gott; und das Wort ist Fleisch geworden.

vocino Avatar
vocino:#1727

>>1726
Dankeschön.

mbilalsiddique1 Avatar
mbilalsiddique1:#1729

>>1723
Wenn du versiert bist, kannst du ja vielleicht ein besseres Diagramm erstellen. Ich finde es ganz faszinierend solche Sachverhalte mit modernem Werkzeug darzustellen.

>>1724
> Wie definiert sich der Heilige Geist?
Damit habe ich selbst die größten Probleme aber ich denke, dass es sich um eine Haltung handelt, die man annimmt wenn man z.b. betet.

>>1726
> Gottmensch werden
Heißt das, dass Menschen, etwa während der Messe oder dem Gebet, tatsächlich zu einem Teil Gottes werden? Das klingt so vermessen.

nasirwd Avatar
nasirwd:#1731

>>1729
Durch die Kommunion, i.e.: Gemeinschaft, wird man zu einem der Glieder des Leibes Christi. Daher spricht man auch von Exkommunikation, wenn einem die Kirche rechtlich abspricht, kommunizieren zu dürfen. Die Untersagung der Teilnahme an der Eucharistie ist natürlich einerseits Druckmittel, notwendiger Bestandteil der Correctio Fraterna, die besonders die Kirche, als materiell wahrnehmbarer Teil Christi, auszuüben hat, andererseits aber auch Schutz vor Sakrilegen.

Keiner kommt zum Vater denn durch mich.

Neuste Fäden in diesem Brett: