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Veröffentlicht am 2014-11-09 19:47:5 in /r/

/r/ 1982: Faden für christliche Philosophie. Ein etwas ab...

chanpory Avatar
chanpory:#1982

Faden für christliche Philosophie.

Ein etwas absonderliches Verständnis der /ph/ - Moderation dessen, was Philosophie ist, macht die Behandlung mancher Philosophen auf dem Brett unmöglich. Dies hier ist dessen Auslagerung.

Das ist jetzt der Faden für den späten Kierkegaard, für Schoun und Ziegler, Joseph Pieper, Augustinus und alle, die ich jetzt nicht zufällig herausgegriffen habe.

lanceguyatt Avatar
lanceguyatt:#1990

Bei so einem Faden darf Timo Kölling nicht fehlen.

"Bei oberflächlicher Lektüre des Werkes mag es tatsächlich den Anschein haben, als nähere die Gedankenführung nur äußerst schwerfällig dem aktuellen Stand der philosophischen Diskussion sich an. Wenn der 'aktuelle Stand' aber jene Herrschaft der Weltanschauung ist, von der wir sprachen, und die zur Parteinahme zwingt, als existiere einzig die Entscheidung zwischen der 'Fortschrittlichkeit' einer pragmatischen Vernunft, die ihrer historischen Wurzeln sich entledigt hat, und einem konservativen 'Dogmatismus', der an 'veralteten' Vernunfsvorstellungen festhält, so kann ein wenig philosophische Distanz nicht schaden. Sie hat nicht allein taktische Gründe, sondern will sich und einer vage am Horizont sich abzeichnenden Zukunft den Raum offenhalten, in dem gedacht werden kann, und welcher allemal der Raum der Erfahrung Foucaults, Heideggers, Nietzsches, Schellings, Hegels und wohl auch Kants ist, daß es jenseits aller falschen Konstruktionen und Dekonstruktionen das Sein, die Wahrheit und die Ordnung gibt."

raquelwilson Avatar
raquelwilson:#1992

>>1982
Zählt Löwith als christlicher Philosoph, oder ist der schon zu weit vom Weg abgekommen? (plus: jüdische Wurzeln, wird ja anscheinend nicht so gerne gesehen hier)
"Daß wir aber überhaupt die Geschichte im ganzen auf Sinn und Unsinn hin befragen, ist selbst schon geschichtlich bedingt: jüdisches und christliches Denken haben diese maßlose Frage ins Leben gerufen. Nach dem letzten Sinn der Geschichte ernstlich zu fragen, überschreitet alles Wissenkönnen und verschlägt uns den Atem; es versetzt uns in ein Vakuum, das nur Hoffnung und Glaube auszufüllen vermögen. Die Griechen waren bescheidener. Sie maßten sich nicht an, den letzten Sinn der Weltgeschichte zu ergründen. Sie waren von der sichtbaren Ordnung und Schönheit des natürlichen Kosmos ergriffen."
Löwith, Weltgeschichte und Heilsgeschehen

amboy00 Avatar
amboy00:#1993

Wenns nach mir ginge würden wir auch religiöse Inhalte erlauben, vorausgesetzt sie gleiten nicht in Schlammschlachten oder hurrdurr ab (das ist bei Religion leider etwas wahrscheinlicher). Aber es gibt ja momentan dieses Brett.

millinet Avatar
millinet:#1995

>>1990
Von wem ist die Rezension?
Ich finde es sehr schwer, sich über die Wirkung und Bedeutung von noch wirkenden Philosophen klar zu werden.

„Wenn die Philosophie ihr Grau in Grau malt, dann ist eine Gestalt des Lebens alt geworden, und mit Grau in Grau lässt sie sich nicht verjüngen, sondern nur erkennen; die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug.“

Wenn der Ausspruch Hegels auch auf die Denkenden selbst passt, dann kann er nicht so verkehrt hier sein.
Auch tut sich der Betrieb mit Kölling schwer: weder sein philosophisches noch sein lyrisches Werk finden größere Beachtung oder Erwähnung in den einschlägigen Feuilletons, es gibt - obwohl Kölling mehr neue Thesen liefert als eine ganze Generation von Starphilosophen - keinen ordentlichen Diskurs um Kölling. Sehr schade.

bighanddesign Avatar
bighanddesign:#1996

>>1992
Hab mich nie näher mit der Heidegger-Clique auseinandergesetzt, obwohl das wohl sehr interessant wäre.
Bis heute schafft er es ja fabelhaft, einen ganzen Verbund von Theologen zu verarschen.

>Löwith
Wenn wir über den reden, müssen wir allerdings auch über Benjamins historischen Materialismus und Hegels Gnostik reden.
Puh, recht weit ausgeholt! :3

Wenn sich hier ein Leser Voegelins findet, wäre ich sehr glücklich!

>>1993
>Aber es gibt ja momentan dieses Brett.

Ja, einen Versuch ist es wert.
An belesenen Leuten dürfte es hier nicht fehlen und vielleicht ist genau dieses bisschen Distanz zu philosophischen Angelegenheiten bei Christen vorbeugend die Diskussionen in Schlammschlachten ausarten zu lassen.

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