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Veröffentlicht am 2015-04-19 14:56:46 in /r/

/r/ 3222: Was würde passieren, wenn sich Gott nachweisen ließe?

clubb3rry Avatar
clubb3rry:#3222

Der Kollege hat diese interessante Frage hier >>3218 gestellt:
>Denk doch selber mal nach was passieren würde wenn Gott sich auch nur im entferntesten nachweisen lässt?

Sollte einen eigenen Faden haben. Was würde passieren wenn sich Gott plötzlich nachweisen ließe?

Hm. Plötzlich wäre der ganze Planet gläubig. Und es würde nur an noch eine einzige Religion geben. Alle falschen Religionen würden sofort untergehen.

Schlechte Perspektive?

ankitind Avatar
ankitind:#3223

>>3222
Schlechte Perspektive, weil die freiwillige Umkehr fehlt. Deswegen darf Gott niemals eindeutig beweisbar sein, denn das wäre die Tyrannei des Wissens, im Gegensatz zum Glauben. Ein jeder Mensch wäre pauschal ein „ungläubiger Thomas“ und jede Sünde wöge umso schwerer, weil man sie im definitiven Wissen über den allsehenden Gott vollzöge.

Man kann von Lacan halten was man will, aber der sogenannte Gaze, also der sogenannte Zustand des Betrachtetwerdens, dessen man sich bewusst ist, wäre furchtbar. Ein jeder Mensch wäre zu uneingeschränkter Frömmigkeit angehalten, es gäbe kein Fortlaufen vom allsehenden Lebensspender, Richter und Lenker. Es gäbe keine Privatsphäre, es gäbe keine Möglichkeit, Gott ein bisschen zu verdrängen um mehr Platz für den freien Willen zu machen. Denn auch Sünde belehrt uns über die Notwendigkeit der Hilfe Gottes, da wir durch die Reue über eine Sünde unsere Schwäche begreifen.

Nein, Gott ist kein Despot, der Willen unterjochen möchte. Deswegen wird er niemals zulassen, dass er bewiesen ist. Die Verklärung seines Sohnes, die Botschaften darüber und die in der Welt streitende Kirche müssten genügen, sind aber nicht die einzigen Zeichen. Gott ist geoffenbart, Gott ist offenbar und Gott offenbart sich.

jonesdigidesign Avatar
jonesdigidesign:#3224

>>3223
>Schlechte Perspektive, weil die freiwillige Umkehr fehlt. Deswegen darf Gott niemals eindeutig beweisbar sein, denn das wäre die Tyrannei des Wissens, im Gegensatz zum Glauben.

Düngt mir als schwaches Argument. Nur weil Gott nachweisbar ist, ist doch niemand zur Umkehr gezwungen. Der Mensch kann doch weiter machen was er will. Gläubig sein, oder nicht. Den anderen Gott anbeten (der nicht Nachweisebare) oder zum nachweisbaren Gott überwechseln.

>Ein jeder Mensch wäre pauschal ein „ungläubiger Thomas“ und jede Sünde wöge umso schwerer, weil man sie im definitiven Wissen über den allsehenden Gott vollzöge.

Aber das ist doch jetzt schon alles so. Religion sagt doch nicht: Eine Sünde ist vielleicht gar keine Sünde, weil es Gott vielleicht gar nicht gibt. Gott sieht alles. Hier und Jetzt. Die NAchweisbarkeit Gottes speilt dabei doch überhaupt keine Rolle.

>Man kann von Lacan halten was man will, aber der sogenannte Gaze, also der sogenannte Zustand des Betrachtetwerdens, dessen man sich bewusst ist, wäre furchtbar.

Aber so ist doch Religion jetzt schon. Oder gibt es Orte wo man sündigen kann ohne von Gott beobachtet zu werden. Wo er nicht hineinsehen kann? Beim Anwalt? Im Schlafzimmer? Im Beichtstuhl? Gott sieht alles. Solltest du doch wissen.

>Ein jeder Mensch wäre zu uneingeschränkter Frömmigkeit angehalten, es gäbe kein Fortlaufen vom allsehenden Lebensspender, Richter und Lenker.

Aber genau so ist es doch jetzt schon. Das ist doch das grausame an den Religionen. Es gibt Gläubige und Ungläubige. Und die Ungläubigen kommen in die Hölle, wenn sie unter Gottes strengem Blick durchfallen.

>Es gäbe keine Privatsphäre, es gäbe keine Möglichkeit, Gott ein bisschen zu verdrängen um mehr Platz für den freien Willen zu machen.

Aber so ist es doch jetzt schon? Wo hat eine Gläubiger eine Privatsphäre? Vor Gott? Bei der Nachweisbarkeit Gottes handelt es sich doch nicht um einen Gott der plötzlich anders ist, als er dargestellt wurde. Das einzige was sich ändert, ist: auch die Nicht- und Falschgläubigen wissen jetzt, dass er existiert.

Für die Gläubigen ändert sich doch gar nichts. Oder gehört es zum guten Glauben, dass man annimmt, Gott könnte auch nur Einbildung sein?

>Nein, Gott ist kein Despot, der Willen unterjochen möchte. Deswegen wird er niemals zulassen, dass er bewiesen ist.

Dieser Satz macht keinen Sinn. Denn du sagst: "Wenn Gott wirklich existieren sollte, macht ihn seine Regeln und Forderungen zu einem Tyrannen und Despot - nur wenn Gott vielleicht gar nicht existiert, ist Religion erträglich." Ich glaube so eine Interpretation wäre nicht gerne gesehen, in Rom. Und weiter oben.

>Gott ist geoffenbart, Gott ist offenbar und Gott offenbart sich.

Whatever that means.

damenleeturks Avatar
damenleeturks:#3228

>>3225
>...und alle Katholiken würde kleine Jungs rapieren wie nie zu vor.

Weil sie endlich die Gewissheit haben, dass ihnen vollumfänglich verziehen wird?

pehamondello Avatar
pehamondello:#3229

>>3225
>Alle schlechten Menschen wären schlechter den je, da sie eh in die Hölle kommen.

Das ist die Frage. Wohl eher: Alle schlechten Menschen würden sich besser benehmen denn je, da sie wissen, die Gefahr der Hölle ist real (unter der Bedingung, dass die Christen das große Los gezogen haben, und der nachweisbare Gott zufällig der abrahamitische ist.)

pjnes Avatar
pjnes:#3235

>>3222>>3222
Was würde passieren wenn sich Gott nachweisen ließe ... Gott lässt sich nachweisen. Spinoza sagt: Je mehr ich die Einzeldinge erkenne, umso mehr erkenne ich Gott. Kunst, Religion, Naturwissenschaft, Philosophie haben Gott intellektuell, ästhetisch, spirituell zu ihrem einzigen und immerwährenden Thema, er ist Inhalt und Behältnis jeder Untersuchung.
>>3223 finde ich besonders interessant, weil hier von der Offenbarkeit Gottes gesprochen wird. Dies ist doch eigentlich das aufregendere Gedankenexperiment. Was wäre, wenn wirklich jedem das Göttliche offenbar wäre? Ja, auch ich bin wohl ein Häretiker, aber ich sehe Gott mehr im Ideal aller Ideale, und der offenbarte Gott wäre dann so etwas wie die klar enleuchtende Wahrheit. Wenn jeder nach bestem Wissen handeln würde, wäre das ein Vorteil für jeden.
Ein Richtergott der dem Bösewicht über die Schulter schielt ist ja mehr eine Slapstick-Vorstellung, darüberhinaus wäre ein sichtbarer Gott aber ohnehin immer Slapstick. Er könnte nur mit Furcht regieren, und wenn er die freie Entscheidung des Menschen durch Furcht beeinflusst, ist seine gute Handlung ja nur Ausdruck seiner Furcht und nicht Ausdruck der inneren Haltung. Wenn aber Gott jedem offenbar wäre als der logos, das ewige Gesetz, dann würde der größte Missetäter Einsicht haben in seine Taten und seine Folgen und hätte tatsächlich die Wahl, einfach weiter einen draufzumachen oder sich dem Wohl anderer zu verschreiben. Gott nimmt einem keine Entscheidungen ab, das ist der göttliche Teil, der erst noch durch unser Zutun in unseren popligen Leben verwirklicht werden muss.
Effektiv würde sich wohl nicht viel ändern. Ein sichtbarer Jehovah macht Angst, aber vor Panik würde man sich wohl nur die Köpfe einschlagen. Der wirklich eine Gott aber ist die Liebe und in Verinnerlichung desselben wird der Mensch ein Instrument, auf dem die Liebe spielt. Ich glaube, wenn es wirklich ein immerwährendes Gebot an den Menschen gibt, dann ist es:
Sei frei! Sei frei, spiele und freu dich!
Dem Gesetz der Liebe nach wäre ein Leben in Leidenschaft und Hingabe immer bedeutender als ein bloß duckmäuserisches Gutsein aus Angst vor Schlägen. Wie heißt ein Wort Jesu aus dem Thomas-Evangelium: "Wenn du das, was in dir ist, nach außen bringst, wird dasselbe dich heilen. Wenn du es nicht nach außen bringst, wird es dich töten."

peterlandt Avatar
peterlandt:#3238

>>3235
>aus dem Thomas-Evangelium
Ich freute mich über deinen Beitrag, aber dass du immer mit solchen Spinnereien anfangen musst. Schreib doch selbst ein Evangelium, das hat genauso viel Leergewalt. Dass du auch immer so sein musst…

jpotts18 Avatar
jpotts18:#3241

>>3235
>Gott lässt sich nachweisen.
Leider bisher eben nicht.

>Spinoza sagt:
Hat daran auch nichts geändert.

>Kunst, Religion, Naturwissenschaft, Philosophie haben Gott intellektuell, ästhetisch, spirituell zu ihrem einzigen und immerwährenden Thema, er ist Inhalt und Behältnis jeder Untersuchung.

Wenn Gott alles und jedes ist, dann ist er gar nichts. Genau das ist das Problem.

>Wenn jeder nach bestem Wissen handeln würde, wäre das ein Vorteil für jeden.
Ja, ist aber zuviel verlangt für den Menschen. Er muss gelegentlich Drecksau sein (dürfen).

>und wenn er die freie Entscheidung des Menschen durch Furcht beeinflusst, ist seine gute Handlung ja nur Ausdruck seiner Furcht und nicht Ausdruck der inneren Haltung.

Aber das ist doch das Fundament aller aktuellen Religions- und Gott-Geschichten. Ein Übermensch der brutal liebt und brutal straft. Warum denkst du braucht Gott die Hölle? Er weiß, beim Menschen geht es nicht ohne Furcht.

>Ein sichtbarer Jehovah macht Angst, aber vor Panik würde man sich wohl nur die Köpfe einschlagen.

Das ist das merkwürdigste, was ich je über Gott gelesen habe.

> Der wirklich eine Gott aber ist die Liebe und in Verinnerlichung desselben wird der Mensch ein Instrument, auf dem die Liebe spielt.
Wahtever that means.

>Ich glaube, wenn es wirklich ein immerwährendes Gebot an den Menschen gibt, dann ist es:
Sei frei! Sei frei, spiele und freu dich!

Da bin ich ganz deiner Meinung. Gott ist dafür unnötig. Sei frei. Beerdige ihn in deinem Hirn in Würden.

Und dann freue dich des Lebens.

markgamzy Avatar
markgamzy:#3242

>>3238
http://gnosis.org/naghamm/gthlamb.html

Lies und lerne.

marshallchen_ Avatar
marshallchen_:#3243

>>3241
Diese
>Art
zu
>antworten
ist
>eine
Frechheit
>denn damit kann man jeden Satz lächerlich machen ohne ihn im Zusammenhang zu betrachten. Lass das.

emileboudeling Avatar
emileboudeling:#3244

>>3235

>"Wenn du das, was in dir ist, nach außen bringst, wird dasselbe dich heilen. Wenn du es nicht nach außen bringst, wird es dich töten."

Könntest du die Stelle mir nennen, Berndi? Gurgel spuckt nichts aus.

juaumlol Avatar
juaumlol:#3245

>>3243
Es ist die übliche und eingespielte Art, im Netz zu antworten.

Monolithische Textblöcke als Antworten, ohne Luft und Absatz finde ich unmöglich und lese sie meistens nur halb oder gar nicht.

Insbesondere wenn darin wild metaphysisch fabuliert wird.

syswarren Avatar
syswarren:#3247

Entschuldige den Textwall.
Ich habe unsere Diskussion erneut von vorne gelesen, und die Punkte die zur Debatte stehen widerholen sich bereits ab der 2. Runde. Wir sind beide in diesen Fragen auf der Höhe der internationalen Diskussion und weichen nicht von unseren Standpunkten ab. So könnten wir ewig weiter machen ohne Einander oder eventuelle Mitleser zu überzeugen. Meine bis her auf theologischen Überlegungen basierten Standpunkte sind für dich nicht nachzuvollziehen (warum komme ich später drauf zurück) deshalb werde ich jetz 1. mehr Struktur in die Debatte bringen und 2. mehr mit logischen Ultimativen arbeiten die dir auch rein mathematisch/logisch zusagen dürften.
Ich halte fest: In folgenden Punkten stimmen wir überein:
-Wissenschaft ist wichtig
-Moral ist wichtig
-Kultur ist wichtig

In folgenden Punkten stimmen wir nicht überein: (1. Meine Meinung 2. Deine Meinung 3. Lösungsansatz)
1. Religion ist ein wichtiger (wenn nicht der wichtigste) Förderer von Kultur
2. Der Kulturförderer Religion kann und wird ebenbürtig ersetzt werden. (wenn du das nicht denken würdest würdest du bewusst ein Kulturverbrechen begehen)
3. Kann nur durch die Zeit beantwortet werden. Beispiel für meine Begründung: Für mich sind Kirchen die schönsten Bauwerke der Welt und ich glaube nicht das ein Künstler mit dem Ziel Geld derartige Geduld aufbringen kann wie ein Künstler der gottgefällig arbeitet. Das denke ich, ist leider nicht beweisbar.

1. Ein Gott hat das Universum geschaffen
2. Gott ist eine menschliche Idee
3. Oy vey wenn ich da für einen guten Lösungsansatz hätte würde ich mich als größter Philosoph aller Zeiten feiern lassen. Ohne kann ich nur sagen die göttliche Natur entzieht sich weltlichen Maßstäben/Kenntnissen und da liegt bei dir der Hase im Pfeffer. Für dich ist das Eskapismus vor der wissenschaftlchihen Realität für mich eine der wichtigsten Eigenschaften Gottes. Tausend mal gesagt in unterschiedlichem rhetorischen Gewand. (siehe Bild 1) Das ist der Grund warum Atheisten, Agnostiker und Gnostiker existieren, ohne diese Grundregel gäbe es keinen Glauben (geht das jetzt endlich in deinen dicken Schädel rein?) Ob das eine menschliche Idee ist oder nicht ist unerheblich weil wir es nicht Wissen. (Gut so siehe >>undefined) Antwort birgt der Tod/Jüngste Tag. (Oder nicht nach deiner Façon) Soviel zum Ultimatum, warum Atheisten trotzdem falsch liegen darauf komm ich später zurück.

1. Gott ist ein wichtiger (wenn nicht der wichtigste) Garant für gesellschaftliche Integrität
2. Es werden sich neue und bessere Garanten entwickeln, die nicht ein Hirngespinst brauchen. (Kristallkugelbernd ==>das bist du)
3. Das kann wieder nur die Zeit zeigen, so viel zum Ultimatum. Ich verwette mein Vermögen dass die Religion auch im Westen stärker wird. Warum? Katholizismus und Islam werden sich gegenseitig verstärken und Atheisten kämpfen nicht gut, da sie glauben nur ein Leben zu haben. Außerdem ist Atheismus für die meisten zu kompliziert. Kwalle? Meine Überlegung basierend auf Wissen. Keine Beweise tut mir Leid. Warum ich meine katholische Religion für einen Wertegarant halte? Ganz einfach der Papst hat mit Atheisten wie Conchita Wurst nichts im Sinn, und widerspricht der Degeneration. (Das könnt ich sogar Beweisen.)

Teil 2 kommt wahrscheinlich morgen, du kannst schon antworten werde deine Antwort allerdings erst nach dem pfostieren lesen, wenn deine Antwort im Schema krautchan.net/r/thread-3222.html#3243 pfostiert ist werde ich sie gar nicht lesen und die Diskussion abbrechen.

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#3248

Meine Überzeugung ist ja, dass ihr beide weggehen solltet.

>>3247

>krautchan.net/r/thread-3222.html#3243

>>3241

>Wahtever that means.

motionthinks Avatar
motionthinks:#3249

>>3244
Ich kenne es eigentlich nur in der englischen Version: "If you bring forth what is within you, that which is within you, will heal you."

samscouto Avatar
samscouto:#3250

>>3249
> will *save you.

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