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Veröffentlicht am 2016-01-21 16:05:3 in /r/

/r/ 4318: Hallo Be/r/nd, ich bin sozusagen für ein Beratu...

chrisvanderkooi Avatar
chrisvanderkooi:#4318

Hallo Be/r/nd,

ich bin sozusagen für ein Beratungsgespräch hier, da ich wirklich nicht weiß, wo ich liege.

Ich wurde katholisch getauft und erzogen, kam aber trotz katholischer Schule irgendwie als Agnostiker heraus und trat aus. Dann wiederum liegt mir jedoch sehr viel am guten Wirken der Kirche und ich bin von den christlichen Grundwerten überzeugt.

Kirchenbesuche hingegen sind für mich keine angenehme Sache. Üblicherweise erzählt mir die Predigt nur alte Kamellen, einmal habe ich eine interessante gehört, in der es subtil um Bio-Engineering ging. Andererseits habe ich mich immer gern in der Suppenküche engagiert (zwar nur Brote geschmiert, aber hey) und bin eigentlich ein sehr geselliger Mensch und insbesondere gern unter Christen.

Dann wiederum fühle ich mich wieder nicht wohl, da ich als Agnostiker ja quasi ein schwarzes Schaf bin. Es ist nicht mal so, dass ich atheistischer oder theistischer Agnostiker wäre - ich habe da keine Neigung, die mir die Entscheidung erleichtern würde.

Ich weiß einfach nicht, zu was mich das macht und ob ich mich wieder in der Kirche engagieren sollte oder einfach nicht dazu gehöre. Wie sieht mich Religionsbernd?

sketi_ndlela Avatar
sketi_ndlela:#4320

Ich bin Atheist und weiß von vielen Kirchgängern, dass sie auch Agnostiker sind oder teilweise gar nicht mehr an Gott glauben. Man kann ja die Gemeinde, die Zaubervorstellungen und die karitative Arbeit auch schätzen, wenn man nicht gläubig oder fromm ist. Liberalere und größere Gemeinden protokollieren (im Kopf) nicht jeden ausbleibenden Besuch. Gut, wenn der Oberpinguin dich fragt, wann du das letzte Mal bei der Beichte warst, wird er sich schon räuspern, wenn du sagst "irgendwann kurz nach der WM 2006". Du kannst ja mal versuchen, dich über ehrenamtliche Arbeit wieder einmal einer Gemeinde zu nähern. Aber das geht halt vielen so, es ist eine Art "ganz oder gar nicht". Oder was meinst du, wie viele Kirchgänger tatsächlich an die jungfräuliche Geburt glauben oder daran, dass das Esspapier tatsächlich das Fleisch Jesu sei.

markolschesky Avatar
markolschesky:#4324

>>4318
>Wie sieht mich Religionsbernd?
Du bist ein Schääfchen in der Herde Gottes, wie wir alle es sind, sogar NEET-Bernd. Gottesdienst und Beichte zu besuchen würde dir sicher gut tun und darauf wird man dich auch hinweisen.

Wenn du als Agnostiker auftrittst, wird das sicher für Gesprächsstoff sorgen und wie jeder Nonkonformist wirst du unter anderem auch Ablehnung erfahren, geht ja gar nicht anders. Wenn du hingegen nur sagst, dass du einfach keine Lust auf Gottesdienst hast, wird niemand groß kehren.
Bist du dir sicher, dass du dieses Schild "Agnostiker" brauchst? Wenn es dir eh egal ist, kannst du dir und den anderen diese Provokation doch ersparen. Glauben (oder Unglaube) wird ja nicht unbedingt dadurch besser, dass man ihn anderen anträgt und wenn du mit den Grundwerten ohnehin übereinstimmst, wäre es schlichtweg nutzlos einen Konflikt zu erzeugen.

Wie dem auch sei, ich kann mir nicht vorstellen, dass dich jemand anmault, wenn du dich für Bedürftige engagierst.

tereshenkov Avatar
tereshenkov:#4327

Danke für eure Antworten.

Es ist nicht gerade so, dass ich Leuten meine Einstellung ins Gesicht drücke. Eigentlich habe ich noch nie jemandem gegenüber erwähnt, dass ich Agnostiker bin, meiner Mutter ausgenommen, und die hielt es für einen muslimischen Kult. Es ist mehr so das Schwarzes-Schaf-Gefühl, wenn man zwischen Leuten unterwegs ist, die wirklich gläubig sind.

Na ja, ich werde einfach mal schauen, wo man sich so engagieren kann. Schaden wird's ja keinem.

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