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Veröffentlicht am 2016-02-18 14:41:45 in /r/

/r/ 4389: Hallo Be/r/nd. Ich habe eine ernsthafte Frage an Di...

mrxloka Avatar
mrxloka:#4389

Hallo Be/r/nd.

Ich habe eine ernsthafte Frage an Dich; auch wenn sie sich als dumm entpuppen könnte, bin ich nicht hier, um Streit vom Zaun zu brechen.


Wie kann man glauben? Ich frage nicht weil ich auf der Suche nach Gott wäre. Ich kann mir nur (Bereits mein ganzes Leben, ja sogar als kleines Kind) nicht vorstellen wie man aufrichtig und voller Überzeugung an den christlichen Gott (Wir nehmen zur Vereinfachung nur mal den...) glauben kann.
Oder an Phänomene wie das Leben danach.

Nicht weil viele Widersprüche zu finden wären und auch nicht aus anderem Atheisten-Hurrdurr heraus verstehe ich das nicht (Es wäre ja nichts leichter als mir meine persönliche Ein-Mann-Christensekte zu gründen, wenn ich fest davon überzeugt wäre). Sondern einfach nur weil dieses Konzept so konkret ist. Viel zu konkret. Ich kann mir im Gegensatz dazu vorstellen, dass es möglich wäre, dass ich eines Tages an sehr abstrakte Konzepte wie das Karma glauben würde und das auch nur in abstrakter Weise.

Aber wenn mir jemand erzählt, dass Oma Erna jetzt im Paradis ist und mir auch noch vorlesen könnte, wie genau das aussieht, dann ist meine Beziehung dazu die gleiche wie zu einem Mythos aus Ghana oder der Geschichte eines Fantasy-Romans. Das kommt mir selbst in der Tat komisch vor. Ich glaube nicht, dass mein absolut unmagisches (Magie im weitesten Sinne, no offense) Denken normal ist. Das ist wohl eine sehr Un-Menschliche Eigenschaft die ich da habe, denn aus jedem der nicht gerade in Reddit-Manier Politik-Atheismus betreibt, bekommt man wenigstens die leiseste Spur von "Ja....wer weiß, ob es ihn nicht doch gibt!" herausgeleiert.


Zu meinem Hintergrund: Ich wurde nicht christlich erzogen, jedoch von Leuten die für vieles offen sind und zu sehr leichten Formen der Esoterik neigen. Habe jedoch eine streng christliche Großfamilie zu der ich nur geringfügigen Kontakt hege und hegte und die andere, nähere Hälfte ist zu großen Teilen auch ...ich nenne es gern..soft-christlich. Ich besuchte als Kind bis zur 7. Klasse abwechselnd sowohl katholischen als auch evangelischen Religionsunterricht....aber nur weil ich die Ägypter so toll fand, lel.

carlosgavina Avatar
carlosgavina:#4390

>>4389
>Konzept so konkret ... vorlesen könnte, wie genau das aussieht ... Fantasy-Roman
Viele religiöse Texte sind voller Metaphern. (de.wikipedia.org/wiki/Metapher)
Welchen Text meinst du? Oder war dein einziges Argument ein Scherz?

>Wie kann man glauben?
Niemand studiert Elektrotechnik, ehe er der Armbanduhr glaubt; auch du nicht.
Da gemeinsame Werte für ein Zusammenleben unerlässlich sind, könnte es ohne Glauben keine Zivilisation geben. Die darwinistische Glaubensforschung betrachtet seine weite Verbreitung als Indiz für einen evolutionären Vorteil.

kreativosweb Avatar
kreativosweb:#4391

>>4390
>Niemand studiert Elektrotechnik, ehe er der Armbanduhr glaubt;
Armbanduhren sind kein Glaube. Wenn man bei einer Armbanduhr die Zeit angefragt, antwortet sie. Meist auch richtig. Wenn man Gott eine Frage stellt, antwortet er nicht. Deshalb müssen wir an ihn glauben.

betraydan Avatar
betraydan:#4392

>>4390
>(de.wikipedia.org/wiki/Metapher)

Versuchst Du mich etwa in Deiner ersten Antwort zu beleidigen, nachdem ich mehrfach klar machte, dass ich mit meinem Thread als Gast auf Deinem Brett niemandem zu nahe treten möchte?

>Da gemeinsame Werte für ein Zusammenleben unerlässlich sind
Viele religiöse Gemeinschaften sind nicht Quelle der Werte, sondern 'erklären' nur, was passiert, wenn man sich nicht an vereinbarte Werte hält. Oft ist Religion schlicht ein Machtwerkzeug um die Tugendlosen mit hilfe der Gemeinschaft dazu zu zwingen sich an die Werte zu halten (Zugegeben meist nur in fehlinterpretierten aber daher leider weit verbreiteten Versionen). Das funktioniert im Regelfall mit der richtigen Politik jedoch sehr wohl auch. Im Guten wie im Schlechten.

>>4391
Dies.

emileboudeling Avatar
emileboudeling:#4393

>>4392
Auch fiel mir auf: Du versuchst mir zu erklären, wofür Religion nützlich ist, oder weshalb es gut sein kann zu glauben.

Das habe ich nie bezweifelt oder überhaupt zum Thema gemacht.

Die Frage war: Wie glaubt man an die Inhalte - den Mythos- einer Religion in aufrichtiger Weise? "Es ist gut für die Gesellschaft und ich kann übrigens die Uhr lesen!" ist nicht die Begründung dafür, dass jemand aufrichtig und wahrhaftig an Gott glaubt. Dieser Jemand würde dann nicht wirklich an Gott glauben, aber Gefallen daran finden sich am Kult-Alltag zu beteiligen (Was ich auch jedem gönne und wiederum nicht Thema ist; daher ist auch meine obige Antwort zu meinem OP eigentlich gar nicht so zielführend.).

sindresorhus Avatar
sindresorhus:#4400

>>4391
>Wenn man Gott eine Frage stellt, antwortet er nicht.
Bild verwandt.

>>4392
>Wie glaubt man an die Inhalte - den Mythos- einer Religion in aufrichtiger Weise?
Das ist doch nichts weiter als eine eine Entscheidung.

adriancogliano Avatar
adriancogliano:#4403

Du kannst dich glücklich schätzen, das dir der Wahnsinn des Glaubens in seiner Gänze offenbar ist.
Der Glaube ist eine Krücke der Schwachen und Dummen Informationsbenachteiligten.

Die Klarheit mit der du die Aberwitzigkeit des Glaubens durchschaust, bleibt vielen ihr Leben lang verwehrt. Auch jener, der die rote Schrift unter diesen Pfosten macht, fürchtet die Vernunft. Und alle Stimmen, die Vernunft predigen müssen sterben! Zumindest auf diesem Brett.

tweet_john Avatar
tweet_john:#4405

>>4403
>Wahnsinn des Glaubens
Glaube ist ein evolutionärer Vorteil und entspricht somit der gesellschaftlichen Norm, was deine These falsch beweist.

zackeeler Avatar
zackeeler:#4406

>>4405
>Glaube ist ein evolutionärer Vorteil und entspricht somit der gesellschaftlichen Norm,

Weder noch. Sonst würde man heute noch Hexen verbrennen oder den Göttern Babys opfern.

Die Säkularisierung ist ein klarer Hinweis, dass Religion ein evolutionärer Nachteil ist. Siehe Islam: Kaum Säkularisierung und damit einhergehend enorme Defizite in der gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklung.

Das liegt nicht daran, dass die Musel dumm sind. Als Religion weltweit noch das absolute Muss war, und somit Chancengleichheit bestand, war der Nahe Osten dem Westen weit voraus.

tereshenkov Avatar
tereshenkov:#4407

>>4406
Du hast keine Ahnung was Evolution ist.

cmzhang Avatar
cmzhang:#4409

>>4405
>Glaube is in den Genen drinne, weist du

>>4400
>Das ist doch nichts weiter als eine eine Entscheidung.

Das kann gar keine Entscheidung sein. Es wäre ja mein Fundament des Lebens und mich zu "entscheiden" würde bedeuten, dass ich es schlicht nur vor mich und andere hinpredige ohne wahrhaftig (Ist der Begriff Wahrhaftigkeit IDF allen klar...?) daran zu glauben.



Bisher kam keine Antwort Be/r/nd. Enttäusch mich nicht.

chanpory Avatar
chanpory:#4413

>>4409
Ich kann dir lediglich sagen wieso ICH glaube. Natürlich hat da jeder seine ganz eigenen Gründe. In meinem Fall ist es simpel. Ich glaube fest an einen Gott, weil ich mir schlichtweg nicht vorstellen kann/will das alles im Universum aus Zufall und ohne jeden Grund entstanden ist, das alles nur aus Gutdünken passiert etc. Auch wüsste ich nicht wie ich ein Leben führen könnte ohne den Glauben an ein Leben nach dem Tod. Ich würde keinen Sinn im Leben sehen und hätte auch keine Gründe ein "gutes" Leben zu führen. Meine Kriminelle Energie würde vermutlich Oberhand gewinnen wenn ich nicht an gewisse göttliche Gesetze glauben würde die mich ein halbwegs anständiges Leben führen lassen.

Ich bin katholisch, jedoch ist mein Glaube weit mehr Gott bezogen als zur Kirche. Der Mensch ist fehlbar, und gerade die Kirchenangehörigen sind leider dieser Tage recht verdorben wie mir scheint. Ich bin nicht mal sicher ob ich an "den" Gott aus der Bibel glaube, als vielmehr an einen allmächtigen Schöpfer, welcher recht parteilos ist. Ich meine, all die Geschichten über Sonnengötter und ähnliche Erzählungen aus alten und vielmals schon ausgestorbene Religionen, geben mir die Denkweise das viele Religionen entstanden sind, aber eigentlich dem selben Gott huldigen. Gibt zu viele Übereinstimmungen um sie einfach zu ignorieren. Der Mensch hat dann halt vieles zu seinen Gunsten geändert und/oder übernommen. (Mondgott der Musel oder jüdischer Jahwe Dämon mal ausgenommen. Sollte es die geben, werd ich denen schon aus Prinzip nach meinem Tod ins Gesicht pissen :3). Im Grunde bin ich in der Glaubensfrage also sehr offen, da ich eben nicht viel darüber sagen kann welche, von Menschen geschriebenen und oft abgeänderten, Glaubenstexte nun letztendlich der Wahrheit entsprechen.

Ich meine, auch das kleinere "Götter" wie Shiva, Freya oder Artemis mal, dem Namen nach, Existiert haben, muss ja nicht ausgeschlossen sein. Ich würde sie aber viel mehr als mächtige Personen der Geschichte oder vielleicht sogar gottgesandte Wesen bezeichnen (Arbeitsteilung und so :3) als zu eigenständigen "Göttern" erklären. Dazu sind die mir schlicht nicht göttlich genug. Einen Gott macht es für mich irgendwie aus das er einzigartig, ewig und schöpferisch ist.

Aber ich schweife ziemlich ab. Jedenfalls ist das in etwa der Grund "meines" Glaubens. Ich will nicht ausschließen das viele nur "glauben" weil die so erzogen wurden, oder etwas zu oft in der Kirche waren, aber ich persönlich wurde nie besonders christlich erzogen oder hatte eine innige Beziehung zur Kirche. Ich hab mich im Erwachsenenalter irgendwann selber etwas mehr mit dieser Frage beschäftigt.

artheft_ua Avatar
artheft_ua:#4414

>>4409
>Das kann gar keine Entscheidung sein. Es wäre ja mein Fundament des Lebens und mich zu "entscheiden" würde bedeuten, dass ...
Die Religiösität ist angelegt und für Gott (oder einen satanisch/atheistischen Ersatz) entscheidest du dich. Er gibt uns die Wahl, was ist daran unverständlich?

>>4413
>auch das kleinere "Götter" ... vielleicht sogar gottgesandte Wesen bezeichnen
Es gibt recht viele Parallelen zwischen z.B. einzelnen germanischen Gottheiten und den ihnen entsprechenden Engeln oder Heiligen. Die Übernahme früherer Figuren ist durchaus üblich.

smenov Avatar
smenov:#4421

>>4407
>Du hast keine Ahnung was Evolution ist.

Die Idee, Religion als "evolutionärer Vorteil" zu bezeichnen, ist ehrlich gesagt etwas merkwürdig.

Damit sägst du an dem Ast auf dem du sitzt. Wenn Religion ein evolutionärer Vorteil ist, spricht das nicht für seinen Existenz.

Auch der Hinweis auf die "Gesellschaftliche Norm" in >>4405 schaft nicht unbedingt Vertrauen in Gott. Eher das Gegenteil.

katiemdaly Avatar
katiemdaly:#4426

>>4421
Irgend ein Atheist kam mal auf den Trichter, dass man Evolutionstheorie und Christentum (seiner satanischen Zwietracht-Agenda entsprechend) gegeneinander stellen müsste und hat sich dann mit irgend welchen dummen Amerikanern gebalgt aber ich sehe da überhaupt keinen Widerspruch. Die Evolutionstheorie wurde schließlich nicht zuletzt von Christen erdacht. (Darwin war Theologe und Mendel sogar Priester.)
Es ist wirklich eine schöne und dankbare Aufgabe der Naturwissenschaftler Gottes Schöpfung in ihren Modellen zu beschreiben.

Und was die Religiosität betrifft, so zieht sie sich unbestreitbar wie ein rotes Band durch die menschliche Geschichte. Es mag einzelne Kulturen ohne explizite Gottesvorstellungen gegeben haben aber eigentlich kaum eine Gesellschaft ohne Religion.
Und wenn wir uns mal darauf geeinigt haben, dass Religiosität fest im menschlichen Verhalten angelegt ist, folgert sich daraus direkt auch ihr evolutionärer Vorteil. Das lehrt uns ja die Evolutionstheorie, die unter anderem besagt, dass sich nur Vorteile vererben.
zl;ng: Gläubige ficken besser. Kann man sich eh denken, wenn man die Atheisten-Fratzen mal anschaut.

otozk Avatar
otozk:#4429

Die Frage war ja, wie man aufrichtig glauben kann, nicht, ob und inwiefern es ein Vorteil ist.

Glauben heißt im Kern nicht "nicht wissen", "vermuten" oder dergleichen, sondern stammt von indogermanisch leubh (mhd. gelouben, ahd. gilouben) "begehren", "lieb haben", "gutheißen", "loben". Ein Christ unterscheidet sich von einem Mohammedaner also weniger dadurch, dass er einen anderen Gott vermutet, als dadurch, dass er einen anderen Gott gutheißt. Das Leben nach dem Tod ist weniger etwas, das man vermutet, als etwas, das man lieb hat und in das man vertraut und das man sich deshalb so ausmalt wie für Oma Erna.

Zurück zur Frage, wie man glauben kann: Indem man Hoffnung hat.

Erst aus der materialistischen, gesättigten Lethargie der städtischen Moderne, die nicht mehr das Schöne (liegt ja im Auge des Betrachters) und Gute, sondern aussichtslose Selbsterleuchtung und -verwirklichung zum Ziel hat, kann es zu dieser Hoffnungslosigkeit kommen, die sich nicht zuletzt in hoffnungsloser Architektur und hoffnungsloser Kunst manifestiert.

alexcican Avatar
alexcican:#4430

>>4389
Become a orthodoxy christian, bro

alexradsby Avatar
alexradsby:#4436

>>4405
> was deine These falsch beweist.
Was hier so als Beweis gilt.

ankitind Avatar
ankitind:#4450

>>4413
Schöner Pfosten, verbindlichsten Dank.

Den polytheistischen (halb)gottheiten erweist Du ja doch für Christen unüblichen Respekt. Soweit ich weiß ist bezüglich der griechischen Mythologien und Religionen keinen Zäsur überliefert (Wie einst bei Chronos). Wenn Du annehmen könntest, dass sie gottähnlich - und wenn nicht allzu mächtig wenigstens unsterblich - sind...wie erklärt sich ihr Verbleib? Glaubst Du, dass es Glauben benötigt, damit Götter nicht sterben? Das würde Dich natürlich bezüglich des Arguments, dass Götter nur Produkte der (kollektiven) Psyche seien verwundbar machen, aber vielleicht hast Du ja eine Idee, diesen Angriff zu umschiffen? Würde mich interessieren.


>>4414
Wie gesagt. Nur weil ich wähle mich etwas anzuschließen, habe ich dadurch längst nicht die Möglichkeit das ernsthaft und aufrichtig zu glauben (Im Sinne von "Überzeugt sein"). Ich müsste wohl nach nur drei Büchern in der Bibel schon anfangen zu relativieren. Das ist alles andere als fester Glaube.
Atheismus ist für mich kein Religionsersatz. Das Suffix -Ismus ist für mein Empfinden sogar schon Quatsch. Es ist einfach die Abwesenheit von jeglichem Glauben. So ein Fach.


>>4426
Nur so anbei: Guter Pfosten.
Ich verstehe den Streit den da die Amis haben nicht. Auch für Christen und sonstige Theisten ist es völlig legitim einzugestehen, dass man Gottes Schöpfung bisher noch nicht fassen konnte und mittels Wissenschaft die Details der Schöpfung eines unendlich weisen(!) unendlich mächtigen Wesens erst einmal mühselig erörtern muss. Wer sagt denn, dass er den Menschen nicht aus Gründen seiner unergründbaren Wege einige Jahrtausende lang vor eine Metapher stellte, bis seines Schöpfung eines Tages selbst sieht, wie genau sie entstanden ist. Widersprüche bilden sich da keine; nur wenn eine Partei schlecht argumentiert kann man sie finden.


>>4429
Clever!
Das erklärt auch das erste Gebot, das ich bisher immer für unlogisch gehalten habe. Es scheint so, als würden Juden und Christen akzeptieren, dass es andere Götter, Gottwesen und Weiteres gibt, sie sich aber nur einem Gott widmen und hoffen, dass dieser ....äh...gewinnt?

Müsste man aufgrund der Logik des ersten Gebotes annehmen, dass es mehr Götter gibt?
Wie steht dazu die Kirche?

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solid_color:#4458

Stößercheeen

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