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Veröffentlicht am 2016-02-20 03:11:09 in /t/

/t/ 29693: Netzteil von LCD reparieren

albertodebo Avatar
albertodebo:#29693

Ich habe hier einen LCD-Fernseher mit 60 cm Diagonale von 2011 oder so, dessen Netzteil seit gut drei Jahren kaputt ist (passierte zwei Monate nach Ablauf der Garantiezeit, für die Reparatur wären 80% des Kaufpreises fällig geworden, weshalb ich ihn lieber einlagerte).

Laut diversen Beiträgen im Internet sind es zumeist Kondensatoren im Netzteil, die das Zeitliche segnen und einfach getauscht werden müssen. Vor ein paar Tagen habe ich deshalb alle Kondensatoren, die im Netzteil verbaut sind, in großer Menge für 20€ bestellt und nun eingelötet. Leider ist der Fernseher immer noch kaputt. (Bei 230V-AC-Eingang bleiben beim Netzteil die 5V- und 12V-Schienen spannungsfrei, mit Conrad-Multimeter gemessen. Die LED, die eigentlich blau leuchten sollte, bleibt komplett schwarz, und der Bildschirm natürlich auch.)

Bild relatiert ist mein Netzteil-Modell. Die 5V und 12V habe ich getestet, indem ich bei den aktiven Pins jeweils den roten Stift des Multimeters an den Kontakt, von dem ein rotes Kabel wegführte, hielt, und den schwarzen Stift and den Kontakt mit schwarzem Kabel. Ich hoffe, das war richtig so.

Meine Vermutung ist, dass eines der anderen Teile kaputt ist. Die Elkos habe ich alle mit genau den gleichen µF und zumindest gleich hohen Volt getauscht. Die Keramikkondensatoren (ich glaube zumindest, dass die kleinen blau ummantelten welche sind) habe ich derweil in Ruhe gelassen – sollten die auch getauscht werden?

Mein nächster Versuch wäre, das ganze Netzteil neu zu bestellen. Wird auf AliExpress um 25€ inklusive Versand angeboten, was ich dann doch recht gut finde – selbst gebraucht zahlt man für 24"-Bildschirme mit 1920x1080 ja noch 70€ oder mehr.

Ist mein Vorgehen so weit in Ordnung oder hättet ihr einen besseren Vorschlag für mich?
Danke schon mal im Voraus.

ajaxy_ru Avatar
ajaxy_ru:#29695

F1 haste gecheckt oder?

arashmanteghi Avatar
arashmanteghi:#29696

>>29693
Wie >>29695 schon geschrieben hat:
1. Platine oben und unten nach Verfärbungen absuchen
2. Sicherung Durchpiepsen
3. Dioden vom Gleichrichter Durchpiepsen. Achtung! Netzspannungsseite, einfach einige Minuten warten bis die Elkos entladen sind bei "Marken"geräten sollten dirt Bluterwiderstände eingebaut sein
4. Elkos der Primär- die mit 400V und Sekundärseite optisch kontrollieren ob diese aufgebläht sind oder Elektrolyt ausgetreten ist.
5. Wenn obiges ok, dann Netzspannung draufgeben und an den 400V-Elkos die Spannung messen, sollten ~325V sein.

Pfeift oder Tackert das Netzteil? Eventuell mit der Wechselspannungsmessung an den Sekundärelkos nachmessen, ob diese kurz geladen werden.
Ansonsten Pfostieren ein Bild der Unterseite mit dem SMPS-IC. Das IC hat nen Widerstand von den Primärelkos zum Starten, dieser geht auch gerne kaputt, Widerstand kontrollieren und mit der Angabe im Datenblatt vergleichen.

bassamology Avatar
bassamology:#29697

>>29693
Achso: Die Messungen am besten eingebaut machen, evtl. fehlt sonst ein Power-ON Signal.

kylefrost Avatar
kylefrost:#29698

Die Elkos hast du wieder mit der richtigen Polarität eingebaut?

commoncentssss Avatar
commoncentssss:#29699

>>29695
Nein, hatte ich nicht. Jetzt aber gemacht, bei Durchgangsprüfung (Netzteil hängt nicht am Strom) erscheint 0 und ein Piepston, also sollte die Sicherung noch funktionieren.


>>29696
1. Verfärbungen sehe ich keine, Kondensatoren waren auch nicht aufgeplatzt (trotzdem eben alle getauscht vorsichtshalber).

2. Sicherung hat Durchgang, also okay.

3. Die Dioden sind die vier kleinen Teile links unten, richtig? Bei denen habe ich beim Durchgangsprüfer eine Anzeige von 500-600 und kein Piepsen.

4. Waren nicht aufgebläht, habe sie trotzdem getauscht.

5. Die großen Elkos haben 310 Volt DC bei Netzspannung. Die kleineren mit 25-50V haben allerdings überhaupt keine DC-Spannung. Deutet das darauf hin, dass welche der abgeschirmten / abgedeckten Teile defekt sind, welche (vermute ich) die kleineren Elkos mit Spannung versorgen sollten?

Das Netzteil macht gar keine Geräusche. Damals vor ein paar Jahren, als der Fernseher einging, hatte er zunächst manchmal im Betrieb geknackt und ging dann aus, ließ sich aber wieder einschalten. Irgendwann ging er wieder mit einem Knacken aus, und seit damals leuchtet nicht einmal die Standby-LED.

Bild der Unterseite reiche ich gleich nach.

Danke sehr schonmal!

pdugan19 Avatar
pdugan19:#29700

>>29698
Ja, ich hab sie alle so eingesetzt, dass der graue Streifen auf der gleichen Seite war, wie der vom Originalkondensator.

Anbei die Bilder meines Netzteils, mit den getauschten Kondensatoren.

Als ich, direkt vor dem Aufnehmen der Photos, noch die überschüssigen Fußlängen der Kondensatoren abzwicken wollte, kam bei einem der 400V-Kondensatoren ein kleiner Funke auf meine Zange. Hatte nicht daran gedacht, die zuerst mit einem Verbraucher spannungsfrei zu bekommen. Ich habe dann an alle Kondensatoren eine 25W-Glühbirne gehalten (einen Fuß an den Innenkontakt und einen an den Außenkontakt), bevor ich die restlichen Füße beschnitten habe; da kamen dann keine Funken mehr.

Ist durch den Funken / Kurzschluss irgendwas kaputt gegangen? Die Kondensatoren sind weiterhin, wie man auf den Photos sieht, nicht aufgeplatzt.

smaczny Avatar
smaczny:#29701

Wahrscheinlich ist irgendwo irgendein Transistor hoppsgegangen.Die schnellste Lösung wäre wohl, das ganze Netzteil zu ersetzen, sollte auch nicht sonderlich viel kosten.

cbracco Avatar
cbracco:#29707

>>29700
Ohne jetzt direkt was beitragen zu können: Die Stelle links solltest du nochmals nachlöten, die Drähte rechts sollten auf jeden Fall noch gekürzt werden, grade auch weil es sich um die Seite mit Netzspannung handelt.

Hast du low-ESR Kondensatoren verbaut?

irsouza Avatar
irsouza:#29708

>>29700
>>29707
Sorry; zu spät gelesen, abgezwickt hast du den Draht ja dann schon.

meisso_jarno Avatar
meisso_jarno:#29709

>>29701
Ja, hatte auf Aliexpress schon eines um 22€ inklusive Versand gefunden. Lieber hätte ich das erste Netzteil repariert, aber dafür bin ich offensichtlich nun mal nicht gut genug.

>>29707
Nur der 22µF/50V-Kondensator ist low ESR ("geringe Impedanz" auf mercateo).

Fürs Kürzen der Drähte habe ich leider kein geeignetes Werkzeug. Hatte das zuvor mit einem Kabelschneider gemacht, da ging es leider nicht kürzer als auf den Bildern.

Jetzt beim Versuch, die Kontakte nachzubessern, habe ich leider die Lötstellen für einen der 400V-Kondensatoren zerstört. Ich lasse es erst mal gut sein und warte auf das bestellte Ersatznetzteil; in ca. einem Monat melde ich mich dann zurück.


Vielen Dank für eure Ratschläge!

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