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Veröffentlicht am 2016-09-30 04:31:48 in /t/

/t/ 30590: Du Tech-Bernd, wie siehts aus, kann man LiPo Akkus w...

oaktreemedia Avatar
oaktreemedia:#30590

Du Tech-Bernd,

wie siehts aus, kann man LiPo Akkus wiederbeleben? Hab mal gehört, man kann diese einfach an eine Battery mit wenig mA und gleicher Spannung anlegen. So soll man den Akku wieder so weit hoch bekommen, dass ihn der Regel des Ladegeräts erkennt und sie wieder laden kann.

Danke Bernd

Bernd Avatar
Bernd:#30591

>Lithium Akkus mißhandeln

OB DU BESCHEUERT BIST???

umurgdk Avatar
umurgdk:#30592

>>30591
Ich misshandle sie nicht, ich versuche sie wieder zu beleben.
Akku kabott, fairsteste?

arashmanteghi Avatar
arashmanteghi:#30593

>>30592
Nein, geht nicht. Kauf dir einfach neue.
Bei NiMH gibt es sowas, NiMH ist aber was anderes als LiPo. Du kannst ja in einen Benziner auch kein Stroh tanken wie bei einem Ferd.

crhysdave Avatar
crhysdave:#30594

1. Alten Akku entsorgen
2. Neuen Akku kaufen

jacobbennett Avatar
jacobbennett:#30595

Ein paar Antworten gab es schon hier: >>undefined

LiPo ist generell absolut grenzwertig, da die sich chemisch irreversibel verändern - so wie "normale" Li-ion (Lithium-Manganoxid etc.)
Das Menschen tiefenentladene Akkus dennoch wiederbeleben wollen, liegt wohl an der Natur des Bastlers - ich hab es auch schon getan.
Allerdings mit Panasonic - 18650 Akkus. In Netz wird immer wieder von der Minimal- Spannung 1,5V fabuliert, bisweilen auch mit irgendwelchen Kurven. Entladeschluss ist 2,2V, allerdings sind die Hersteller wohl ziemlich konservativ: 1,5V geht auch noch.
Da hochwertige Akkus nicht so zum spontanen Explodieren neigen wie Chinaböller mit Fantasiewerten (Ultrafire 18650 mit 9000mAh!),
kannst du es durchaus probieren, wenn dein Akku von Vernünftiger Qualität ist, Sollbruchstellen und Ventile hat UND nicht unter 1,5V Restspannung hat.
Allerdings ist LiPo nochmals instabiler. Nimm ein Netzteil das 4,2V liefert, wenn du das nicht hast, nimm eine knackevoll geladene Li-Ion Batterie mit 4,2V
Ladeschlusspannung und brück die Pole immer wieder kurz! (max. 5 Sekunden) und miß die Spannung des zu Rettenden Akkus. Nach ein paar mal sollte die Spannung eventuell über 2,5V liegen, so das du normal Laden kannst. Achte bei dem ganzen Vorgang auf die Temperatur des Akkus (thermisches Durchgehen); Wird es heiss, dann geh nen Schritt zurück.

Protip: Versuch das nicht in der Wohnung.

dhooyenga Avatar
dhooyenga:#30596

>>30595
Das die kapazität, die Sicherheit und die Stabilität der Zelle leidet, teils massiv, sollte ich wohl auch erwähnen. Aber "geht nicht" ist irgendwie nicht der Spirit von /t/ - und auch gerettete und dann minderkapazitive Akkus habe durchaus noch Einsatzszenarien.

olgary Avatar
olgary:#30597

Bernd hat mal einen ab Werk toten LiPo belebt. Akku war auf 0.1 V, entsprechnd hat die Schutzbeschaltung am Akku auch keinen Ladestrom zugelassen.
Mit Nadeln hat Bernd den Akku direkt kontaktiert und gemütlich (1/20 C) angefangen zu Laden. Natürlich im freien und auf einer Keramikplatte, LiPo gehen doch gerne mal thermisch durch. Akkuspannung ist langsam gestiegen, über 3 V hat auch die Schutzelektronik wieder aufgemacht. Trortdem hat Bernd mit geringem Strom bis zur LAdeschlussspannung weitergeladen. Akku wurde dann vollgeladen einen Tag beobachtet, danach regulär verwendet. Inzwischen hat das Gerät bald drei Jahre hinter sich und der Akku funktioniert immer noch natürlich mit verringerter Kapazität.

Bei gebrauchten Akkus macht Bernd das manchmal, wenn die Entladeschlussspannung leicht unterschritten wurde und die Schutzelektronik den Akku abkoppelt. Bei Li*Ion * nahezu beliebige Technologie hier einfügen geht das meist problemlos mit leichtem Kapazitätsverlust. Bei LiPo hält der Akku noch einige Zyklen, verliert aber massiv Kapazität und bläht sich auf Hmmm, lecker H².

nerrsoft Avatar
nerrsoft:#30599

>>30597
> Akku war auf 0.1 V
Wusste ich nicht, dass das geht. Hatte bei meiner Abschlussarbeit mal einen am Sourcemeter gelassen, in der irrigen Annahme, dass die Ausgänge hochohmig werden, wenn man alles abschaltet. Werden aber nicht hochohmig. Akku war am nächsten Tag bei genau 0 V und irgendein anderes Verhalten war so komisch, dass ich ihn lieber entsorgt habe als die Uni abzufackeln.
Was ich über LiPos mitgenommen habe ist folgendes:
Wenn
Nennspannung == 3,7 V
Ladeschlussspannung == 4,2 V
Entladeschlussspannung == 2,8 V
Ladezyklen == 1000
Im Datenblatt angegeben ist, kann man die Anzahl der Ladezyklen (also die Lebensdauer) auf über 9000 erhöhen, wenn man den Akku nur zwischen 3...4 V betreibt. Das kostet zwar einen nicht unerheblichen Teil der nutzbaren Kapazität (20% oder so), aber dafür altert das Teil dann praktisch nicht mehr (japanische Außenstelle der NASA hat das mal untersucht). Daher war ich mir so sicher, wenn die Entladeschlussspannung einmal deutlich unterschritten wurde, müsse der Akku hinne sein. Hatte auch zwei "gebrauchte" LiPos, bei denen man sehr deutlich sah, wie die Kapazität verringert war: Mit den Spannungen war alles vollkommen in Ordnung, nur waren sie schon nach einem Bruchteil der Nennkapazität auf- beziehungsweise entladen.

freddetastic Avatar
freddetastic:#30630

>>30599
>Ladeschlussspannung == 4,2 V

Ach Mist jetzt habe ich verstanden warum 4,2V bei 3,7V Akkus

1markiz Avatar
1markiz:#30633

>>30599
Dass Akkus sehr viele Ladezyklen machen ohne nennenswert Kapazität zu verlieren, wenn man sie flach zyklisiert, also nur immer zwischen 30-70% Kapaziät pendelt, sollte doch eigentlich bekannt sein.
Die NASA hat da wohl am meisten Erfahrung, weil die das mit Raumsonden und Dscheiß seit 60 Jahren so machen.
Übrigens laufen die Systeme auf der ISS, wenn sie im Erdschatten ist und keine Energie aus den Solarpanelen bekombt, auch mit NiMH-Akkus.

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