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Veröffentlicht am 2017-04-09 02:57:28 in /t/

/t/ 31245: Werkzeugfaden

craigelimeliah Avatar
craigelimeliah:#31245

Lieber Bernd,

ausgehend von >>/b/undefined ist für mich der Punkt gekommen, an dem ich mich mal ausgiebigst über Elektrowerkzeuge und deren Preis auslassen möchte.
Auf 4chans /diy/ geht jeder zweite Thread (gefühlt) um dieses Thema, auf anderen Boards braucht man garnicht fragen; bestenfalls Threads über Multimeter und deren Kaufberatung können dies noch toppen. In der wahren Internet - Hassmaschine (Mikrocontroller.net) ist bereits das Thema tabu.

Greife ich also den aktuellen /b/ Faden auf und bringe (nur aus meiner Erfahrung heraus) etwas Licht ins dunkel.
Vorweg: Ich bin beruflich NICHT mit Handwerk beschäftigt, alles was ich sage ist von dem Standpunkt eines ambitionierten Laien zu betrachten. Trotzdem bringt mich dies grade in eine Position, Werkzeuge nach ihrem Wert zu beurteilen - in Hinblick auf die Nutzung.

Ich bin (nicht) völlig frei von Markenbewusstsein. Auch stelle ich nicht den Anspruch, das mein Beitrag frei von Meinung ist, aber ich denke Bernd geht mit mir d’accord, das wir von Hilti mehr erwarten als von Black&Decker 2017 (erinnere dich: Stier von Idstein).

Also stelle ich in diesem Faden heraus, welches Werkzeug ich benutze, WOFÜR ich es benutze und wie es meiner Meinung nach taugt.

enjoythetau Avatar
enjoythetau:#31246

Fangen wir an mit dem Akkuschrauber: ich hatte lange, glückliche zeit einen Akkuschrauber von Bosch (grün) mit NiCd Akkus. 12V, das Ding lief sauber, das Ding lief rund und Durchzugsstark war es auch. Nur waren die Akkus immer leer wenn ich was Schrauben musste. Zudem halten NiCd Akkus immer 3 Jahre, egal was Technikbernd von Ladezyklen, Umgebungstemperatur oder Ladeentspannung erzählt - das ding liegt im Keller und muss den Alltag abkönnen, unter Laborbedingungen bauch ich keinen Schrauber. Also weg damit, Li-Ion musste her. So kam ich zu meinem Scheppach Akkuschrauber. (der Bosch läuft übrigens nach ein wenig Umbau jetzt an einem Blei-gel Akku und hält dort errechnete >9000h Vollast)

Den Scheppach hab ich aus der Not herraus erworben, er war bei eBay zusammen mit dem Multitool, einer Lampe und 2 Akkus im schicken Sack für 89 Euro zu haben. Und ich brauchte dringend einen Akkuschrauber, sonst hätte ich noch 2 Monate gewartet und ne Makita gekauft.

Aber egal: ich bin nicht enttäuscht. Der Motor ist nicht brushless, aber dennoch ist die Maschine durchzugsstark, der Akku hat langen Atem und die Bohrspindel läuft rund. Eine LED beleuchtet (die Stelle knapp unter) dem / das Arbeitsfeld. Der Akkuschrauber ist elektronisch Drehzahlgeregelt, hat eine Akku-ladeanzeige hinten und Schnellspannbohrfutter. 2 Gänge und eine fein abgestimmte Rutschkupplung machen das arbeiten einfach.

Ich hab gefühlt 5000 Schrauben damit versenkt, meist in Holz, oft auch Schnellbauschrauben in Rigips. Bisweilen sogar einen Quirl eingespannt und Farbe aufgerührt. Ich besitze das Teil jetzt seit 2 Jahren; würde jederzeit wieder kaufen. Das Ladegerät bläst den Akku in unter einer Stunde wieder auf, in der Zeit hab ich den zweiten nicht leer.

Contra: Das Multitool ist echter Quark. Was auch daran liegen mark, das ich bisweilen mit einem Gerät der Firma "Fein" arbeiten konnte. Ich halte ein oszillierendes Stück Plastik in der Hand, welches durchaus IKEA Pappholz schneiden kann, Presspan und ab und an echtes Holz - sofern das nicht dicker als 5mm ist. Alles drüber ist echte Qual. Wenn man sich dieser Einschränkung bewusst ist, kann man es gut als Ergänzung zur Stichsäge nehmen, an schwer zugänglichen Stellen.

alagoon Avatar
alagoon:#31247

Generischer Li-Ion Akkuschrauber

da hat es mich gepackt, 29 Euro beim Onlinehändler. Der Gedanke war, einen billigen Schrauber zu haben, einfach um nicht immer wechseln zu müssen wenn ich einerseits vorbohren muss, andererseits einen PZ2-Bit im Schrauber brauche. Was soll ich sagen: You get what you pay for. Der generische Akkuschrauber ist mit Anlauf ein Griff ins Klo, in jeder Hinsicht untertrifft er die Erwartungen des Anwenders. Das Drehmoment ist sicher der Hauptkritikpunkt, der schlappe Akku rundet das Feindbild nur ab. Fehlende Gangwahl könnte ich noch verschmerzen, das schlappe Schnellspann - Bohrfutter mit den sich selbst losrappelnden Bithaltern jedoch nicht. Fazit: Tonne auf, Tonne zu; wieder was gelernt.

stuartlcrawford Avatar
stuartlcrawford:#31248

Aber im ernst: Ich bin auch Marken - Junkie. Ich stand lange Zeit auf Bosch, grade in der Zeit um 2005, als ich meine Werkstatt ausrüstete, gab es für mich nichts besseres in Preis/Leistungsbereich.
Also kaufte ich meine (damaligen) Hauptwerkzeuge von Bosch grün, eine Bohrmaschine, einen Boschhammer und die Stichsäge. Grade die Stichsäge ist unkaputtbar wie mir scheint. Ich säge hauptsächlich Holz (orly?) ab und an mal Aluminiumprofile. Wichtig war mir eine Schnellaufnahme wie SDS, so wie im Bohrhammer auch. Bilder stückweit relatiert; mit dem Boschhammer habe ich einen Klotz Blaubeton weggemeisselt in einem WK2 - Bunker. Das Nigrin kam zwar flüssig - schwarz vorne rausgesuppt, aber der Hammer läuft bis heute. Die Stichsäge läuft nach tausenden Einsätzen auch noch wie am ersten Tag. Der Hammer hat sogar die Kraft, Schrauben durch ein Drahtgittergeflecht im Stahlbeton zu jagen - er riss einfach die Schraube ab. Positiv möchte ich hervorheben, das ein Wechselbohrkopf beilag, entweder Schnellspannfutter oder SDS - Plus. Beides dabei. Die Anschlussleitung hat 2 Meter und ist hochflexibel (beim Hammer), bei der Stichsäge ist die Anschlussleitung nicht aus Silikon aber auch ok, Eurostecker. (ich erwähne das, weil die mir schon ein paarmal aus der Steckdose geflutscht ist, was auf dem dritten Ringseil auf der Leiter überkopf doch eher doof ist)

Den Boschhammer hab ich damals bei der mittlerweile insolventen Baumarktketter Praktiker in einer 20% auf alles - Aktion für 260 Euro gekauft. Die Stichsäge war mit 190 Euro auch bezahlbar, da absolut tüchtig.

Zur Bohrmaschine kann ich sagen, das sie ihr Geld Wert ist. eine Bosch Schlagbohrmaschine wie sie im Buche steht, signifikant leichter als der Hammer. Ich pack die immer aus, wenn etwas zu hart für den Schrauber ist aber es sich nicht lohnt, den Hammer aus der Kiste zu holen. Einzig für Metall ist das meine Allzweckwaffe: Die Bohrmaschine hat eine viel höhere maximale Drehzahl als der Hammer, wenn ich durch V2A Profile Bohre ist das meine einzige Möglichkeit.

Wer nix zu meisseln hat, ist mit einer guten, durchzugsstarken Bohrmaschine bestens bedient. Wie der Hammer auch elektronisch Drehzahlgeregelt, 2 Gänge, Schnellspannbohrfutter und flexible Anschlussleitung.

saarabpreet Avatar
saarabpreet:#31249

Die Flex. Mein Trennjäger. Die kreischende Scheibe des Verblassens +5 auf Dämonentöten.
Eine Hassliebe wie nie zuvor, denn seit ich schweisse (in Memoriam: mein Schweissgerätefaden anno 2015 oder so) brauche ich im wechsel Trennschreibe, Schrubbscheibe und Negerkeks. Meine erste Flex (als Gattungsname, war keine Flex) war eine Skil mit 115er Scheibe. Das Ding tat und tut seinen Zweck, mittlerweile mit Bosch (und Würth, siehe unten) Schnellspannern versehen zum schnellen Scheibenwechsel, kreischt mich das Teil mit infernalischem Lärm an. Metallprofile zershreddern ohne Ohrenschutz (Habe einen von 3M gekauft) ist keinem zu empfehlen. ich hab 3 Tage nur Schmerzen und dumpfes Fiepen auf dem Ohr gehabt, das muss ich mir nicht nochmal geben. Meine zweite Flex (einfaches Dingen auch, 115er Bosch grün) habe ich auch nur wegen dem häufigen Wechsel zwischen Trennscheibe und Schrubbscheibe.
Fazit: Wer 2 - 3mal im Jahr ein Profil oder Rohr durchsägt, ist locker mit 70 Euro dabei. Wer wie ich öfter trennt oder mal mit einer Zopfbürste einen Dengeltisch abschrubbt, sollte doch mehr ausgeben - ich hab mal mit einer 200Euro+ Flex von Makita arbeiten dürfen - diese Laufruhe bei hoher (13k rpm) Drehzahl ist echt jeden Cent wert. Nicht nur der Lärmpegel sinkt, auch die Handgelenke tun weniger weh wegen geringerer Vibration / Querbeschleunigung.

Dennoch werd ich meine Flexen erst noch kaputtarbeiten, da ich ungern funktionierendes Werkzeug wegmülle. Positiv möchte ich da auch die Wartbarkeit der Bosch - Flex hervorheben, die ist mit wenigen Standard-Schrauben zerlegt und komplett gereinigt, neu geschmiert und wird demzufolge auch noch 30 Jahre halten (seuftz).

joe_black Avatar
joe_black:#31250

Skil Netzschrauber

Ein Traumteil! (als es erschien).
Da bin ich klar early adopter, der Skil - Netzschrauber war der erste auf dem Markt, kurz nachdem Roberts Bosch den Verein übernommen hat. Das muss etwa um 2003 gewesen sein.
Mein Skilschrauber hat noch ein Bohrfuter (schnellspannfähig) aus Vollmetall, nachteilig ist die störrische Anschlusschnur. Obwohl üppige 4 Meter, ist das Dingen so steif das der Vorteil des Netzbetriebs bisweilen zum Nachteil wird. Dennoch: Die Neuen haben Silikonleitung, die werd ich bei meinem Nachrüsten. Der Netzschrauber hat all die Vorteile, die in der prä - Li-ion Ära noch wünschenswert waren (nie Akkuprobleme) und ist zudem ungeahnt Durchzugsstark. Fast wie eine Bohrmaschine dreh ich heute noch jede 4. Schraube mit dem Netzschrauber rein. 2 Gänge, Rutschkupplung und Handhabung erinnern klar an einen Akkuschrauber. Das hohe Drehmoment wie bei einer Bohrmaschine gepaart mit der Rutschkupplung machen den Netzschrauber unentbehrlich. Hätte ich keinen, würde ich einen kaufen. Ich nutze Ihn meist zum vorbohren, wenn der Netzschrauber auf der Leiter liegt und ich den Akkuschrauber mit dem Bit im Holster habe. 120 Euros habe ich seinerzeit bei Hellweg geblecht, heute gibts so Teile unter 100 Euro.

oaktreemedia Avatar
oaktreemedia:#31251

Langsam werd ich müde; Ich besitze (und nutze häufig) noch Schleifgeräte, Reziprok / Tigersägen, Handkreissäge, Elektrohobel, Kapp- und Gehrungssäge und bisweilen Dremel oder Fräsen. Und Kreissägen. Und einen elektrischen Kangohammer hab ich auch rumliegen.
Ich bin der Meinung, das es nicht "die eine" Marke gibt; jedes Werkzeug mag seine berechtigung haben in dem Delta aus Preis, Einsatzzweck und Anwendungshäufigkeit. Klar ist ein Hilti-Kernbohrer das non plus ultra um Löcher in Spannbeton zu machen, aber für ne einmalige Sache tun es auch Hammer und Meissel für 20 Euro. Ich besitze Elektrowerkzeuge von Skil, Bosch, Black&Decker, Elu, Makita, Würth (vermutlich Bosch) und Hitachi. (Und Scheppach)

Keines ist an sich scheisse, darum mag ich Threads nicht mit "welche Marke ist die Beste".
Bohrfutter von Bosch sind die besten, wie ich sagen kann. es lohnt sich, kaputte NiCd-Akkuschrauber von Bosch bei eBay zu kaufen um das Bohrfutter auf sein Billiggerät zu schrauben. Laufruhe ist nie mehr die selbe.
Bei der Makita ist alles toll, nur die Schalter gehen gerne kapott. Skil ist unheimlich innovativ, im oberen Segment sehr solide verarbeitet - aber nie zu Ende gedacht. DeWalt braucht nur der, dem das Oranjie von Black&Decker stört - alter Wein in neuen Schläuchen. Dennoch sind auch B&D Sachen nicht unbedingt Müll, wenn Bernd ordentlich runde Löcher in Holz bringen will alle 2 Jahre mal, ist der B&D Akkuschrauber aus der Obi - Aktion für 49 Euro beste Wahl.

Wer ambitioniert arbeiten will (und dazu zähle ich so Hobbyaufgaben wie ein Haus renovieren, Dach ausbauen etc.) kommt um ein System mit mehreren Akkus (baugleich austauschbar zwischen Geräten) nicht umhin. Und das gibt es je nach Zweck für unter 100 Euros.

Fragt mich alles.

joynalrab Avatar
joynalrab:#31252

War zwar für /t/ unüblich viel Text, spricht mich aber nicht frei von Rechtschreibfersagen. Grade "mark" hat mich zur Selbstsäge getriggert.

Selbstsäge

surajitkayal Avatar
surajitkayal:#31255

Bosch PBS75 kann ich empfehlen. Eine echt gute Bandschleifmaschine für's Grobe.
Habe hier auch noch eine alte AEG Schlagbohrmaschine aus den 80ern, deren Schlagbohrfunktion nicht mehr zu aktivieren geht, die ansonsten aber absolut unkaputtbar scheint - das Teil hat eine echt geile Verarbeitung mit ordentlich kräftigem Motor, zweistufigem Getriebe und vorderem Gehäuseteil aus Metall, welcher für Bohrständeraufnahme vorbereitet ist.

anhskohbo Avatar
anhskohbo:#31270

Bin von Bosch Grün seit meiner Bohrmaschine nicht mehr so begeistert. Habe davon zwar zwei Stichsägen (eine geschenkt) und einen Leitungsfinder (der ist nicht schlecht), aber die Bohrmaschine, die ich mir im Studium gekauft hatte, ist nach 10 Jahren mittelmäßiger Benutzung schrott. Die Lager hören sich übel an, der Schalter für Links-Rechts-Lauf klemmt gerne mal und der Schlag ist irgendwie ausgenudelt. Dafür, dass die nur in der alten Mietwohnung ein paar Mal ran musste, war ich jetzt schon enttäuscht. Bin daher nach dem Hausbau auf Bosch blau umgestiegen. GSB-21RE, die hat richtig Wumms, ist mir aber eigentlich schon fast zu schwer. Flex ist auch Bosch blau, geht auch gut.

Akkuschrauber kann ich Metabo empfehlen, ist Preis-/Leistungsmäßig top. Ein Kumpel hat DeWalt 18 V Akku-Schlagbohrschrauber, der hat noch deutlich mehr Kraft. Jede Menge Löcher für Fußleisten damit gebohrt, ging astrein. Da hat meiner nix geschafft (hat halt keinen Schlag).

Sonst halte ich mich auch gerne an Makita, habe da ganz gute Erfahrungen, z.B. mit einem Exzenterschleifer. Meine neuste Errungenschaft ist allerdings die Handkreissäge. Habe bislang aber noch zu wenig damit gemacht, um eine endgültige Meinung abzugeben. Nach dem 40 m² Rauspund auf dem Dachboden ist das sicherlich bald anders.

Neuste Fäden in diesem Brett: