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Veröffentlicht am 2015-06-08 03:44:20 in /tu/

/tu/ 6348: Bernd hat einen schwulen Freund, der ihm letztens gesag...

illyzoren Avatar
illyzoren:#6348

Bernd hat einen schwulen Freund, der ihm letztens gesagt hat, er habe festgestellt, er sei nur auf Männer gestanden, weil er Angst gehabt habe, kein gf zu finden. Er habe Angst gehabt, kein gf zu finden, weil er nicht genug Geld verdient habe für eine Familie. Kann es wirklich passieren, dass jemand jahrzehntelang glaubt schwul zu sein, es aber nicht ist?

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#6349

>>6348
(Bernds Freund ist nicht bf. )

malgordon Avatar
malgordon:#6350

Woher soll ich das wissen?
Menschen, vorallem wenn sie dumm sind, haben Komplexe und eine schwer kategorisierbare Psyche.

Drinbevor dämlicher Schubladenfaden.
>Hurr durr Homosexualität ist eine Entscheidung.
>Homos haben nur Angst vor Frauen.

Scheißfaden

souuf Avatar
souuf:#6351

>>6350
Ich hatte auch schon die Befürchtung, dass das Suggestivfragen sind. Deswegen schonmal Säge.

Was den OP und seine Frage angeht: Wenn jemand jahrezehntelang auf Männer steht, wird er niemals hetero gewesen sein. Wer Männer nicht attraktiv findet, wird auch nicht aus Angst, keine Partnerin zu finden plötzlich am anderen Ufer fischen. Und überhaupt ist doch die Begründung ziemlich hahnebüchen, denkst du nicht auch?
Wer generell Männern nicht abgeneigt ist, der könnte sich vielleicht in solche Konstruktionen flüchten, obwohl er sich eigentlich eine Beziehung mit Frauen wünscht. Der ist dann aber wohl immer schon bisexuell gewesen, bezeichnet sich jetzt aber als verwirrte Hete.
Das Problem an der Geschichte ist vermutlich wieder das doofe, doofe Schubladendenken. Sexualität ist nicht binär, sondern komplex und hat einige Farben und Schattierungen.

jodytaggart Avatar
jodytaggart:#6354

>>6350
Habe ich nicht gesagt.

>>6351
>Wer Männer nicht attraktiv findet, wird auch nicht aus Angst, keine Partnerin zu finden plötzlich am anderen Ufer fischen.
Guter Einwand. Was mein Freund sagte, ergibt jetzt mehr Sinn für mich.

> Und überhaupt ist doch die Begründung ziemlich hahnebüchen, denkst du nicht auch?
Keine Ahnung. Ihm sei dies gerade erst bewußt geworden, sagte mein Freund.

OP

sindresorhus Avatar
sindresorhus:#6359

Bibernd hier. Auch wenn es nicht so einfach wie von OPs Freund beschrieben ist: den Eindruck/das Fühl hatte ich auch schon.

GF hatte ich nie, eine Mulle geweitet 1x (jedoch Nutte), und ein Mödchen geküsst auch 1x (da immerhin keine Nutte). Je hoffnungsloser ich wurde, desto stärker wurde mein Turingpornokonsum und mein Drang, mal eine Pene zu lutschen. Ich merke auch, wie mein Pornokonsum direkt mit meiner Stimmungslage korreliert, v.a. in Sachen Selbstbewusstsein.

Sprich: Fühle ich mich gut, glücklich, nicht-hässlich und/oder hatte positiven sozialen Kontakt (speziell mit Mödchen), dann sind die Fappiervorlagen vornehmlich hetero.
Wenn ich mich schlecht/einsam fühle oder mein Selbstbewusstsein sonstige Schäden erlitten hat, dann sind es turing-Sachen.

Geht es anderen Bibernds auch manchmal so?

jqueryalmeida Avatar
jqueryalmeida:#6360

>>6359
Interessant, mir geht es ähnlich, nur das ich mich in meinen Turing-Phasen nicht unbedingt hässlich finde, aber schon eher Kuschelbedürftig bin. In den Hetero-Phasen bin ich dann eher "hurr durr"-maskulin.
Allerdings kann ich mich mit Turing-Pornomaterial auch in eben die weiche Gefühlslage bringen. Mit Hetero-Pornomaterial funktioniert das eher nur bedingt.

subburam Avatar
subburam:#6366

Rein küchenpsychologisch/evolutionär würde es ja Sinn machen:

Während die Alphamännchen die Stuten fickieren müssen sich die Betas ja irgendwo ihre Hörner abstoßen. Sieht man ja auch beim Vieh auf der Weide...

atariboy Avatar
atariboy:#6369

>>6359
Bernd, du sprichst mir sowas von aus der Seele. Nur dass ich nach einer Fappiersession meine Turinggedanken ziemlich eklig vorkommen und ich dann das über Bord werfen kann. Da plötzlich Weiber wieder interessanter werden.

karsh Avatar
karsh:#6370

>>6366
Ich verstehe deinen Gedanken nicht.
Wieso sollte sich ein Verhalten evolutionär durchsetzen, das den Sexualtrieb, also den Trieb, seine Gene weiterzugenen, in einer Weise abreagiert wird, die verhindert, dass die Gene weitergegeben werden?
Dieses Verhalten begünstigt doch (wenigstens primär) sogar das Ausscheiden des Genmaterials dessen, der es an den Tag legt.

bluesix Avatar
bluesix:#6383

>>6369
true, irgendwie scheint es bei mir auch so ne art ventil zu sein. aber inzwischen geb ich zu wenige ficks um noch ein schlechtes gewissen zu haben

joshhemsley Avatar
joshhemsley:#6384

>>6370

Das meinte ich unter der Prämisse das sexuelle Orientierung ein Spektrum ist und jeder latent bisexuell ist. Dann würde die Ventilfunktion schon Sinn machen. Es geht ja letztendlich um "survival of the fittest" und da die Betamännchen eben trotzdem noch da sind und für die gemeinschaft wichtig sein könnten könnte Sex unter Männern das Ventil für deren unbefriedigten Sexualtrieb sein.

cheezonbread Avatar
cheezonbread:#6386

>>6384
Was ist mit "Alphamännchen", die Männerpopos bevorzugen? Wie wird das durch deine These erklärt?

souuf Avatar
souuf:#6387

Natürlich gibt es so was wie Knasthomosexualität. Wenn einer im Leben einfach so kein GF findet, kann er natürlich auch knastturing werden.
Das ist doch bei Tieren auch der Grund für die Existenz von Homosexualität. Lebt das Tier in einer Gemeinschaft mit unterschiedlich hohen Anteil der Geschlechter, dann ist es für die Gemeinschaft nicht sinnvoll, wenn da zuviele frustrierte Single-Männlein oder -Weiblein rumlaufen. Die gehen nur allen auf die Eier weil sie ohne Sex nichts als Blödsinn im Kopf haben, sollen sie sich also am besten einfach gegenseitig ficken und nützlich für das Bestehen der Gemeinschaft sein. Durch Wache schieben oder Hüten verwandter Jüngen etc. Homos sind also durchaus nützlich für den Fortbestand einer Familie.
Wenn das bei Pinguinen so ist, wüsste ich nicht, warum das bei Menschen anders sein sollte.

xspirits Avatar
xspirits:#6388

>>6359
Das ist 1:1 so wie Bi-Bernd fühlt.

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#6389

>>6384
Ahja, also implizierst du die Fitness der Gruppe. Macht wenigstens in einem Rahmen Sinn.
Ich erweitese die These einfach mal mit der Behauptung, dass Bisexualität auch evolutionär dazu beiträgt, die emotionalen Bindungen gleichgeschlechtlicher Individuen der Gruppe zu stärken.
Was meinst du?

>>6386
"Alpha" ist ja in einer kulturgeprägten Spezies eher ein erlerntes Repertoire als überlegene Genetik. Immerhin ist ja nicht der größte/stärkste Kerl der Gruppe direkt das Alphamännchen. (Auch wenn diese Attribute beitragen mögen.) Wir erarbeiten unsere sozialen Ordnungen, bzw. lösen unsere Konflikte ja meist nicht mehr mit den Fäusten, sondern sanktionieren ein solches Verhalten größtenteils.

yassiryahya Avatar
yassiryahya:#6390

>>6387
>Das ist doch bei Tieren auch der Grund für die Existenz von Homosexualität.
Nein, ist es nicht. Überhaupt macht nichts das du da schreibst irgendeinen Sinn.

emmakardaras Avatar
emmakardaras:#6391

>>6366
>>6370
>>6384
>>6386
>>6389
>>6390

Die Erklärung ist doch so viel einfacher: Jungs sind einfach süßer.

murrayswift Avatar
murrayswift:#6392

>>6384
>könnte Sex unter Männern das Ventil für deren unbefriedigten Sexualtrieb sein.
Wenn dem so wär, warum nicht Sex mit Bäumen haben, Biebern, oder Steinen, abwechselnd zumal? Warum ausgerechnet Männer, wenn es doch einfach nur eine Ersatzhandlung für einen unbefriedigten Sexualtrieb ist, den man offenbar einfach auf irgendwas anderes richten kann? Es ist doch wesentlich einfacher einen Baum zu bumsen.

Wie wäre es denn mit der Möglichkeit, dass sie einfach Spaß hatten an Homosex und Männer (lieber) mochten so wie manche Menschen Spaß haben an komplizierten Matheaufgaben oder am liebsten Zitroneneis essen? So wie mir atonaler Free Jazz gut gefällt und ich total drauf steh, wenn einer meine Füße leckt. Wie, und wenn ja warum, erklärt man das denn evolutionär?

Nichtsdestotrotz:
>>6370
>Wieso sollte sich ein Verhalten evolutionär durchsetzen, das den Sexualtrieb, also den Trieb, seine Gene weiterzugenen, in einer Weise abreagiert wird, die verhindert, dass die Gene weitergegeben werden?
Darauf kommt es bei der Evolutionstheorie überhaupt nicht an, denn die ist mit dem Erhalt deiner ART beschäftigt, nicht mit deinem Erbgut. Es gibt Ameisenvölker deren Weibchen, bis auf die Königin, überhaupt keine Ovarien haben.

Auf der anderen Seite selbes Problem wie oben: Da werden der Natur einfach vernünftige Intentionen unterstellt, was dann früher oder später zu kolossal absurden Theorien darüber führen muss, wie das evolutionär dem Arterhalt dient Analsex zu praktizieren und sich Tiernamen zu geben.

freddetastic Avatar
freddetastic:#6393

>>6392
>Darauf kommt es bei der Evolutionstheorie überhaupt nicht an, denn die ist mit dem Erhalt deiner ART beschäftigt, nicht mit deinem Erbgut.
Naja, da kann ich dir nur so halb zustimmen.
Natürlich ist die Art quasi der Genpool, der natürlich auch in der Gruppe weitergegeben werden muss, sexuelle Fortpflanzung vorausgesetzt. Und daher geht es um die Fitness der Gruppe.
Trotzdem sind die Individuen mit der Weitergabe beschäftigt, und für die evolutionäre Betrachtung sind vorrangig diejenigen Individuen interessant, die Ihre Erbinformation weitergegeben haben. Die einzigartigen Mutationen jedes anderen Individuums scheiden mit seinem Sterben auch aus.
>Es gibt Ameisenvölker deren Weibchen, bis auf die Königin, überhaupt keine Ovarien haben.
Gerade das wäre das Vorzeigebeispiel dafür: Die Königin und ihr Wohlergehen entscheiden in der rückwirkenden Betrachtung der Evolutionstheorie über die Fitness des Staates; eben weil sie das einzige sich fortpflanzende Individuum ist. (Drohnen sind ja eher temporäre Erbguträger, und sonst nicht so wichtig.)
>Da werden der Natur einfach vernünftige Intentionen unterstellt,
Nein, tu ich mit keinem Wort. Mir ist sehr bewusst, dass die Evolution kein Ziel hat, sondern lediglich ein Konzept ist, das in der rückwirkenden Betrachtung erklärt, wieso sich einige Eigenschaften durchgesetzt haben, andere nicht, und dass die zugrundeliegenden Mechanismen rein zufallsbasiert sind. Bitte unterstell mir nicht grundlos, völlig ahnungslos zu sein.

keyuri85 Avatar
keyuri85:#6400

>>6393
>Trotzdem sind die Individuen mit der Weitergabe beschäftigt ... und für die evolutionäre Betrachtung sind vorrangig diejenigen Individuen interessant, die Ihre Erbinformation weitergegeben haben.
Das stimmt so auch nicht, meine ich. Und, sorry schon ein Mal vorab für (höchstwahrscheinlich) noch mehr ungerechtfertigte Schubladen, aber das liest sich wieder (wie gesagt, sorry) nach einem populärwissenschaftlichen Verständnis von der Evolution nach Darwin, das ungefähr so lautet: Jeder gegen Jeden, und der "Egoismus" und das "Individuum" bringen die Art durch den Winter usw. Wenngleich man in mindestens dem selbem Maße genau gegenteilige Verhältnisse beobachten kann. Nämlich unfassbar komplexe Systeme gegenseitiger Hilfe. Oft sogar Speziesübergreifend.

Irgendwo Samen deponieren ist doch nur ein Teil der Weitergabe von Erbgut und mithin der Erhaltung der Art. Wenn einer gut schießen und ein anderer gut gebären kann, macht das überhaupt nichts, wenn keiner die Kleinen versorgen, die Wohnung herrichten, Nahrung beschaffen u.ä. kann. Letztere erfordern in aller Regel ebenjene komplexen Systeme gegenseitiger Hilfe in denen es richtiggehend vollkommen irrelevant ist ob Weibchen oder hochhackige Schuhe dich bonieren lassen. Und es handelt sich, im Vergleich zum alten Rein-Raus-Spiel, wohl außerdem um ungleich schwierigere Betätigungen.

>Die einzigartigen Mutationen jedes anderen Individuums scheiden mit seinem Sterben auch aus.
Das stimmmt natürlich, aber es ist doch im Grunde nicht ersichtlich weshalb das unbedingt gravierend wäre. Es wird eben nur ein "Zulieferer" in einer Teilfunktion im Arterhaltungskomplex ausgelöscht. Und die Gemeinschaften welche diesen am Laufen halten sind in einem bestimmten (m.E. doch recht erstaunlichen) Maße auf weit krassere Sachen eingestellt: Krankheiten, gefressen werden. Ich glaube aber, kenne aber den Stand der Forschung nicht, dass auch unter Tieren die Homosexualität nicht allein was genetisches ist, sondern Nature and Nurture.

>Die Königin und ihr Wohlergehen entscheiden in der rückwirkenden Betrachtung der Evolutionstheorie über die Fitness des Staates
Beinahe ebensogut könntest du behaupten Bill Gates entscheide in der rückwirkenden Betrachtung über die Fitness von Microsoft. Dabei ist das eine gigantische Organisation in der jeder Teil dazu beiträgt. Wenn R&D ausfallen ist übermorgen schluss.

Ich halte es für wenig sinnvoll auf dieser Ebene konzeptionell bereits von Individuen auszugehen. Was macht das außer Tier/Person X besonders viel Credit fürs Wichtigsein auf ein imaginiertes Konto zu schreiben?

Du bist nicht mit 20 tot, deine nackten Artgenossen nicht von Löwen zerfleischt, deine Nachkommen niemals gezeugt, weil Menschen das Haus gebaut haben in dem du lebst, weil sie dich im Krankheitsfall behandeln, weil, grundsätzlich, sie sich um dich kümmern und du dich idealerweise um sie. Da kommt nicht ein Mensch daher und macht das alles für Leute. So funktioniert ordinäre Geschichtsschreibung ("Und dann tat <wichtige Person X> Y und alle so yea..."), aber nicht Gesellschaft und sicher auch nicht Gemeinschaften anderer Arten.

Neuste Fäden in diesem Brett: